Beiträge von Sissymaus

    Zum Beispiel die Sache mit den Flohmarkt-Brettspielen für die Regenpause.

    Das Argument "Dann gibt es halt keine Spiele, wenn die nicht vom Schulträger zur Verfügung gestellt werden" kam natürlich, war mir auch klar. Aber ich glaube schlichtweg, dass sich Sek 1 und 2 Lehrer manchmal nicht vorstellen können, wie kleinere Kinder teilweise ticken. Ich schone meine Nerven und meine Stimme und ich ermögliche den Kindern eine angenehmere Pause, wenn ich sowas im Klassenraum habe. Und das bringe ich halt dann selbst mit, wenn es das sonst nicht gibt. Kostenschonend am Flihmarkt besorgt und natürlich auch in dem Wissen, dass es nicht optimal ist, es selbst mitzubringen.

    Doch. Verstehe ich alles. Ich würde aber eher die Eltern ansprechen und sagen, falls Sie mal was aussortieren, gern an uns für Regenpausen.

    Und das hat ernsthaft jemand so zu dir gesagt? Dann ist doch alles gut. Wer so dumm ist und den Unterschied zwischen eines guten Werkzeugs eines Berufes und dem verbrauchsmaterial von Schülern nicht erkennt, hat selbst schuld. Zudem ist auch ein Krankenhaus verpflichtet, seine Ärzte und Pflegepersonal mit Geräten auszustatten. Ein Missstand mit dem anderen zu rechtfertigen, ist schlechter Stil.

    Was ich hier nicht so stehen lassen möchte: eine einzige blöde Aussage kann nicht auf alle Eltern übertragen werden. An unserer Schule gibt es solche Forderungen jedenfalls nicht. Wir haben bei 2000 SuS auch nur eine Handvoll Eltern, die überhaupt irgendwo auftauchen. Das dürfte an vielen BKs so sein.

    Mei, is halt Schule. Zwangsveranstaltung. Unter Umständen kann man Schüler langsam auch für das Fach gewinnen, ich hab früher Englisch auch total gehasst ^^

    Du sagst das jetzt so locker. Ich weiß nicht, ob Du nicht eine falsche Vorstellung hast. Ja, ich sehe in der Familie auch, wie man die Kids systematisch vergraulen kann, aber ich stelle es mir auch schwer vor, den überfrachteten Lehrplan so im Unterricht umzusetzen, dass Dir alle begeistert an den Lippen hängen. Verabschiede Dich besser davon, dass am Ende des Schuljahres alle auf den Tischen stehen und "Oh Captain mein Captain" aufsagen.

    Man kann es auch fetziger und lebensweltnäher aufziehen. Z.B. mit so einem Impuls zum Thema Kalter Krieg, der ganze Hörsaal war auf einmal ganz Ohr :saint: (muss natürlich zur Schülerschaft passen)

    Ja, das passt zu einigen Themen. Zu 90% wirst Du jedoch dafür keine Zeit haben. Ich ziehe mir auch viele Dokus aus der deutschen Geschichte rein und kann mich da stundenlang mit Beschäftigen. Meinen 15-jährigen bringt das maximal zum Gähnen. Wenn ich ihm Deinen Link zeigen würde, wäre er schneller weg, als ich "schau mal" sagen könnte.

    Ich möchte es Dir nicht madig reden, aber das ist doch vielfach die Realität in Schule.

    Also ich hab ja schon detailliert geäußert, was mir für ein Lebensstandard vorschwebt und wie ich anhand meiner momentaten im Sinne der Lehrertätigkeit notwendigen Ausgaben (Miete, Versicherungen, Essen, Mobilität, Kleidung, ...) die Bezahlung einschätze. Würde mich über ein detailliertes Feedback freuen, ob ich damit falsch liege.

    Wieviel man für die genannten Dinge jeweils ausgibt, ist doch sehr stark different. Hier gibts Leute, die sagen, damit kommt man prima aus. Andere sagen: Das ist viel zu wenig.

    Das hängt von so vielen Faktoren ab, dass man dazu wirklich kaum as sagen kann.

    Wenn Du es von mir hören willst: Mein Ziel war es immer, dass ich ohne Bedenken eine defekte Waschmaschine und auch mal ein Auto ersetzen kann, ohne dass ich in finanzielle Schieflage gerate. Ich würde aber zB auch nie für ein haus so viel ausgeben, wie ich es teilweise in meinem Umfeld erleben. Dazu empfinde ich diesen Klotz als ein zu großes Fass ohne Boden mit sauviel Arbeit. So gern ich hier wohne: Wenn ich in 15 Jahren hier ausziehe, werde ich nicht sonderlich traurig sein.

    Ich mag, dass ich mir gute Lebensmittel leisten kann und mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren kann. Ich brauche keine 5-Sterne-Hotels oder Kreuzfahrt. Ich gebe gern und viel für mein Hobby aus, ohne nachzudenken. Das ist für mich Luxus. Mein Auto ist 10 Jahre alt, aber top in Schuss, daher gibts kein Neues.

