Mein schlimmstes Erlebnis .... hm, für mich war es eigentlich nicht schlimm. Ich wusste ja, was los war. 
Vor Jahren wurde an meiner alten Schule, wo ich Konrektor war, die Sprechanlage neu gemacht. Eines Tages ging ich nachmittags durch die Schule, als ich zwei Techniker an der Anlage sah. "Wir machen nur ein paar Tests, ob alles geht", sagten sie zu mir. Ich nickte ihnen zu, ging wieder ins Büro und vertiefte mich wieder in meine Arbeit. (Was auch immer gerade anlag.)
Irgendwann knackste es ein wenig in der Leitung.
Ein paar Minuten später ging der Amok-Alarm los. Ich dachte mir noch "Okay, läuft", als schon das Telefon im Büro klingelte.
Es war eine Mutter. Sie saß mit einer Kollegin in deren Klasse und wollte mich auf Bitten der Kollegin fragen, ob alles okay sei.
Noch während des Gesprächs klopfte es an der Tür. Die Referendarin stand vor der Tür. Ihre Mentorin (eine andere Kollegin) säße mit einer Mutter im Klassenraum und hätte sie geschickt, damit sie nachschaut, ob alles okay wäre.
Praktischerweise hatten die Techniker beim Testen den Amokalarm ausgelöst, als gerade Elternsprechtag war.
Ich habe mir denn die Sprechanlage geschnappt und eine Nachricht rausgeschickt: "Liebe Kolleginnen - es ist alles okay. Das war nur ein Test der Sprechanlage. Und liebe Techniker: könnten Sie vor dem nächsten Alarm bitte erst Bescheid geben? Danke."
Okay - ich hätte auch dran denken können. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass die den Amokalarm drücken. Hätte ich vielleicht sollen.
kl. gr. frosch
P.S.: ein Tagesordnungspunkt bei der nächsten Konferenz war dann übrigens "Richtiges Verhalten im Amok-Fall". Denn die Kolleginnen haben irgendwie alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Nur eine Kollegin nicht. Sie erzählte mir hinterher, wie sie beim ertönen des Alarms vorsichtig und ohne Panik zu erzeugen mit der Mutter vom Fenster und der Tür wegerutscht ist, um sicherer zu sein.
Nachtrag: seitdem weiß ich übrigens auch, dass der Amokalarm nicht automatisch die Polizei verständigt.