Beiträge von Lehrerin2007

    Diese gibt es in jedem Beruf und wird - egal wie man es reglementiert - auch immer geben.

    Absolut, das war auch mein erster Gedanke. Wenn mein Mann immer erzählt, worüber er sich mit seinen Kollegen so alles unterhalten hat, wie lange er an einer Präsentation gebastelt hat (was sicher auch schneller gegangen wäre) oder mein Vater, der auf Arbeit privat gesurft oder gelesen hat, die Erzieherinnen in der Kita morgens mit dem Kaffee gemütlich auf dem Fensterbrett saßen, während die ersten Kinder kamen usw. ... Das gibt es überall - ich weiß nicht, warum man bei Lehrkräften immer einfach davon ausgeht, dass sie keine Verschnaufpause einlegen dürfen oder auch mal kurz privat quatschen können in der Pause (sofern überhaupt möglich) bzw. das dann nicht als Arbeitszeit gilt. Dann müsste das überall absolut verboten sein und man müsste sich für jeden Schluck Tee oder Kaffee "ausstempeln".

    Dadurch hat sie weniger Unterricht in der Oberstufe, was ihre Pflichtstundenanzahl auf 26 Stunden erhöht.

    Ist das bei euch so, dass man eine höhere Pflichtstundenzahl hat, wenn man nicht Oberstufe unterrichtet? Das habe ich noch nie gehört, aber interessant!

    Ich habe das erste Mal seit vielen Jahren keine Oberstufe und merke allein dadurch eine deutliche Reduktion bei der Unterrichtsvorbereitung!

    denn das Urteil ist deutlich dazu, dass dies nicht sein kann.

    Ich kenne dieses Urteil und habe es beim PR auch mal angesprochen. Es wird aber ignoriert.

    Das ist so eine Art Penis-Prothese wie das Auto: Ich bin unersetzlich!

    Jaja, ich lasse ihn in dem Glauben.

    Werde ich ihm sagen... ;)

    Habt ihr denn gar kein Teilzeitkonzept?

    Doch, aber da geht es mehr um die "Kleinigkeiten" (eine Aufsicht und eine Präsenz weniger mit meinem Stundenmaß z.B.), aber die großen Themen wie Konferenzen und Veranstaltungen waren bisher kein Thema.

    Auch muss man in TZ genauso viele Fortbildungstage absolvieren wie VZ.

    Mein Mann kann auch gern reduzieren. Hätte ich nichts dagegen. Will er aber nicht.

    Bei uns genauso. Er sagte mal: Das geht in meinem Job nicht. (Er hat aber auch Kolleg*innen in TZ).

    Aber ich muss auch oft darauf hinweisen, dass ich eben nicht an jeder Konferenz teilnehmen muss oder für Studientage usw. an unterrichtsfreien Tagen dann einen Ausgleich kriegen muss.

    Das ist bei uns überhaupt nicht der Fall. Man ist bei allen außerunterrichtlichen Veranstaltungen voll dabei und das wurde auch noch nie in Frage gestellt...

    Ich hadere selbst seit Jahren mit dieser Situation, weil sich Teilzeit nicht immer wirklich lohnt. Ich arbeite Teilzeit wegen meiner Kinder, aber habe immer ein relativ hohes Deputat gehabt (70-80%). Jetzt, wo meine Kinder größer sind, werden meine Stundenplanwünsche nicht mehr vorrangig behandelt, kann also sein, dass ich einen schlechteren Stundenplan bekomme. Dann macht es für mich noch weniger Sinn, in Teilzeit zu arbeiten, denn die ganzen unteilbaren Aufgaben hat man ja trotzdem in vollem Umfang, egal ob man 6, 10, 12, 18 oder 24 Unterrichtsstunden hat. Letzteres frustriert mich am meisten, weil es meist nicht der Unterricht, die Planung und die Korrekturen an sich sind, die mich stressen (da könnte ich sicher noch eine Klasse mehr übernehmen), sondern die ganzen Aufgaben drum herum und gewissen Umstände, die der Dienstherr oder die Schulleitung so will, die aber mehr Zeit kosten, die man eigentlich effektiver nutzen könnte.

    Teilzeit als Lehrkraft ist nie eine echte Teilzeit, leider!

    wie Vergleichsarbeiten bei euch durchgeführt werden.

    die Parallelklassen schreiben in Deutsch, Englisch und Mathe dieselbe Klassenarbeit.

    Meinst du jetzt Vergleichsarbeiten, die landesweit durchgeführt werden (wie VERA eben), oder Klassenarbeiten innerhalb einer Jahrgangsstufe einer Schule? Das ist ja ein Unterschied.

    Inwieweit müssen diese Arbeiten bei euch identische Aufgabenstellungen aufweisen, oder darf es (leichte) Abweichungen geben?

    Wenn du Klassenarbeiten meinst: An meiner Schule werden die meisten in den Kernfächern auch parallel geschrieben und die Aufgabenstellung ist i. d. R. identisch. Letztes Jahr war ich mit meiner Klasse allerdings etwas weiter, weil die Lehrkräfte der anderen beiden Klassen jeweils 2 Wochen wegen Corona ausgefallen waren, da habe ich eine leicht abgeänderte Klassenarbeit gehabt. Auch sprechen wir uns bei der Korrektur sehr genau ab, was ich persönlich als sehr zeitaufwändig und belastend empfinde.

