Beiträge von RosaLaune

    Das Problem ist nicht Trump. Das Problem ist, dass ein einzelner Mensch entscheidet, wo es nun angemessen ist ein Land anzugreifen. Eine Entscheidung des Kongress würde zu mindestens eine politische Mehrheit erfordern. Selbstverständlich wäre das besser. Dass du ein Mehrheitsentscheidung auf UN-Ebene dumm findest, zeigt ein echt problematisch Demokratieverständnis.

    Wie geht es weiter? War der Angriff auf Venezuela auch ok? Was ist mit den ganzen anderen Diktatoren auf der Welt? In Afrika gibt es noch einige sehr schlimme. Die Taliban in Afghanistan. Nordkorea. China. Entscheidet der US-Präsident nach Tagesform, wer angegriffen wird?

    Genau dafür brauchen wir eine UNO. Auch wenn sie sicherlich in der aktuellen Form viele Schwächen hat, ist es aus meiner Sicht dauerhaft die einzige Möglichkeit eine Legitimation für solche Angriffe zu finden.

    Und ja, wenn die UNO es nicht hinbekommt, fände ich eine Parlamentsentscheidung oder noch besser eine international gemeinsamen Entscheidung deutlich besser. Du scheinst deine Probleme mit dem Iran haben. Anscheinend ist dir vollkommen egal, ob ein Angriff gerichtfertigt ist. Das kann ich auch nachvollziehen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass diese Angriffe viel Unglück viele Menschen bedeuten. Es werden nicht nur die Regierung und die böse Leute getroffen. Auch viele Unschuldige werden ihr Leben und ihre Gesundheit oder ihren Besitz verlieren.

    1) Wer in den USA Entscheidungen trifft, ist eine Angelegenheit der USA. Das müssen die klären, das tangiert mich nicht. Der UN-Sicherheitsrat trifft seine Entscheidungen mit Mehrheit, das habe ich nicht dumm gefunden. Dumm ist, davon auszugehen, dass der UN-Sicherheitsrat überhaupt funktionsfähig ist. Das ist er nicht, unter anderem, weil die Veto-Mächte entgegengesetzte Positionen haben. Die Arbeitsweise kann man aber nur ändern, wenn alle Veto-Mächte damit einverstanden sind. Faktisch unmöglich. Das ist also keine Option und dies dann als Alternative anzuführen ist dumm. Im Übrigen ist die UN keine demokratische Institution. Kann sie auch nicht sein, es fehlt schon am demos.

    2) Wie es weiter geht, werden wir sehen.

    3) Natürlich habe ich meine Probleme mit dem Iran. Ich finde die Aussicht, an einem Kran aufgehängt zu sterben nicht so schön und so würde es mir dort gleich mehrfach ergehen. Da habe ich kein Mitleid, nicht mit Chamenei, nicht mit seiner Revolutionsgarde, nicht mit der Armee, den Staatsanwälten, der Polizei. Wer das System mitträgt, darf sich nicht wundern, wenn er davongefegt wird, wenn das Volk die Staatsgewalt in die Hand nimmt. Und ich hoffe, dass das iranische Volk in so einem Falle gründlicher vorgeht, als beispielsweise die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Aber du hast Recht. Das trifft auch Unschuldige. Das ist tragisch, aber leider nicht in Gänze verhinderbar. So ist das, wenn man einem Dilemma gegenübersteht. Wir haben schon in den letzten Wochen die Schuld von 30.000 Toten auf uns genommen, weil wir nichts getan haben. Es ist zynisch, diese nun mit den 150 toten Schülerinnen in Minab (und hier erhoffe ich mir Aufklärung, wie es dazu kommen konnte) aufzuwiegen, aber so ist das im wirklichen Leben leider.

    Das möchte ich bezweifeln. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass die USA in der Lage sind kurzfristig überall in der Welt zuzuschlagen. Es hätte kein Krieg sein müssen. Aber einfach ein Schlag gegen das Hauptquartier der Revolutionsgarden.

    Ich werfe sie nicht in einen Topf. Wenn Du sagst, dass das Völkerrecht für dich in manchen Fällen nicht gilt, frage ich dich wo die Grenzen sind. Wann gilt das Völkerrecht und wann kann ich selbst entscheiden? Ist nun der amerikanische Präsident das Gewissen der Welt und entscheidet, wo das Völkerrecht gilt und wo nicht? Wir wünschen uns alle einen Machtwechsel im Iran. Aber war der Angriff auf Venezuela auch ok? Und wo sind die Grenzen? Wer legt sie fest?

