Vater möchte, dass Schule HA per E-Mail oder Fax schickt

  • "Man" kann Unterricht so exakt planen. Ich kenne auch einen Geschichtslehrer, der das so macht - und mein Sohn hat von dessen Unterricht durchaus profitiert.


    Allerdings ist das ein Unterricht, bei dem der Lehrer nach Plan sein profundes Wissen an die Schüler weiter gibt.


    Entdeckendes, selbstbestimmtes lernen findet bei so einem Unterricht nicht statt.


    Zum Glück haben wir in Deutschland Methodenfreiheit und sind nicht verpflichtet, unseren Unterricht in dieser Weise zu gestalten - sonst würde ich meinen Beruf an den Nagel hängen.


    Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

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  • Hallo,
    wenn ich jetzt zugebe, dass ich das manchmal mache, also kranken Kindern kurz per email erklären was wir gelernt haben und evtl. was auf ist, krieg ich dann Prügel? Ich mache es, wenn ich sowieso am PC sitze und wenn ich Lust habe und eine email-Adresse kenne. Mit einem netten Bildchen dabei und so...Also nicht immer. :rolleyes:
    Sagen wir mal, im laufenden Schuljahr etwa vier Mal ... :rolleyes: Aber ich würde es keinesfalls als Verpflichtung haben wollen, nienicht!
    Gruß venti
    :rolleyes:

  • Von mir hast du jedenfalls nichts zu befürchten, venti.


    E-Mail ist eine tolle Möglichkeit, Kontakt zu halten, auch wenn noch nicht alle Schüler daran teilhaben können. Eine gute Idee, das bei kranken Schülern zu machen.


    Und wenn in Problemfällen eine persönliche Betreuung dieser Art die optimale Lösung ist, darf sie auch gefordert werden, finde ich. "Optimal" heißt; die bestmögliche unter den herrschenden und zu akzeptierenden Bedingungen, auch langfristig.


    Das kann ich mir bei dem Ausgangsfall halt beim besten Willen nicht vorstellen.


    (Das mit dem Monat voraus ist natürlich ohnehin nicht realistisch.)

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum, weitgehend ohne ad hominem.

  • man muss ja keine emails versenden.


    aber die idee die eltern per internet zu informieren, finde ich total klasse.


    die erste lehrerin meines großen hat uns immer lückenlos auf dem laufenden gehalten über ihre pläne, ziele, probleme. wir bekamen freitags immer einen wochenbrief. das war luxus pur, wenn ich diese kommunikation mit allem weiteren vergleiche, was wir danach erlebten.


    es wäre doch super ein weblog zu führen oder eine website pro klasse. darin könnten jeden tag auch die hausaufgaben usw. stehen.


    ich halte sehr viel davon. vermutlich wird es aber an der schlechten technischen ausstattung der schulen scheitern. natürlich müsste ja gewährleistet sein, dass die lehrer diese arbeit von der schule aus erledigen können, nicht von ihrem privat-pc aus.

    • Offizieller Beitrag

    Früher in meiner Schulzeit gab es ebenfalls diesen exakt geplanten Unterricht. Da wurde Stunde für Stunde alles abgearbeitet im Buch und im Heft und man hörte immer schon auf dem Hof, was man in der nächsten Stunde macht (von der Parallelklasse), einmal schrieb ein Lehrer sogar die gleichen Arbeiten und die Parallelklasse hatte vor uns Unterricht. Allerdings waren das Unterrichtsstunden, die vorwiegend auf Lehrermonologen und so enge Fragen basierten, dass keine Freiheit blieb mal selber zu denken, auf ein aktuelles Ereignis einzugehen oder eine nicht passende Zwischenfrage zu stellen. Differenzierung war natürlich ebenfalls nicht möglich. Wer den Stoff nicht verstand in der Zeit, hatte Pech. Wenn eine Klasse weiter war, musste sie trotzdem die geplante Stunde ertragen. Und ich kenne KollegInnen, die das heut auch noch so machen, sogar an Grundschulen und irgendwann stellen sie fest: "Huch, meine können gar kein .... rechnen!" Aber ich habe keine Zeit, das nochmal zu wiederholen, müssen sie eben sehen, wie sie klar kommen. Wenn das per Gerichtsbeschluss dann flächendeckend so wird... Na halleluja.


    Nachtrag: Ich könnte dann vermutlich eh nur einmal die Woche meine Mails versenden, da sonst das Sekretariat immer schon zu ist, wenn ich aus meinem Raum das erste Mal in diese Richtung starte...


