Beiträge von Quittengelee

    Solange du ...

    Kannst du wenigstens schreiben, dass du die Ansicht problematisch findest? Dich hat auch niemand als Problem bezeichnet.

    Davon abgesehen ist das Gymnasium tatsächlich besonders gut darin gewesen, alle abzuschulen, die irgendwie genervt haben. Das geht nun nicht mehr so leicht, deswegen ist das Thema halt auch auf dem Tisch der Gym-Kolleg*innen angekommen.

    Es gibt Homeschooling für Schulverweigerer via online-Schule und es gibt Schulverweigererprojekte mit hohem Anteil praktischer Arbeit. Man könnte solche Angebote ausbauen, insbesondere für Jugendliche im Alter von 12-15.

    Und es wäre generell mehr praktisches Arbeiten in kleineren Gruppen für viele Jugendliche ein Gewinn auch am Gymnasium. Die Schulpflicht abzuschaffen halte ich trotzdem für keine gute Idee.

    ...

    Schule und Schulunterricht funktioniert für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Aber nicht für alle und für die, für die es nicht klappt, ist das ein riesiges Problem, denn diesen wird ihr Recht auf Bildung verweigert, weil wir als Gesellschaft den Schulbesuch wichtiger finden als den Erhalt von Bildung, jedenfalls in den Fällen, wo beides nicht deckungsgleich ist. Das halte ich für falsch.

    . ..

    Das sollte SGB VIII regeln

    Jetzt mal ganz böse gesagt: Es ist aber nicht meine Kernaufgabe, Schlupfort für Misshandelte oder Vernachlässigte zu sein. Eben diese können mein Bildungsangebot wahrnehmen, aber irgendwo hört meine Pflicht auch auf. Selbst wenn sich ein betroffener Fall bei mir meldet, nehme ich das zur Kenntnis und leite das an die dafür ausgebildeten Stellen weiter..

    ...was bei "Bildungspflicht" entfiele.

    Und du hast ja nicht nur einen Bildungs- sondern auch einen Erziehungsauftrag. Also selbst wenn ich in Meißen, St. Afra unterrichte, interessiert mich doch mehr an der Arbeit mit Jugendlichen als mein studiertes Fach?

    ...

    Und wir sollten nicht so tun, als würde die Schulpflicht, wie wir sie praktizieren, nicht auch ihre Nachteile haben.

    Was stört dich denn grundsätzlich daran? Ich halte die Schulpflicht für eine wichtige Errungenschaft. Findest du deinen eigenen Output als Lehrkraft so egal, dass du deine Arbeit für beliebig austauschbar hältst? Also als Person vielleicht aber als Aufgabe? Deine SuS sollen doch professionellen Philosophieunterricht insbesondere im Austausch mit anderen genießen dürfen.

    Ich bin auch gegen die Schulpflicht. Eine generelle Vorschulpflicht lehne ich also ab, eine gezielte Vorschulpflicht aber nicht (genauso wie ich im Falle der Abschaffung der Schulpflicht auch einzelne Inpflichtnahmen nicht ablehnen würde, wenn sonst Bildungsziele nicht erreicht werden).

    Echt? Also in Österreich geht das ja wohl. Ich finde es ganz furchtbar und bin froh, dass meine SuS jeden Tag kommen müssen und wenigstens die Schule mitbekommt, wenn sie misshandelt oder vernachlässigt werden.

    Ich bin auch froh, dass meine Kinder in der Schule mit fremden Lehrkräften in Kontakt kommen, auch wenn ich oft genug über unprofessionelle oder gar üble Kreaturen in anderen Kollegien geschimpft und teilweise gekämpft habe. Wir haben wirklich üble Einzelfälle aushalten müssen, lange Geschichte.

    Im Großen und Ganzen bin ich aber heilfroh, dass meine Kinder nicht nur mein Gesülze ertragen müssen, mein Einfluss als Elter ist groß genug.

