Beiträge von Humblebee

    chilipaprika : Islamische Religion kann man hier in NDS auch seit einigen Jahren als Unterrichtsfach für das Lehramt BBS studieren. Wir hatten gerade jetzt im Winter erstmals eine Praktikantin bei uns, die dieses Fach studiert. Das große Problem ist nur, wie sie erzählte: Bislang wird offenbar an keiner nds. BBS islamische Religion angeboten. Aber vielleicht ändert sich das, wenn erstmal die ersten Student*innen mit diesem Fach mit ihrem Studium fertig sind.

    Zweite Fremdsprache an beruflichen Schulen kann man vergessen. Ich unterrichte Spanisch nur, weil viele Schüler am Beruflichen Gymnasium und in der Fachoberschule Klasse 13 die allgemeine Hochschulreife machen wollen und eine zweite Fremdsprache nachweisen müssen. Für das BG reichen drei Jahre neueinsetzender Spanischunterricht, für die Fachoberschule sogar zwei Jahre. Theoretisch bieten wir auch weiterführenden Fremdsprachunterricht an, aber da die Schüler je nach abgebender Schule Französisch, Spanisch oder Niederländisch hatten, kriegen wir nie genug Schüler zusammen um die entsprechende Klassenstärke zu erreichen. Wir kriegen ja so kaum noch eine elfte Klasse am Beruflichen Gymnasium zusammen, bei meinen neueinsetzenden Spaniern sind es in diesem Schuljahr 6 Schüler gewesen.

    Puh, sechs SuS sind aber schon extrem wenig! Bei uns sind es doch erheblich mehr, da wir sehr viele SuS haben, die von der Realschule bzw. aus dem Realschulzweig der Oberschule oder der IGS zu uns kommen und dort keine zweite Fremdsprache hatten (muss dort nicht belegt werden). Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal eine komplette 11. Klasse im BG Wirtschaft, die nur aus SuS besteht, die keinen Unterricht in einer zweiten Fremdsprache mehr benötigen, weil sie entweder vom allg. Gym. kommen oder bereits freiwillig eine zweite Fremdsprache in der Oberschule, Realschule oder der IGS gelernt haben. Ich habe die KuK, die im Aufnahmeausschuss für das BG sind, aber schon sagen hören, dass solch eine Klasse im kommenden Schuljahr wohl nicht mehr zustande kommen wird.

    Eine FOS Kl. 13 gibt es übrigens in NDS nicht, weil man hier über diese Schulform nicht die AHR erreichen kann. Wir haben daher nur die FOS 12 und dort ist keine zweite Fremdsprache notwendig.

    Aus Neugier: Würdest du sagen, das geringe Angebot von Französischunterricht an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen hängt an einer geringen Anzahl an vorhandenen Lehrkräften oder eher an geringem (curricularen/schülerseitigen) Bedarf?

    Am geringen SuS-seitigen Bedarf. Auch an den allgemeinbildenden Schulen wird Französisch hier als Fremdsprache immer "unbeliebter". Dazu hatte ich - wenn ich mich nicht sehr täusche - vor einiger Zeit hier schon mal einen oder mehrere Artikel verlinkt.
    An unseren BBS besteht eine Verpflichtung zum Belegen einer zweiten Fremdsprache halt auch nur für SuS am BG und zwar für diejenigen, die nicht schon in ihren abgebenden allg. Schulen eine zweite Fremdsprache im Unterricht hatten. Eine meiner Spanischkolleginnen hatte mal versucht, eine Spanisch-AG für alle anderen Bildungsgänge anzubieten, die ist aber mangels Interesse von SuS-Seite nicht zustande gekommen (die meisten SuS haben eben keine Lust und auch keine Zeit auf zusätzliche Schulstunden; daher scheitern bei uns regelmäßig Versuche, AGs ins Leben zu rufen). Also ist auch von Lehrkräfte-Seite der Bedarf gering.

    EDIT: Ach, ich sehe jetzt erst die obigen Beiträge von Chili und RosaLaune. Da hätte ich mir meinen auch sparen können. Aber egal... ;)

    nein, ich meinte, ein sehr häufiges "Zweitfach" bei BBS/BK-Lehramt.
    Gefühlt hatte das jede*r Dritte (im BK-Lehramt) in meiner Uni-Zeit.

