Beiträge von Herr Rau

    Meine schlimmsten Geschichten sind völlig harmlos und völlig uninteressant. (Ein Brief wegen zu teurer Schullektüre, ein Brief wegen Unzufriedenheit mit dem Notenschlüssel einer Schulaufgabe.)


    Ist es so, dass es an der Grundschule da wesentlich härter zugeht, eben weil es mit Klauen und Zähnen um den Übertritt ans Gymnasium geht? Oder weil die schwierigen Schüler gar nicht erst ans Gymnasium kommen/gelassen werden (wie auch immer man das sieht)?

    Bei mir geht es über "Einfügen/Film und Sound/Film aus Datei". Dabei wird der Film standardmäßig nicht im Powerpoint-Dokument gespeichert, es wird lediglich auf die Datei auf der Festplatte verlinkt (die dazu sinnvollerweis eim gleichen Verzeichnis wie das Powerpoint-Dokument liegen sollte).
    Der Film startet entweder automatisch oder auf Mausklick.


    Alternative: "Einfügen/Objekt/Aus Datei erstellen", dann die Filmdatei suchen und auswählen. Das Ergebnis sieht dann ein bisschen anders aus.


    Weiter Möglichkeite: "Einfügen Hyperlink", und auf die avi-Datei verweisen. Abgespielt wird die Datei (die wieder im gleichen Verzeichnis sein sollte, wenn die Präsentation dann später auf einen Rechner gebracht werden soll) dann nicht in Powerpoint, sondern über das eingestellte externe Programm, meist der Windows Media Player.


    Es kann aber sein, dass man vorher an Powerpoint irgendwas einstellen muss, was ich vor Jahren getan habe und jetzt nicht mehr weiß. :(

    Ich hab das mal mit einer 5. Klasse zu "Der Hobbit" gemacht, allerdings nicht mit dem Computer, sondern auf Papier.
    Wir entwarfen (gemeinsam?) eine große Landkarte mit verschiedenen Gegenden, einen Ausgangspunkt (Hobbingen) und ein Ziel. Die Strecke dazwischen wurde in etwa 5 Bereiche aufgeteilt; jede Schülergruppe bekam einen Bereich und war nur für ihren Bereich zuständig. Jede Gruppe musste nur mit der folgenden Gruppe klären, wo der Übergang stattfinden sollte. (Außerdem, für Fortgeschrittene, konnten Gruppen auf dem späteren Teil der Reise bei den früheren Gruppen bitten, die Spielfigur bestimmte Gegenstände finden zu lassen, die dann später gebraucht wurden.)
    Jede Gruppe illustrierte ihren Teilbereich.


    Jede Gruppe benutzte eigenen Nummern (wenn du dich für X entscheidest, lies weuiter bei Nr. 34, wenn Y, Nr. 17), ich als Lehrer hab es dann übernommen, die Texte in einem Word-Dokument zu sammeln und alle Nummern neu zu verteilen und zu mischen. Letztlich waren es 81 Punkte. Das war ein bisschen Fieselarbeiten.


    Ein paar Bilder dazu hier:
    http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/05/hobbit-heft.htm


    Probleme:
    1. Der Plot war nicht sehr spannend; innerhalb jedes Teilbereichs gab es Variationen, aber an den Schnittstellen traf man sich immer wieder. Zu linear, aber das ist ein grundsätzliches Problem.
    2. Zu häufig gab es nur einen richtigen Weg bis zur nächsten Station, und die anderen endeten oft abrupt und für den Leser-Spieler kaum absehbar mit einem: "Dir lauert eine Gruppe Trolle auf. Du bist tot." (Oder mit einem ähnlich abrupten: "Du triffst eine Hobbit-Frau und beschließt, die Reise abzubrechen und zu heiraten. Ende.")


    Hat aber Spaß gemacht.

    Zitat


    Auch diese E-Arbeit hatte wieder 5 Teile: 3/4 Seite Diktat (unbekannter Text), 2 Teile Grammatik (Verbformen, If-clauses, Einsetzübung), 1 Teil "freie Übersetzungen, letzter Teil frei zu schreiben zu einem Thema.
    Zeit : 45 min.


    So habe ich's aber auch noch im Referendariat beigebracht bekommen. (Natürlich hängt das vom Umfang der Grammatikübungen ab.) Inzwischen bin ich vom Diktat abgekommen, aber das hat andere Gründe. Üblich ist das also schon.


