Beiträge von treasure

    Kathie Das klingt auch gut. :) Das kannte ich bisher nicht.


    Ich als Fachlehrerin gebe gern fachlich passende Spiele raus, zb englische Leiterspiele (Würfel Brettspiel), die die gerade abgeschlossenen Units beinhalten oder auch Kartenspiele für Komponisten oder "give me three"s. Gibt es entweder beim Worksheetcrafter oder kann dort selbst gebaut werden.

    Habe auch immer ein Säckchen Würfel und Spielfiguren in Klassenstärke dabei.

    Klingt jetzt bei ein, zwei Beiträgen so, als sei der f***Ing Lehrplan was total Furchtbares und eine Fessel.

    Gehet hin und macht Musik.

    Und das geht, wenn ich viele Kinder, die das null wollen, ein Jahr mit Flöte quäle?

    Meine Kinder machten gerade den Notenlese-Führerschein, den ich entwickelt habe und der Spaß, den sie dabei hatten, wird mir im tiefsten Innern bleiben. Daneben haben wir aus voller Seele gesungen, uns Bewegungen ausgedacht, Bodypercussion gemacht, getrommelt, im Hörerleben Musik gehört und in Gruppen Tänze dazu ausgedacht.

    Fast alles davon steht im Lehrplan. Und all dies fordert und fördert Kinder in vielen Bereichen und gibt jedem Kind die Möglichkeit, irgendwo Spaß und Motivation zu entwickeln. Wenn ich sehe, wie bei theoretischen Dingen schüchterne und gehemmte Kinder plötzlich glänzen und andere vor Freude strahlen, wenn sie singen dürfen (und andere anstecken), dann kann ich Lehrplänen im Grundsatz wirklich was abgewinnen.

    Kommt doch immer drauf an, was man draus macht.

    Ich glaube, ich wäre eher für ein freies Ausprobieren und dann die Eintragung in eine AG.

    Ich selbst hatte als Grundschülerin Blockflöte in der 4. Klasse, fand das Instrument schon immer entsetzlich (wurde im Alter von 3 an die Flöte "gezwungen" als Alternative zum heiß begehrten Klavierunterricht, wofür mich meine Eltern noch zu jung fanden - "lerne erst mal das!" ) und kann mittlerweile im Vergleich sagen, dass ich so gut wie nichts aus dem Lehrplan gelernt habe, weil wir nur geflötet haben.

    Die Flöte braucht Zeit und individuelle Betreuung, wie Stricken oder Häkeln. Ist auch sportlich, das im Klassenverband zu machen. Da bleibt wenig Zeit für anderes.

    Meines Erachtens sollte gerade der Musikunterricht der GS so vielfältig sein, dass alle Kinder Qualität zeigen können. Die einen im Theoretischen, andere beim Singen, andere in der Rhythmik, der Bewegung oder an Instrumenten. Flöte deckt für mich nur einen Kleinteil ab und gehört meiner Meinung nach in die AG.

    Ich fand es früher in den Klassen 5/6 so schlimm, dass wir vorsingen mussten und das benotet wurde, auch wenn ich es kann. Meine Partnerin hat panische Angst vor dem Musikunterricht eingepflanzt bekommen.

    Daher eine gesunde Mischung -uund ich erlebe das in meinen Klassen positiv.

    Allerdings, das muss ich einräumen, sind wir ja musikalische Grundschule und haben sehr viele AG-Angebote im Musikbereich. Andere Schulen müssen sich dann vielleicht so behelfen, aber dann halt entweder sehr kraft- und zeitintensiv oder mit weniger Zeit und dann wahrscheinlich eher nicht individuell im Fokus. Das ist meines Erachtens nach nicht zu leisten... Ich lasse mich aber gern überzeugen, dass das geht und zudem noch der Lehrplan eingehalten werden kann.

    Kennt ihr Qwixx?

    Ein super Würfelspiel mit farbigen und weißen Würfeln, das den Vorteil hat, dass nicht nur der Würfelnde dran ist, sondern alle Mitspielende von den weißen Würfeln profitieren dürfen, die mit den farbigen zusammen geworfen werden. Zudem ist es klein und gut verstaubar.

    https://www.brettspiele-report.de/images/q/qwixx…itung-Qwixx.pdf

    Ist leicht, macht irre Spaß und man kann es auch theoretisch zu zehnt spielen. Man muss zwei Zahlenreihen vorwärts abhaken und zwei rückwärts - und selbst entscheiden, ob man Lücken lässt oder abwartet. Denn hat man eine Zahl gesetzt, kann man nicht mehr zurück. Wir suchten das regelmäßig.

