Beiträge von RosaLaune

    Warum nicht? Wenn es doch aus deiner Sicht das Beste ist, warum solltest du ein schlechteres vorschlagen?

    Erinnert mich ein bisschen an die Diskussionen vor Klassensprecherwahlen. Darf man sich selbst wählen? Und dann diskutieren die Schüler empört und ich denke mir: Wer sich nicht selbst wählt, sollte auch nicht antreten.

    Gilt auch hier: Wer ein Buch nicht unter die Leute bringen will, sollte beim Tagebuch bleiben.

    Soll das witzig sein oder stimmst du russischen Kriegstreibern mit Auslöschungsfantasien bei diesem Thema zu?

    Nein, das soll Kritik am Statement des Bundeskanzlers sein, das ich in der Form, wie er es abgegeben hat, für unmöglich halte. Was Medwedew angeht, schließe ich mich Moebius voll und ganz an.

    Toll wie Friedrich Merz wieder eindimensional bleibt. Maduro hat sein Land ins Verderben geführt. Ja, stimmt. Ich finde es auch wichtig, dass so zu sagen. Dass es sich aber auch um einen massiven Verstoß gegen das Völkerrecht handelt, sollte man genauso darstellen. Da versagt aber der Kanzler.

    Schwer ist das übrigens nicht. Frankreich hat es geschafft. Es ist ein schlechter Tag fürs Völkerrecht, aber ein hoffnungsvoller Tag für Menschenrechte und Demokratie in Venezuela.

    Wer erstellt denn gar keine Unterrichtsmaterialien selbst? Unterricht nur nach Lehrwerk oder Lehrervortrag und Unterrichtsgespräch? Kenne ich niemanden. Stelle ich mir zumindest an meiner Schulform auch schwierig vor.

    Mein gesamter Spanischunterricht läuft so. Ich habe seit dem Referendariat nicht ein Material für Spanisch erstellt. Ist aber auch das einzige Fach, wo ich auf ein Lehrwerk zugreifen kann. Für Psychologie habe ich alles erstellt, für Deutsch/DaZ einen großen Teil.

    Ich sehe keinen gesellschaftlichen Fortschritt darin, Religionsunterricht noch weiter in glaubenshomogene Gruppen zu separieren. Und es ist nicht so, dass nur die Schulen den islamischen Religionsunterricht ausbremsen würden, die Nachfrage danach ist auch auf Elternseite nicht vorhanden. Modernere Muslime haben kein Interesse ihre Kindern in der Schule separieren zu lassen, konservative Muslime sollen einen Islamunterricht nach ihren Vorstellungen in ihrer Gemeinde.

    Es kann aber nicht sein, dass wir ein grundgesetzlich geschütztes Recht wie das Anbieten von und die Teilnahme an konfessionellem Religionsunterricht in staatlichen Schulen einfach nur für eine religiöse Gruppe ermöglichen und die anderen in die Röhre gucken lassen. Entweder, jede signifikante Religionsgemeinschaft kann ihren Religionsunterricht an staatlichen Schulen unterbringen, oder wir lassen es sein und begnügen uns mit einem Ersatzunterricht (Ethik, Philosophie, whatever).

    Du scheinst das Wesentliche überlesen zu haben: der Religionsunterricht wird in Niedersachsen überkonfessionell angeboten. Das verhindert dann auch gleichzeitig den einseitigen Zugriff einer Konfession auf die Art und Weise der Durchführung von Religionsunterricht ziemlich gut. Und ja, die Kirchen haben natürlich auch Vertreter (neben vielen anderen) in der zugehörigen Kommission zur Erarbeitung des neuen KC gehabt. Von den Vorwürfen "den SuS die Inhalte der Bibel als Realität verkaufen" usw. kann jedoch keine Rede sein.

    Habt ihr in Niedersachsen nur christlichen Religionsunterricht?

    Die Verantwortung für den Unterricht sollte in jedem Fall der Staat haben. Dass man diese Privileg beim Religionsunterricht verschenkt hat, bedeutet nicht, dass bei richtigem Unterricht auch Hinz und Kunz die Verantwortung übernehmen sollten.

    Wenn der Staat es denn gut macht. Beim Überfliegen der Lehrpläne und Rahmenbedingungen der Ersatzfächer habe ich daran aber meine Zweifel.

