Wer freiwillig den Weg übers Berufskolleg geht, statt das Fachabitur an Gymnasium, Gesamtschule oder auch WBK nebenbei geschenkt mitzunehmen, macht es sich unnötig schwer.
Wahlkampfideen SPD NRW
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Wer freiwillig den Weg übers Berufskolleg geht, statt das Fachabitur an Gymnasium, Gesamtschule oder auch WBK nebenbei geschenkt mitzunehmen, macht es sich unnötig schwer.
Das stimmt. Es gibt außerdem noch reichlich andere Möglichkeiten für eine Hochschulzugangsberechtigung. Das wissen ganz viele aber nicht, am wenigsten die Lehrkräfte in der Sek 1. Leider.
Ich habe vor Jahren mal einen Plan dazu für Hessen gemacht, vielleicht hilft ja irgendjemandem.
P.S: am besten runterladen, dann kann man die Kommentierung auch lesen. Das scheint im Browser nicht zu funktionieren.
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Oh wow, sowas wäre für alle Bundesländer hilfreich. Abendgymnasium und Kollegs (ich meine, die heißen bei euch Hessenkollegs?) fehlen 😊
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Abendgymnasium und Kollegs (ich meine, die heißen bei euch Hessenkollegs?) fehlen 😊
Das stimmt, die gibt es auch noch. Abendrealschulen haben wir auch. Allerdings sind das ansich ja auch "nur", die zum mittleren Schulabschluss oder Abitur führen. Ich überlege mir mal wie ich das noch abbilden kann. Es gibt eh noch ein paar Feinheiten, die etwas unscharf sind.
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Wer freiwillig den Weg übers Berufskolleg geht, statt das Fachabitur an Gymnasium, Gesamtschule oder auch WBK nebenbei geschenkt mitzunehmen, macht es sich unnötig schwer.
Nicht unbedingt. Ich berichte mal bei uns aus RLP: Hier gibt es die zweijährige Höhere Berufsfachschule, an der neben einer schulischen Ausbildung als Assistent(in) (bspw. Sozialassistenz) auch der schulische Teil der FH-Reife erworben werden kann. Der Vorteil dabei ist, dass die "komplette" FH-Reife dann mit einem 1/2-jährigen Praktikum erworben werden kann. In dieses halbe Jahr zählen auch schon die schulischen Praktika der HBF hinein. Auf diese Weise kann man 4 Monate nach dem "Fachabi" (schulisch) mit dem "Fachabi" (komplett) fertig sein.
Nach der 12. Klasse bspw. am Gymi ist dagegen ein einjähriges Praktikum nötig. Ergo: Fachabi in der HBF bedeutet >1/2 Jahr Zeit gewonnen.
Und was die Schwierigkeit angeht: Anekdotisch -> Wie ich den fachlichen Anspruch in allgemeinbildenden Fächern am Gym und in der HBF sehe, ist es in der HBF definitiv nicht schwerer. Einziger Nachteil der HBF: Ich muss am Ende Prüfungen schreiben. 3x berufliches Fach und 3x allg.b. Fächer. Das ist wirklich mehr Arbeit. Am Ende mal.
PS/edit:
Wie man in s3g4 Beitrag sieht, ist das berufliche Schulwesen ein System, das für Spätstarter Chancen schafft. Es erlaubt an den verschiedensten Stellen im Schulleben/in der Ausbildungszeit Qualifikationen draufzusetzen und parallel/nebenher/anschließend zu erwerben. Konkrete Beispiele aus dem direkten beruflichen Umfeld: Vom Hauptschüler zum Lehrer. Über verschiedene Stationen im BBS-Bereich. Wir schaffen Durchlässigkeit

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Wer freiwillig den Weg übers Berufskolleg geht, statt das Fachabitur an Gymnasium, Gesamtschule oder auch WBK nebenbei geschenkt mitzunehmen, macht es sich unnötig schwer.
Inwiefern "unnötig schwer"? Diejenigen, die ein allgemeinbildendes Gymnasium oder eine Gesamtschule nach Klasse 12 mit der FHR verlassen, haben dort ja nur den schulischen Teil der FHR erworben und müssen den praktischen Teil (mind. ein Jahr berufsbezogenes Betriebspraktikum oder FSJ o. ä.) noch nachholen. Wer bei uns in NDS nach der 10. Klasse in die "Berufsfachschule Dual" geht und über den "F-Zweig" im 2. Halbjahr dann in die Klasse 12 der Fachoberschule kommt, erlangt auch die FHR (EDIT: Logisch, dafür ist dieser Bildungsgang ja da
).Hier besteht also ein zeitlicher Vorteil, da die Absolvent*innen der FOS nur 12 Jahre zur Erlangung der FHR benötigen gegenüber den 13 Jahren, die jemand vom allg. Gym. bzw. einer Gesamtschule benötigt, um diese zu erlangen.
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Der schulische Teil wird an den anderen Schulformen absolut hinterhergeschmissen, da nehme ich das, was am BK gefordert wird, aktuell erheblich anspruchsvoller wahr. In NRW kommt man durch die 50% Mitbeit in der Endnote ja selten überhaupt mal ins Defizit und es ist auch nicht gewünscht, also sind die fehlenden zentralen Abschlussprüfungen schon ein Vorteil.
Das Praktikum bescheinigt dann oft auch irgendein Onkel oder Bekannter oder sonstwas. Mehrfach so erlebt. Einer meiner Ex-Schüler hat sich das Praktikum bescheinigen lassen für den Zeitraum, wo er bekanntermaßen mal kurz in Haft saß, da klappte es dann leider mal nicht so...aber sonst scheint mir das für viele keine sonderlich große Hürde zu sein.
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Hätten wir einen absoluten Akademikermangel (m/w/d), könnte man die Daseinsberechtigung dieser Form des Erwerbs der Fachhochschulreife als gestufte Möglichkeit zur Zugangsberechtigung zu einer Hochschule noch irgendwie rechtfertigen. So - auch mit dem, was Maylin85 korrekterweise schrieb - finde ich sie nicht mehr zeitgemäß und würde empfehlen, sie auslaufen zu lassen.
Zudem, da Hochschulen für angewandte Wissenschaften die gleichen Abschlüsse wie Universitäten (mit Ausnahme der Staatsexamina) vergeben und, Stand April 2025, in 12 Bundesländern das Promotionsrecht haben, ist eh fraglich, warum reduzierte formale Qualifikationen zur Zugangsberechtigung gelten sollen - als seien das Hochschulen 2. Klasse.
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