    Irgendwie fehlt hier noch so ein Trost-Smiley...so ein Tätschelteil. ;)

    Gute Besserung allen Krankys und denen, die aus anderen Gründen traurig sind, ein gutes und schnelles Umgehen damit.


    Ich teste morgen auch mal...bei uns geht es gerade um und da sind dicke Drüsen am Hals irgendwie verdächtig. Aber noch mache ich mich nicht verrückt und komme erst wieder in den Thread, wenn es mir wirklich ätzend geht. :D

    Ich hab jetzt mal quergelesen - wenn deine Kurse voll sind, kannst du auch zur Logopädie gehen. Die machen auch oft Lehrertraining, gerade, was Sprechen und Haltung angeht. Sehr effektiv. Ich habe es selbst nicht gemacht, da ich das im Studium hatte, weiß aber von Kolleginnen und Kollegen, dass ihnen das sehr geholfen hat.

    Was übrigens tatsächlich auch hilft und was ich in meinen Theater-Übungen im Studium mitgenommen habe, ist der SPIEGEL. Nicht die Zeitung. Wie fühlt sich Lächeln an? Wie lache ich? Wie schaue ich? Wie kann ich meinen Blick intensivieren und meine Haltung präsenter machen? Ausdrücke üben etc. Seit ich diese Übungen gemacht habe, gibt es kein Foto mehr, auf dem ich blöd gucke, es sei denn, jemand hat mich beim Essen oder Blödsinnerzählen aufgenommen. Die Kamera kommt und ich weiß genau, wie mein Gesicht wann wie aussieht. Hilft enorm.

    Für mehr Sicherheit im Unterricht habe ich mich akribisch vorbereitet. Jede Sekunde war verplant, meist etwas zu viel, falls es schneller geht als ich es eingeschätzt habe, dann hatte ich immer schon den Start für die nächste Stunde. Mittlerweile mache ich viel im Kopf, einfach weil die Erfahrung viel lehrt und habe mehr Mut für Spontanität. Früher habe ich mir genaue Notizen gemacht und sie teilweise daheim auch einfach mal durchgesprochen. Klar, auch früher gab es dann schon Exkurse und Spontanes, bei denen ich dann sehr aufgeregt war, ob sie auch klappen, weil eben nicht vorher durchdacht. Aber ohne das wäre der Unterricht ja auch sehr wenig biegsam.

    Die 5 Jahre kann ich so ungefähr mitgehen, das weiß ich nicht mehr genau, aber ich habe irgendwann gemerkt: "Hey, du bist nicht mehr nervös, manche Dinge denkst du dir durch und ziehst sie dann durch, dein Unterrichten hat auch ohne 485739576076 Zettel Hand und Fuß" usw.


    Das wird! :top:

    Ich kann das mit dem Genervtsein gut nachempfinden, auch wenn ich selbst diesen Zustand noch nicht erreicht habe (noch lange nicht so lange im Dienst wie du). Je älter man wird (und DAS merke ich auch an mir), desto schwieriger fällt einem in vielen Fällen die Akzeptanz von Extremen (Lautstärke, Hibbeligkeit etc), meiner Wahrnehmung nach.

    Die Unruhe entsteht meiner Meinung nach, neben all dem, das hier schon angesprochen wurde, auch durch die "Schnelllebigkeit" in den Medien. Ich habe Tiktok mal für fünf Minuten angemacht und entsetzt wieder deinstalliert, weil ich schon nach dieser kurzen Zeit völlig überfordert war von den schnellen Wechseln in Schnitten, Bildern und Videos. Der Content bewegt sich im Bereich zwischen 1-2 Minuten, danach folgt der nächste. Viele Kinder sind auf diesem Medium sehr, sehr viel, was ich so mitbekomme und werden von dieser Schnelligkeit geprägt.

    Letztens habe ich in Englisch einen kleinen Film (6min Dauer) wiederholt, da die Kinder danach mit den Texten des Films diesen als Rollenspiel nachspielen sollten. Kommentar eines Jungen: "Wiesoooo??? Haben wir doch schon gesehen! Wiederholungen sind kacke!!" Auf meinen Blick hin hat er sich für seine Wortwahl und sein Reinrufen entschuldigt, ich habe dies angenommen, aber im Prinzip hat er eine Wahrheit für viele Mediennutzer und Mediennutzerinnen dieses Alters ausgesprochen. Gucken - und weiter. Content - und weiter. Einmal gesehen - und weiter. Schnellschnellschnell.

