Beiträge von Forumsnutzer

    Was heißt denn endgültig. Ich sage: wenig Potenzial. Der Klassenlehrer mit jeder Menge Berufserfahrung hat da jetzt auch nicht besonder viel mehr Änderungspotenzial erkennen können. Ich kann ja auch nicht innerhalb von ein paar Monaten meine Persönlichkeit ändern.

    Und: ich erwähnte, dass ich das schon an einer anderen Schule erlebt habe. Und da erzählte mir ein Lehrer (deren Klassenlehrer, und auch Opfer), dass er mit der Gruppe alles versucht habe: Humor, Selbstironie, Zuneigung, Ignorieren, Bestrafung (soweit Vergehen nachweisbar)...

    Nichts davon hatte seiner Aussage nach eine Wirkung. Er sagte: "man muss sich klar sein, dass man denen da in gewisser Weise unterlegen ist".

    Gerade wenn das Verhalten bekannt ist, kann der Klassenlehrer das Problem allgemein ansprechen. Aber auch wenn es nur dich betreffen sollte, wäre es möglich, das in Ruhe zu besprechen und sie einzeln zu dir zu schicken, dass sie sich entschuldigen.

    Es betrifft nicht nur mich allein. Aber wenn er es anspricht, werden sie ahnen, woher das kommt. Und werden es weitermachen, denn das füttert ihren Trollhunger. Oder sie entschuldigen sich einmalig (ohne wirklich Reue zu empfinden), beginnen dann aber später wieder in leicht abgewandelter Form.

    Das muss natürlich nicht sein. Wenn du Referendar bist, bist du ja noch nicht lange da und wenn du die Klasse nicht unterrichtest, gibt sich das wahrscheinlich sowieso von allein. Es darf grundsätzlich aber sein, das Kollegium sollte immer geschlossen gegen problematisches Verhalten von SuS vorgehen.

    Klar sollte das nicht sein. Aber die sind ein bisschen wie Trump oder Putin. Sie interessieren sich nicht für eine regelbasierte Ordnung, sie verstehen nur die Sprache der Stärke. Und sie halten sich an der Schule für die Kings, entsprechend laufen sie durch den Gang. Auch einige andere Refis machen schlechte Erfahrungen mit ihnen. Jeder, der in ihren Augen eben als nicht stark genug oder nicht ganz ihren Vorstellungen gemäß kallibriert wahrgenommen wird, gehört verarscht.
    Da ich aber die Sprache der Stärke schwer ausüben kann, da ich keine wirkliche Handhabe habe, sehe ich keine Handlungsoptionen.

    Es ist aktuell aber auch nicht so das riesen Drama. Interessant wäre aber eigentlich die Frage, ob ich meine Beziehung zu denen wirklich ernsthaft verbessern könnte. Dafür sehe ich aber wenig Potenzial, aus genannten Gründen...

    Hast du eigentlich irgendwo die Klassenstufe angegeben? Mit nem 5 Klässler würde ich ganz anders reden wie mit einem 10 Klässler.

    Das sind Neuntklässler.

    Wie hat es geklappt heute?

    Manchmal sind sie ja im Unterricht anders als in Pausen.

    Es hat ein Kollege die Stunde übernommen, ich war bloß mit zur Aufsicht dabei. Die Situation war vielschichtig, aber es lief im Großen und Ganzen nicht schlecht. Ob dadurch nun eine Änderung eintritt, ist kaum absehbar.

    Ein Gespräch mit dem Klassenleiter hatte ich im Voraus auch, aber da wussten wir aber auch keinen wirklichen Rat, denn das Verhalten scheint bekannt. Er hatte dann angeboten, dass er nochmal mit ihnen spricht, was ich aber abgelehnt habe, weil ich der Ansicht war, dass das wenn überhaupt nur einen kurzfristigen Effekt haben und zweitens meine Autorität untergraben würde.

    Bei einem Referendar probieren sie es wahrscheinlich verstärkt. Das kenne ich auch von meiner Referendarszeit vor x- Jahren. Als Referendar würde ich es erstmal ignorieren, dann ein gemeinsames Vorgehen mit anderen Betroffenen überlegen. Bevor du mit demjenigen sprichst, der dich beurteilt, bespreche doch erst einmal das Problem mit jemandem von der Schule, der dein Vertrauen hat.

