Die Frage nach dem konkreten Nutzen aus einem Unterrichtsgegenstand kann man in jedem Fach zu jedem beliebigen Unterrichtsgegenstand stellen und die Situationen so konstruieren, dass man dieses Wissen wahlweise braucht oder nicht braucht.
Ich erinnere mich an ein Schreiben, das eine ehemalige Schülerin aus der Behörde bekommen hat, als sie tatsächlich dort einmal nachgefragt hatte.
Sinngemäß: "Das Gymnasium vermittelt eine breite Allgemeinbildung, die es einem ermöglicht, ein Studium gleich welcher Fachrichtung aufzunehmen und die Entscheidung bei Bedarf im Falle einer falschen Wahl auch nachträglich zu revidieren."
Soviel zur Legitimation von Unterrichtsgegenständen.
Als Musiklehrer muss einem klar sein, dass man Theorie nie um ihrer selbst willen macht sondern immer, um Phänomene zu beschreiben, zu erklären, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und auf andere Situation zu übertragen etc. oder um selbst entsprechend zu musizieren.
Aufgrund des Umstands, dass Musiktheorie für immer mehr SchülerInnen aufgrund fehlender aktiver Musikerfahrung ein Abstraktum bleiben wird, tut man sich auch als Lehrkraft keinen Gefallen, seine SchülerInnen damit mehr als unbedingt nötig zu belasten.
Es fällt mir mitunter schwer, aber auch ich muss mich dieser Realität stellen.