    Dies führt unweigerlich dazu, so empfinde ich das, dass Kinder, die dieses Konsumverhalten haben, nicht mehr in der Lage sind, Langsamkeit, Entspannung und längere Strecken eines Themas zu "ertragen". Wenn man sich Filme von früher anschaut und sie mit heutigen Filmen vergleicht, sind die Filmschnitte auch um ein SO vieles schneller, ja, rasanter geworden. Die Augen werden überschüttet mit Input, der Kopf kommt kaum hinterher. Die Menschen haben im Schlaf dann so viel mehr zu verarbeiten, was sicher dazu führt, dass der Schlaf unsteter ist und der Organismus immer mehr in eine Störung hinein kommt. Dies sind die Ergebnisse meines Nachdenkens darüber, nichts ist wissenschaftlich belegt, aber nach meiner Wahrnehmung und meiner Erfahrung mit den Kindern nimmt genau dieses Verhalten immer mehr zu. So ändert sich dann auch der Konsumwunsch - und wenn der Unterricht diesem Wunsch nicht nachkommt, entsteht Unruhe, weil Kinder dieses langsamere Vorgehen nicht mehr ertragen.

    Daher auch die Schere im Unterricht. Kinder, die noch ein Leben mit weniger Medienkonsum haben, noch viel spielen, draußen sind, Sport treiben etc., mit Freunden unterwegs sind, haben ganz andere Prägungen. Unterrichts-Einheiten, wie sie zu meiner Schulzeit noch möglich waren, sind heute, so meine Wahrnehmung, nicht mehr möglich, die Leistungen und auch die Ausdauer können bei einigen Kindern nicht mehr vorausgesetzt werden.

    Wenn ein Hirn andauernd fehlbeschossen wird, passt es sich an. Ich gehe davon aus, dass, genauso wie man seinen Körper in einen Fehlstoffwechsel bringen kann (durch falsches Essen, fehlende Bewegung etc), man sein Hirn auch in so einen Zustand kriegt. Nicht grundlos werden die ADHS-Fälle immer mehr. Sicher gibt es auch "natürliche Fälle" mit angeborener Stoffwechselstörung, aber ich glaube, man müsste ADHS in zwei Diagnostiken stecken, welche Ursache es hat, sonst übertüncht man diese mit der Diagnose und der vielleicht anstehenden Medikation nur.

    Ich weiß, es hat nur bedingt mit Quittengelees Thema zu tun, es sind aber meine Gedanken zum Thema "wird es echt unruhiger? Oder bin ich einfach nur gestresster?" Ich meine, es wird wirklich unruhiger, aus den oben aufgeführten Gründen.

    Ich persönlich gehe mit sehr straffen Regeln vor, die ich freundlich und humorvoll einführe und dann straight umsetze. Zudem darf die Klasse, wenn alles gut läuft, bei mehreren Stunden am Stück, zusätzlich zu den regulären Pausen, auch mal "aufstehen und zappeln", in Form eines kurzen Spiels. Danach folgt eine Ruheübung (1min absolute Ruhe, was hörst du?/Klangschale anspielen, wann ist der Klang weg?/Augen zu, ein Papier, sonstiges fallenlassen, wer hört es und wer kann sagen, was usw). Danach geht es mit der Arbeit weiter.

    Zusätzlich dazu bestärke ich die Kinder positiv, die ruhig arbeiten und schimpfe die Unruhigen nicht, sondern gehe hin und frage, was denn in ihnen ist, dass Arbeiten gerade schwierig für sie zu sein scheint. Meist kommt dabei was raus. Auch lasse ich Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Sitzen haben, auch mal im Kreis beim Arbeiten liegen oder aufstehen, wenn sie es brauchen (zB beim Sitzen im Sitzkreis ist das bei mir erlaubt, sich auch auf den Boden zu setzen oder sich zu stellen, ohne dass es heißt "heee, der/die steht aber!!"). Das etwas freiere Bewegen hilft vielen, die in einer Position irgendwann die Krise kriegen.

    Nicht arbeiten ist keine Alternative, aber ich versuche, es ihnen für sie persönlich so angenehm wie möglich zu gestalten.


    Keine Ahnung, ob das hilft...ich habe einfach mal meine Gedanken losgelassen.

