Beiträge von Zauberwald

    Es gibt kurzfristigen und langfristigen Mangel. Kurzfristiger Mangel ist dann gegeben, wenn es durch äußere Faktoren (z.B. Wechsel von G8 auf G9, Reduktion der Klassengröße, Erhöhung der Pflichtstundenanzahl eines Faches) zu einem plötzlichen Mehrbedarf kommt und es eine gewisse Zeit dauert, ehe dieses zusätzlich benötigte Personal qualifiziert ist und flächendeckend zur Verfügung steht. Langfristiger Mangel hingegen ist dann gegeben, wenn unabhängig vom Eintreten äußerer Faktoren über einen längeren Zeitraum (sagen wir +5 Jahre) durchgehend weniger qualifizierte Lehrkräfte in einem Fach (oder auch Fachrichtung in der Sonderpädagogik bzw. berufliche Bildung) zur Verfügung stehen, um ein flächendeckendes Unterrichtsangebot sicherstellen zu können. Dazu würde ich Fächer (bzw. Fachrichtungen) zählen, die unter Lehramtssinteressierten als besonders schwer gelten oder für deren erfolgreiche Durchführung das Vorhandensein ein ausgeprägtes Talent gilt. Erfahrungsgemäß gilt dies insbesondere für die künstlerischen sowie MINT-Fächer.


    Korrekturfächer sind derzeit überwiegend keine Fächer mit erhöhtem Mangel. Obwohl in der berufliche Praxis erhebliche zeitliche Ressourcen für Korrekturen aufgewendet werden müssen, gibt es genug Lehramtsinteressierte für diese Fächer, was zumindest vermuten lässt, dass es genug junge Leute gibt, die bereit sind, den zeitlichen Mehraufwand in Kauf zu nehmen, um diese Fächer unterrichten zu können.

    Also Mathe und Französisch sind ja nicht gerade Mangelfächer. Bist du mit einer Kürzung deines Gehalts einverstanden?

    Firelilly : Aktuell verdienen ja alle Fächerkombinationen innerhalb eines Lehramtes gleich viel. Würdest du es bevorzugen, wenn besonders stark gefragte Fächerkombinationen höher vergütet werden als solche mit vergleichsweise wenig Nachfrage?

    Was sind denn besonders stark gefragte Kombinationen? Kunst, Musik, Informatik und Reli? Und die Lehrkräfte mit den Korrekturfächern erhalten weniger? Kann mit der Frage nix anfangen.

    Ruhig und zurückhaltend bin ich auch. Das beeinträchtigt mich nicht in meinem Lehrerinnenleben. Also, das wäre in meinen Augen kein Grund.

    Arbeitest du denn jetzt an der gleichen Schulform wie nach deinem Abschluss? Das könnte einen Unterschied machen.

    Ich persönlich würde das Referendariat machen, dann hast du eine fertige Berufsausbildung und kannst in der Zeit weiter Erfahrung sammeln und besser abschätzen, ob du dir das länger vorstellen kannst. Die Entscheidung es nicht zu tun, kannst du immer noch treffen. Du hast ja schon einen richtig guten Job, den du während des Refs aber vermutlich auch aus Zeitgründen vernachlässigen musst. Du brauchst vmtl. auch eine Nebentätigkeitserlaubnis und der zeitlich erlaubte Umfang ist nicht so groß, kenne mich da aber nicht 100% ig gut aus.

    Oder als Grafik:

    (Ich musste die Grafik leider stark verkleinern, da im Upload nur 1MB erlaubt sind)

    Das ist ja mal Klasse: Finnegans Wake <3, Palim :top:, Quittengelee :love:,.....und alle anderen auch, einfach super! Ich selber gefalle mir mir hier auch sehr! (Über der Fliegenpilz könnten wir nochmal reden, aber du kannst ihn gerne lassen. Passt :))

    Danke, ich finde es super!

    Quittengelee: "Wer an der Sprachheilschule landet...", das hört sich aber negativ an. Bei uns unterrichten Sprachheilschulen nach dem Grundschullehrplan und man kann bei Verbesserung jederzeit auf eine Regelschule wechseln. Ich habe einen Jungen in der Klasse, der war 2 Jahre im Sprachheilzentrum, wechselt demnächst aufs Gymnasium. Er hat bei mir die entsprechenden Noten und auch den Kompass 4 Test bestanden.