    Andere würden sagen: das reicht mir nicht.

    Möchtest Du nur Meinungen sammeln?

    m Liebsten würde ich halt die Menschheit weiterbringen ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben.

    Ich denke, Du solltest Dich mal davon verabschieden, dass Du die Menschheit irgendwie weiterbringst. Das gelingt wohl kaum einem einzelnen und kann auch nicht Dein Ziel sein.

    Ich sehe Probleme in Zb Deiner sehr langen Studienzeit und den unbeliebten Fächern. Im Lehrberuf muss man doch oft sehr selbstverantwortlich arbeiten. Je nach Schule is man da mehr oder weniger allein gelassen, wie man seinen Unterricht plant und Leistungen misst. Wenn ich da die Geschichten von Bayern höre, ist das allerdings stärker reglementiert und könnte Dir zu Gute kommen.

    Eins ist aber klar: Du musst mal langsam eine Entscheidung treffen, denn Verbeamtung ist nicht ewig möglich und für die GRV bist Du schon reichlich spät dran.

    Wie wäre es mit einem Coaching?

    die mich näher und länger kennen

    Hier kennt Dich keiner. Wie soll das funktionieren?

    Wenn ich zum Schluss komme, dass ich wahrscheinlich niemals verbeamtet werde oder mir die Verbeamtung den gewünschten Lebensstandard nicht ansatzweise ermöglichen wird, werde ich auch das Referendariat nicht

    Dann hab ich auch eine ernstgemeinte Frage: Was machst Du stattdessen? Zum Lebensstandard gehört auch, dass man Zeit hat, sein Geld auszugeben. Bei Auslandseinsätzen der BW oder Montageeinsätzen ist das das eher nicht der Fall. Deine Ausbildung gibt nicht sehr viel mehr her als das Lehramt.

    Wie meinst Du denn erzielst Du einen besseren Lebensstandard?

    Ich haue ja auch gern in die Kerbe. Wenn sich Grundschullehrpersonen dabei angegriffen fühlen, dann ist das nicht meine Intention. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich einige Schulträger gemütlich eingerichtet und Berufskollegs eine Lobby durch die die Industrie haben.

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich nie was ändern wird, wenn man es nicht vehement einfordert und man auch Eltern klar macht, dass man nicht mehr bereit ist, bestimmte Dinge aus eigener Tasche zu bezahlen.

    Dieser Meinung bin ich auch bei anderen Schulformen jeglicher Art und auch allen anderen Selbstverständlichkeiten, die sich so eingeschlichen haben.

    Ich verstehe, wie es kommen kann, dass man privates Geld ausgibt. Wie gesagt: den Anfängerfehler hab ich auch gemacht. Aber irgendwann ist man aus allen Abhängigkeiten raus und dann wird es Zeit zu fordern.

    Nehmt eure Schulleitungen in die Pflicht. Die muss allen auf den Sack gehen.

    Das sieht der Staat anders. Mit der Eheschließung habt ihr euch auch finanziell aufeinander eingelassen. Den Status wirst du auch bei der Auflösung der Ehe (aka Scheidung) nicht mehr los, weshalb meist eine der anderen Unterhalt zahlen muss.

    Dieser Deal ist dann auch die Rechtfertigung für eheliche Steuervorteile wie das Ehegattinnensplittig.

    Wir haben keinen Vorteil. Lassen uns auch meist getrennt voneinander veranlagen.

    wie ich gerade lesen durfte plant NRW wohl die Beamtenbesoldung mit dem Verweis auf das Einkommen des Ehepartners zu senken. Gemäß dem Alimentationsprinzip wird in Zukunft wohl davon ausgegangen, dass der Ehepartner noch Geld mitbringt, um dem Beamten einen angemessenen Lebensstandard zu gewähren.

    Mein Mann und ich haben völlig getrennte Kassen. Wir investieren unterschiedlich in unsere Altersvorsorge, haben getrennte Versicherungen und und und. Ich wüsste nicht, in welcher Hinsicht ich von ihm profitiere! Unterhalt für den Sohn müsste er genauso leisten, egal ob wir zusammen und getrennt wohnen. Geteilte Wohnungskosten: Ja, ok, aber ich hätte ohne ihn auch nicht 180m2.

    Da würde ich tatsächlich überlegen, den Klageweg einzuschreiten.

    Es ist keine Arbeitszeit, wenn du beim Autofahren über deine Stunden nachdenkst. Es ist auch keine Arbeitszeit, wenn ein Marketingmensch im Auto über eine Kamgane nachdenkt. Vermutlich denken die meisten Menscnen mal an die Arbeit und wie sie das nächste Meeting angehen, die Präsentation gestalten könnten, in Vertragsverhandlungen gehen, etc.

    Nein, niemals. Die Arbeit als Lehrperson ist mit keinem anderen vergleichbar. Liegt daran, dass man nicht als Lehrer arbeitet, sondern mit Haut und Haaren einer ist!*


    *Ich hoffe, jeder erkennt die eingebaute Ironie

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