    Freiheitseingriffe, damit deine Arbeit nicht mehr so anstrengend ist? Finde ich einen fatalen Ansatz.

    Schulpflicht ist auch ein Freiheitseingriff. Also was gegen Vorschulpflicht spricht, erschließt sich mir jetzt so gar nicht.

    Allerdings gibt es das woanders und die SuS schneiden trotzdem nicht besser ab. Also ob das wirklich was bringt, weiß ich nicht.

    Man kann das Stadt/Land Verhältnis und auch den Anteil Migrationshintergrund oder den sozioökonomischen Hintergrund kontrollieren und Bremen und NRW sind immer noch richtig übel was den Bildungserfolg angeht. Hamburg hat sich im letzten Jahrzehnt auf einen guten Weg gemacht und ja, Sachsen und Bayern sind auch unter Kontrolle dieser Variablen immer noch auf einem verdammt erfolgreichen Trip.

    Es hat wirklich nichts mit dem Schulsystem zu tun

    Sondern?

    Es steht eigentlich alles da?:

    https://lehrer-werden-in-sachsen.de/infos-zum-seiteneinstieg/

    Einstiegsqualifizierung ist dafür da, dass du zu Beginn nicht wie der Ochs vorm Scheunentor stehst.

    Nach der Entfristung erst kommt die Qualifizierung für das zweite Fach (wissenschaftlich und schulpraktisch), sowie schulpraktisch 2. Fach oder entsprechend Förderschwerpunkt. "Schulpraktisch" ist eine Art Ref.

    Und nein, wenn du nur die kurze Qualifizierung machst und dich nach 2 Jahren entfristen lässt, bekommst du nie E13.

    Ruf am besten bei den Nummern an oder schreibe ne Mail, das Beratungsangebot ist offenbar sehr niedrigschwellig geworden.

    Edit: hast du dieselben Fragen nicht vor ein paar Wochen schon mal gestellt? Ruf an, mit Informatik/ auf dem Land und Oberschulen, sollten sie dir den Allerwertesten küssen. Du wirst aber Ruckzuck fachfremd alles unterrichten und Klassenleitung machen, deswegen würde ich die vollständige Qualifizierung absolvieren und mich nicht mit E 10 begnügen oder was dir da sonst geboten wird. Bei ein paar Stunden Informatik bleibt es bestimmt nicht.

    Statistik hat für Einzelne keine Aussagekraft. Man kann an Statistik aber generelle Probleme sehen, an denen man dann arbeiten kann (wenn man will). Dass Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist schlechtere Leseleistungen erbringen, als Kinder, deten Muttersprache Deutsch ist, ist zum Beispiel so eine statistische Beobachtung. Diese sagt nicht, dass es keine Individuen gibt, die trotz nicht-deutscher Muttersprache gute oder sehr gute Ergebnisse erzielen und auch nicht, dass Muttersprachler immer bessere Ergebnisse erzielen...

    Missvertändnis, plakativer: können alle Kinder in Bremen schlechter lesen, weil dort so viele Ausländer leben? Ich vermute, nein, es fällt bloß in der Statistik Bremen mehr auf, weil der Anteil derer, die nicht lesen können, weil sie zu Hause andere Sprache sprechen, höher ist.

    Denn dann kann man sich die Diskussion darüber sparen, ob Bayern und Sachsen dir tolleren Schulsysteme haben. Die Leistung ist im Mittel höher, aber nicht, weil hier keine Gesamtschulen sind, sondern weil anteilig mehr Kinder Deutsch als Muttersprache haben.

    Letztes Schuljahr waren es drei, 2x Englisch, 1x Wahlpflicht Informatik mit jeweils 31 oder 32 SuS. Dieses Schuljahr keinen

    Ich gebe zu, dass "30+" absichtlich plakativ formuliert war. Normalerweise sind es 25+ SuS mit Tendenz zu ~28. Am Argument ändert das aber nichts.

    18 finde ich für eine Förderschulklasse schon viel.

