Herrschaftswillkür

    • Herrschaftswillkür

      Liebe Mitglieder,

      meine Schulleitung betreibt Herrschaftswillkür und ich frage mich, was man dagegen unternehmen kann.
      Den aktuellen Anlass meiner Klage und auch konkrete Beispiele möchte ich, aus Angst hier im Forum enttarnt zu werden, nicht schildern, weshalb ich die Situation zu umschreiben versuche.Die Schulleitung setzt das gesamte Kollegium mit "Psychospielchen" unter Druck. Ist sie sauer, ruft sie einem ins Direktorat. Setzt man sich selbstverständlich hin, ermahnt sie einem, dass sie einem keinen Platz angeboten hätte. Diesen Fehler vieler Kollegen nutzt die SL, um ihnen zu zeigen, wer am längeren Hebel sitzt und ihn zu verunsichern. Dies gelingt auch meistens. Da wir dies wissen, machen wir, jedenfalls ich, diesen Fehler nicht mehr und warten immer brav, bis uns ein Platz angeboten wird. Jedoch findet die SL auch andere Möglichkeiten, den Kollegen bloßzustellen und ihn in seiner Autorität ganz klar unterzuordnen: Beispielsweise, indem sie die Wahl des Ausdrucks korrigiert.
      Aber das sind nur die kleinen Methoden, mit denen unsere SL den Kollegen auf ein Gespräch mit ihr vorbereitet. Anschließend wird man aufs Feinste mit einer herablassenden Art kleingehalten und die Kompetenz - in den meisten Fällen unbegründet - in Frage gestellt. Zieht man aus Verzweiflung eine Unterstützung vom Personalrat hinzu, kann man damit rechnen, dass man eine Woche später einen angekündigten, wahlweise aber auch unangekündigten Unterrichtsbesuch hat oder mindestens zwei Monate lang nicht mehr gegrüßt wird und gegebenenfalls der Verbeamtung auf Lebenszeit adieu sagen kann. Letzte Woche habe ich mich aus folgenden Gründen nicht einmal getraut, eine Unterstützung vom Personalrat zum Gespräch hinzuzuziehen.
      Ihre Vorwürfe sind wirklich meistens unbegründet. Dies zeigt sich allein daran, dass Sie in Kalenderwochen1 eine an Sie herangetragene Idee für den größten Mist hält und einem ins Direktorat zitiert, wo man grundlos ins Kreuzverhör genommen wird und in Kalenderwochen 2 gibt sie genau die gleiche Idee als die ihre preis.

      Ich bin ehrgeizig, motiviert und strebsam. Doch wenn die SL einem permanent grundlos Vorwürfe macht, entmutigt dies enorm.

      Jeder im Kollegium wurde bereits ihr Opfer. Keiner traut sich, die Meinung zu sagen. Alle haben Angst vor Konsequenzen. Ihre Herrschaftswillür erinnert mich immer wieder an "alte Zeiten" und ich frage mich, wie so etwas heute in Deutschland existieren kann, dass ein gesamtes Kollegium gegen einen Schulleiter so machtlos ist? Wir sind sowas von unmündig und akzeptieren dies auch aus Angst. Mit uns hätte man die Französische Revolution jedenfalls nicht in Gang gesetzt.

      In meinen Augen setzt sie ihre Autorität mithilfe einer Schreckensherrschaft durch, was ihr ja auch gelingt. Immer wieder werden an einzelnen Kollegen Exempel statuiert. Die oben angeführten Beispiele sind auf jeden Fall nicht die konkret drastischen Fälle, sondern unser tägliches Brot. Gerne schildere ich per PN konkrete Situationen.

      Vor zwei Monaten hatte ein Kollege einen Unterrichtsbesuch. Gelobt hat die SL insbesondere seine motivierende Art. Letzte Woche hat sie genau diesem Kollegen vorgeworfen, er motiviere seine Schüler nicht ausreichend und sei schuld an den schlechten mündlichen Noten. Sie wirft uns etwas vor, was sie in kleinster Weise als Schulleitung umsetzt. Doch der Personalrat hat mir geraten unsere SL auf keinen Fall auf diesen Vergleich anzusprechen, nachdem ich mitbekommen hatte, wie sie mit besagtem Kollegen umgegangen ist.
      Was hilft es schon, wenn man sich an das Ministerium wendet? Sobald sie das rausbekommt, bekommt man es anschließend doppelt und dreifach zurück. :(

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    • "Was hilft es schon, wenn man sich an das Ministerium wendet? Sobald sie das rausbekommt, bekommt man es anschließend doppelt und dreifach zurück."

      Ob das etwas hilft weiß man erst, nachdem man es probiert hat. Wichtig: Kontinuierliche Dokumentation von Vorkommnissen.

      Die Information der ADD würde ich da durchaus der ÖPR machen. (Da ist es von Vorteil wenn im ÖPR (auch) Leute sitzen, die nicht mehr auf eine Beförderung aus sind.) Wichtig: Dokumentation.

      Wenn sich "Krieg" nicht vermeiden lässt, lässt er sich nicht vermeiden.
      Da müsst ihr als Kollegium abwägen, ob und ggf. wie lange ihr die Umstände noch überstehen könnt. Gibt es viele Versetzungsanträge? Einen (gefühlt - auf statistische Daten werdet ihr keinen Zugriff haben) hohen Krankenstand?