    Plattenspieler: Ich bin mir unsicher, aber kann es sein, dass es im Sprachheilzentrum auch Klassen gibt, die nicht nach dem Bildungsplan der Grundschule unterrichtet werden, sondern nach dem der Förderschule Lernen? Kenne tatsächlich nur in paar erwachsene ehemalige Schüler mit nun erfolgreich abgeschlossenem Studium. Sieht man mal, wie wichtig Förderschulen sind.

    Im Setting Förderschule ja.

    Bezogen auf die typischen Störungsbilder im Bereich Kindersprache ja.

    "ja" = habe ich erlebt; nicht 'ist immer gegeben'

    Früher kam zu uns regelmäßig eine Kollegin aus dem Sprachheilzentrum - eine Förderschullehrerin mit dem Schwerpunkt Sprechen - und hat ganz kleine Gruppen von Erstklässlern sprachlich gefördert. Sie ging auch regelmäßig in die Kindergärten. Vor ein paar Jahren ist sie plötzlich verstorben und es kam nie ein Ersatz für sie. Hat sich denn da etwas geändert? Gibt es das nicht mehr, diese Kooperation des Sprachheilzentrums mit der Regelschule und den Kindergärten? Ist das nur bei uns so?

    Aber es gibt jetzt dann auch keine Grundschulförderklassen mehr, sondern Junoirklassen Neues Schulgesetz tritt in Kraft: Baden-Württemberg.de

    Ich halte es generell für schwierig, sieben bis achte Jahre vorauszudenken und die eigene Studienwahl an irgendwelchen potenziellen karrierefördernden Erwägungen festzumachen. Klar, wenn man einige Jahre im Schuldienst ist, hat man solche Aspekte mehr im Blick. Wie auch immer, mit Religion sind die Einstellungschancen am Gymnasium in BaWü, Bayern, RLP, Hessen und NRW sehr gut.

    Ich finde es auch schwierig, Prognosen zu stellen. In der Grundschule gibt es bei uns zum Beispiel viel zu viele Lehrkräfte mit Missio und Vocatio. Ich darf fast nie Reli unterrichten, das macht mir nix, aber andere sind sehr traurig darüber.

    Zauberwald : "Angemessen" bedeutet innerhalb der Schranken zielgleichen Unterrichts. Da bin ich transparent, dass an anderen Schulformen mehr Differenzierung stattfindet. Fachunterrichtsprinzip mit wechselnden Lehrkräften nach 2 Schuljahren hat da einfach seine Grenzen. Bei der Berücksichtigung von Stärken und Schwächen würde ich z.B. anführen, dass es im Fach Französisch immer wieder Schüler (m/w/d) gibt, die Angst vor dem Sprechen einer Fremdsprache haben. Diese habe ich im Unterrichtsgespräch besonders im Blick und motiviere sie dazu, sich zu trauen, etwas zu sagen, und lobe sie für den Mut, selbst wenn der von ihnen gegebene Satz noch nicht zu 100% grammatikalisch korrekt war. Wir kommen da noch hin, aber zum aktuellen Zeitpunkt ist ein erster Schritt getan. Diejenigen, die wie ein Wasserfall sprechen können (Es sind nicht viele, aber es gibt sie.), können vor allem bei Diskussionen oder Vorstellung freier/kreativer Textproduktionen glänzen und da achte ich auf Feinheiten (z.B. abwechslungsreiche Satzanfänge, komplexeres Vokabular), um ihnen zu ermöglichen, dass aus einem guten Wortbeitrag ein potentiell sehr guter wird. Falls du noch weitere Beispiele möchtest, sage gerne Bescheid!

    Das ist doch ganz normaler Unterricht und kein Fördern. Ein schlechter Schüler wird durch Ermunterung nicht besser, v.a. in Mathe. Und dein letzter Satz hört sich wirklich nach KI an.