    Letztendlich, finde ich, ist es dennoch immer nicht so ein guter "Vergleich", da die Klassen ja unterschiedlich sind (manche schneller, manche langsamer), der Unterricht unterschiedlich ist (Schwerpunkte; wie intensiv auf eine Klassenarbeit vorbereitet wird etc.) und man trotzdem immer gucken muss, dass man mit dem Stoff gleichauf ist. Ich bin daher nicht so glücklich mit der Situation.

    Also an meinem freien Tag, an dem ich keinen Unterricht in meinem Stundenplan habe (allerdings Teilzeit), werde ich nie für irgendwas verplant. Ich finde schon, dass die Schule zumindest rechtzeitig Rücksprache halten sollte, wenn es eine Ausnahme gibt, denn man legt ja auch mal einen Arzttermin o. Ä. da hin...

    Stegreif... da muss ich immer überlegen, was das sein soll.

    In meinen Fächern kann man es auch schriftliche Vokabel-/Grammatik-Abfrage über die letzten zwei Stunden nennen.

    Als ich nach BY kam, musste ich mir das bayerische Schulvokabular erst mal aneignen. Stegreifaufgaben gehörte dazu. :)

    Ich auch!! 😄 Musste anfangs ständig nachfragen.

    Abfragen sind nicht verbindlich, sie sind eher Teil der schulischen Kultur in Bayern, wenn man so will.

    Ja, wobei ich das z.B. aus Berlin auch kenne.

    Dauert alles nicht lange, nur so 3-4 Minuten.

    Könnte es. Leider ist das Vokabel-Lernen und Anwenden nicht mehr so selbstverständlich. Heute erst wieder erlebt: Zwei Ausfragen in zwei versch. Klassen und beide Male wurde nicht (richtig) gelernt, dadurch zieht sich die Ausfrage wie Kaugummi, weil die SuS lange überlegen und ich durch kleine Hilfen versuche, noch was rauszuholen... Wenn ich das nicht regelmäßig machen würde, würden sie wahrscheinlich gar nicht mehr lernen...

    Am besten funktioniert Anwenden im Kontext.

    Das ist hier sowieso Pflicht. Isoliert Deutsch - Fremdsprache / Fremdsprache - Deutsch dürfen wir eigentlich gar nicht mehr abfragen.

    Das allerdings wird mir dann schon hin und wieder mal vorgeworfen. Ständig kommt "ich weiß ja nicht, wie du das machst" mit mehr oder minder vorwurfsvollem Unterton.

    Das habe ich auch schon oft erlebt, obwohl ich Teilzeit arbeite, allerdings immer mit einem recht hohen Umfang (ca. 80 %).

    Die allermeisten Frauen, die wegen der Kinder in TZ gehen, sind auch noch in TZ, wenn die Kinder selber Kinder haben.

    Und das ist an meiner Schule genauso und darüber wundere ich mich schon seit Jahren. Ich habe mir auch erlaubt, mal 1-2 Kolleginnen zu fragen, warum sie in TZ bleiben. Eine sagte, sie bleibe bewusst bei X Stunden, weil sie erfahrungsgemäß dann eine Deutsch-Klasse weniger hat (was ich noch gut nachvollziehen kann bei dem Korrekturaufwand in diesem Fach), die andere sagte: Ich wüsste sonst nicht, wie ich die ganze Hausarbeit schaffen soll... :(

    Aber es wird dann ja oft gepaart mit "du kannst ja nicht viel zeit für dein Kind haben".

    Ja genau. Und was ist dann mit dem Vollzeit-arbeitenden Vater, der nur am Abend und am Wochenende Zeit für die Kinder hat? Dem wird das wohl eher selten vorgeworfen... Dabei kommt es ja auch darauf an, wie man die Zeit mit den Kindern verbringt und wie man sich seine Arbeit einteilt. Ich finde z.B. mein Mann hat viel "quality time" mit den Kindern, weil er sich oft explizit fürs Wochenende etwas mit ihnen vornimmt und sie sich auch mal was wünschen dürfen (Radtour, Kuchen backen, was auch immer). Gerade bei älteren Kindern, die schon zwangsläufig nicht mehr so viel Zeit mit den Eltern verbringen wollen, ist das ja kein Argument mehr, wenn man sich für Vollzeit entscheidet. Ich selbst überlege auch immer mal wieder, wann ich wieder auf VZ gehe (ich habe es auf jeden Fall irgendwann vor). Bei uns ist dann ganz klar, dass die Hausarbeit 50/50 aufgeteilt wird und die (dann größeren) Kinder auch mal hier und da was helfen. Aber ich "freue" mich schon auf die Sprüche der Kolleginnen... (s.o.).

    Meine Tochter organisiert sich aber die Sommerpartys im Garten inzwischen selbst und wir sind nur noch die Logistik im Hintergrund

    Ist bei uns mittlerweile auch so und ich bin so froh darüber! Was hab ich meine Kinder schon zu irgendwelchen Über-Geburtstagsfeiern gefahren (auch nicht selten unter der Woche, was manchmal logistisch echt schwierig war mit Nachmittagsunterricht und kleinerem Kind abholen), Indoorspielplatz am anderen Ende der Stadt, Wanderung im Wald irgendwo weiter weg sind da noch harmlosere Beispiele. Zu einer Eselfarm 100 km außerhalb bin ich auch schonmal gefahren (und gleich da geblieben, um nicht hin- und herzufahren). Ein Wahnsinn!

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