Beiträge von Kris24

    oh Danke!

    Ich finde es aber interessant, dass man tatsächlich einen Perso/Pass haben MUSS (und nicht nur sich ausweisen muss).
    Ich hatte über zehn Jahre lang keinen gültigen französischen Ausweis und es war definitiv kein (legales) Problem. Bei der Erneuerung hat keine*r was gesagt (lustigerweise sogar nicht mit dem Wissen, dass ich meinen Wohnsitz in Deutschland habe).
    Aber ein Führerschein reicht in Frankreich auch zum Ausweisen, ein Perso ist nur notwendig, um über die Grenze zu gehen.

    Mein Personalausweis läuft diesen Monat ab. Vor 2 Monaten erhielt ich eine Benachrichtigung von meiner Stadt, dass ich rechtzeitig einen neuen beantragen muss, sonst müsste ich Strafe zahlen. Die Höhe legt laut Internet jede Stadt selbst fest. Ich las Horrornachrichten von bis zu 4stelligen Beträgen. Reisepass habe ich aktuell keinen.

    Öffentliche Dienstleistungen sind doch nie kostenlos, sondern werden über Steuern finanziert, wodurch "mancher autofahrende Mensch" indirekt doch hierfür zahlt.

    Und alle Nichtautofahrer zahlen gewaltig für die Autofahrer.

    Geschenkt, darum geht es mir doch gar nicht. Es wird aber hier so oft geschrieben, dass Arztbesuche genehmigt werden muss. Ich frage nach und bekomme keine Antwort auf welcher Grundlage diese dann auch abgelehnt werden können. Wenn es da gar keine Ablehnung für gibt, dann ist auch kein Antrag nötig, sondern nur eine Anzeige.

    Es gibt bei uns eine Verordnung bzw. Gesetz, dass es verlangt. Ich habe keine Lust dagegen zu verstoßen, nur weil irgendwelche Eltern auf Begriffe bestehen.

    Wenn ich zum Arzt in meiner Arbeitszeit will, muss ich es auch beantragen.

    Ich habe einen Schüler, der für den achtzehnten Geburtstag seines Cousins, der in den Niederlanden lebt, beurlaubt werden möchte. Gebe ich dem statt? Ja. Der Schüler wird an dem Tag nicht da sein, mit der Beurlaubung kann ich ihn immerhin darauf hinweisen, dass er den Stoff nacharbeiten soll und habe da sogar seine Unterschrift für. Alternativ meldet er sich krank, wir beide wissen, dass es Quatsch ist, aber der Doktor vom Doktor ist halt nicht ohne weiteres zu entkräften.

    Bei uns im Bundesland gibt es eine Liste für Gründen, die zu akzeptieren sind, alle anderen nicht.

    Wenn ich sie trotzdem akzeptieren würde, würde ich gegen Recht verstoßen und hätte ein Problem. Von daher würde ich sicher keine Beurlaubung in diesem Fall akzeptieren.

    Bei uns gibt es 16 KollegInnen mit Französisch, größte Fachschaft, und auch zu viele mit Musik. Daher unterrichtet ein Kollege fast nur sein 2. Fach Chemie und wir mussten im letzten Schuljahr, als er ausfiel, 21 Unterrichtstunden auf 4 KollegInnen verteilen. Wenn wir Vertretung anfordern, gibt es häufig Französisch, der letzte neue Kollege hat Französisch. Hier in der Nähe zu Frankreich ist dies überall so.

    Unnötige Fächer gibt es bei uns nicht, aber immer mehr KollegInnen, die nur ein Fach unterrichten und wenn sie dann ausfallen...

    Du hast vergessen, dass in der Zwischenzeit herausgefunden wurde: "Ja, eure Mathe-Lehrkraft ist langfristig erkrankt und alle anderen Mathe-LuL sind am Rande ABER ihr habet eine über 100%ige Versorgung. Eure 8 Geschichtslehrkräfte, die Däumchen drehen, werden halt mitgezählt. Also nein, keine Vertretung"

    Dann geht die große Verlegerei los, die letztendlich fast alle trifft. Ich gebe z. B. eine Matheklasse mit 4 Stunden ab, um 6 oder mehr Stunden Chemie zu übernehmen. Irgendein Mathekollege übernimmt mein Matheunterricht zusätzlich.

    Oder in deinem Beispiel, ich gebe Mathe ab, um Chemie mit mehr Stunden zu übernehmen, mein Mathe/Deutschkollege übernimmt mein Mathe und gibt dafür eine Deutschklasse (weniger Stunden) an den Geschicht- und Deutschkollegen. Manchmal rotiert es sogar noch mehr. Das macht man nur für längere Fehlzeiten.

