Beiträge von Quittengelee

    Das passiert doch aber heute auch schon. Politische Bildung haben sich alle Bildungsministerien auf die Fahne geschrieben.

    Das ist klar, irgendwer schreibt die Lehrpläne und da trifft man bei jedem Inhalt eine Entscheidung. Das ist ja das Problem, deswegen haben viele Angst vor einer rechtsextremen Landesregierung. Weil sie dann Politik machen kann :hammer:

    Da man es offenbar nicht oft genug sagen kann: diese Partei ist rechtsextrem.

    Weil jeder Test nur den Wert einer EINZELNEN Stunde / Doppelstunde hat. und alle Stunden müssen bewertet werden, zumindest virtuell in der Gewichtung.
    Also selbst wenn ein Schüler zwei mal eine 5 schreibt, muss ich ja in allen anderen Stunden (mündliche Beteiligung, Gruppenarbeit, Präsentationen, schriftliche Einträge, usw..) auch eine 5 gegeben haben, damit es eine 5 ist.

    Das habe ich jetzt erst gelesen und versuche es zu verstehen. Bei euch steht dann, dass jede Stunde eine Note eingetragen werden muss?

    Bei uns ist es auch Mist, die Lehrer können theoretisch nur eine einzige Note im Halbjahr ermitteln, die steht dann im Zeugnis. Da bildet ein verhauner Test das halbe Jahr ab, kanns ja auch nicht sein. Die Verordnung gibt es aber theoretisch tatsächlich so her.

    ... Dann habe ich aber 4-5 Testnoten, die die Gewichtung von 4-5 Unterrichtsstunden haben, und der Rest der Note muss aus dem sonstigen Unterrichtsverhalten erwachsen.

    Wieso das denn, musst du für jede Stunde eine Note haben? Aber selbst wenn, entweder jemand kommt "ausreichend" klar oder seine Leistung ist "mangelhaft".

    ...

    Wenn man so blöd ist, die Defizite bereits zum Halbjahr zu setzen, schreibt man sich auch noch dumm und dämlich an Förderplänen und führt die entsprechenden Förderplangespräche, nur um dann festzustellen, dass der ganze Aufwand angesichts der Notenverschenkerei der Kollegen verpufft und die Schüler eh durchrutschen. Oder dass Kollegen in der Zeugniskonferenz regelmäßig doch noch ihre Noten hochsetzen, wenn die SL lange genug bohrt.

    Im nächsten Jahr überlegt man sich, ob man sich das alles noch antut.

    Und hiermit würde ich gerne festhalten: Es ist einzig und allein deine Entscheidung und deine Verantwortung für die Art, wie du deine Arbeit erledigst. Nicht die Kollegen, nicht die Eltern, weder Politikerinnen noch SuS sind dafür verantwortlich.

    Du hast dich ja schon mal gewundert, welche Texte in Sachsen in Klasse 5 Englisch bis zu den Weihnachtsferien verstanden werden. Vielleicht kann man ja mit anderen Schulbüchern mehr regulieren? Aber letztendlich müssen die Kollegien sich einig sein.

    Ich finde es halt schade, wenn es doch euch Lehrkräften den riesen Frust bereitet. Den Eltern scheint es Recht zu sein, bzw. die können ja überhaupt nicht beurteilen, was ihr Kind eigentlich schaffen müsste, um die Hochschulreife zu bestehen.

    Nein, du bildest dir das nicht ein.
    In der Unterstufe am Gym "abzuschulen" (was für ein bescheuertes Wort) ist kaum noch möglich. In Englisch kommt immer eine 4 raus, in Deutsch sowieso, eher die 3. Weil eine Einleitung oder was auch immer immer noch für genug Punkte reicht.
    Ja, ich kann versuchen, die absolute A.-Karte zu ziehen, aber die gesetzlichen Vorgaben werden mich einholen. An meiner (echt nicht bürgerlichen-innenstadt-gymnasial) Schule hat sich letztens eine Mutter beklagt, dass ihre Tochter eine HA hatte, die sie nicht in der Lernzeit zu ENde geschafft hat. Wir haben eine Erinnerung erhalten, dass die HA maximal 2 oder 3 mal 45 Minuten nicht übersteigen dürfen. In der Woche. Für alle Fächer.
    Jetzt überlegt mal, wie viel ÜBUNGszeit in ca. 90 Minuten pro Woche für 10 Fächer klappt. Also Aufsätze üben. Und die "Hauptfächer" haben Priorität, aber wie soll ein Kind in Wirtschaft und Politik eine kriterienorientierte Urteilsfindung üben, wenn das ausschließlich im Unterricht stattfinden muss. und zwar immer.

    Das ist doch das Problem der Mutter. Dann gibt's halt weniger Aufgaben auf und die Konsequenz sieht man in der Arbeit.

    Ich verstehe ja das Gefühl, wenn man persönlich verantwortlich gemacht wird und nicht der einzige Arsch sein will. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es möglich ist, reihenweise 3en und 4en zu bekommen, wenn man nicht in der Lage ist, den Anforderungen zu genügen.

    Wer legt denn fest, wie viele Punkte eine Einleitung gibt? Pädagogische Freiheit der Lehrkräfte? Lehrplanziele? Man kann doch Klassenarbeiten fast beliebig schwer gestalten.

    Aber man kann wohl entsprechend schlecht benoten?

    Oder geht das auch nicht? Würfelt ihr die Noten oder was?

    Ich werde das Gejammer auch nie verstehen. An mir bekannten Gymnasien wird die Orientierungsstufe als das genutzt, wofür sie gedacht ist.