    Weder Religion noch das Ersatzfach werden inhaltlich von Kirchen oder Verbänden gesteuert, sondern vom Gesetzgeber, beim Religionsunterricht gibt es lediglich den leidigen Kirchenstaatsvertrag, der den staatlichen Spielraum einengt. Das ist aber ziemlich nebensächlich in Bezug auf die Inhalte, problematisch ist die notwendige kirchliche Lehrerlaubnis, und dass Religion dadurch bei uns durchgängig zweistündig in der Stundentafel sein muss, während andere Kurzfächer in mehreren Schuljahren nur epochal unterrichtet werden. Wenn neue Fächer wie Informatik oder Berufsorientierung Stunden kriegen sollen, geht es als immer stärker zu lasten anderer.

    Die Grundlage dafür ist aber das Grundgesetz, dass den Religionsunterricht zwar unter die Aufsicht des Staates stellt, aber ihn auch unter die Grundsätze der Glaubensgemeinschaft ordnet.

    Ich halte den konfessionellen Religionsunterricht grundsätzlich für erhaltenswert. Das Problem ergibt sich erst, wenn der Nichtteilnahme punitiv begegnet wird. Das kann über den Lehrplan des Ersatzfaches geschehen, über strukturelle Benachteiligungen im Unterricht, über minderwertige Ausbildung der Lehrkräfte des Ersatzfaches oder durch die Erschwerung der Nichtteilnahme. Und all das kommt vor. Hoffentlich nicht flächendeckend, aber doch immer mal wieder. Von Einzelfällen mag ich da nicht sprechen.

    Habe ich noch nirgends erlebt.

    Ersatzunterricht ist es sowieso nur in der Hälfte der Bundesländer. Teilweise ist es eine Wahlalternative zum Religionsunterricht, teilweise sogar ein Pflichtfach (Berlin, Brandenburg).

    Aus meiner eigenen Schulzeit kenne ich es nicht anders, an meiner jetzigen Schule unterrichtet ein Kollege in der GO 3 Stunden Religion und 3 Stunden Philosophie, der Unterricht kann also nicht mal parallel stattfinden. Religion ist mitten am Tag, Philosophie in den Randstunden. Die Schüler, die Philosophie belegen, haben also tagsüber Freistunde und nachmittags Unterricht, wenn die, die Religion belegt haben, bereits nach Hause düsen.

    Im Ref war ich aber auch an einer Schule mit ausgebildeten Philosophie-Lehrkräften.

    Na ja, es sind aber ja nicht alle mit Migrationshintergrund muslimischen Glaubens. Da passt "migrantisch" doch besser, finde ich. Halt je nach dem, wen man meint.

    Und nicht alle Muslime haben einen migrantischen Hintergrund. Wer hier als Enkel oder Urenkel der ersten Generation türkischer Gastarbeiter geboren wird und lebt, der ist kein Migrant und auch nicht migrantisch. Das sind übrigens auch genau die, bei denen dann Ramadankalender oder andere adaptierte Symbole eine Rolle spielen.

    Ach du Lieber! Das ist doch kein Ethik-Unterricht. Das ist Unterricht über Religion.
    Im Ethik Unterricht sollte vermittelt werden, wie es läuft, dass man zu Werten und Normen kommt, ohne Religion dafür bemühen zu müssen.

    Das wirkt genau wie der punitive Ethikunterricht, von dem humanistische Verbände so oft erzählen. Da soll jemand dafür bestraft werden, nicht den Religionsunterricht zu besuchen und noch mal zur Religion hin sozialisiert werden. Wenn man dann noch bedenkt, dass der Ersatzunterricht oft von Religionslehrkräften erteilt wird, dann sehe ich da schon ein großes Problem.

    Lieber wäre mir, dass stattdessen ein Ersatzunterricht in Verantwortung konfessionsfreier Verbände angeboten wird.

    Ich bin vor 10 Jahren im Referendariat gewesen und selbst dort gehörte es zur Lehrkräfteausbildung, alle Weltreligionen im Fach Ethik zu behandeln und Rituale und Traditionen exemplarisch zu zeigen und ggf. einmal anzuwenden.

