Ref in Bayern? Was ist dort schwieriger?

  • Hallo,


    ich würde gerne mal wissen, was am Referendariat in Bayern schwerer sein soll, als in anderen Bundesländern?
    Mir wurde schon mehrfach davon abgeraten dorthin zu gehen, weil die Benotung sehr hart sein soll. Stimmt das?



    Diese Frage wurde schon öfter gestellt, aber ich wollte mal nach aktuellen Erfahrungen fragen.



    LG,
    Querula

  • Hallo,


    wie ich sehe, hast du die Fächerkombination Deutsch/Englisch? Das ist nach dem Ref bei uns in Bayern am Gymi quasi die Garantie für eine Arbeitslosigkeit...

    • Offizieller Beitrag

    Du wirst auf diese Frage wahrscheinlich keine befriedigende Antwort bekommen, denn es gibt wenig Menschen, die ein Ref sowohl in Bayern wie in einem anderen Bundesland gemacht haben. Außerdem ist der Aspekt "harte Benotung" schlecht zu objektivieren.


    Wenn ich lese und höre, was aus anderen Bundesländern berichtet wird, kann ich dir höchstens die Unterschiede darstellen, mehr aber wird dir niemand guten Gewissens mitteilen können.


    Und letztens: Man sollte nicht so viel auf Bayern-Bashing geben. ;)


    Bezüglich der Einstellungschancen kann ich dem Vorposter recht geben, mit Einschränkungen. Es zeigt sich immer wieder, dass diese von einem seltsamen Zyklus beeinträchtigt werden. Ich habe nämlich z.B. auch gehört, dass die derzeitigen Zahlen der Studienanfänger für Lehramt recht stark zurückgehen. Heißt: in drei bis vier Jahren kann man wieder etwas entspannter ins Ref gehen.

  • Mit Deutsch/ Englisch wurde doch von der Warteliste auch dieses Jahr bis knapp über 2,0 eingestellt, oder? Wer top -Noten im ersten Stex hat und nen gutes zweites Stex sollte trotz vieler Konkurrenz ne Chance haben...

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde mich nicht mit Einstellungsschnitten aufhalten. Die verzerren das Bild etwas. Wenn ich das recht durchschaut habe, wird nach Bedarf eingestellt - nicht nach Schnitt. Heißt: Man stellt 20 Leute ein und der Einstellungsschnitt ist der Schnitt des 20. Die restlichen 80 Bewerber fallen halt weg.


    Hier gibt es genaue Zahlen - aber wie gesagt: das sagt immer nur etwas über die aktuelle Anstellungszahlen aus. Wie es im nächsten jahr aussieht, ist nicht klar.


    Generell ist aber zu sagen, dass z.B. an der Realschule (Gym dürfte ähnlich sein) hier in Bayern derzeit der Scheitel der Reffi-Zahlen erreicht wird und nun langsam wieder runtergeht. Das bedeutet im KLartext, dass wir derzeit doppelt so viele Reffis hatten bayernweit als zu "normalen Zeiten". Und diese drängen halt alle auf den Arbeitsmarkt.


    PS: Zahlen: http://www.bllv.de/Lehramt-Gymnasium.8231.0.html

  • Man könnte auch sagen: einfach gute Noten bekommen bzw. versuchen das Beste zu geben...mehr liegt eh nicht in den eigenen Händen...bewerben kann man sich schließlich überall.


    Zum Ausgangsthread: Bayern ist vllt auch als hart verschrieren, da sie einen unter Umständen zweimal umziehen lassen mitten im Ref und das in der kurzen Zeit. Muss man sich gut überlegen ob man das kann und will. In anderen Bundesländern kannst du da besser planen. Außerdem gibts in Bayern mehr Teilprüfungen. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden.

    • Offizieller Beitrag

    Nägel mit Köpfen...


