Projektgelder privat vorschießen

  • Lehrkräfte könnten sich so viel produktiver um ihr eigentliches Kerngeschäft kümmern, wenn diese Aufgaben bei den Fachkräften landen würden, die hierfür die nötige Qualifikation haben.

    So Fachkräfte muss man erstmal haben... Verwaltungsassistenten gibt's hier nicht, nur eine Vollzeit-Sekretärin mit gelegentlicher (und personell rotierender) stundenweiser Zweitkraft.

    Die Mehrarbeitsabrechnung erfolgt halbjahresweise. (Ich habe gerade das Geld für das erste Halbjahr bekommen.) Es geht aber durchaus auch schlimmer; an einer früheren Schule war das ebenfalls Vertretungsplanteam über ein Jahr im Verzug, und an einer anderen Schule machte den Vertretungsplan mit Abrechnung die stv. SL komplett alleine.

  • Bücher werden teurer, Berlin hat aber kein Geld, also gibt es weniger Geld als im letzten Jahr und nun?!?

    Und nun ist dein Lösungsvorschlag, dass Lehrkräfte das privat von ihrem Gehalt bezahlen? Also Toilettenpapier könnte ich mir noch aus einem gewissen Eigeninteresse vorstellen. Aber Material für die Schüler privat zu bezahlen? Niemals.

  • So Fachkräfte muss man erstmal haben... Verwaltungsassistenten gibt's hier nicht, nur eine Vollzeit-Sekretärin mit gelegentlicher (und personell rotierender) stundenweiser Zweitkraft.

    Ich stimme dir dabei zu, aber die Konsequenz von etwaig fehlenden Fachkräften kann doch nicht sein, dass Lehrkräfte dann die Aufgaben übernehmen, nur weil Lehrkräfte im Zweifelsfall alles machen können, was nur irgendwie mit Schule zu tun hat. All das während die Sekretärin 5x den Arbeitsvertrag liest, um auszuschließen, dass eine ihr zugewiesene Aufgabe womöglich dort nicht gelistet sein könnte, und die Reinigungskraft noch mit dem Lineal abmisst bis wohin sie höchstens putzen muss.

    Spätestens im Zeitalter der multiprofessionellen Teams sollten Verantwortlichkeiten klar definiert und Etabliertes mal hinterfragt werden. Warum braucht es z.B. eine Lehrkraft im Beförderungsamt, um den Vertretungsplan zu schreiben? Dafür braucht es keine didaktischen oder pädagogischen Kompetenzen - das ist eine organisatorische Aufgabe, für die eine kaufmännisch oder verwaltungsbezogen qualifizierte Fachkraft perfekt geignet ist. Und ja, dann müsste wahrscheinlich pro Schule mindestens eine Sekretariatsfachkraft oder Verwaltungsassistenz zusätzlich angestellt werden, aber das wäre vermutlich immer noch günstiger als was wir aktuell machen.

    Würde das alles mal komplett durchdekliniert werden, hätten wir vermutlich auch keinen Lehrkräftemangel mehr, weil die vorhandenen Lehrkräfte dann auch tatsächlich ihre Kernaufgaben wahrnehmen könnten, statt zusätzlich semiprofessionell auf 20 weiteren Hochzeiten zu tanzen.

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (1. Juni 2026 22:13)

  • Also Toilettenpapier könnte ich mir noch aus einem gewissen Eigeninteresse vorstellen. Aber Material für die Schüler privat zu bezahlen? Niemals.

    Auch da gibt es ein bestimmtes Eigeninteresse, also klar, wenn es kleine Summen sind und es einen weiter bringt, warum nicht?!?

  • Und nun ist dein Lösungsvorschlag, dass Lehrkräfte das privat von ihrem Gehalt bezahlen? Also Toilettenpapier könnte ich mir noch aus einem gewissen Eigeninteresse vorstellen. Aber Material für die Schüler privat zu bezahlen? Niemals.

    Aaah schön, da wurde das alte Thema endich wieder aufgewärmt.

    Wie viele Stunden unterrichtest du? Und wie viele davon fachfremd? Welchen Anteil nimmt Werken ein?

  • Auch da gibt es ein bestimmtes Eigeninteresse, also klar, wenn es kleine Summen sind und es einen weiter bringt, warum nicht?!?

    Welches Eigeninteresse soll das denn sein? Ich persönlich habe nichts davon, wenn ich der Schule was schenke.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Zeitersparnisse z.B. Nerven schonen usw.

    Und weniger Vorbereitungszeit, war für mich immer ein Kriterium.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Inhaltlich passt es hier vielleicht: unsere unbegrenzten Kopien sind ab sofort Geschichte. Der Schulträger zahlt nur noch für absolut Notwendiges, etwa Klassenarbeiten. Verbrauchsmaterial (z. B. Kopien, auf die die Schüler schreiben können) sind ab sofort nicht mehr gestattet.