    Es gebe auch durchaus Alternativen. Die erste wäre eine Entscheidung des amerikanischen Kongresses statt Alleingänge von Trump. Das bessere wäre eine UN-Entscheidung. Vielleicht muss man dann die Veto-Rechte streichen und am Ende auf Mehrheitsentscheidungen setzen. Aber diese Alleingänge, dass Trump entscheidet, wer Leben darf und wer sterben muss. Das kann ich bei allem Verständnis nicht gut heißen.

    Die USA können überall kurzfristig eingreifen, das gehört auch zu deren Militärdoktrin. Ein gezielter Schlag braucht aber mehr, z. B. Informationen zum gegenwärtigen Aufenthaltsort der Führung. Es spricht viel dafür, dass Israels Geheimdienstapparat erst kurz vorher sowohl den Revolutionsführer als auch die Position anderer hoher Offizieller der Islamischen Republik bestätigen konnte. Außerdem musste man hier, anders als bei Angriffen auf irgendwelche Stellungen von Terrororganisationen, sich auch auf die Reaktion der Islamischen Republik vorbereiten. Das geht nicht mal eben so. Wir sehen ja gerade, wie das Regime um sich schießt, Hotels in Dubai und Doha trifft. Ohne Vorbereitung wäre das deutlich schlimmer ausgefallen.

    Ich kann dir keine fertige Liste aller Szenarien liefern. Das will ich auch nicht. Ich finde es wichtig, hier pragmatisch und flexibel zu bleiben. Deinen Fokus auf Trump verstehe ich nicht. Das hätte meinetwegen auch Biden machen können. Oder Harris. Oder Obama. Es ist egal, wer es verantwortet und nur weil Trump ein demokratieverachtender Idiot ist, ist der Schlag gegen das Regime nicht weniger richtig. Was ein Okay des US-Kongresses jetzt verbessert hätte, erkenne ich auch nicht. Als Amerikaner wäre mir das vielleicht wichtig, so muss es mich aber nicht interessieren. Das müssen die Vereinigten Staaten intern klären. Dein UN-Vorschlag ist dumm. Da hätte man Chamenei auch lieb zum Selbstmord auffordern können. Genauso realistisch.

    Die Frage ist aber, warum man nicht damals eingegriffen hat als Regime die Demonstranten gekillt hat. Und warum er jetzt erstmal in Genf nach einem Deal gesucht hat. Für mich hat das alles ein Geschmäckle.

    Das halte ich für eine sehr schwierige Einstellung. Sollten wir dann auch gleich ein Attentat auf Putin fokussieren, um den Ukrainekrieg zu beenden? Und was ist mit Nordkorea? Und überhaupt, was ist mit Trump selbst? Wir sind uns doch einig, dass er eine Gefahr für die demokratische Ordnung in den USA ist. Wäre es legitim in Europa Attentäter auszubilden, um ihn auszuschalten?

    Das Problem an deiner Argumentation ist relativ einfach. Wer entscheidet dann, wann das Völkerrecht gilt und wann nicht? Jetzt haben wir den Verrückten im weißen Haus. Was ist wenn er nächste Woche sagt, dass Brasilien Massenvernichtungswaffen entwickelt und das eigene Volk unterdrückt? Dass er den aktuellen Präsidenten nicht mag, hat er schon deutlich gemacht. Ist das dann auch ok? Und war der Angriff auf Venezuela ok? Die Art und Weise politische Ziele mit Gewalt durchzusetzen, halte ich für extrem problematisch. Im Iran finden wir es wahrscheinlich alle gut. Aber wo ist die Grenze? Insbesondere wenn wir bedenken, dass seine scheichfreunde genauso ihr Volk unterdrücken, es da aber kein Problem ist.

    Die USA waren vor ein paar Wochen noch nicht in der Lage, den Iran gezielt anzugreifen. Man hat ja mitbekommen, wie das in den letzten Wochen alles nach und nach vorbereitet wurde. Dass man gleichzeitig auch diplomatische Lösungen versucht, ist doch eine Selbstverständlichkeit. Wo ist denn da bitte das Geschmäckle?

    Trump in einen Topf mit Putin und Kim zu werfen, finde ich schon ein hartes Stück. Ich meine, Trump sieht sich da gerne, den wird das nicht stören. Aber es stimmt eben nicht. Wenn gegen Trump demonstriert wird – und das kommt ständig vor in den USA – dann sterben da nicht gleich tausende Menschen durch repressive Sicherheitskräfte. Und nein, die ICE-Einsätze kann man damit nicht vergleichen, egal wie beschissen die sind. Trump herrscht, aber die USA sind eine Demokratie und Trump kann – jedenfalls derzeit – demokratisch entfernt werden. Diese Option haben weder die Russen noch die Nordkoreaner und diese Option hatten auch die Iraner nicht, auch wenn sie es in den letzten Jahren oft genug versucht haben und dafür einen blutigen Preis bezahlt haben.