    Ich weiß von einer anderen Referendarin, bei der die das auch gemacht haben. Die hat das dann aber schnell ignoriert, und dann war es abgeklungen. Ich hab leider den Fehler gemacht, mit denen das Gespräch zu suchen, so dass denen klar war: oh seht mal, das nervt den ja wirklich! Und damit hatte ich deren unersättlichen Trollappetit geweckt. Und jetzt komme ich aus der Nummer nicht mehr raus, merke ich.

    "Bleib souverän und ignorier das. Du hast Besseres zu tun", würde jedenfalls ich sagen.

    Wäre ich kein Refi, der vom Seminarlehrer eine Beurteilung erhält, um die ich mir Gedanken machen muss, wäre es mir egaler.

    Aber gut, ein Gespräch mit der Klassenleitung halte ich für eine gute Idee, Danke!

    Danke für die vielen Beiträge hier!

    Respekt als Lehrkraft bekommt man durch Fairness und Berechenbarkeit. Auch und gerade im Brennpunkt.

    Das ist mir nicht so ganz klar, ich denke, speziell in diesem Fall gehört da noch mehr dazu. Ich hab sie zwei mal in Vertretung unterrichtet. Da lief es nicht gut, weil die Klasse anstrengend ist, eben aufgrund dieser Gruppe. Ich glaube aber nicht, dass sie das machen, weil ich ihnen gegenüber zu unfair oder zu unberechenbar wäre.

    versuchen an der Beziehung zu den Schülern zu arbeiten

    Das ist auf mehreren Gründen nicht ganz einfach, da

    * ich sie nicht unterrichte
    * Empathie bei ihnen nicht vorhanden ist und (auch von Haus aus) keine große Rolle zu spielen scheint
    * wir überhaupt nicht viben

    Ich habe auch keine Lust auf den Weg einer Machtdemonstration, aber es tut sich in deren Köpfen nichts. Das sind einfach ziemliche Barbaren, die nur diejenigen respektieren, die in ihren Augen Respekt verdient haben. Und in die Gruppe fallen Personen, mit denen ich mich beim besten Willen nicht identifizieren kann.

    Klar wissen mehrere (betroffene) Lehrkräfte an der Schule, wer das ist. Ich für meinen Teil als Referendar weiß nicht, ob es gut ankommt, wenn sie das mit ihrem Seminarlehrer und/oder der Schulleitung bespricht. Sollte ich es trotzdem ansprechen? Allerdings hat mein Seminarlehrer es einmal sogar schon mitbekommen (glaube ich - Irrtum nicht ausgeschlossen), und unterrichtet die Gruppe auch. Daher wäre er der beste Ansprechpartner. Er ist in meinen Augen aber eher so ein Macho-Typ, ich glaube er sieht es nicht besonders gern, wenn man Schwäche eingesteht. Und er muss mich beurteilen.
    Die Gruppe hatte ich schon mal zur Rede gestellt und relativ neutral gefragt, was das soll. Das war ein Fehler. Sie wissen nun, dass ich das als respektlos empfinde, und daher hat es auch nichts gebracht, dass eine ganze Weile zu ignorieren.

    Hi,

    bin an an einer Schule, wo es eine Gruppe von Trollen gibt, die Lehrkräften in den Gängen in schriller Stimme deren Nachnamen, manchmal sogar deren Vornamen, hinterherkrakeelen. Eine bewusste Provokation, die empfindsame Gemüter verständlicherweise nicht ganz unberührt lässt. Ich beobachte das inzwischen bereits an der zweiten Schule, an der ich arbeite. Scheint ein Klassiker zu sein (ich erinnere mich zu meinen Schulzeiten auch an einen Fall).

    Habt ihr Konterstrategien? Gibt es überhaupt etwas, was man dem entgegnen kann? Oder füttert man die Trolle bloß, wenn man vergeblich versucht, dieses Verhalten zu ahnden?

    LG Wechselbalg

    Falls du eine Naturwissenschaft unterrichtest, guck dir die Sammlung, das Material und die Unterrichtsräume an. Da es extrem teure Fächer sind, wird da bei vielen privaten Schulen gespart.

    Nein, aber IT. Dabei kann ich jedoch nicht behaupten, dass an meiner aktuellen staatlichen Schule in den IT-Sälen eine sehenswerte Ausstattung vorhanden wäre.

    Gibt es jemanden, der mit bei diesen Fragen behilflich sein könnte?

    Wenn nun staatlich genehmigte Ersatzschulen ggf. verbeamten können, und man potenziell wieder zurück zu staatlichen Schulen wechseln kann, dann erscheinen diese mir eine Erwägung wert, zumal das ja dann auch mit örtlicher Flexibilität verbunden sein kann (also: ich kann mir die Region aussuchen und mich an einer Schule bewerben). Verstehe ich das richtig?