    Und jetzt hoppel ich zur Schule. :)

    Du hältst die Erlaubnis bestimmter alkoholischer Getränke für einen Vertrauensbeweis und hoffst, dass sich dann niemand betrinkt.

    Ich finde es vertrauensvoll zu sagen, dass eine Schulfahrt ohne Alkohol auskommen muss und ich hoffe, dass sich niemand betrinkt.


    So haben wir zwei Ansätze und gegenteilige Meinungen. Passiert. 😊

    Da ich eine andere Altersgruppe unterrichte, komme ich nicht in die Nähe dieser Entscheidung und habe meine Ansicht in den Pott gegeben. Dass es andere Menschen anders sehen und machen, ist eher normal.

    Wichtig ist nur, alles hieb- und stichfest zu haben. Sowohl eine Absprache, im Normalmaß Alkohol konsumieren zu dürfen als auch das Verbot und seine Folgen bei Nichtbeachtung. Wenn allerdings ein Gericht schon der Klage stattgibt, dass Kinder beim Übertreten des Verbots heimgeschickt werden (Kosten), dann würde mich das als Lehrkraft ermutigen, eine offene und geklärte Kommunikation mit SuS und Eltern zu verschriftlichen.

    Das hat überhaupt nichts mit "cool" zu tun, sondern mit der Erkenntnis, dass die Durchsetzung eines strikten Alkoholverbots während einer Klassenfahrt mit Sek II Schülern ohnehin scheitern muss....schlicht schon deshalb, weil diese nicht mehr rund um die Uhr unter permanenter Beobachtung stehen müssen und sich selbst legal Alkohol kaufen können. Und andersherum ist es vollkommen weltfremd anzunehmen, ein Alkoholverbot halte die Schüler vom trinken ab.

    Danke!

    Exakt. Die Lösung eines Verbotes nimmt die Spannung aus einer Sache, die eh niemals durchsetzbar ist. Das Aussprechen des Vertrauens seitens der Lehrkraft hilft ebenfalls. Meiner Erfahrung nach halten sich Regeln dann leichter, wenn die SuS das Gefühl haben, ihnen wird echtes Vertrauen entgegengebracht.

    Dann müssen sie nicht gegen ein Verbot antrinken.

    Ich kenne mich rechtlich nicht aus, dazu steht ja schon einiges.

    Aber ich weiß, wie wir als Jugendliche waren. Bei uns war Alkohol komplett verboten und der Physik-LK so besoffen, dass einer der Jungs morgens in meinem Bett aufgewacht ist, weil er total betrunken das Zimmer verwechselt und sich einfach ins Bett gelegt hat. Zu mir. Ich hab es nicht mitbekommen, obwohl lange nicht so voll mit Alkohol wie der Kumpel. Hätte uns mehrfach erwischen können. Trunkenheit UND zusammen im Bett. Kam nie raus (Der Lehrer lebt heute nicht mehr, somit bin ich wohl jetzt safe).

    Ich halte daher die Idee, die Eltern ins Boot zu holen und schriftlich abklären zu lassen, dass ein normaler Konsum von Bier und Wein am Abend ok ist und sich klar an die Regeln gehalten werden muss, nicht über den Durst zu trinken. Mancher kann dann zwei Bier trinken, mancher nur ein halbes, das muss dann jeder selbst wissen. Oder gibt es einen Klassenfahrt-Elternabend? Da könnte man es zum Thema machen.

    Das Verbot ist meines Erachtens nach völlig utopisch - alles, was verboten ist, ist immer reizvoll und es finden sich immer Türen, die man dann halt unerlaubt betritt und Grenzen überschreitet. Also lieber erlauben und vor allem von den Eltern das klare Go kriegen, dass du sowieso als Einzelperson niemals in der Lage wärst, deine ganze Klasse auf Alkohol-frei zu kontrollieren. Ich gehe davon aus, dass du nicht nur mit 10 Leuten fährst. Klare Ansagen, klare Absprachen, klare Strafen, wenn. Hätten wir damals eine Erlaubnis bekommen und zB abends mit dem Lehrer eine Runde zusammen getrunken, wäre es nicht so angespannt-verboten gewesen, sondern entspannter.

    Das ist nur meine Meinung als "Schülerin" quasi. Als Lehrkraft komme ich nicht in solch eine problematische Situation, weil sich Viertklässer glücklicherweise noch ohne Alkohol amüsieren.