    Ich gehe auf dein hypothetisches Brasilien-Szenario nicht ein, weil es kompletter Murks ist.

    Und erzählst mir etwas von Kompass und legst das Völkerrecht so aus, wie es dir gerade passt.

    Dieselbe Argumentation verwendet auch Putin und Trump.

    Das Völkerrecht und UN Gewaltverbot ist geschaffen worden, um nie wieder Krieg zu haben.

    Finde es erschreckend, dass selbst im Lehrerform Leute Beifall klatschen, wenn jetzt massenweise unschuldige Menschen sterben.

    Ich lege das Völkerrecht ziemlich genau so aus, wie du auch. Aber ich bin pragmatischer. Du sagst ja selbst, dass das Völkerrecht und das UN-Gewaltverbot geschaffen wurden, um Krieg zu verhindern. Klappt halt nicht. Ich halte mich nicht sklavisch an Rechtsnormen, wenn diese offenbar die falschen Folgen haben. Und ich sehe mich da auch ehrlich gesagt in guter Gesellschaft. Wir leben in einem Land, das jedes Jahr Widerstandskämpfer ehrt, die sehr bewusst gegen das Recht gehandelt haben, rabiate Gewalt verwendet haben, um einen blutrünstigen Diktator zu beseitigen. Ehren wir die nur, weil sie keinen Erfolg hatten? Also, Chamenei auszuschalten war ein Dienst an der Menschheit. Vielleicht kommt ein Herrscher, der genauso schlimm ist, wie er es war, dann wären wir tatsächlich nicht weiter. Aber allein die Hoffnung, dass sich was ändern kann, ist es mir wert gewesen.

    Die unschuldigen Menschen sind übrigens massenweise in den letzten Wochen gestorben. Zehntausende.

    Ernsthaft?? (Meine nicht die falsche Artikelangabe, Austritt wäre Art. 48). 3 Staaten weltweit haben nicht ratifiziert (Tadschikistan, Tonga und die USA) und da hättest du keine Skrupel, Deutschland einzureihen? Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen sind nicht so dein Ding? Kritik an der Umsetzung von schulischer Inklusion in allen Ehren, aber der Vorschlag, aus der Konvention auszutreten, ist nochmal ne völlig andere Nummer.

    Danke für den Hinweis, habe ich korrigiert.


    Ich habe den Austritt nicht befürwortet, sondern nur die Möglichkeit aufgezeigt, vor allem um dem Wink mit der UN-Konvention, der bei Kritik an der Beibehaltung von Förderschulen oft kommt, zu begegnen. Aber ja, Skrupel würde ich nicht davon abhängig machen, welche Länder die Konvention sonst ratifiziert haben oder nicht. Ich werfe dir ja auch nicht vor, auf einer Seite mit Nordkorea oder dem Iran zu stehen.

    Emotional verständlich, aber wenn wir das einmal auf einen üblen Verbrecher, der hier in Deutschland gewütet hat, übertragen, sieht das Ganze so aus:

    Selbst der fieseste, brutalste Massenmörder wird hier vor Lynchjustiz und Schauprozessen, vor Befangenheit des Gerichts und vor unzureichender Verteidigung geschützt. Verdient hätte er es moralisch sicherlich nicht. Aber auch dieser Massenmörder kann sich in Deutschland hinter Artikel 1 GG verstecken. Er wird ggf. ein Leben lang nicht mehr freikommen, aber er wird nicht hingerichtet, gefoltert oder anderweitig menschenunwürdig behandelt.

    Und wenn die Möglichkeit bestanden hätte, dann hätte ich Chamenei lieber in Den Haag gesehen. Nun bin ich weder US-Präsident noch israelischer Premierminister und verantworte keine militärischen Einsätze, sonst hätte ich darauf hingewirkt, jedenfalls wenn dies irgendwie möglich gewesen wäre. Aber selbst dann hätte er auch bei der Festnahme getötet werden können. Das kommt nun auch in Deutschland oft genug vor. Man sollte aber generell nicht das Strafrecht und das Völkerrecht vergleichen. Da stecken ganz unterschiedliche Prinzipien hinter.

    Ich glaube niemand hier geht davon aus, dass die Schläge gegen den Iran völkerrechtskonform sind. Ist mir aber ehrlich gesagt vollkommen egal. Wenn sich Massenmörder hinter dem Völkerrecht verstecken können, dann bedeutet mir das Völkerrecht in dem Falle nichts.