    Damit wäre ja bspw. ein Nachteil ausgehoben, den städtische Schulen bieten, die zwar auch verbeamten, aber bei denen man - wie ich das verstanden habe - bspw. Pensionsansprüche verliert, wenn man von ihnen zurück an Landesschulen wechselt. An städtischen Schulen kann man sich ja auch direkt bewerben, und so quasi die Schule ggf. selbst aussuchen, aber man hat, wenn ich das richtig verstehe, einen anderen Dienstherr, nämlich die Stadt, und nicht das Land, und verliert oder reduziert daher bei einem Wechsel die Pensionsansprüche, richtig?

    Nochmal vielen Dank für die weiteren Beiträge!

    Wenn du persönlich Ideale, Haltungen, bildungspolitische Vorstellungen vertrittst, für die aus diversen Gründen kein oder in deinen Augen unzureichender Platz im staatlichen Schulwesen ist

    1. Man ist inhaltlich voll überzeugt von dem besonderen Konzept

    Das kann ich so aus dem Bauch heraus schwer sagen. Müsste ich ausprobieren.
    Manchmal merkt man ja erst nach ein paar Monaten oder einem halben Jahr, "wo der Schuh drückt".
    Manchmal vielleicht erst viel später, wenn man einen Erkenntnisprozess durchgemacht hat. Mit 37 Jahren wie in meinem Fall muss man es sich aber gut überlegen, ob man irgendwo "herumexperimentiert" und ausprobiert.
    Gegen kleinere Klassen habe ich natürlich nichts einzuwenden. Ich könnte jetzt aber nicht behaupten, dass ich bspw. das Montessori-Konzept total großartig finde und deshalb an so einer Schule arbeiten wollte - ich glaube, das müsste ich erst mal gründlich erlebt haben und mitten drin gewesen sein. Und dann kann das wiederum von Schule zu Schule wieder anders sein. Grundsätzlich bin ich offen für alternative pädagogische Konzepte, aber ob sie ausschlaggebend werden für meine Entscheidung, ist die Frage. Wobei man da ja mitunter auch an staatlichen Schulen auf anscheinend sehr alternative und interessante Konzepte stoßen kann (wenn man Glück hat).

    So, nun gibt es also, wie es das verstehe, diese beiden Privatschultypen:
    * Staatlich genehmigte Ersatzschulen
    * Staatliche anerkannte Ersatzschulen

    Die Kirchlichen lasse ich jetzt mal außen vor, ich bin aus der Kirche ausgetreten, diese Option kann ich vermutlich abhaken.
    Und dazwischen und daneben gibt es nichts mehr, oder?

    Wenn nun staatlich genehmigte Ersatzschulen ggf. verbeamten können, und man potenziell wieder zurück zu staatlichen Schulen wechseln kann, dann erscheinen diese mir eine Erwägung wert, zumal das ja dann auch mit örtlicher Flexibilität verbunden sein kann (also: ich kann mir die Region aussuchen und mich an einer Schule bewerben). Verstehe ich das richtig?

    Damit wäre ja bspw. ein Nachteil ausgehoben, den städtische Schulen bieten, die zwar auch verbeamten, aber bei denen man - wie ich das verstanden habe - bspw. Pensionsansprüche verliert, wenn man von ihnen zurück an Landesschulen wechselt. An städtischen Schulen kann man sich ja auch direkt bewerben, und so quasi die Schule ggf. selbst aussuchen, aber man hat, wenn ich das richtig verstehe, einen anderen Dienstherr, nämlich die Stadt, und nicht das Land, und verliert oder reduziert daher bei einem Wechsel die Pensionsansprüche, richtig?

    Vielen Dank.

    Wenn das Bild überall so gemischt ausfällt und die Privatschullehrer finanziell tendenziell eher den kürzeren ziehen, dann würde mich vor allem noch eine Frage interessieren:

    Unter welchen Umständen, würdet ihr sagen, lohnt es sich unbedingt, darüber (also über eine Anstellung an einer Privatschule) nachzudenken?

    Guten Morgen,

    soweit erstmal meine Rückfragen:

    - Bezahlung, es ist einfach finanziell deutlich attraktiver

    Was heißt das konkret in Zahlen?

    - teilweise deutlich herausforderndere Klassen

    Meinst du hier die staatlichen oder die Privatschulen?