    Prüfungen in Bayern:


    3 Lehrproben über zwei Jahre hinweg, am Ende dann mündliche Prüfungen in den Fachdidaktiken (mindestens also 2), Psychologie, Pädagogik, Schulrecht und Fragen staatsbürgerlicher Bildung. Zu meiner Zeit konnte man auswählen, ob man Päd oder Psych schriftlich ablegt.


    Ist das viel?


  • Das ist nicht viel, aber auch nicht alles. Von der Berechnung der Abschlussnote her gesehen, fehlen da 5/13tel: Die Beurteilungsnoten. Und die kommen dadurch zustande, dass man von den Seminarlehrern unangekündigt im ersten und letzten Halbjahr mindestens fünfmal im Unterricht besucht wird. (Die Lehrproben zählen nur 4/13tel zur Note des 2. Staatsexamens.)


    Die Päd/Psycho-Prüfung ist mittlerweile eine mündliche.


    In die Diskussion um die Einstellungschancen nach dem 2. Staatsexamen sollte man miteinbeziehen, dass es in Bayern einen Malus auf das 1. Staatsexamen gibt, wenn dieses nicht in Bayern absolviert wurde, welcher erheblich ausfallen kann, je nach Bundesland, aus dem man kommt. Deutsch/Englisch wird die nächsten Jahre hier tatsächlich wenig aussichtsreich sein.


    Und was das Ref in Bayern schwieriger macht, ist m.E. die hohe Unterrichtsbelastung im Einsatzjahr (17 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht), die unangekündigten Unterrichtsbesuche, mit denen man immer zu rechnen hat und die häufige Umzieherei, die gerade am Gymnasium im Referendariat heftig sein kann: 1. Umzug zur Seminarschule, 2. Umzug zur ersten Einsatzschule, 3. Umzug zur zweiten Einsatzschule, 4. Umzug zurück zur Seminarschule, jeweils im halbjährigen Rhythmus. Da geht es in anderen Bundesländern ruhiger zu.

  • Friesin wieso das? In Nds hast du ne Hausarbeit, zwei Lehrproben und das Kolloqium...dazu dann noch die beurteilungsnoten der Fachleiter aus den unterrichtsbesuchen aber die hast ja so oder so... In Bayern hast du damit mehr teilprüfungen da Psycho Pädagogik fachdidaktik und recht noch einzeln geprüft werden und dann noch die hohe unterichtsverpflichtung dort...also objektiv betrachtet sind das mehr Prüfungen


    Edit: ich frage mich schon länger ob die Malus Regelung gerichtlich bestand hätte. Andere Bundesländer geben einen Bonus für Kenntnis des Schulsystems...aber ein Malus...weiß nicht...ist das nicht -im rechtlichen Sinne - eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft?


    Das ganze System gab es ja auch mal für Studienplätze da wurden dann bundesweit Schnitte berechnet für das Abi und dann gab es für die Schüler aus nem guten Land nen Malus in Höhe der Abweichung vom bundesschnitt und umgekehrt. Das wurde für verfassungswidrig erklärt. Nichts anderes ist es derzeit mit Bonus Malus für erstes bzw zweites stex

    • Offizieller Beitrag

    Unterrichtsbesuche fallen bei mir nicht unter Teilprüfungen - sind ja unangekündigt ;). Und die Beurteilungsnoten umfassen ja auch dein dienstliches Verhalten, deine Festigkeit in rechtlichen Fragen und dein Auftreten bezüglich der Kollegen etc.


    Und die Unterrichtsbesuche im Einsatzjahr halten sich in Grenzen, weil der entsprechende Betreuungslehrer i.d.R. Vollzeitlehrer ist und kaum über das Geforderte hinaus geht (3 Besuche pro Halbjahr). Hier wird man, in den allermeisten Fällen, auch weniger als Reffi gesehen, sondern mehr als vollwertige Lehrkraft Meine Reffis habe ich zum Beispiel früher wie alle Kollegen geduzt und entsprechend behandelt. Normalerweise haben sie am Ende gesagt, dass sie diese Zeit genossen haben, weil sie ihren Unterricht (Normalerweise sind es 16 Stunden, weil man 17 oft schlecht unterbringt) eben völlig eigenständig planen und durchführen konnten, ohne dass ihnen dauernd jemand über die Schulter geschaut hat.