    Ich stehe jetzt in Psychologie im Beruflichen Gymnasium, in Deutsch in der IFK und in der Ausbildungsvorbereitung ohne Buch da und darf nun auch nicht mehr eigenes Material ausdrucken. Immerhin meine Spanischkurse haben ein Lehrbuch.

    Unser sehr engagierte Kollege hat schon vorgeschlagen, dass wir doch alle zusammenlegen können, um die IFK mit Kopien zu versorgen...

  • RosaLaune nicht dein Ernst 😱

    Hat eure Schule kein Budget über das sie frei (im Rahmen natürlich) verfügen darf?

    Ich glaube nicht, da bin ich aber nicht tief genug drin. Kopiergeld ist eine Option jetzt (wobei es so klang, als müssten wir dann zum Copyshop) oder wir führen Bücher ein, was für die IFK ginge, für die Ausbildungsvorbereitung und Psychologie aber vergebens ist. Da gibt es auf dem Markt nichts oder nichts brauchbares.

  • Man merkt auf jeden Fall in den letzten Wochen, dass die öffentlichen Kassen leer sind und versucht wird, an allen möglichen Stellen Geld einzusparen. Ich weiß nicht, auf welchem Sprachniveau deine Schüler (m/w/d) im Fach Deutsch sind, aber sollte es A1 oder A2 sein, kann ich mir vorstellen, dass ein solches Unterrichtsszenario mit eingeschränktem Materialeinsatz für Lehrkraft und Schüler (m/w/d) mehrheitlich als unbefriedigend und lernhemmend wahrgenommen wird. Vor allem in pädagogisch herausfordernden Lerngruppen erfüllt didaktisch sinnvoller Materialeinsatz diverse Funktionen, wobei eine solche Entscheidung seitens des Schulträgers vielleicht auch dazu beiträgt, dass man innerhalb der Fachschaften mal überlegt, an welchen Stellen man wirklich dringend Material braucht und wo es eher "nice to have" ist. Es wird Stellen geben, an denen man nachträglich feststellt, dass Material eher inflationär eingesetzt wurde, ohne dass dadurch ein maßgeblicher didaktischer Mehrwert entstand. Bei unserem statistisch nachgewiesen sinkenden Bildungsniveau müssen wir uns kritisch fragen, ob Bildungsinvestitionen in den letzten Jahren wirklich an den richtigen Stellen getätigt wurden oder auch manchmal am eigentlichen Zweck vorbeigingen.

    Ansonsten würde ich an deiner Stelle mal in den Fachschaften fragen, wie zukünftig Unterricht organisiert werden soll, wenn Verbrauchsmaterial nicht mehr gestattet und kein Lehrbuch vorhanden ist. Wenn die Schüler zukünftig abschreiben sollen, braucht es zumindest für dich ein Lehrbuch als Textquelle. Und nein, natürlich finanziert ihr sowas nicht von eurem Gehalt/eurer Besoldung.

  • Inhaltlich passt es hier vielleicht: unsere unbegrenzten Kopien sind ab sofort Geschichte. Der Schulträger zahlt nur noch für absolut Notwendiges, etwa Klassenarbeiten. Verbrauchsmaterial (z. B. Kopien, auf die die Schüler schreiben können) sind ab sofort nicht mehr gestattet.

    Ich stehe jetzt in Psychologie im Beruflichen Gymnasium, in Deutsch in der IFK und in der Ausbildungsvorbereitung ohne Buch da und darf nun auch nicht mehr eigenes Material ausdrucken. Immerhin meine Spanischkurse haben ein Lehrbuch.

    Unser sehr engagierte Kollege hat schon vorgeschlagen, dass wir doch alle zusammenlegen können, um die IFK mit Kopien zu versorgen...

    Haben die Schüler brauchbare iPads oder Ähnliches?

  • Haben die Schüler brauchbare iPads oder Ähnliches?

    Nein. BYOD ist bei uns das Konzept (oder Nichtkonzept). In der IFK und AV haben wir aber auch eine No-Screen-Policy. Das ist gerade bei der Schülerschaft in der AV auch sinnvoll, in der IFK schadet es aber auch nicht. Digitales Lernen findet da auch statt, aber an den Leih-Tablets der Schule.

  • Mehr als die Lage ansprechen und die Lerngruppen digital versorgen, kannst du erstmal nicht. Das heißt dann aber auch, die Schüler könnten auf den eigenen Geräten machen, was sie wollen? Haben die wenigstens eine Schulmail?

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