    Dass die Signalwörter nicht geübt wurden, kann ich mir nicht vorstellen. Deshalb führt man die doch überhaupt erst ein.

    "Und wie gesagt, "ever" ist ein typisches Signalword für das Present Perfect, und da ist simple past falsch."


    Jaaaa... schon. Aber was macht man dann mit Bing Crosby und Frank Sinatra in "High Society", wenn sie ihre Nummer singen: "Did you evah?" Oder dem Film: "The Man Who Never Was"?


    Das British National Corpus hat unter dem Suchstring "did you ever" 206 Belege aus 143 Texten, unter "have you ever" 602 Belege aus 396 Texten.


    Ich sehe es ein, dass man der Einfachkeit halber den Schülern das "did you ever" verbietet. Ohne diese Strenge könnte man das den Schülern wohl nie richtig beibringen. Aber unwohl ist mir dabei schon immer.

    >>"Hat deine Mannschaft schon einmal gewonnen? " "Ja."


    Vermutlich möchte die Lehrkraft hören:
    "Has your team ever won?" "Yes, it has."


    Im Alltagsenglisch hört man sicher auch als Antwort: "Yes, they have", wobei man halt vom grammatischen Singular über einen gedanklichen Zwischenschritt in den Plural gesprungen ist. Völlig akzeptabel, finde ich.


    Genauso richtig finde ich Lauras "Did your team ever win before", obwohl man den Schülern gerne mal beibringt, dass bei "ever" das present perfect steht und nicht das simple past. Und das stimmt ja auch meistens, nur eben keinesfalls immer. Die beiden englischen Übersetzungen bedeuten ja auch nicht genau das gleiche.


    In beiden Fällen finde ich die Übersetzung etwas, hm, dramatischer als im Deutschen, aber darum geht es hier wohl nicht.


    -- Soweit ich weiß, ist es ein Streitpunkt, ob man Schülern richtige Sätze (also solche, die von genügend vielen Sprechern als korrekt akzeptiert werden) als falsch anstreichen sollte, wenn die Schüler dadurch zeigen, dass sie den Stoff nicht gelernt haben.
    Man bringt den Schülern etwa mühsam bei, dass bei "ever" present perfect stehen muss, und nicht simple past. In der Schulaufgabe prüft man das ab, und es geht wild durcheinander. Unter anderem eben auch bei Fällen, wo ein Muttersprachler durchaus auch mal simple past benutzt.


    (Selber finde ich, man sollte das dann so gut wie nie als Fehler zählen. Wenn man schon solche Aufgaben stellt.)


    Nachtrag: Tja, haben wir wohl alle gleichzeitig gepostet.

    Langfristig halte ich das für sinnvoll. Aber einstweilen stimme ich Britta zu: Ich bräuchte einen Platz zum Arbeiten und für Materialien. Gerne auch einen großen Raum pro Fachschaft, je nach Größe der Schule. Für unsere 20 Englischlehrer reichte ein Klassenzimmer - mit mehreren PCs und Internetanschluss und den entsprechenden Möbeln.
    Das wird aber kaum machbar sein.

    Wohl ohne Üben zu schwer:


    Spenser: Sonnet XV


    Ye tradeful merchants, that with weary toil
    Do seek most precious things to make your gain,
    And both the Indias of their treasures spoil,
    What needeth you to seek so far in vain?
    For lo! my love doth in herself contain
    All this world's riches that may far be found-
    If sapphires, lo! her eyes be sapphires plain;
    If rubies, lo! her lips be rubies sound:
    If pearls, her teeth be pearls both pure and round;
    If ivory, her forehead ivory ween;
    If gold, her locks are finest gold on ground;
    If silver, her fair hands are silver sheen.
    But that which fairest is, but few behold,
    Her mind, adorned with virtues manifold.


    (Und irgendwann dann für alle dazu: )


    William Shakespeare: Sonnet 130


    My mistress' eyes are nothing like the sun;
    Coral is far more red than her lips' red;
    If snow be white, why then her breasts are dun;
    If hairs be wires, black wire grow on her head.
    I have seen roses damasked, red and white,
    But no such roses see I in her cheeks,
    And in some perfumes is there more delight
    Than in the breath that from my mistress reeks.
    I love to hear her speak, yet well I know,
    That music hath a far more pleasing sound.
    I grant I never saw a goddess go;
    My mistress when she walks treads on the ground.
    And yet by heaven I think my love as rare
    As any she belied with false compare.