    ... Über einen Kurzschluss! 🤭

    In unserer Schulküche fiel dadurch die Kühlung aus und eine Menge guter Hefeteig musste verarbeitet werden. Wir durften uns welchen mitnehmen und so gibt es heute gute Pizza zum Mittagessen! 😁

    Danke an die SL, die den Vormittag für uns "notgebacken" hat und im LZ sich die Heferinge mit Salz stapelten! Manchmal kommt es anders als man denkt... Oder im Fall Hefeteig: manchmal GEHT es anders. ;)

    Wow, Kapa...ich ziehe meinen Hut!


    Ich freue mich seit Schulbeginn (bei uns mit der Anfangskonferenz am Donnerstag, Schulstart war gestern) wie ein Schnitzel.

    In den Ferien habe ich genullt (50) und wurde am Donnerstag von meiner kompletten Kollegschaft sogar mit einer kleinen Band, einer singenden Mann- und Frauschaft und einem eigens für mich geschriebenen Lied empfangen...heute, in meinem Erwachsenenchor ging das genauso weiter. Die haben sich extra in den Ferien getroffen, um für mich etwas einzustudieren.

    Ich kann diese Zuneigungsbekundungen kaum "verkraften", im positiven Sinne. Das Herz ist bis zum Platzen gefüllt und die Freude will zu jeder Ritze raus...

    *strahl*

    Also...ich habe zwar keine Lehrervotings gewonnen (was es alles gibt...), aber bei mir war die Motivation, Lehrerin zu werden, ganz profan:

    Immobilie gekauft, der Nachmittagsunterricht reichte nicht. Überlegt, was ich mit meinem Studium hinkriegen könnte, ohne total aus dem pädagogischen Bereich rauszufallen, Grundschule blieb im Kopf, Initiativbewerbungen geschrieben und durch Bekanntheit in meiner Stadt (durch aktive Musik sind Musiklehrer/Musiker schnell bekannt, auch in anderen Städten) sofort eingestellt worden, finanzielles Problem gelöst, nächstes Problem angegangen, zwar ein pädagogisches Studium zu haben, aber nicht für Schulklassen.

    Anfangs daher total gekämpft, weil ich methodisch und didaktisch auf Einzelunterricht und Chor eintrainiert war, aber schnell in sicherere Wasser gekommen und festgestellt, dass ich die Arbeit mit Kindern einfach auch hier mag. Ich mag die Gegenseitigkeit im Unterricht, meine Fächer, meine Klassen und bereite auch total gerne Unterricht vor, bzw korrigiere Klassenarbeiten mit Spaß (wobei mir bewusst ist, dass Grundschule einfach in der Korrektur etwas SO anderes ist als in anderen Schulformen). Ich liebe es, die Kinder aktiv einzubeziehen, mit ihnen zu diskutieren und die Themen so zu gestalten, dass sie von sich aus mit Feuereifer dabei sind.

    Das hat mich anfangs nicht dazu bewogen, Lehrerin zu sein, aber mittlerweile ist das meine Motivation, Lehrerin zu bleiben, die Probleme des Anfangs gemeistert zu haben und nun mit Spaß zu unterrichten.

    In dieses HSS muss ich mich erst einlesen, aber insgesamt scheint die Suche nach immer mehr Input ebenfalls mit dem Hirnstoffwechsel zu tun zu haben.

    Ich stehe da erst ganz am Anfang, aber so, wie ich es verstanden habe, sendet und empfängt das Hirn durch den gestörten Stoffwechsel anders. ADHS ist ja auch so eine Störung und Hypersensibilität sicher auch, auch wenn es ja nicht als Krankheit beschrieben wird.

    Trotzdem: das Hirn ist normalerweise in der Lage zu filtern und Unwichtiges auszublenden. Dieser Filter ist dann fast komplett runtergefahren. Beispiel von mir: ich sitze im Restaurant mit einer Freundin und höre neben dem, was sie sagt, auch noch alle anderen Gespräche an den Nebentischen mit. Ich will das gar nicht, aber mein Hirn macht es. Folge: ich höre überall mit und nichts richtig. Meine Freundin wertet es dann als Unachtsamkeit, aber das hat damit nichts zu tun.

    Leider dauert es als Kassenpatienten ewig, an Fachtermine zu gelangen, aber ich bin dran.

