Ich kenne die Bedingungen und lebe sie ja gerade, finde das aber wie ein Sprung ins Eismeer ohne Rettungsring.
Optimal oder gut ist aber anders. Stell dir mal vor man würde das in der Medizin so wie bei uns im Lehramt machen. Von dem Arzt würde ich mich nicht operieren lassen wollen.
Stimmt, das wäre echt doof in der Medizin. Genauso wie es echt doof ist, Leute als Seiteneinsteigende in den Schuldienst zu lassen, die die Voraussetzungen für den Vorbereitungsdienst für Seiteneinsteigende nicht erfüllen und die damit im Regelfall pädagogisch und didaktisch unzureichend vorausgebildet sein dürften für einen Beruf, den sie dennoch von Beginn an in zweistündiger Wochenstundenzahl eigenständig auszuüben sich selbst verpflichtet haben.
Du hast dir diesen Weg, der hundsmiserabel organisiert ist an vielen Stellen und die Qualität der Lehre zu keinem Zeitpunkt in den Vordergrund stellt, sehenden Auges gewählt. Du wusstest, dass du noch nicht ausgebildet bist für den Beruf, dass die berufsbegleitende Ausbildung erst später startet und du dennoch von Beginn an eigenständigen Unterricht halten musst. Es ist also von vornherein klar gewesen, dass du sehr viel selbstorganisiert lernen musst, um deinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen zu können.
Das entbindet deine Schule natürlich nicht davon grundlegend anständige Bedingungen zu schaffen. Es entbindet aber auch dich nicht von deiner Verpflichtung, dich umfassend einzuarbeiten in Themen wie Schulrecht, Unterrichtsplanung, Umgang mit Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Elternarbeit, Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, und und und.
Mir fehlt bislang in deinen Beiträgen ein Stück weit, dass du nicht nur anderen die Verantwortung zuschiebst für alles, was du noch nicht kannst, sondern einfach auch dir selbst sagst „Verdammt, das habe ich vorher komplett unterschätzt, was ich alles noch gar nicht kann und jetzt aber dringend brauche, weshalb ich auch einfach selbst die Arschbacken zusammenkneifen und mir das draufschaffen muss, was mir alles noch fehlt.“.