    Zitat

    In "Der Mann, der zu viel wußte, starb eines grausigen Todes." ist "Der Mann, der zu viel wußte," das Subjekt.


    Finde ich auch, Lateinlehrereinspruch hin oder her. Es besteht aus einem Kern (Substantiv Mann), attribuiert durch einen Artikel vorn und einen Relativsatzsatz hinten. Der Relativsatz ist dabei ein Attributsatz. Er besteht selbst wieder aus Prädikat und anderen Satzgliedern. Das ist aber doch in Ordnung?


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    Kommas: Kommas haben nichts mit Satzgliedern zu tun. Keinesfalls ist ihre Aufgabe, Satzglieder voneinander zu trennen. Kommas trennen Aufzählungen und vor allem: Sätze von einander. Zwischen *Sätzen* stehen Konjunktionen und/oder Kommas. Zwischen Satzgliedern nicht - außer, ein Satzglied ist durch einen Satz repräsentiert, wie im Subjektsatz (Wer das liest, ist doof) oder Objektsatz (Ich weiß, wer das war) oder Adverbialsatz.


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    Max: Grammatiken beschreiben nicht eindeutig natürliche Sprachen, zumindest: lebende Sprachen. Jede Grammatik ist nur eine Näherung. Dass das Deutsche die lateinische Näherung nicht übernommen hat, ist oft gar nicht mal hilfreich.
    Beispiele und Argumente auf Wunsch, ich habe viele davon. (Dazu kommt, dass bei Sprechern nicht in jedem Fall Einigkeit über die Richtigkeit von Konstruktionen vorliegt.)
    Welche Grammatik einer Sprache man heranzieht, hängt vom Verwendungszweck ab. Schulgrammatiken etwa sollen vor allem Schülern die Rechtschreibung und das Erzeugen korrekter Sätze erleichtern, nicht Sprache genauestmöglich beschreiben.


    Grammatiken sind Modelle natürlicher Sprachen.


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    "Ich freue mich darüber, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad fahren kann. "


    Als Valenzgrammatiker gehe ich vom Prädikat aus. Das ist, schon wieder Geschmackssache, "freuen/sich freuen". Dieses Verb verlangt ein Subjekt+ein reflexives Akkusativobjekt (je nach Definition), dazu entweder nichts (auch hier hkönnte man streiten), oder ein Genitivobjekt oder ein Präpositionalobjekt. Weitere Möglichkeiten lässt dieses Verb nicht zu.
    Daneben kann man nach Belieben Adverbialen ergänzen. Die kann man aber jeweils weglassen, ohne dass sich der Sinn ändert.
    "Darüber, dass...." *ist* ein Satzglied, einverstanden? Umstell-, Ersatz-, Spitzenstellungstest. Genitivobjekt fällt weg, also bleibt Adverbiale oder Präpositionalobjekt. Ist es eine Umstandsangabe oder nicht?
    Gehört es eher zu "Ich warte auf der Bank" (mit Adverbiale am Schluss) oder "Ich warte auf den Freund" (mit Präpositionalobjekt am Schluss)? Hier kann man vielleicht diskutieren.


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    Tschuldigung, nächstes Mal wieder kürzer. :rolleyes:

    Je nach Grammatik gibt's vielleicht verschiedene Antworten, da jede Grammatik nur eine Annäherung an die echte Sprache ist.


    Aber nach meiner Analyse ist erst mal:


    "darüber, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad fahren kann"


    ein ganzes Satzglied. Umstellprobe (bleibt zusammen) und Spitzenstellungstest (kann im Hauptsatz vor dem finiten Verb stehen) weisen darauf hin. "Darüber" ist durch den folgenden Attributsatz näher bestimmt ist.


    Was für ein Satzglied diese ganze Konstruktion nun ist... hm. Subjekt, Prädikat und Prädikativ sowieso nicht. Bleiben Adverbiale und Objekt. "Ich freue mich der Tatsache...": Ein seltenes Genitivobjekt. "Ich freue mich über die die Tatsache": Präpositionalobjekt. Und was ist mit: "Ich freue mich darüber"?


    Mein Wörterbuch nennt "darüber" ein Adverb. Dann bliebe fast nur Adverbiale als Satzglied für die ganze Konstruktion.