    Die Prüfungen finden am Ende statt, im letzten Viertel der Ausbildung, wo weniger Unterricht gegeben wird. Hausarbeit habe ich auch vergessen, die aber doch eine Dokumentation eienr Unterrichtsreihe darstellt.


    Und Umzüge im Einsatzjahr können, müssen aber nicht sein.


    Ich will unterm Strich nicht sagen, dass es kein Ponyhof war/ist - aber ich erzähle meinen Schülern ja auch nicht, wenn sie ihren Abschluss haben, dass ihre Ausbildung die Hölle wird. Es ist eben eine Ausbildung, d.h. man bekommt für seine Anstrengungen ja auch was - aber man muss auch investieren.

    • Offizieller Beitrag

    in NDS hast du (mindestens) 2 Lehrproben im Ref, eine Hausarbeit, einen Prüfungstag mit 2 Lehrproben und einer mündlichen Prüfung, die aus 3 Teilprüfungen besteht (FD 1, FD 2, Allgemeine Pädagogik, wo auch Schulrecht abgeprüft wird, alles querbet. Jeder Teilbereich 20 Minuten).


    und ca 15 Besuche pro Fach in den 18 Monaten.
    Angekündigte Besuche. wenn auch nicht immer besonders lang vorher. Lang genug, um einen (Kurz)Entwurf abgeben zu dürfen.


    chili

  • Naja Kolloqium kann man als eine oder drei Prüfungen sehen hehe...letztendlich ist es wohl kaum Vergleichbar aber vllt erzählt uns Friesin da noch mehr ;)


    Die normalen Besuche finden ja so oder so statt ohne note.:..ob das jetzt ne spezielle prüfungsleistung ist...dafür sind ja die zwei speziellen Lehrproben in nds oder? Die fließen dann wohl in die ausbildungsnote mit ein?

  • Und die Unterrichtsbesuche im Einsatzjahr halten sich in Grenzen, weil der entsprechende Betreuungslehrer i.d.R. Vollzeitlehrer ist und kaum über das Geforderte hinaus geht (3 Besuche pro Halbjahr). Hier wird man, in den allermeisten Fällen, auch weniger als Reffi gesehen, sondern mehr als vollwertige Lehrkraft Meine Reffis habe ich zum Beispiel früher wie alle Kollegen geduzt und entsprechend behandelt. Normalerweise haben sie am Ende gesagt, dass sie diese Zeit genossen haben, weil sie ihren Unterricht (Normalerweise sind es 16 Stunden, weil man 17 oft schlecht unterbringt) eben völlig eigenständig planen und durchführen konnten, ohne dass ihnen dauernd jemand über die Schulter geschaut hat.

    Im Einsatzjahr sind die Unterrichtsbesuche auch nicht derart notenrelevant. Störend können sie trotzdem sein, je nachdem, wie engagiert sich Schulleiter und Betreuungslehrer so zeigen...
    Und die 17 Stunden sind am Gym mittlerweile leider Standard und durch die Intensivierungsstunden und 3-stündige Kernfächer im G8 auch leicht verteilbar.


    Und Umzüge im Einsatzjahr können, müssen aber nicht sein.