    Grüße,
    Conni

  • Hallo Conni,


    natürlich schreibt der Lehrer in der Parallelklasse die gleiche Arbeit. Das ist die Arbeit, die er immer schreibt. Die meisten haben die schon vorher auswendig gelernt.....


    Grüße Enja

  • Ich finde die Idee mit den E-Mails eigentlich toll. So kann nie ein Schüler sagen, dass er nicht gewusst hat, was auf ist. Man trägt ja die Hausaufgaben ins Klassenbuch ein. Dann könnte ja der Klassenbuchdienst nach der letzten Stunde alles sammeln und eine Rundmail verschicken. So hätte jeder Schüler eine Kontrolle, ob er auch die HA richtig aufgeschrieben hat. Ob das praktisch funktioniert, ist natürlich eine andere Frage. Probleme sehe ich nur darin, dass man ja immer noch nicht davon ausgehen darf, dass jeder Schüler zu Hause Internet hat.

  • Also jetzt mal bitte die Kirche im Dorf lassen.
    E-mail gibt es noch nicht so lange für den Privatgebrauch. Und die ganzen bisherigen Schülergenerationen sind mit ihrem Hausaufgabenheft oder eben den Konsequenzen, die sich aus vergessenen Hausaufgaben ergaben, bislang ganz gut gefahren und auch erwachsen geworden.


    Wie wird's denn laufen?
    Frau X. ich konnte die Hausaufgaben nicht machen, unser Internet funktionierte gestern nicht.....
    Mein Bruder ließ mich nicht an den Computer....
    Diese Mail ist definitiv nie bei mir angekommen....


    Irgendwann sollen wir's dann noch per SMS verschicken, irgendwann machen wir fragend-entwickelnden Unterricht per SMS, dann weiß man, wer als erstes geantwortet hat,....


    Ich habe nichts gegen moderne Kommunikationsmittel, möchte selbst nicht ohne E-mail und Internet leben. Wobei das auch geht.
    Mir geht es nur gegen den Strich, wenn den Schülern heute alles immer noch bequemer und einfacher gemacht wird.
    Wir erziehen auch in der Schule.
    Für's Leben und somit auch für den Beruf, um sich mal den Lebensunterhalt selbst verdienen zu können.
    Kein Chef trägt seinem Mitarbeiter die Aufgaben hinterher. Er sagt's ihm, es wird bis zu einem Termin gemacht, wenn nicht, gibt's einen Rüffel und im schlimmsten Fall eben irgendwann eine Abmahnung und dann die Kündigung.


    Und zum Thema Klassenarbeiten: ich bin noch nicht lange dabei, habe mir zu Anfang immer Gedanken gemacht, welche Aufgaben ich in welcher Klasse stelle, welche Aufgaben in Nachschreibearbeiten,....
    Und wisst Ihr, wie ich's dieses Jahr mache? Ich schreibe die gleichen Arbeiten in den Parallelklassen und auch an den Nachschreibeterminen. Es kam noch kein Schüler auf die Idee, sich die Fragen zu besorgen. ?(


    Gruß und gute Nacht
    Super-Lion

  • Bitteschön, das Problem löst sich doch von selbst.


    ich bin laut Auskunft eines Telefonverkäufers eben einer der Letzten, der auf DSL-Flatrates für Internet und Telefonie umstellt.
    Gibt es ausserhalb der Grundschule in naher Zukunft überhaupt noch Kinder, die ganz isoliert ohne Headset und offline ihre Hausaufgaben machen? ;)


    Eine Tages werden sich auch die Lehrer nicht mehr dauerhaft in ihr Heimarbeits-Kämmrchein ohne Durchwahl-Telefon und mit unvernetztem Win95-PC zurückziehen können. ;)



    - Martin


    P.S.: Kennt jemand noch eine größere akademische Berufsgruppe, die ohne Telefondurchwahl und berufliche eMail-Adressen auskommt? Ok, Müllmänner, Bauarbeiter und CallCenter-Agenten haben auch keine... ;)