    Das ist insgesamt der Grund, warum ich dich nach dem Warum gefragt habe. Natürlich ist es völlig ok, so zu sein und nicht nachschauen zu lassen. Manche sind stolz drauf oder auch emotionslos. Sie nehmen es hin. Ich fühle mich belastet, also schaue ich nach Linderung. Wenn es für dich gut so ist, ok. Wenn dieses dauernde Getriebensein dir aber eigentlich nicht gut tut, dann wäre vielleicht der Weg, sich das mal anzuschauen, warum das alles so ist, sicher eine gute Lösungsmöglichkeit und nach meinem Empfinden besser als das dauernde Suchen nach Übertünchung der Symptome. Vielleicht bringt eine Diagnose und eine Medikation die innere Ruhe zurück. Ich bin mir sicher, dass Ruhe dir und deinem Organismus eigentlich auch besser tun würde als ständiger Input, wobei ich nun verstehe, warum du ihn suchst.

    Mir gehts gut, ich weiß, dass wir Lehrer priviligiert sind und es gibts nichts tollerers als die Welt und deren Sinne zu entdecken und zu zu genießen, wenn es besondere Dinge sind, die man vor allem in kunstvollen, edlen Speisen finden kann. Und aufregenden Hotelaufenthalten. Gepaart mit den größten Naturwundern und das Ganze auf die außergewöhnliche Art, die nur HSP kennen.

    Ich muss gestehen, dass ich es nicht schaffe, den Thread hier in seiner Gänze zu verfolgen. Ich habe auf S. 6 etwas geschrieben und habe es bis S. 8 durchgehalten, aber ich fühle sehr starken Stress beim Lesen der ganzen Beiträge, dem Offensichtlichen, dem Unterschwelligen...ich habe dann noch die S. 11 angeschaut, um die Entwicklung zu beobachten und konnte sehen, dass sich die Dynamik dann doch mehr ins Hilfreiche geschoben hat, denn zuerst vermisste ich hier den Respekt und die Wertschätzung von BEIDEN Seiten.

    Was mich immer wieder erstaunt, ist die scheinbare Tatsache, dass du als diagnostizierte HSP so unglaublich viel Input suchst und anscheinend auch brauchst. Du fütterst quasi ständig dein System und möchtest absichtlich in die Überreizung gehen. Natürlich ist das absolut legitim und auch die Frage nach Möglichkeiten ist es. Ich gehe aber nochmals den Weg nach dem Warum. Du hast dich zwar bei mir bedankt (danke dafür), aber ich kann nicht herauslesen, ob du weißt, woher das kommt oder ob du dem auf den Grund gehen möchtest.

    Bei mir zB wird gerade ein großer Apparat in Gang gesetzt, der den Stoffwechsel im Gehirn untersucht und gegebenenfalls mit einer Medikation gewisse Abläufe wieder richtet. Bei mir gibt es neben der diagnostizierten Hypersensibilität nämlich auch Anzeichen von ADHS, was ja total im Widerspruch steht und bei Frauen sich ganz anders darbietet als bei Männern. Daher wird geschaut, wie mein Hirn was in welcher Form verarbeitet und ob mir Erleichterung zu verschaffen ist. Ich wäre sehr dankbar, denn die dauernde Selbstkontrolle mit der dauernden völligen Erschöpfung von allem Äußeren macht das Leben nicht gerade einfach. Da der Stoffwechsel bei mir auch sonst im Organismus nicht funktioniert, wäre das eine Erklärung.

    Ich als HSP stehe gefühlt im völligen Gegensatz zu dir, ich brauche viel Ruhe, muss abschalten und meine Urlaube sind mit zwei Wochen Irland (mit ein paar mir lieben Menschen, die mich gut kennen, die Natur zu durchstromern, die Ruhe zu genießen, die Weite mit den Augen zu erfassen) am finanziellen und auch erlebnismöglichen Limit. Eine Woche NY würde mich zum Beispiel killen und aufregende Hotelaufenthalte würden mich schier überfordern. zB bin ich schon gestresst dadurch, dass es in "meiner Welt" NIE ruhig ist. Die Autobahnkreuze hier sind so gebaut, dass, egal, wo man in meiner Umgebung wohnt, man immer ein Grundrauschen hat, selbst, wenn es ruhig ist. Das ist für mich schon zu viel. Ich kriege es nicht weggedrückt. Andere benennen meinen Wohnplatz als traumhaft und sehr ruhig.

    Von daher interessiert es mich wirklich brennend (GANZ unironisch!), warum das bei dir anders herum ist. Für mich scheint es so, als gäbe es hier zusätzlich zur Hypersensibilität noch irgendwas anderes, das diese Überforderung nahezu sucht und du dich nur dann befriedigt fühlst, wenn du mit vielen Reizen umgeben bist.