    Sie werden im Gym immer mehr Standard. Hintergrund ist folgender:
    Die Refis müssen auch im letzten Halbjahr an der Seminarschule eigenverantwortlichen Unterrichtseinsatz ohne Betreuungslehrer leisten. (Unser Seminar ersetzt meist ca. 3 Vollzeitstellen mit ihrem eigenverantwortlichen Unterricht.) Dann müsste man aber - wenn die Referendare fertig sind, für ein halbes Jahr 3 Vollzeitlehrer als Ersatz heranziehen, da die neuen Referendare nicht sofort eigenverantwortlich unterrichten können. Diese 3 Vollzeitlehrer wären dann aber wieder "überflüssig", wenn nach einem halben Jahr wieder Referendare aus dem Einsatz zurückkommen, die eigenverantwortlich unterrichten sollen, während sie Prüfungen und letzte Lehrprobe absolvieren. Deshalb füllt man das halbe Jahr dazwischen mit Einsatzreferendaren auf, weil man die leichter hin- und herversetzen kann. Seminarschulen haben damit einen Referendarsdurchsatz pro Jahr, der sich sehen lassen kann.... (und es ist keine Seltenheit, dass es viele Klassen gibt, die zum Halbjahr in erheblich vielen Fächern Lehrerwechsel hinnehmen müssen.) Wir hatten hier schon Halbjahre mit zweistelligen Anzahlen von Einsatzreferendaren. (Die betreut werden müssen, die keine Aufsichten und Klassenleitungen übernehmen usw.)

    • Offizieller Beitrag

    Naja Kolloqium kann man als eine oder drei Prüfungen sehen hehe...letztendlich ist es wohl kaum Vergleichbar aber vllt erzählt uns Friesin da noch mehr ;)


    naja, kann man, aber wenn ich für jede Teilprüfung die komplette Bandbreite der Themen des Fachs lernen muss, dann sind es für mich 3 Prüfungen.
    Schon alleine aufgrund der Fächernamen weiß ich, dass wir in NDS weniger "Stoff" am Ende haben, da wir keine Psychologie oder kein gesondertes Schulrecht haben. Es wird alles in der Veranstaltung Allgemeine Pädagogik unterrichtet.


    Zitat


    Die normalen Besuche finden ja so oder so statt ohne note.:..ob das jetzt ne spezielle prüfungsleistung ist...dafür sind ja die zwei speziellen Lehrproben in nds oder? Die fließen dann wohl in die ausbildungsnote mit ein?


    Natürlich finden sie auch so oder so statt. Aber die Lehrprobe findet auch so oder so statt? und eine Note erfährst du für die Lehrprobe auch nicht. Auch nicht, wenn du deine Ausbildungsnote erhälst, die ja wohl kaum vom Himmel gefallen ist.
    Also ja: es gibt weniger Teile, die sich mit einer Note messen lassen, aber es sind mehr "Sachen, die in die Note einfließen", als diejenigen, die du oben aufgezählt hast. Mein Fachleiter wird in 6 Sachen nämlich hoffentlich nicht würfeln, sondern die Berichte aller meiner Besuche und meiner Lehrprobe durchgehen und mir eine Ausbildungsnote geben.


    Chili

  • Fassen wir es mal so: ich hab zwar nicht in Bayern mein Referendariat gemacht, arbeite jedoch mit dem Freistaat in dem von mir unterrichteten Ausbildungsberuf recht eng zusammen, und auch im Studium gab es oftmals deutliche Unterschiede zwischen dem bayerischen und dem niedersächsischen Weg.


    Ich habe manchmal das Gefühl, dass Bayern gerne den (vermeintlich) "besseren" oder eigenen, tradierten Weg geht - egal was andere sagen. Dabei wird in Bezug auf die schulischen Leistungen der Lernenden gerne auf die Ergebnisse von PISA & Co. verwiesen. In meinem ersten Hochschulsemester ging dies so weit, dass die bayerischen Kommilitonen anmerkten, dass man ihren Notenschnitt mit Faktor X multiplizieren müsse, damit er mit unseren Noten aus Niedersachsen vergleichbar wäre (und diese demnach viel besser wären). Das Niedersachsen-Bashing dauerte bis zur Bekanntgabe der ersten Noten - oh Wunder: die drei Semesterbesten stammten alle aus Niedersachsen (und dann auch noch zwei von Gesamtschulen! Großer Gott! Oder war es Grüß Gott? Egal).


