Beiträge von Tingelteacher

    Wen fragst du?

    Ich meinte, dass es inhaltlich da im Kern keinen großen Unterschied gibt zwischen Ethik und Religion. Der wesentliche Unterschied ist struktureller Natur, eben dass letzteres als Schulfach Verfassungsrang hat und mit externem Input passiert.

    Dreieinigkeit und so... gelle.

    Ja schon, aber das Stellvertretertum ist durchaus spezifisch auf Christus ausgelegt ("Vicarius Iesu Christi"), also den Sandalen-Hippie der mal kurz Kippen holen ist, während Gott Vater keinen Stellvertreter braucht weil er rund um die Uhr im Dienst ist wie so'n Beamter... ;)

    Unterwerfung unter einen allwissenden, unfehlbaren Vertreter Gottes auf Erden

    Ich nehme an, du meinst den Papst, aber der ist nicht "allwissend", nur unter sehr spezifischen Bedingungen (und bisher genau ein Mal) unfehlbar, und außerdem auch nicht Vertreter Gottes sondern Vertreter Christi (in dessen Eigenschaft als irdischer Hirte der Glaubensgemeinschaft).

    Der wesentliche Unterschied ist für dich ( Quittengelee) also, dass Ethikunterricht zur Urteilsbildung, Orientierungskompetenz und verantwortlichem Handeln führt, wohingegen der Religionsunterricht lediglich den religiösen Grundsätzen folgt.

    Was du aufzählst sind alles auch religiöse Grundsätze...?

    Also so schlecht ist das nicht, was Trump da fordert, entspricht es doch ziemlich genau dem, was in unserem Wahlsystem seit Jahrzehnten Standard ist.

    Nein, denn wir nutzen den Personalausweis bzw. Reisepass bei einer ganzen Reihe von Anlässen, von der Paketabholung über den Abschluss eines Handyvertrages bis zur Polizeikontrolle oder eben dem Wahltag*. In den USA gibt es das so nicht, bzw. es ist völlig gängig dafür andere Dokumente zu verwenden (meistens den Führerschein, manchmal aber auch einfach die Stromrechnung). Der Effekt ist nun, dass durch ein neues Erfordernis Menschen gezwungen werden, sich ein bestimmtes Dokument zu besorgen das sie sonst nie brauchen werden, und dessen Erwerb mit Kosten und Aufwand verbunden sind (Nachweisdokumente besorgen und ggfs. beglaubigen lassen, Wegezeiten zu einer Behörde die ggfs. nur ein schlecht erreichbares Büro hat, dafür evtl. auch noch einen Urlaubstag nehmen müssen, ...). Einige republikanische Staaten sind auch bewusst sehr selektiv darin, was sie als ID akzeptieren (beispielsweise den Mitgliedsausweis der NRA aber nicht den Studentenausweis der Uni, weil sie dahinter jeweils eine entsprechende Wählerklientel vermuten). Oftmals sind es dann gerade ohnehin wahlscheue Minderheiten in prekären Beschäftigungssituationen, die damit schlicht abgeschreckt werden. Und das ohne dass die bisherige Praxis ein relevantes Problem erkennen lässt das tatsächlich abgestellt werden müsste (Wählerbetrug kommt vor, aber landesweit in ungefähr zweistelliger Fallzahl über ein Jahrzehnt hinweg).

    * Ich sitze seit vielen Jahren an Wahltagen hinter so einem Tisch und wir haben noch nie von jemandem einen Perso verlangt wenn eine Wahlbenachrichtigung vorgezeigt wurde. Manche haben den schon von sich aus parat, dann schauen wir aus purer Höflichkeit drauf weil die sich halt den Aufwand des Vorzeigens gemacht haben.

    ich fände es sinnvoll, wenn man schon so weit denkt, dass jemand kann, der die Klasse auch unterrichtet, dass diese Person eben eine zusätzliche Stunde zur Verfügung bekommt

    Das sehe ich auch so, aber das würde dann ja keine Mehrarbeitsstunde mehr vermeiden. (Denkt denn keiner an die Steuerzahler!!!1!)

    Das läuft wie folgt: ein Kollege meldet sich krank. Folglich fallen die entsprechenden Stunden aus. Da in der Unterstufte keine Freistunden zulässig sind (ebenso: Kinder müssen in der 2. Std und in der 5. Std Unterricht haben, in der ersten und sechsten Stunde ist Ausfall möglich - so zumindest an diesem Gymnasium), werden Stunden einer anderen Lehrkraft vom Folgetag (oder einem anderen Tag innerhalb der nächsten Woche) vorgezogen,

    Läuft bei uns auch so, wenn eine passende Stunde existiert in die geschoben werden kann. Beispiel: Lehrkraft X meldet sich krank und hätte die Klasse in der 3. Stunde. In dieser Stunde hat Lehrkraft Y, die die Klasse zwei Tage später in einer Randstunde unterrichtet, Bereitschaft oder eine Springstunde. Die Stunden der beiden Lehrkräfte werden getauscht, in der 3. unterrichtet nun Lehrkraft Y, und in der Randstunde zwei Tage später haben die Klasse und Lehrkraft Y frei.

    Ich persönlich finde das nicht gut, denn zum einen kann es vorkommen, dass ich erst morgens in der Schule erfahre dass eine Stunde auf den betreffenden Tag vorverlegt wurde, und zum anderen mache ich in einer Bereitschaftsstunde viel lieber eine Vertretung, allein schon mit Blick auf die Bagatellgrenze...