    Luxus und schöne Urlaube seien dir gegönnt, ich kann mir das nicht leisten, bin mit meiner Art zu leben aber völlig zufrieden. So wie ich erkläre, dass ich mit zwei Wochen Irland am finanziellen Limit bin (müsste ich ja auch nicht), kannst du von mir aus erklären, wieviel bei dir eine Hotelnacht kostet. Was man aus dieser Information macht, ob sie einen nervt oder antickt, kann man ja selbst entscheiden.

    Was ich vielleicht überlesen habe: gerade wird dir ja geraten, Zusatzausbildungen zu machen, um dich zu fördern und die Zeit zu füllen. Warum nicht? Gerade, wenn du einen Intellekt hast, der sich schnell langweilt, ist das sicherlich eine gute Sache. Mich würde aber noch interessieren, ob der Wunsch nach Abwechslung eher im Kognitiven oder im (körperlich) Aktiven liegt. Ich hatte eher den Eindruck, du willst viel und Abwechslungsreiches erleben, sehen, spüren, da wäre jetzt ein Zusatzstudium, wo man sich mit einer Sache beschäftigt, zwar zeitfüllend, aber wäre es abwechslungsreich? Für den Intellekt sicher gut, aber es wäre sicher noch sinnvoll, zB einen Sport intensiver zu betreiben, den du in den Ferien dann verstärken könntest oder dir, wie gesagt, ein Hobby zu suchen, das dich ausfüllt und worauf du dich bei etwas mehr Freizeit freust.

    Wenn es um die Sinne geht, gibt es ja auch einige Locations, die da helfen. Vom Barfußpfad über Dunkelrestaurants, von Exit-Rooms über den Besuch von Restaurants, die fremdländisches Essen anbieten (muss nicht teuer sein), von Tagesausflügen an Orte, die man nicht kennt (und dann versuchen, ohne Karte durchzusteigen) was auch immer. Ich weiß ja nicht, was für dich banal ist und was erstrebenswert. Wenn alles immer High End sein muss, kann ich eh nicht raten, da kenne ich mich zu wenig aus. Wenn bei mir eine Nacht im Hotel mal 130 Euro kostet, denke ich schon dreimal drüber nach, ob ich das mache, aber da helfen ja schon andere, die da mehr Erfahrung haben.

    Für mich wäre also wirklich die Reflexion wichtig, wie deine Sehnsucht zustande kommt, warum sie da ist, trotz Hypersensibilität und ob es reicht zu versuchen, diese Sehnsüchte zu befriedigen oder ob du schon etwas unternommen hast zu schauen, woher das kommt, wo die Wurzeln liegen, die dieses Getriebensein als Symptom haben. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht kurz darauf eingehst oder mir den Beitrag nennst, den ich vielleicht überlesen habe.

    Meine Frage wäre eher: "Wie kommt es, DASS du dich auf die von dir beschriebene Weise langweilst?"

    Du schreibst, du bist hochsensibel, dein Organismus braucht andauernde Stimulation.

    Das ist interessant, denn ich bin auch hochsensibel und muss immer schauen, dass ich mich eher runterfahre, weil ich viel zu viele Reize habe, die den ganzen Tag auf mich einprasseln. Dass man noch mehr braucht, kenne ich so nicht, aber das heißt ja nix. Du sagst, du brauchst immer mehr und mehr und mehr, um dich zu füttern quasi.

    Ich glaube, ich würde da ansetzen und nicht mehr und mehr und mehr suchen (denn dann wird man automatisch unzufrieden, weil man irgendwann keine steigerbaren Sachen mehr hat, ohne sich total in Gefahr zu bringen), sondern eher überlegen, warum das so ist.

    Warum kannst du nicht mit dir alleine sein, ohne das Gefühl der Leere und der völligen Langeweile?
    Und das meine ich völlig ernst, ohne Wertung, ohne von oben herab.

    Du suchst andauernd Bereiche im Außen, die dich irgendwie innerlich füllen, die dir so viel Aktion bieten, dass du dich zufrieden fühlst. Totale Beschleunigung im Leben, ohne Ruhemomente - so klingt es, wenn ich dich lese. Das Miteinander mit deiner Freundin könnte dir so wichtig sein, WEIL du da Ansprache hast und dich das Außen mitnimmt. Alleine zu sein, für dich zu sein, scheint dir schwer zu fallen, so dass du dich von diesem Zustand ablenken/aus diesem Zustand ausbrechen möchtest.