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

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    • Offizieller Beitrag

    oh-ein-papa
    Meine Mutter ist in einer Branche tätig, in der sie das nicht braucht. Die Daten zwischen den Firmen wurden über den Firmenaccount am Firmencomputer hin- und hergeschickt (mit wirklich alten Programmen und mein Windoof hier ist aktueller). Das für einen Teil der Arbeit benötigte spezielle Programm befindet sich ebenfalls auf dem Firmenrechner und ist ebenfalls recht alt und extrem unkomfortabel (dagegen ist Win95 der pure Luxus).
    Aber gerne werde ich vom Zurückziehen in mein Heimarbeitskämmerchen absehen, wenn mir mein Arbeitgeber E-Mailadresse, ganztägig zugängliche PCs in ruhiger Umgebung mit entsprechenden Musikbearbeitungsprogrammen, Midi-Keyboard, Arbeitsblattprogrammen etc. zur Verfügung stellt, bin ich gern bereit dort zu arbeiten, natürlich unter Anrechnung des zeitlichen Mehraufwandes (nur ein simples Beispiel: Für mein Notensatzprogramm brauchte ich 15 Stunden Einarbeitungszeit, um die Grundlagen halbwegs sicher hinzubekommen, danach brauchte ich für einen transponierten Satz etwa 1 Stunde, handschriftlich eine halbe Stunde, da siehts nur nicht so gut aus und klingt deshalb meist nicht so gut. An mein neues Arbeitsblattprogramm traute ich mich noch gar nicht ran, weil ich fürchte, dann statt 15 Minuten für ein Mathe-Arbeitsblatt 30 zu brauchen.) Aber ich glaub, diesen Witz hatten wir schon...


    Achja, ich hab noch kein DSL :( , geht bei uns nicht, wir haben die falsche Kabelart.


    Conni,
    träumend auf einem wunderschönen Boden aus Sand-Kreide-Gemisch liegend und durch schülerharte Pflanzen hindurch in die stromsparende Neonsonne blickend

  • Zitat

    Super-Lion schrieb am 16.01.2006 22:52:
    Kein Chef trägt seinem Mitarbeiter die Aufgaben hinterher.


    Auch wenn "meine" Schüler noch recht weit von einem Arbeitgeber entfernt sind, wüsste ich keinen Grund, warum ich "flächendeckend" meine Schüler per email über die anstehenden HAs informieren soll.
    Wirklich Sinn sehe ich da nur im Krankheitsfall.


    Ähnlich wie Oh-ein-Papa es schon beschrieben hat, frage ich mich, wie das dann weitergehen soll.
    Irgendwann hat jeder Schüler per Webcam einen eigenen Zugang von zu Hause ins Klassenzimmer und guckt sich den "Unterrichtsclip" dann wann, wenn er dazu Lust hat..... :rolleyes:


    Petra

  • Hallo Petra,


    mir scheint es derzeit nicht sinnvoll, dass die HA per eMail versendet werden. Im wesentlichen, weil ich nicht glaube, dass das Interesse daran allzu groß wäre.


    In großen IT-Firmen ist es heutzutage so, dass es zu praktisch jedem Fach- und Organisationsthema diese "Unterrichtsclips" gibt.


    Irgendwann werden die Schulbuchverlage das m.E. auch mit anbieten, mit einer Erfolgskontrolle in die "Lernsoftware zum Buch" integriert. Damit kann man Geld verdienen.


    Irgendwann wird der 100-Dollar-Laptop die Schulen erreichen
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/67356
    Den kann man auch mal im Bus liegen lassen.


    Irgendwann werden die Vergleichsarbeiten von den Schülern direkt in den Compi einzutippen sein. Das spart viel Geld.


    Irgendwann werden Verständnisfragen zum Unterricht von den Schülern direkt in die zentrale Schullernsoftware einzutippen sein. Das spart viel Geld.


    Irgendwann werden Schüler bei Fragen ihre "Lehrer-Hotline" kontaktieren. Der Unterricht wird natürlich entsprechend gekürzt. Das spart viel Geld.


    Und kaum einer wird Notiz davon nehmen, dass man irgendwann auch die aktuellen HA online abrufen kann. ;)



    - Martin

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von oh-ein-papa ()

  • Seht das doch positiv. Es wird alle Schüler treffen. ALLE müssen auf einmal irrsinnig viel Hausaufgaben machen, die sie vorher nicht hätten machen müssen. Ich würde dann den Eltern mitteilen, von Seite 1 - 50 kommt man in diesem Monat voran, und dann sämtliche Aufgaben. Fertig aus. Anders hätte man vielleicht keine HA gegeben.


    Die Tocher geht in Borken auf eine Schule.

  • Habe heute eine Word-Arbeit geschrieben. Erstellen Sie einen Geschäftsbrief-Reklamationsschreiben.


    Wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, die manche Schüler hier in 90 min abliefern, kann von Unterrichtskürzung keine Rede sein. Oder es steht dann eben am Ende der Stunde fast nichts auf dem Papier. :?


    Aber mit den Bücher und dem Laptop hast Du sicher recht. In USA gibt's da ja schon eine Schule, in der jeder ein solches hat.


    Wir werden sehen.


    Gruß
    Super-Lion

  • Mein Sohn hat das an der Uni so. Die Vorlesungen und Übungen gibt es auch alle als Datei zum Runterladen. Die Hausaufgaben desgleichen. Die Ergebnisse werden auf diesem Weg abgegeben. Die Ergebnisse mit Lösungswegen werden im Netz bekannt gegeben.


    Dass Schüler sich nicht informieren, was in der Arbeit drankommt, halte ich für ein Gerücht. Für die Kleinen tun das die Mütter. Die Nachhilfe-Organisationen sammeln die auch. Mein Sohn hatte mal so ein schulbekanntes Genie mit 1,0-Schnitt in der Klasse. Das schrieb jede Arbeit nach. Er meinte, er schreibe doch nicht freiwillig eine Arbeit, ohne sie vorher gesehen zu haben. Viel zu risikoreich.


    Grüße Enja

  • Enja,


    ich habe das früher auch gemacht. Also mir die Arbeiten von den Parallelklassen besorgt bzw. wenn ich bei einer Arbeit nicht mitschreiben konnte, eben gefragt, was denn drankam.
    Und später hab' ich mir dann gleich von älteren Schülern die Arbeiten besorgt.
    Vielleicht hängt es auch mit der Schulform zusammen.
    Bei mir und meinen Kollegen ist es wirklich definitiv nicht so.


    Dass Online-Unterricht möglich ist, glaube ich auch, war bei mir an der Uni auch so. Aber eben nicht für jede Schulform und auch nicht für jeden Schüler.


    Gruß
    Super-Lion

  • Warum müssen wir dann eigentlich noch in die Schule gehen. Ich stehe ungern morgens auf. So könnte ich als Nachtmensche, den ganzen Unterrichtstag inkl. Hausaufgaben per Rundmail an meine Schüler versenden und sie würden sie mir hoffentlich erledigt zurück senden. Es hätte dann auch den Vorteil, dass wir Lehrer nicht mehr den ganzen Tag die Unruhe ertragen müssten. Wenn ich doch einen Monat im Voraus planen muss, dann brauchen die mich doch nicht mehr als Alleinunterhalter in der Schule sondern arbeiten ihr Pensum wie früher einfach ab. Wäre doch traumhaft-- oder???


    Seht diesen Beitrag bitte als einen ebensolchen Schwachsinn an, wie die Klage des Vaters. :D

    Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.

  • Ich habe auch schon an einer Schule hospitiert, wo das mit den Hausaufgaben so lief.


    Allerdings, liebe Titania, wird das vermutlich in der Grundschule nicht klappen. Ihr Grundschullehrer seid dann die letzten, die noch früh aufstehen müssen.


    Meine Kinder machen ihre Hausaufgaben auch in Kooperation mit Klassenkameraden, großen Brüdern usw. per ICQ. Da könnte man problemlos den Lehrer einbeziehen. :D Ich glaube allerdings nicht, dass sie das möchten.


    Grüße Enja

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Da könnte man problemlos den Lehrer einbeziehen. Ich glaube allerdings nicht, dass sie das möchten.


    Wieso? Ich habe mit meinem LK-Tutorenkurs eine mailinglist geschaffen, in der gute Texte, HA, Material etc an alle versendet werden sollen - NATÜRLICH bin ich Teil der Liste und gucke mir an, was die da so an Tipps, Ideen und Material verschicken - und lobe sie regelmäßig dafür, dass das noch nicht eigeschlalfen ist. Da werden auch mal die aktuellen HA diskutiert - gut so, das hebt die Qualität. Ich darf mitlesen und manchmal bauen einzelne eine Frage an mich ein - auch gut so: ich muss den Schülern nicht misstrauen, wenn alles offen liegt und kann inhaltlich "Holzwege" gleich reparieren.


    Ich weiß eh nicht, warum man ausgerechnet bei HA das Einzelkämpfertum fördern soll, wenn der Unterricht doch auf Teamarbeit hinauslaufen sollte. Wer seine HA alleine machen will kann das ja gerne tun - aber gemeinsam erkennt man doch eher und besser den Kern der Frage/des Problems...

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