    JEDER Kollege hat vor Unterrichtsbeginn die Aufsicht über seine Klasse - nicht nur die eingeteilte Hofaufsicht.

    Hier gibt es eine Hof- und eine Gangaufsicht. Letztere schließt bei Bedarf Klassenräume auf, damit die Schülerschaft sich nicht in den Gängen drängt, und ist damit zeitweise sogar alleine für eine komplette Etage (12-15 Räume) zuständig, vor allem vor der 1. Stunde. Unterrichtende Lehrkräfte haben ab Stundengong die Verantwortung für ihre jeweilige Klasse (oder eben ein paar Minuten früher wenn sie schon da sind).

    Dann steigen die Schüler, die auf die andere Weserseite müssen, aus, laufen über die Brücke und steigen in den jeweils anderen Bus auf der anderen Weserseite wieder ein.

    Ja aber es könnte doch regnen! Und der Umweg für die Busse ist womöglich immer noch billiger als die kaputte Brücke zu überdachen...

    Um die Menge an krankheitsbedingten Fehlzeiten einzudämmen, verhängen wir deswegen nach einer bestimmten Anzahl an Fehlzeiten im Quartal/Halbjahr und individueller Betrachtung eine Attestpflicht, so dass zumindest die Krankheitstage als solche von ärztlicher Seite gedeckt sind.

    Funktioniert das zuverlässig? Hier scheitert es vermehrt daran, dass manche Praxen sich schlicht weigern Atteste auszustellen weil das zu viel Aufwand sei.

    Fehlzeiten durch spontane Arztbesuche, die eben nicht vorher beantragt wurden, sind unentschuldigt.

    Auch wenn hinterher eine Bescheinigung "war von ... bis ... bei uns in der Praxis" vorgelegt wird?

    Ich habe für mich festgestellt, dass es insgesamt vorteilhaft ist eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn (ich habe meist zur 1. Stunde) im Gebäude zu sein. Um diese Zeit sind die Straßen meist noch angenehm frei, ich muss auch nicht vor dem Kopierer Schlange stehen und kann noch Dinge vorbereiten oder bei einem Käffchen plaudern. Es verhindert, dass der Tag schon gestresst anfängt.

    Ist es bei euch eigentlich auch so, dass, wenn ihr Exkursionen habt, die Vertretungslehrer verlangen, dass ihr in den Fachklassen, in denen ihr an diesem Tag nicht seid, vorbereitetes Material hinlegen sollt?

    Nicht die Vertretungslehrkräfte verlangen das, sondern die SL. Soweit der Abwesenheitsgrund nicht plötzliche Krankheit ist, sollen immer Vertretungsaufgaben gestellt (und je nach Aufgabe mindestens als Kopiervorlage eingereicht) werden. Es gibt aber durchaus auch Leute, die dann je nach Jahrgang einen Stapel kopierte Mandalas oder Stadt-Land-Fluss-Formulare bereitlegen.

    dann wirken alle diese Tätigkeiten, wenn man sie ernst nimmt und den Gestaltungsraum nutzt, stark auf der pädagogischen und Beziehungsebene zurück in den Unterricht und letztlich auch auf den Lernerfolg der Schüler

    Ja. Ich mache sehr gerne Vertretungsunterricht, weil ich dann Klassen nochmal ganz anders kennenlernen kann als in meinen eigenen Stunden. Die freiere Atmosphäre und der Einblick in Talente und Entfaltungen vermitteln oft ein besseres Bild und können nützliche Anknüpfungspunkte schaffen.

    Manches an dem Film fand ich auch unrealistisch - z.B. dass die Schüler die Schülerzeitung mit dem Interview einfach so, ohne vorherige Prüfung, auf dem Schulgelände verkaufen durften.

    Für NRW gilt (§45 III Schulgesetz ) :

    "Die Schülerinnen und Schüler haben das Recht, Schülerzeitungen herauszugeben und auf dem Schulgrundstück zu verbreiten. Schülerzeitungen sind Zeitungen, die von Schülerinnen und Schülern einer oder mehrerer Schulen für deren Schülerschaft herausgegeben werden. Sie unterliegen nicht der Verantwortung der Schule. Herausgabe und Vertrieb der Schülerzeitung bedürfen keiner Genehmigung. Eine Zensur findet nicht statt."

    Jeder Kollege benötigt natürlich ebenfalls ein Dienstgerät mit der zugehörigen Lehrerversion der App.

    Das ist bei uns lustig, weil der Schulträger zwar die Oberstufe ausgestattet hat, ansonsten aber ausdrücklich die Auffassung vertritt, dass Lehrkräfte halt Landesbedienstete seien und deshalb das Land für deren Ausstattung zuständig sei. Im Ergebnis hat also die Schülerschaft iPads aber die Lehrkräfte nur insoweit wie noch Geräte aus dem Corona-Topf von 2021/22 da sind (die mangels Speicherplatz nicht mehr updaten können), oder halt privat gekaufte die aber nichts ins MDM dürfen und daher die anderen Geräte nicht steuern können.

    Die Klassenszenen fand ich unterschiedlich stark realistisch, teils wirkten sie etwas gekünstelt, teilweise ziemlich authentisch.

    Ich hatte im Grunde schon nach ein paar Minuten die Nase voll von den künstlichen und hölzern vorgetragenen Dialogen. (Haben die Darsteller sich selbst nachsynchronisiert oder so?) Das blieb im weiteren Verlauf auch anstrengend, so dass ich erstmal abgebrochen habe.

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