    Was "Politik" als Zweitfach für das Lehramt BBS in NDS angeht, habe ich auch noch immer den Eindruck, dass es eines der am häufigsten studierten Unterrichtsfächer ist. Zu meiner Unizeit war es das definitiv, kann aber sein, dass es mittlerweile weniger häufig gewählt wird. Da werde ich interessehalber unsere derzeitigen Refis zu befragen (Wir haben allerdings derzeit tatsächlich von fünf Refis nur eine mit Politik als Unterrichtsfach; ein Politik-Refi ist jetzt gerade mit dem Ref fertig - aber das ist natürlich anekdotisch).

    MICH würde an dem Fach an der BBS aufregen, dass es oft einstündig ist, sehr viele Klassen mit sich bringt und die allermeisten SuS das Fach als irrelevant (in der Stundentafel) sehen (was ja in den meisten Ausbildungsgängen notentechnisch auch der Fall sein dürfte).

    Stimmt, geht mir genauso. Ist ähnlich wie mit Reli bzw. Werte & Normen und Sport; die werden an den nds. BBS ebenfalls in den meisten Bildungsgängen nur einstündig unterrichtet (oder wie an meiner Schule halt eine Doppelstunde in einem Halbjahr).

    Ja, weil die Kombi Wipäd/WiPo (hoffentlich!) nicht geht. In NRW ist es aktuell nicht zulässig, aber es gab Zeiten, das war zulässig,

    Diese Kombi war in NDS meines Wissens nie zulässig. "Politik - Wirtschaft" gibt es als Unterrichtsfach hier an den BBSn gar nicht sondern eben nur "Politik". Und halt "Wirtschaft" in den einzelnen Lernfeldern/Lerngebieten/Qualifizierungsbausteinen/... oder als "Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen und Controlling" oder "Betriebs- und Volkswirtschaftslehre" im BG,... - aber das wird von Lehrkräften, die die berufliche Fachrichtung "Wirtschaftswissenschaften" studiert haben, unterrichtet.

    Und sonst ist es eben ein sehr häufiges "Zweitfach" ("ein bisschen allgemein politisch reden kann ja jede*r" - Klingt nach der selben Argumentation, warum das Fach bei uns in unteren Klassen oft vom KL unterrichtet wird)

    Das mag durchaus sein. Sorry, ich kenne mich mit den anderen Lehramtsstudiengängen nicht aus.

    Ich bin fast mit dem letzten Klassenarbeitsstapel (von vier) durch und habe somit mein selbstgestecktes Ziel, bis zu den Feiertagen alles erledigt zu haben, erreicht. Noch ein paar Stündchen heute, dann ist es geschafft und ich kann ich aller Ruhe Ostereier suchen gehen :) !

    Je nach Uni wird vielleicht auch Wirtschaftsinformatik angeboten. Da bist du etwas raus aus der wirklich komplexen Informatik. Für das BK hast du mit Winfo ebenfalls gute Chancen.

    Ergänzend zum vorangegangenen Beitrag: Es gibt inzwischen auch explizite Studiengänge "Lehramt Wirtschaftsinformatik", z.B. in Offenburg

    Kurz zu eurer Info: "Wirtschaftsinformatik" kann man in NDS - wo der/die TE ja sein/ihr Studium beginnen wird - nicht als Unterrichtsfach für das Lehramt BBS studieren. Hier werden nur die berufliche Fachrichtung "Informationstechnik" (in Osnabrück) und das Unterrichtsfach "Informatik" angeboten.

    Deutsch ist ein Fach, das alle SuS haben, aber sicher auch ein Fach, das viele BBS-ler*innen aus Verlegenheit als allgemeinbildendes Fach nehmen

    "Aus Verlegenheit" wird m. E. zwar des Öfteren Politik als Unterrichtsfach gewählt, Deutsch seltener.

    immerhin hast du nicht "Wirtschaft" oder "Politik" genannt..

    Der/die TE beginnt aber laut eigener Aussage das Studium der "Wirtschaftspädagogik", also ist "Wirtschaftswissenschaften" seine/ihre berufliche Fachrichtung (und somit erstes Unterrichtsfach) ;) .

    Meine Fragen an euch:

    Wie wird der Bedarf für Deutsch an beruflichen Schulen aktuell/zukünftig eingeschätzt?
    Gibt es hier WiPäd-Kollegen, die Mathe oder Info "nachgeholt" haben, ohne viele Vorkenntnisse zu haben?
    Worauf würdet ihr rückblickend bei der Wahl mehr achten: Die Freude am Fach im Studium oder die Arbeitsbelastung (Korrekturen) im späteren Berufsalltag?