    Und wenn gar nichts mehr geht, wird der Unterricht auf 2 Kollegen aufgeteilt, die Doppelstunde am Dienstag unterrichtet der eine Kollege, die Einzelstunde am Donnerstag ein anderer und die Stunde am Freitag fällt aus.

    Ich frag mal blöd nach: bei geplantem Ausfall wie einer Elternzeit, da gibt es keine Vertretungslehrkräfte die man anfordern kann?

    Wir erhalten sehr selten eine Vertretung für Langzeiterkrankte. Erst wenn ca. 5 fehlen, gibt es vielleicht eine. Es gibt einfach kaum Vertretungslehrkräfte. Evtl. kommt eine Mutter vorzeitig aus der Elternzeit zurück und muss dann bis zu 30 km zu uns fahren.

    Normalerweise ist es eher so, dass die Fachschaft die Stunden mithilfe der SL unter sich aufteilt und wenn dann in einer Fachschaft mehrere ausfallen, geht es irgendwann einfach nicht mehr.

    Weil man irgendwo mal eine Grenzdistanz definieren muss, ab der ein Busticket angemessen ist. Dass diese weder bei nur 200m noch bei 10km liegen sollte, ist vermutlich leicht einzusehen. Scheinbar handhaben die verschiedenen Schulträger das aber leicht unterschiedlich, was etwas willkürlich klingt.

    In Baden-Württemberg ist dies immer noch so festgelegt wie ich neulich schrieb, ich habe inzwischen nachgelesen.

    Mehr als 2 km Entfernung zur zugewiesenen Grundschule für Klasse 1 bis 4, ab Klasse 5 3 km zur nächsten Werkrealschule/Hauptschule. Für alle anderen wird kein Busticket bezahlt.

    (Es stimmt allerdings, dass es einzelne Kommunen in Baden-Württemberg gibt, die freiwillig mehr zahlen, z. B. für mehrere Geschwisterkinder auch an Realschule oder Gymnasium.)

    Dann wird sich der Schulträger was einfallen lassen müssen. Im Zweifel stellt er einen Container auf den Schulhof. Da es einklagbar ist, ist es bei uns in der Regel so, dass da Geld keine Rolle spielt. Eine Lösung muss her. Wird dann halt woanders gekürzt.

    Und die Klasse hat dann weder Informatik, Chemie noch Physikunterricht? Klassenzimmer haben wir auch kaum dank Wahl ab Klasse 5. Das wäre aber vielleicht lösbar.

    Seltsam, dass bei uns noch nie jemand geklagt hat. Offensichtlich sind unsere Eltern doch einsichtig und senden ihre Kinder zu anderen Gymnasien, die baulich eher dazu geeignet sind.

    Der Hörsaal ist doch das kleinste Problem. Da sägt ein Tischler unten die halbe Bankreihe ab und baut einen Beistelltisch.

    Problematischer sind die Gebäude mit den vielen Treppen. Wir haben eins, da ist kein einziger Klassenraum ohne Treppe erreichbar. Selbst Gebäudeteile haben Höhenunterschiede von drei Stufen. Wohlgemerkt zu Anbauten die nach 2005 entstanden sind. Da schüttelt man echt nur den Kopf.

    Das Problem ist der Betonboden. Und es muss genug Platz zwischen 1. Reihe und Lehrertisch bleiben. Wir würden es gerne ändern.

    Treppen haben wir überall. Ich steige ja auch regelmäßig 78 Stufen hoch und wieder runter. Bis in den 3. Stock sind sie auch noch breit und doppelt vorhanden. Problematisch ist der 4. Stock (unter dem Dach).

    Ergänzung

    Außerdem haben wir nur 28 Plätze und können daher nicht auf eine halbe Bankreihe verzichten. Zudem müsste der Betonboden entfernt werden und darunter ist der nächste naturwissenschaftliche Raum ebenfalls schräg. Dein Vorschlag passt nicht.

    Man kann sich auch reinsteigern, ein Gymnasium, das nur naturwissenschaftliche Fachräume im Hörsaal-Baustil hat, dürfte es in Deutschland schon lange nicht mehr geben. Und Unterricht unterm Dach, der über die Dachbodenleiter erreichbar ist, gibt es vielleicht bei Harry Potter aber in realen deutschen Schulen verhindert schon der Brandschutz auch nur halb so schlecht zugängliche Räume.

    Im übrigen sind die SuS mit körperlichen Einschränkungen bei der Inklusion die, mit den geringsten Problemen. Förderbedarf Hören und körperliche Entwicklung laufen bei uns völlig problemlos mit.