    Für eine richtig schön vollständige Homepage braucht man technisch, finde ich:
    - eine eigene Domain (z.B. www.meine-schule.de)
    - reichlich Webspace (100-500MB) und Traffic
    - reichlich eigene E-Mail-Konten (lehrer1@meine-schule.de, lehrer2@meine-schule.dedirektorat@meeine-schule.de...)
    - die Anbindung an eine SQL-Datenbank und die Möglichkeit, eigene PHP-Skripte zu installieren - das braucht man für die meisten CMS/Redaktionssysteme, und ohne das würde ich heute keine Homepage mehr erstellen; da gibt's kleine blogartige Software oder große Projekte wie Mambo - alles kostenlos und mit großer Fangemeine


    Das gibt's alles für 5 Euro im Monat. Bei billigeren Anbietern wäre ich vorsichtig, wenn die plötzlich zumachen ist alles futsch.
    Bei 1und1 und T-Onlione kann man keine eigenen PHP-Skripte/SQL-Daten erstellen.


    Ich selber habe zwar meinen Internet-Zugang bei 1und1, aber meine Domains bei einem der 5-Euro-Anbieter. Da gibt's mehrere gute.

    Ach ja, eines gibt es noch, und das mache ich auch gelegentlich: Arbeiten im Computerraum. Texte hören und lesen können sie bei http://www.voanews.com/specialenglish/. Seiten mit verschiedenen Grammatikaufgaben gibt es auch einige; mit HotPotatoes können Schüler selber Aufgaben erstellen.
    Eigene Hörverstehenstexte gebe ich als mp3 auf die Festplatte, so dass immer zwei Schüler sich ein Paar Kopfhörer/zwei Paar Kopfhörer (mit Verteilerstecker) teilen können und Art, Anzahl und Wiederholungsrate der Texte selbst bestimmen können.


    Zumindest ging das früher, als wir noch Ton im Computerraum hatten. Aber unser Systembetreuer hielt den nicht für nötig.

    Ich war im Urlaub und komme erst jetzt dazu, mich mit diesem thread zu beschäftigen. Ich habe gerade auch eine 9. Klasse, Gymnasium allerdings, und da gehen die Leistungen weit auseinander. Das hängt sicher nicht in erster Linie mit dem Unterricht der letzten Jahre zusammen, sondern mit Motivation und Fähigkeit und dem Lehrplan bzw. der Art seiner Anwendung: Nennenswerte Binnendifferenzierung gibt es bei uns nämlich nicht. Einmal im Jahr ein Stationenlernen, das war's. Insofern bin ich für Timms Ideen dankbar.


    Ich kann nur beitragen, was ich dieses Schuljahr gemacht habe: Stationenlernen mit verschieden Arbeitsblättern. Außerdem dürfen die guten Schüler bei mir im Unterricht englisch lesen, statt meinem Unterricht zu folgen. Das gilt für etwa 8 Schüler, die ihre Zeit wirklich besser nutzen könnten, als dem Unterricht für die anderen 22 zu folgen. Die Klasse hat nichts dagegen. Am Anfang wurde das genutzt, inzwischen ist das eingeschlafen.


    -- Ich habe Schüler und Schülerinnen, die keine Vokabeln lernen, aber eine tolle (amerikanische) Aussprache haben und sehr flüssig und teilweise idiomatisch reden können. (In höheren Klassen werden die alle nur Noten zwischen 3 und 4 kriegen, prophezeie ich.)
    Ich habe stille und gehemmte Schüler und Schülerinnen, die fleißig sind, wenig reden, aber tolle Texte schreiben.
    Ich habe Schüler und Schülerinnen, die fast alles können. (Und das in anderen Fächern auch noch. Die Welt ist ungerecht.)
    Ich habe Schüler, die niemals present perfect verwenden und kein Dritte-Person-s machen.
    Und alles mögliche dazwischen.


    1. Was ich gerne hätte, wäre ein Buch mit Grammatikaufgaben und Lösungen dazu.
    2. Der Grund, warum wir so am Buch kleben (und das ist es, was zu fehlender Differenzierung führt), ist der, dass die Vokabeln für das nächste Jahr gelernt werden müssen. Darauf möchte sich der nächste Lehrer verlassen. Wenn es andere Methoden gäbe, die geschätzt 500 Vokabeln der 9. Klasse zu lehren/lernen, könnten wir uns vom Buch lösen.
    Diese anderen Methoden gibt es, aber ich habe nicht die Zeit, sie zu suchen und mir Material zu erstellen.

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