    Die letzte Frage lässt sich in der Kürze so nicht umfassend bearbeiten. Eine regelmäßige Leistungsrückmeldung, auch an schwache Lerner, ist vorgesehen. Stärken und Schwächen der Lerner werden angemessen im Rahmen des Unterrichts berücksichtigt. Bei andauernd besonders schwachen Leistungen (sowohl in der Sekundarstufe I als auch der Sekundarstufe II) wird das Gespräch mit Schülern (m/w/d) und Eltern gesucht, um mögliche Alternativen zum aktuellen Bildungsgang aufzuzeigen.

    Ich wollte nicht wissen, wie du sie loswirst, sondern, wie du sie förderst. Oder ist das im Gymnasium nicht vorgesehen?

    Du schreibst: Stärken und Schwächen der Lerner werden angemessen im Rahmen des Unterrichts berücksichtigt. Könntest du das bitte genauer erläutern? Wie läuft das speziell in deiner Schulform ab?

    Wenn die Kinder immer nur Hefte ausfüllen, dann fehlt ihnen die Übung, auch mal selbst Tabellen zu zeichnen ... Früher gab es in der Grundschule auch Schulbücher, aus denen bereits Erstklässler Aufgaben abschreiben mussten. Ich musste sogar Aufgaben von der Tafel abschreiben!

    Heute füllt man bis zur vierten Klasse Lücken in Heften aus... Dann fehlt die Übung. Da können die Kinder nicht dafür.

    Aber nicht überall. Bei uns werden ab Klasse 2 die Aufgaben aus dem Buch abgeschrieben und im Heft gerechnet. Mit Tabellenzeichnen und allem pipapo. Ist in Klasse 2 anfangs recht stressig, aber wir ziehen es durch und nach ein paar Wochen klappen eigene Hefteinträge sehr gut.

    Ich habe schon lange keine Klassenkasse mehr. Wofür soll ich die brauchen? Die Eltern haben glaube ich eine, aber das geht mich nix an. Das verhandeln die in ihrer whatsapp-Gruppe. Wenn ich Geld für etwas brauche, sammle ich es ein. Wenn ich den Kindern ein Eis spendieren möchte, mache ich das gerne und orientiere mich nicht daran, was andere tun. Wenn nicht, dann nicht. Beides ist okay und niemand braucht sich zu rechtfertigen.

    Hefte kaufe ich auch keine. Die Kinder kaufen am Anfang des Schuljahres ausreichend Hefte und wenn die sich dem Ende neigen, schreibe ich eine schoolfox-Nachricht an alle und lasse nachkaufen. Zur Not helfen sich die Kinder mal gegenseitig aus und geben dann ein Heft zurück.

    Hier (GS Bayern) erlebe ich es zuletzt so: Versetzungen in andere Regierungsbezirke kommen als erstes raus und werden gerade noch so zum Schuljahresende bekannt. Versetzungen in andere Landkreise sowie Zuweisung der LAAs (erstjährig sowie zweitjjährig) an die Schulen so in etwa Mitte August. Für die fertigen Lehrer wird die Schule im Landkreis, sofern man versetzt wurde, und die Klasse, die man dort leiten soll 1,5 Wochen (letztes Schuljahr) bzw. 1 Woche (dieses Schuljahr) vor Schulbeginn klar. Zu einem ähnlichen Zeitpunkt bekommt man auch eröffnet, ob man mobil gesetzt wurde. Ich finde es unprofessionell spät. Was wäre das schön, wenn man schon vor den Sommerferien wüsste, was einen in 6 Wochen erwartet....

    Dann hat sich doch nicht so viel verändert.

    Ende des Schuljahres ist aber später als Anfang, Mitte Juli wie Milk&Sugar schrieb. 😉

    Wir können viel diskutieren, helfen tut es nicht.

    Vielleicht hat sich ja inzwischen was verbessert. In meinen Anfangsjahren in Bayern habe ich auch mal erst in den Sommerferien erfahren, wohin die Reise geht. Aber immerhin bekommt man da in den Sommerferien nach dem Ref. Wenigstens sein Referendarsgehalt und nicht wie in BW, wo man 6 Wochen nix bekommt, obwohl man schon eine Stelle hat und vermutlich umziehen muss. Da tun mir die jungen Leute echt leid.

    Mitte Juli wie M & S schrieb, mal sehen, ob das hinhaut. Würde mich interessieren.

    Gut, aufgrund der Digitalisierung geht es heute vmtl. schneller, als bei mir altem Fossil. :rotwerd:

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