    In Bezug auf die Lehramtsausbildung schreibt ein Kollege von mir gerade darüber seine Diss, ich beschäftige mich nur am Rande damit. Aber in zwei/drei Jahren wird das Ding hoffentlich publiziert. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass für jeden individuell das Referendariat des anderen Landes mehr oder weniger anspruchsvoll ist. Unter meinen Kollegen hab ich zwei aus NRW die dort das Referendariat für das Lehramt (Agrar) gemacht haben, die ihrerseits behaupten, dass unser Vorbereitunsgdienst viel zu leicht und zu wenig fordernd wäre. Wenn ich diese erlebe und sehe an welchen Problemen der beruflich-pädagogischen Praxis diese scheitern/sich aufreiben, dann denke ich oftmals "was habt ihr eigentlich im Referendariat gelernt?". In meinen Augen sind draussen viele Sch***hausparolen im Umlauf. Durch die Behauptung "wir nehmen nur die Besten" oder "unser System der Lehrerselektion ist das Härteste", etc. versucht jeder sich von den anderen Ländern abzugrenzen - also eigentlich eine Fortsetzung der Schulhofdiskussionen der ersten Klasse ("Mein XY ist viel besser als Dein XY - bäh"). Die dauernde Beobachtung durch die Ausbildungslehrer, die Unterrichtsbesuche durch Fach- und Seminarleiter, die PUs, die Hausarbeit, etc. sind anstrengend - egal wo.


    Wieder ein Beispiel aus der beruflichen Bildung: vor einem Jahr hat sich eine unserer Schülerinnen aus einer landwirtschaftlichen Betriebsleiterklasse bei einer Klassenfahrt in einen Landwirt aus Bayern verguckt. Nachdem sie dort ein halbes Jahr gearbeitet hat, kam kürzlich der Anruf, ob wir von dem Kaliber nicht noch jemanden hätten, die wäre so gut. Jetzt ist eine Absolventin des vorigen Jahrgangs dort - ebenfalls zur vollsten Zufriedenheit. Angeblich sind die Bayern dort ja auch viel besser und die Ausbildung viel schwerer. Und angeblich ist unser Schulstandort in dieser Ausbildung viel luschiger als die beiden großen Nachbarschulen und bei vielen Kollegen war eben jene erste Schülerin eine der Schwächsten in ihrer Klasse. Trotzdem wird sie als sehr gut wahrgenommen. Was sagt uns das? Wenn der Tag lang ist wird viel geredet - und 24 Stunden sind verdammt lang.

    Bei "selbst schuld" wird nicht gepustet!

  • Ich finde das Bundesländer-Bashing auch blöd. Mir geht es auch nicht darum, hier einen Wettbewerb zu veranstalten, wer der "härtere", "bessere" oder sonstwie Forist ist, weil er/sie aus dem Bundesland xy kommt, sondern die Ausgangsfrage zu beantworten, was in Bayern denn schwerer ist als anderswo. Das heißt doch nicht, dass man es prinzipiell in anderen Bundesländern leichter hat - oder dort Abschlüsse hinterhergeschmissen bekommt, während man nur in Bayern ganz, ganz arg hart dafür arbeiten muss. Leicht ist es nirgends.


    Der Punkt ist doch, dass das Ref in jedem Bundesland andere Besonderheiten aufweist, die man meist erst dann kennenlernt, wenn man mittendrin steckt. Da ist es legitim, danach zu fragen, welches die von anderen als schwierig empfundenen Besonderheiten sind, die man evtl. in anderen Bundesländern vermeiden kann.
    Für Leute, die ortsgebunden sind, ist das eine überflüssige Frage, weil sie es sich nicht aussuchen können, in welchem Bundesland sie ihr Ref absolvieren. Wenn man aber in der glücklichen Lage ist, dass man es sich aussuchen kann, dann sollte man seine Entscheidung schon auf Grundlage von bekannten Fakten treffen.
    Es kann ja sein, dass jemand sagt: "Die viele Umzieherei stört mich nicht im Geringsten, die hohe Unterrichtsbelastung im Einsatzjahr ist für mich auch nicht so schlimm und mit den unangekündigten Bewertungsbesuchen werde ich schon klarkommen." Dann ist das ja auch in Ordnung. In anderen Bundesländern muss man stattdessen ständig x-Kilometer weit zu irgendwelchen Modulen fahren (auch nicht angenehm), von Anfang an eigenverantwortlich unterrichten (halte ich für eine Frechheit den Schülern und dem Referendar gegenüber) oder anderes Gedöns ertragen.