    Stünde ich vor diesem Problem, würde ich zwei Dinge an den Start bringen:

    1. mir eine Passion suchen, die mich wirklich erfüllt (vor Ort am besten) und da auch wirklich Zeit investieren, bis ich weiß, was das sein könnte. Ich zB habe etwas gesucht, das als Gegenpol zur dauernden Musik bestehen kann, weil mir das zu einseitig wurde. Ich bin in die Fotografie eingetaucht. Das ist für mich Seelenmalerei, dazu die Technik, es gibt genug Menschen, die das interessiert, es entschleunigt, bringt Ruhe rein und macht unglaublich Spaß. Mittlerweile bin ich professionell unterwegs und habe Menschen in Deutschland und Europa, die Ansprechpunkt und auch Reisepunkt sind - und es ist eine Passion, die mit oder ohne Partner/in betrieben werden kann. Einfach nur als Beispiel.

    2. das Innen wieder auf den Weg setzen. Viele Menschen suchen im Außen ihre Befriedigung und ihr "Daheim", dabei ist das Innen fast Brachland und bräuchte dringend Aufmerksamkeit. Autogenes Training (auch für Hochsensibilität gut), Mediation (ist nicht für jeden was und sollte auch am Anfang erst mal unter Führung passieren), das Sich-Beschäftigen mit seinem eigenen Ich - darüber findet man nämlich auch oft einiges heraus, dessen Angehen dann einiges an Zeit braucht. Und gerade, wenn du mit dir nichts anzufangen weißt (so beschreibst du es jedenfalls, wenn ich das richtig lese) oder du mit Unlust auf vieles reagierst, wäre es vielleicht mal etwas Gutes zu schauen, warum das so ist und wie dein Inneres so aussieht.

    Meine Ferien sind oft ein Zusammenspiel aus To-Do-Liste, Treffen mit mir lieben Menschen, die schon auf meine Ferien warten, meinen Hobbys und tatsächlich einfach Ruhe-Zeit nur für mich. Fernseher aus, social medias (auch das Lehrerforum) aus, mich um mich kümmern, self care. zB auch einfach mal durch den Wald gehen und aufmerksam riechen oder zuhören. Sich mit sich selbst unterhalten, den Augen und Ohren Auszeiten gönnen. Habe ich auch erst gelernt...braucht Zeit und Willen, sich mit sich zu beschäftigen.

    Es ist total interessant, wie das erdet und beruhigt. Gerade als Hochsensibler eine durchaus ernstzunehmende Sache.

    Dazu habe ich eine Frage: Von diesen ganzen Hits (Komet, Dorfkinder...), wo bekommt ihr da die Noten her? Und begleitet ihr dann am Klavier, Gitarre, Playback? Ich hab halt ein Liederbuch mit schönen Liedern (Der Papagei ein Vogel ist, Hörst du die Regenwürmer husten, Der Kuckuck und der Esel etc), aber da fehlen die Hits.

    Woher, bitte verratet mir das Geheimnis!

    Ohje...da kann ich ausnahmsweise nicht helfen. Ich brauche nie Noten für sowas, ich höre die Begleitung quasi durch die Melodie hindurch und begleite einfach poppig am Klavier. Da hab ich einfach was Gutes in die Wiege gelegt bekommen und über 20 Jahre Erfahrung. Die Kinder bekommen den Text, meist zeichne ich ihnen noch etwas zum Ausmalen dazu, wenn wir mal zehn Minuten Ruhe machen oder sowas.

    Ich kann nur anbieten: sollte sich bei einem Stück nach LANGER Suche und Nachfragen wirklich nichts finden, wäre ich auch bereit, Akkorde zu Liedern zu schreiben, wenn jemand aus diesem Forum ein Lied unbedingt machen will und es nichts dazu gibt. Schreibt mich dann einfach an. Solange es sich im Rahmen hält und wirklich vorher alles ausgeschöpft wurde, mache ich das gern. Auch Klavierplaybacks erstelle ich manchmal fürs Kollegium - für ein Klassenfest oder sowas.

    Bei Youtube gibt es öfter Playbacks, wenn man das Wort dazu eingibt, bei Spotify kenne ich mich zu wenig aus.


    Achja, weil ich oben gerade einen Musescore-Link gesehen habe: die Pro-Version kostet im Monat, aber da kann man sich dann auch gleich die PDFs laden. Für mich persönlich lohnt sich das nicht, aber vielleicht für andere?

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