    Ich beschrieb meine Schule.

    Hören ist bei uns auch kein Problem, Rollstuhlfahrer hatten wir aus den genannten Gründen noch nie.

    Das sehe ich auch so, aber das würde dann ja keine Mehrarbeitsstunde mehr vermeiden. (Denkt denn keiner an die Steuerzahler!!!1!)

    Da bei mir nach dem Abitur mein LK wegfällt, andere Klassen auf Klassenfahrt sind, muss ich mindestens 50 Überstunden vor Mitte Juni haben, damit ein paar übrig bleiben (Bagatellgrenze). Dass schaffe ich nur, wenn ich wie im letzten Jahr 2 zusätzliche Klassen 5 Monate unterrichte (29 Deputatatstunden am Gymnasium ganz offiziell). Bugstunden werden kaum noch bewilligt (nur bei Teilzeitkräfte), ich habe vor ca. 15 Jahren 7 Jahre benötigt, bis ich meine 5 Bugstunden wieder abgebaut habe. Das soll nicht mehr passieren. Kurz Vertretungsstunden sind für mich fast immer unbezahlt, von 6 Wochen Elternzeit für einen Kollegen mit 2 zusätzlichen Nachmittagen mit je einer Doppelstunde pro Woche blieb 0 Euro übrig.

    Ich schaffe dies gesundheitlich nicht mehr. Eine gute SL wie meine nimmt darauf Rücksicht.

    So kurzfristig sind bei uns "statt-Stunden" nicht und dank digitalem Klassenbuch wissen auch die Schüler Bescheid.

    Ich fand "Statt-Stunden" immer gut, 6. Stunden oder gar Nachmittagsstunden sind auch nicht so produktiv. Bei uns fordern es oft sogar die betroffenen Schüler ein. Sie erfahren von einem Ausfall und fragen z. B. mich, ob meine 11. Stunde vorverlegt werden kann. Ich melde dies den Stundenplanern und alle sind happy. Gegen einen freien Nachmittag hat bei uns niemand etwas.

    Inklusion ist einklagbar und die dafür notwendigen Voraussetzungen, wie bauliche Maßnahmen, ebenso. Das wird auch regelmäßig gemacht und bei uns werden immer wieder bestimmte Voraussetzungen für einzelne zu inkludierende SuS angepasst, die Stadt finanziert das auch anstandslos (weil sie weiß, dass sie muss).

    Und wie funktioniert dies mit alten Gebäuden mit schräg ansteigenden naturwissenschaftlichen Räumen und Kunst- und PC-Räumen unter dem Dach, erreichbar nur über eine sehr schmale Treppe?

    Kurz bei uns ändert sich nichts. Wer kurzfristig Krücken benötigt, springt einbeinig die Treppen hoch.

    Wie macht ihr das denn, wenn die Vertretung auf euer Deputat draufkommt? Dann unterrichtet ihr 30-35 Stunden die Woche? Sind das dann Plusstunden, die irgendwann abgebaut werden müssen? Und wenn ja; wann und wie geht das?

    Wenn sie nicht bis zum Ende des Schuljahres abgebaut werden konnten, dann werden sie bei uns mit dem Oktober- oder Novembergehalt ausgezahlt (und es bleibt netto erst einmal wenig übrig).

    Bei uns fallen Randstunden auch immer aus und wenn es möglich ist, werden andere Stunden vorgezogen. Letzteres geht bei uns selten, weil unsere Schüler ab Klasse 5 verschiedene Profile wählen und wenn Latein ausfällt, Französisch aber nicht, kann nicht vorgezogen werden.

    Ich hatte im letzten Schuljahr auch massiv Vertretung, 12 Stunden Unterricht im Monat mehr klingen für Außenstehende vielleicht nach nicht so viel, aber wenn man nicht nur beaufsichtigt, sondern Unterricht machen möchte, muss man die Vorbereitung mit dazu zählen. Ich schaffe dies gesundheitlich nicht mehr und auch viele meiner Kollegen weigern sich. Es bringt nichts, wenn wir auch noch krank ausfallen. (5 und mehr Stunden mal 2 inkl. Vorbereitung gibt es durchschnittlich trotzdem noch.)

    Aber wenn du am BK erstmal ein gewisses Standing hast und dann auch mehr in den Bildungsgängen eingesetzt wirst, die dir Spaß machen, ist das durchaus eine Nische.

    Oder in weniger. 😉

    Ich unterrichte immer beide Chemie-LKs und damit fast die Hälfte meiner Stunden in kleinen interessierten Gruppen.

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