    Zitat aus der Tagesschau

    Vor einigen Wochen hatte Trump die Demonstranten im Iran bereits motiviert, aber dann nicht eingegriffen. Keine Ahnung, ob sich die inländischen Regimegegner dieses Mal wieder auf die weitere Unterstützung der USA verlassen.

    Das Regime kann nicht allein von Innen gestürzt werden. Das haben die letzten Wochen gezeigt. Vielleicht sorgt die militärische Aktion für eine Stärkung des Regimes, ja, aber es ist auch die einzige Möglichkeit das Regime loszuwerden. Dieses Risiko muss man eingehen, wenn man was ändern will. Und gerade jedenfalls hört man Jubel in Teheran.

    Jetzt wo unsere Bündnispartner gegen das Völkerrecht verstößt, müssten wir eigentlich dem Iran Waffen liefern und die USA und Israel aufs schärfste sanktionieren, damit wir nicht mit zweierlei Maß messen.

    Nieder mit den Mullahs.

    Wieso ist eigentlich dein Kompass in jeder Frage gesüdet?

    Lösung des Problems: Ansprüche nicht immer mit Pflichtlösungen umsetzen. Ich kenne niemanden, der per se gegen Förderschulen oder Ganztagsschulen oder andere bildungspolitische Maßnahmen ist. Aber was die Leute nervt, ist, dass ein Rechtsanspruch oft so umgesetzt wird, dass es keine Alternative gibt. Wenn die einzige Schule im Ort einen verpflichtenden Ganztag hat, dann nervt das die Eltern, die das nicht wollen. Wenn es keine Förderschule in der Umgebung gibt und der Schüler mit Behinderung an eine Regelschule muss, an der er nicht optimal gefördert wird, dann nervt das die Eltern. Und wenn die UN-Behindertenrechtskonvention hier das Problem ist, dann kann man die Unterschrift auch wieder zurückziehen.

    Die Bücher werden aus gutem Grund geschrieben und für die entsprechenden Schulformen und -stufen zugelassen. Da steckt sehr viel Arbeit drin, wahrscheinlich insgesamt mehr als man als Lehrkraft bei der eigenen Materialerstellung einbringt. Natürlich heißt das nicht, dass man nur das Buch verwenden muss oder sollte. Ergänzen kann man immer, aber es ist sehr viel einfacher, wenn man schon mal eine Basis hat.

    Ich musste für den Psychologie-Unterricht ohne Buch und ohne Bildungsplan alles selber erstellen. Das macht es nicht qualitätsvoller und es kostet unglaublich viel Zeit und Kraft, die dann an anderer Stelle fehlt.

    Das interessante ist, dass zu solchen Gelegenheiten auch diejenigen Schüler plötzlich nicht kommen können, die man sonst an jedem Tag mit Elterntaxi kommend beobachten kann ;)


    PS: Ich räume gerne ein, dass das an der Berufsfachschule dann vlt. nicht mehr so verbreitet ist.

    Du weißt aber auch nicht, ob das Elterntaxi gerade an dem Tag nicht wirklich nicht kann. Ich verstehe aber auch jeden, der so einen Anlass für sich nutzt.

    Bei uns wird der ÖPNV nicht bestreikt (privater ÖPNV-Betreiber), das habe ich den SuS auch kommuniziert und entsprechend ist das heute auch kein Entschuldigungsgrund.

    Während des Ramadan sind die Fehlzeiten muslimischer SuS bei uns immer höher, keine Ahnung woran das liegt.

    Konnte ich bei mir jetzt nicht beobachten. Nach der sechsten Stunde melden sich mehr Leute krank, allerdings machen die das fast nie bei mir, auch die Schüler aus meiner Klasse nicht. Die Hürde ist bei mir wahrscheinlich höher (nicht die Abmeldung, aber vermeintliches Judgement, das Fasten nicht auszustehen).

    Unsere Schule hat ein riesiges Einzugsgebiet. Wenn der ÖPNV streikt, dann können die Schüler nicht anreisen. Das ist so. Darüber würde ich mich aber auch nicht aufregen. Der Streik funktioniert, das ist für mich als Arbeitnehmer wichtig und die SuS sind dadurch entschuldigt.

    Was das mit Ramadan zu tun haben soll, verstehe ich nicht. Das betrifft doch eher die späteren Unterrichtsstunden.

    Euer Verfahren mit der mehrfachen Weitergabe und Prüfung im Haus hört sich für mich, um es vorsichtig zu sagen, optimierungsfähig an.

    Genau deshalb wird sich daran nichts ändern. Wurde schon öfter vorgeschlagen. Betrifft auch nicht nur die Mehrarbeitsvergütung, sondern so ziemlich alles. Abwesenheiten, Stundenpläne, ... Alles muss durch jede betroffene Abteilung.

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