    - in der letzten Schule: eine Schulleitung, die eher auf Seite der Schüler stand und hier sehr viel durchgehen ließ.

    - in der letzten Schule: ein Kollegium, das leider nur teilweise kompetent war, was dann zu sehr anstrengenden Situationen im Alltag geführt hat.

    - in der letzten Schule: ein Kollegium, dass die Leistungserwartungen sehr stark abgesenkt hat. Das war mir persönlich dann einfach zu viel.

    Meinst du hier mit "letzter Schule" eine Privatschule?

    Dem ist noch hinzuzufügen, dass auch an staatlich anerkannten Privatschulen eine Verbeamtung möglich ist.

    Woran kann man Schulen erkennen, die diese Möglichkeit bieten?

    Die Bezahlung ist Verhandlungssache,

    Findet dann wirklich eine Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch statt, wie man sie aus der Privatwirtschaft kennt? Mit welchen Argumenten kann man hier seine Verhandlungsbasis stärken?

    aber meist schlechter an staatlichen Schulen.

    Heißt das: im Einzelfall womöglich besser als an staatlichen Schulen? Frage eher aus Neugier.

    Tipp, schau dich um, wenn es soweit ist. Eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht. Du musst dich wohlfühlen.

    Das ist ja ein ziemlich weites Feld. Wie könnte ich diese Suche etwas eingrenzen? Gibt es da irgendeinen zentralen Verband, an den man sich mal wenden könnte?

    Guten Abend,

    und vielen Dank für die bisherigen Antworten!

    Vielleicht bringt es dir was, sonst frag gerne noch nach.

    Ja, und ich würde gern auch noch Rückfragen stellen.

    Alle Infos helfen mir weiter. Natürlich kann so allein die Entscheidung nicht herbeigeführt werden, aber mit der Zeit setzt sich dann wahrscheinlich ein BIld zusammen. Ich habe aber nun gerade so viel um die Ohren, dass ich voraussichtlich erst am Wochenende dazu komme, nochmal Rückfragen zu stellen...

    Danke & Beste Grüße

    Forumsnutzer

    Hallo,

    aktuell bin ich einjährig befristet angestellt an einer Realschule in Bayern. Im Herbst geht es in den Vorbereitungsdienst.

    Gelegentlich denke ich in letzter Zeit darüber nach, wohin danach die Reise gehen soll.

    Bislang habe ich mich noch nicht festgelegt, ob ich danach im staatlichen Schulwesen unterkommen möchte, oder ob ich nicht stattdessen mein Glück an einer Schule in freier Trägerschaft versuchen soll.

    Gründe für diese Erwägung sind bspw.:

    • Ggf. interessante pädagogische Möglichkeiten
    • Ggf. mehr örtliche Flexibilität
    • Ggf. besser ausgestattete Schulen mit ggf. kleineren Klassen
    • etc.

    Demgegenüber stehen natürlich bpsw. höchstwahrscheinlich finanzielle Nachteile, keine Verbeamtung, kein Pansionsanspruch, usw.

    Gibt es hier Lehrer, die an Privatschulen unterrichten und mir zu dieser Fragestellung ein paar Denkanstöße geben könnten? Unter welchen Umständen, würdet ihr sagen, lohnt es sich unbedingt, darüber nachzudenken?

    Oder die beide Welten kennen und eindeutig zu einer von beiden Seiten tendieren (und erklären können, warum)?

    Beste Grüße

    Forumsnutzer

    Das sieht sehr hilfreich aus. Vielen Dank!

    Allerdings bin ich nicht sicher, ob die Schüler (oder meine Vorgesetzte) das verstehen würden, weil (so viel ich gesehen habe) diese Notation an unserer Schule gar nicht üblich ist. Muss ich mal besprechen, wenn sich Zeit dafür findet.

    Hallo,

    Danke für die Beiträge. Die letzten Tage waren sehr voll, daher komme ich erst jetzt zum Antworten.

    Zitat
    Zitat von Zauberwald Ich habe es so verstanden, dass nach Korrekturzeichen gefragt wird, also mit welchem Zeichen man beispielsweise einen zu großen Abstand kennzeichnet oder einen fehlenden Bindestrich usw...

    Ja, genau darum geht es mir. Ich muss mich da Vorantasten mit dem, was ich bisher so gesehen habe. Aber ich denke, da wäre noch "Luft nach oben". Und dafür suche ich verlässliche Quellen, die zeigen, wie man es richtig machen kann.

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