    Die Klage scheint mir übrigens immer aus NRW zu kommen, obwohl inzwischen alle Bundesländer Wahlfreiheiten haben. Vielleicht bilde ich es mir aber auch ein.

    Leider auch im Schuldienst.

    Das ist doch in diesem Kontext ein sinnloser Einwand. Es gibt sicher auch Lehrer, die ihre Frau schlagen oder fanatisch religiös sind und trotzdem können wir unserem Schulsystem trauen mit sehr gut ausgebildeten Lehrkräften, einem System von Vereidigung aufs GG usw. dass die große Mehrheit der Lehrkräfte vernünftige Menschen sind, die einigermaßen kontrolliert staatliche Lehrpläne vermitteln und dies im Klassenverband so tun, dass niemand zu Schaden kommt.

    Ich bin in keinem Fall für Heimbeschulung,

    aber zu erklären, man würde stets merken, dass im häuslichen Umfeld etwas nicht richtig läuft, ist falsch.

    Dennoch haben Kinder eher die Chance, sich einer Lehrkraft oder einer Freundin oder jemand anderem außerhalb der Familie zu öffnen, als wenn sie allein in der Familie (und extremen Gemeinschaft) leben.

    Absolut, außerdem hat man doch als Kind nur so die Chance zu sehen, wie es außerhalb der eigenen Familie zugeht. Das wünsche ich allen Kindern und insbesondere denen, die Gewalt erleben und den im wahrsten Sinne verrückten Psychoverstrickungen der ursprünglichsten Vertrauenspersonen ausgeliefert sind.

    Du hast überhaupt keine Ahnung.

    Obwohl diese Kinder zur Schule kommen oder das Fehlen trotz vieler Umzüge auffällt, kommen unsere derzeitigen Systeme nicht daran, diese Kinder zu erkennen und aufzufangen.

    Trotzdem ist die Schule eine Kontrollinstanz. Ich möchte keinesfalls eine Bewegung wie in den USA nach Deutschland holen. Kinder sollten auch von anderen Erwachsenen erzogen und gebildet werden als nur von den Eltern, selbst wenn sie keiner Misshandlung ausgesetzt sind.

    Das ist wieder ein Beispiel für einen Sachverhalt, wo in Deutschland weltmeisterlich problematisiert wird, während es in anderen Ländern normale Praxis ist und genügend Untersuchungen belegen, dass die betroffenen Kinder keine Nachteile in Bezug auf den späteren beruflichen Erfolg haben.

    Du fühlst auch nie den Drang zu belegen, was du so meinst, oder? Abgesehen davon, dass von den sozialen Folgen die Rede war und nicht von beruflichem Erfolg.

    Das ist kein Kontrollverlust. Du stehst nicht am Meer und ein Tsunami bricht über dich ein, sondern du planst Unterricht und bereitest dich auf Schülerfragen und Verhaltensauffälligkeiten vor. Du denkst über Handlungsalternativen nach, du schreibst dir sogar vorher Formulierungen für Arbeitsaufträge auf. Nichts davon ist unkontrolliert.

    Du bist lediglich noch unerfahren und entsprechend deines Ausbildungsstandes triffst du Entscheidungen zur Situation passend. Hinterher begründest du deine Entscheidungen, wenn du sie im Nachhinein anders treffen würdest, begründest du das.

    Jeder Ausbilder und jede Ausbilderin weiß um deine Situation und gleicht diese Erwartungen mit der realen Situation ab. Alle Lehramtsanwärter*innen machen ähnliche Fehler und haben individuelle Stärken, auch du, da ist nichts Unkontrollierbares dabei.

    Edit: eine Referendarin musste mal einen Feueralarm im Unterrichtsbesuch über sich ergehen lassen und unsere Klientel reagiert zum Teil panisch auf derlei Situationen. Der Alarm war für sie nicht kontrollierbar und doch hat sie die Situation kontrolliert, auf ihre Weise. Das wird gesehen und anerkannt.

    Solange du nicht selbst traumatisiert bist und in einer besonderen Situation in Schockstarre verfällst oder in Tränen ausbrichst, fiele mir nichts ein, was du nicht handeln könntest, so wie alle Refs vor und neben dir.

    Ich finde das überhaupt nicht "normal" i.S.v. "gesund". Auch wenn es natürlich noch andere Menschen gibt, die unter Ängsten und Selbstzweifeln leiden, sollte es nicht als selbstverständlich hingenommen werden, dass man Angstzustände aushält und sich nur noch fremdbeurteilt wahrnehmen und definieren kann.

    In ausnahmslos jedem Beruf lernt man, wird geprüft, kritisiert, macht Fehler usw. Wenn dich das über die Maßen belastet, weil du deinen Selbstwert davon abhängig machst, würde ich mich damit in einer Therapie oder Beratungsstelle auseinandersetzen, ganz unabhängig vom Bereich Schule.

    In Bezug auf das Ref: natürlich bestehst du das. Warum solltest du plötzlich grandios scheitern, wo du doch bereits gesehen und erfahren hast, dass du den inhaltlichen Anforderungen gewachsen bist? Das ergibt logisch gesehen keinen Sinn. Ängste haben aber nur selten mit Logik zu tun.

    Was sage ich denn anderes? Jetzt gibt es keine A13-Beförderung mehr, weil alle A13 kriegen. Win win für alle, außer denen, die A13 erst nach Jahren als Beförderung bekommen haben und jetzt sauer sind. Prognose: In 3 Jahren redet darüber kein Mensch mehr.

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