    Es geht hier nur um einen Austausch persönlicher Erfahrungen und Bewertungen. Heißt ja nicht, dass das alle anderen dann auch so sehen müssen.

    • Offizieller Beitrag

    4 benotete Lehrproben auf 2 Jahre verteilt plus 2 Examenslehrproben plus das Kolloquium-- von den 40 Unterrichtsbesuchen mal ganz abgesehen. Fand ich jetzt nicht so wenig :mad:


    Aber die tatsächliche Belastung hängt an so vielen verschiedenen Faktoren, dass es wahrscheinlich auch innerhalb eines BL jedem ein bisschen anders ergeht.
    Als belastend empfand ich,
    1. dass ich im Ref (NDS) keinen Betreuungslehrer hatte. Es gab nur die Fachleiter, die dich ja auch prüften. Ansonsten musste man sich mal hier, mal dort Tipps suchen.
    2. dass es keine Noten gab. Erst ganz am Ende, 3 Wochen vor der ersten Prüfung, wurden Vornoten bekannt gegeben. In meinen Augen ein Unding. Auch bei den regelmäßigen Ausbildungsstandgesprächen wurde von Ausbilderseite nur herumgeeiert, von Transparenz keine Spur. Gut, dass es rum ist :super:

  • von den 40 Unterrichtsbesuchen mal ganz abgesehen.


    ich frag jetzt mal ganz doof.. wer ist denn dabei? der fachleiter? oder der mentor aus der schule?


    irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die fachleiter vom seminar jeden ref 40x besuchen.....


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    also in nrw ist es so...


    du hast an der schule normal für jedes fach einen mentor und eine zusätzliche ako (das heißt neuerdings anders ist aber prinzipiell das gleiche.. also jemand der deine ausbildung begleitet/organisiert/ dir für frage etc zur verfügung steht).


    du hast BDU (also unterricht den du alleine gibst) und ausbildungsunterricht.


    im ausbildungsunterricht wirst du von deinen mentoren unterstützt und begleitet (in der regel wirst du den unterricht planen und durchführen) und deine mentoren beraten dich danach und du bekommst auch jeweils gutachten.



    zusätzlich dazu kommt pro fach 5x ein fachleiter der deinen unterricht anschaut und bewertet. (unterrichtsbesuche genannt)
    dafür bekommst du eine seminarnote.


    auf grundlage der mentorengutachten und der unterrichtsbesuche( in denen der schulleiter meist mit dabei ist) erhälst du am ende eine note vom schulleiter.


    dann machst du noch das "examen".
    es wird an einem tag durchgeführt.
    du zeigst pro fach einen unterrichtsbesuch und anschließend machst du dein kolloquium (60 min).
    im kolloqium werden alle inhalte abgefragt die du im seminar gelernt hast.

  • 3 Lehrproben über zwei Jahre hinweg,


    In NRW ist das meines Wissens nicht genau geregelt, üblich scheinen fünf pro Fach zu sein.


    Zitat

    am Ende dann mündliche Prüfungen in den Fachdidaktiken (mindestens also 2), Psychologie, Pädagogik, Schulrecht


    Das findet in NRW am Prüfungstag zusammengefasst in einem mündlichen Kolloquium statt.

    Zitat

    und Fragen staatsbürgerlicher Bildung.


    Wasndas?


    Zitat

    Zu meiner Zeit konnte man auswählen, ob man Päd oder Psych schriftlich ablegt.


    Schriftliche theoretische Prüfungen gibt es in NRW nicht, die schriftliche zweite Examensarbeit ist vernünftigerweise abgeschafft, die Prüfungsstunden müssen - wie wahrscheinlich überall - schriftlich dokumentiert werden.


    Nele

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