    Sorry, aber das geht mal überhaupt nicht. Es kann nicht sein, dass Menschen zu Ritualen in einem unterrichtlichen Rahmen angehalten werden. Machst du den Schülern klar, dass sie daran nicht teilnehmen müssen? Oder müssen die Schüler das von sich aus einfordern? Also, so etwas schockiert mich dann in einem Ethikunterricht doch sehr.

    Hättet ihr es gewusst, dass es einen Ramadan-Kalender gibt, der unserem Adventskalender ähnelt? Dass die abrahamitischen Weltreligionen eigentlich denselben Ursprung haben? Dass jede dieser Weltreligionen einen Gott hat, ein Glaubenshaus, betet, Gläubige Dinge in ihrem Leben gemacht haben sollen (Säulen des Islams, Sakramente...), es ein Buch Gottes gibt usw.

    Der Ramadan-Kalender ist mir bekannt. Ich hatte damals leider keinen, auch wenn ich wohl in der Zeit aufgewachsen bin, als der so gerade in Mode kam. Es ist eine Adaption des Adventskalenders und deshalb auch aus religiöser Sicht sehr umstritten.

    Dass die abrahamitischen Religionen sich alle auf Abraham/Ibrahim berufen, sollte hoffentlich Allgemeinwissen sein und sollten Schüler lernen, egal ob jetzt im Religions- oder Ethikunterricht. Aber hier beginnen ja schon die Unterschiede: welchen Sohn sollte Abraham opfern? Juden und Christen werden Isaak sagen, Muslime beantworten die Frage heute mit Ismael, der als Stammvater der proto-islamischen Völker gilt. Muslime gedenken Abraham heute übrigens jährlich zum Opferfest (das ich nun auch nicht als Ritual im Ethikunterricht sehen will, nicht nur den Dinkel-Dörtes wegen).

    Der Eingottglaube ist aus muslimischer Sicht fundamental. Eine große Differenz zum Christentum ist ja gerade darin begründet. Aus islamischer Sicht die die Trinität eine Falschlehre, genauso die Menschwerdung Gottes. Für mich, der kein Christ – auch nicht kulturell – ist, ist die Dreifaltigkeit bis heute völlig unverständlich. Dieser fundamentale Unterschied zwischen Christentum und Islam (aber auch allen anderen abrahamitischen Religionen, egal ob Judentum, Bahai, Mandäer oder Samaritanern) sollte schon herausgearbeitet werden.

    Das sind jetzt nur ein paar, sehr offenkundige und bereits an der Oberfläche sichtbare Unterschiede. Man kann da sehr viel weiter reingehen.

    Das schreibt TeachSmart doch gar nicht, er schreibt, dass es zwischen den Religionen erstmal wenig Unterschiede gibt.

    Die Ethikgruppe fasst zur Hälfte muslimische und zur anderen Hälfte konfessionslose Schüler. Das sind dann die Religionen ("ihre Religionen"). Wahrscheinlich war was anderes gemeint, aber auch da gilt: die Unterschiede zwischen Islam und Christentum sind groß, das fängt bei ganz elementaren Sachen wie dem Gottesbild an.

    Eziden und Juden feiern doch auch ein Lichterfest, liegen die „nördlicher“?

    Chanukka kann von der Wintersonnenwende schon sehr weit weg sein. Da würde ich jetzt keinen direkten Bezug sehen.

    Das Ezidfest steht aber durchaus in Verbindung mit der Wintersonnenwende.

    Es bleibt aber Fakt: der Islam kennt kein an der Wintersonnenwende ausgerichtetes oder angelehntes Fest. Und Mekka und Medina liegen deutlich südlicher als Jerusalem oder das Lalischtal.

    Ostern feiern auch Menschen, die vorher gar nicht fasten.

    Das ist aber schon ein Unterschied, Ostern hat ja vom Fasten unabhängig eine Bedeutung, das Zuckerfest ist allerdings ohne Fasten eigentlich bedeutungslos.

    Jede Religion hat irgend ein Fest um die Wintersonnenwende.

    Nein, der Islam gerade nicht. Macht auch geographisch keinen Sinn auf der arabischen Halbinsel die Wintersonnenwende zu feiern. Solche Feste kennen aber ohnehin nur Religionen weiter nördlich.

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