    Der Hauptfaktor einer homogenen Gesellschaft ist, dass alle Kinder zuhause die Sprache sprechen, die sie auch in der Schule sprechen. Die Sprache ist auch das Hauptproblem in unserer Schullandschaft.

    Wenn man will, kann man auch noch die ethnische Herkunft in die Homogenität einbeziehen. Die ist aber meiner Ansicht nach nicht besonders wichtig. Die Sprache ist der Schlüssel zu Bildung (was sich übrigens auch darin zeigt, dass die Sprachfertigkeiten bei Migranten in Deutschland stark negativ mit Diskriminierung korrelieren).

    Das würde zumindest erklären, warum Bremen immer schlechter dasteht als Bayern oder Sachsen. Das sind aber statistische Fragen, das bezieht sich nicht auf die Leseleistung von einzelnen, vermute ich?

    Mit Förderbedarfen hat das aber nichts zu tun.

    Ich bin übrigens nicht für Inklusion auf Teufel komm raus und ich verstehe jeden, dem das unter diesen Bedingungen zu anstrengend ist. Die gefühlte Leistung in einer Gesamtschulklasse oder die Abituraufgaben auf Inklusion und Migration zurückzuführen wie es hier immer wieder getan wird, halte ich aber für gewagt bis populistisch.

    Wenn du dir genau ansiehst, welche Staaten bei PISA 2012 in Mathematik auf den ersten Plätzen liegen, dann fällt dir sicher eins auf: das sind alles Staaten mit einer extrem homogenen Gesellschaft. Das erste Land mit einer vergleichbaren Heterogenität der Bevölkerung wie Deutschland, sind die Niederlande. Und die haben keinen nennenswerten Leistungsvorsprung. Deutschlands Anteil besonders leistungsschwacher bzw. leistungsstarker Schüler war damals zudem noch überdurchschnittlich niedrig bzw. hoch.

    Wie du den PISA Daten von 2012 oder generell den vorhandenen Leistungsdaten entnehmen willst, dass ein geteiltes Schulsystem schlecht sei, erschließt sich mir nicht. Alle in eine Schule zu stecken funktioniert mit den gegebenen Rahmenbedingungen nicht. Oder willst du ernsthaft behaupten, du könntest bei Klassenstärke 30+ in mehreren Kursen eine Förderung von Kindern, die kaum einen deutschen Satz produzieren können und denen in der Leistungsspitze gleichermaßen gewährleisten? Ich glaube kaum. Auf der Strecke bleiben die leistungsfähigen SuS. Die haben aber genauso ein Recht auf Förderung, wie leistungsschwache SuS.

    Wie viele Klassen mit über 30 SuS hast du?

    In den Oberschulklassen/ Hauptschulzweig, in denen unsere Inklusionskinder sitzen, sind es 12-15. An der Förderschule liegt der Teiler bei 18.

    Das mag am Gym anders sein, deswegen frage ich. Und wie ist es in der Sek II?

    Edit: was ist eigentlich eine homogene Gesellschaft?


    Ich lade euch gerne zum Hospitieren ein, da erlebt ihr euer blaues Wunder und fallt aus eurem Wolkenkuckucksheim spätestens zur 2. Pause heraus.

    Im Austausch kommst du dann mal in die Erziehungshilfeschule?

    Und heterogener als Grundschule ist keine Schulart.

    Ich fürchte, du machst den klassischen Fehler der früheren Hauptschulkollegen, deine Klientel für die Schlimmste zu halten. Wenn dich das so frustriert, ist es offenbar nicht die richtige Schulart für dich, dafür können wir aber nichts.

    Vorschlag für was Konstruktives: die alles-schlimm-Finder suchen drei Abiprüfungen Mathe-Grundkurs und noch irgend ein anderes Fach raus von 1990, 2000 und 2020. Und dann legt ihr dar, wie man anhand der letzten Jahrzehnte sehen kann, dass das Abi keinen Wert mehr hat.

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