    Zum Bedarf an Deutsch-Lehrkräften an den nds. BBS kann ich gerade keine Aussagen des MK finden. Meine Glaskugel ist zwar auch gerade in der Reinigung, aber ich würde sagen, dass es damit wahrscheinlich recht gut aussehen wird, wenn ich vom derzeitigen Bedarf ausgehe. Englisch, Mathe und Info sind allerdings (momentan) stärker gesucht. Schau' doch mal auf Einstellung in den Schuldienst an berufsbildenden Schulen ; da kannst du sehen, wie viele Stellen und wo derzeit in den einzelnen Fächern an BBSn in NDS ausgeschrieben sind.

    Zu deiner zweiten Frage kann ich nichts sagen, da Englisch mein Unterrichtsfach ist. Da ist evtl. der User Klinger ein guter Ansprechpartner (wobei er meines Wissens schon gute Vorkenntnisse in Info hatte; aber vielleicht kann er trotzdem noch ein paar Auskünfte zum Studium geben).

    Zu Frage 3: auf beides

    EDIT: Ach so, noch etwas zu Spanisch und Französisch: Französisch wird meines Wissens nur an relativ wenigen nds. BBSn unterrichtet und der Unterricht in beiden Sprachen beschränkt sich auf wenige Bildungsgänge. An meiner Schule bspw. gibt es Spanischunterricht nur im Beruflichen Gymnasium und diese wenigen Stunden werden von zwei Muttersprachlerinnen unterrichtet, die beide noch zusätzlich an einer anderen BBS im Umkreis eingesetzt sind (sie sind jeweils drei Tage bei uns und zwei Tage an der BBS im Nachbarlandkreis).

    Sind die bei euch denn in der Gesamtkonferenz dann auch stimmberechtigt?

    Jo!

    § 36 NSchG (Nds. Schulgesetz):

    (1) 1Mitglieder der Gesamtkonferenz sind

    1. 1.

      mit Stimmrecht:

      1. a)

        die Schulleiterin oder der Schulleiter,

      2. b)

        die weiteren hauptamtlich oder hauptberuflich an der Schule tätigen Lehrkräfte,

      3. c)

        so viele Vertreterinnen oder Vertreter der anderen Lehrkräfte, wie vollbeschäftigte Lehrkräfte nötig wären, um den von den anderen Lehrkräften erteilten Unterricht zu übernehmen,

      4. d)

        die der Schule zur Ausbildung zugewiesenen Referendarinnen und Referendare, Anwärterinnen und Anwärter,

      5. e)

        die hauptamtlich oder hauptberuflich an der Schule tätigen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

      6. f)

        eine Vertreterin oder ein Vertreter der sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem Beschäftigungsverhältnis zum Land stehen,

      7. g)

        eine Vertreterin oder ein Vertreter der sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem Beschäftigungsverhältnis zum Schulträger stehen,

      8. h)

        in Gesamtkonferenzen mit

        • mehr als 70 stimmberechtigten Mitgliedern nach den Buchstaben a bis d je 18,
        • 51 bis 70 stimmberechtigten Mitgliedern nach den Buchstaben a bis d je 14,
        • 31 bis 50 stimmberechtigten Mitgliedern nach den Buchstaben a bis d je zehn,
        • 11 bis 30 stimmberechtigten Mitgliedern nach den Buchstaben a bis d je sechs,
        • bis zu 10 stimmberechtigten Mitgliedern nach den Buchstaben a bis d je vier

        Vertreterinnen oder Vertreter der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler;

    2. 2.

      beratend:

      1. a)

        die nicht stimmberechtigten Lehrkräfte,

      2. b)

        eine Vertreterin oder ein Vertreter des Schulträgers,

      3. c)

        je zwei Vertreterinnen oder Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, sofern die Schule eine Berufsschule ist oder eine solche umfasst.

    2In Abendgymnasien, Kollegs und Fachschulen gehören der Gesamtkonferenz doppelt so viele Vertreterinnen oder Vertreter der Schülerinnen und Schüler als stimmberechtigte Mitglieder an, wie sich aus Satz 1 Nr. 1 Buchst. h ergeben würde.

    (2) Die Gesamtkonferenz kann allgemein beschließen, dass auch die beratenden Mitglieder stimmberechtigt sind.

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