      Unangekündigte Unterrichtbesuche? Sind nur in Einzelfällen möglich. Prüfen, ob der Personalratsvorsitzende zuvor informiert wurde.
      (Lehrerdienstordnung RLP 2.4.2). Das Kollegium sollte sich darauf einigen, _immer_ ein ÖPR-Mitglied zu den Gesprächen mitzunehmen. Natürlich ist dies ein klares Misstrauensvotum, aber so viele Unterrichtbesuche kann die SL gar nicht machen...
      (Nach der Verbeamtung können einem solche Besuche in RLP sowieso egal sein.)


      Gruß
      Nitram

      P.S. "Ich hab ihnen keinen Platz angeboten."
      "Ich habe dieses Versäumnis ihrerseits bemerkt. Damit Sie sich deshalb nicht schämen müssen, habe ich mir selbst einen genommen."
      (Sagt sich leichter, wenn man keine UBs mehr fürchen muss und dem SL das Leben über den ÖPR schwer machen kann ...)
    • Hallo,

      das klingt ja spassig.... vor allem wenn euer Personalrat klein bei gibt. Wundert mich, um mal ehrlich zu sein. Eventuell mal drüber nachdenken selbst Personalrat zu werden. Oder ruf doch mal beim übergeordneten Personalrat an und lass dir mal unverbindlich Tipps im Umgang mit dem jenigen geben.

      Also, während deiner Probezeit würde ich ebenfalls die Füße still halten. Hier bist du nunmal direkt abhängig von deinem Vorgesetzten. Allerdings wundert es mich, dass alt eingesessene Kollegen sich sowas gefallen lassen. Mal im Ernst, das ist doch der Vorteil am Beamtenstatus solchen Leuten direkt und bestimmt Grenzen aufsetzen zu können.

      Ich sehe es hier wie Nitram. "Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren."



      Bezüglich des "Stuhlproblems":
      In den Raum gehen und die Schulleitung direkt mit einem "darf ich?" (auf den Stuhl zeigen) in Zugzwang bringen. Hierdurch entscheidet zwar immernoch die Schulleitung, aber du führst das Gespräch ;)
    • Zunächst vielen Dank für die Unterstützung und die aufbauenden Worte. Wenn ihr wüsstet, was sonst noch so bei uns läuft In Worten ist dies nicht mehr zu fassen.
      Den Vorschlag bzgl. des "Stuhlproblems" finde ich super. Nur leider warte ich tatsächlich noch auf die Verbeamtung auf Lebenszeit. Ich finde es so schade,wie das alles läuft, weil ich eine wirklich übermäßig engagierte Lehrerin bin und von einer solchen Schulleitung einfach dermaßen grundlos ausgehebelt werde, dass es mir die Sprache verschlägt.
      Gerne hätte ich Ihr letzte Woche mitgeteilt, dass ich es schade finde, dass sie mich so demotiviert, obwohl ich keiner zusätzlichen Arbeit aus dem Weg gehe und sie das doch auch merken muss. Der Personalrat hat mir jedoch empfohlen nichts dergleichen zu sagen und auch auf seine Anwesenheit im Gespräch zu verzichten, da ich von meiner Schulleitung abhängig bin. Im vergangenen Schuljahr saß ich ca. 20-mal im Direktorat und musste mich zurechtweisen lassen. Dabei ging es auch um so Banalitäten, dass der Sitzplan meiner Klasse in der dritten Stunde meines ersten Arbeitstages noch nicht laminiert am Pult klebte. Dies wusste sie, weil sie einfach in meinen Unterricht reinmaschierte. Aber mal ganz ehrlich? Wer laminiert in der ersten großen Pause am ersten Schultag den Sitzplan und legt ihn ans Pult?
      Immerhin klebte an meinem Pult bereits in der zweiten Stunde ein Sitzplan, jedoch eben nicht laminiert.

      Ich versuche alles absolut richtig zu machen, so wie sie es wünscht und dennoch findet sie immer wieder die abenteuerlichsten Gründe, um mir etwas vorwerfen zu können;sei der Vorwurf noch so absurd.

      Und ja, mir wurde von zahlreichen Kollegen berichtet, die wegen ihr gegangen sind. Nahezu jeder Kollege, der eigentlich Gymnasiallehrer ist, hat einen Versetzungsantrag laufen.
      Ich werde jedoch noch einmal ausführlich das Gespräch mit dem Personalrat suchen. Fakt ist, dass unsere SL einfach weiß, wie sie selbst die verbeamteten Kollegen in Schach hält. Nur einige wenige bieten Parole oder warten einfach geduldig die Pension ab.
    • Über die anderen wundern kannst du dir sparen. Ich reibe mich an der Lethargie meiner Kollegen seit Jahren auf :sabber:

      Wenn die Angst vor der Nichtverbeamtung größer ist, als die Achtung vor deiner eigenen Würde, dann musst du die Behandlung halt hinnehmen. Sich als erwachsener Mensch den Stuhl wegnehmen zu lassen finde ich schon selbstzerstörerisch.

      Der laminierte Plan ist lächerlich und als Berufseinsteiger kriegt man da sicher erst maleinen Schreck. Aber der erste Schreck ist vorbei, du kannst jetzt also nur gehen, mitspielen oder kämpfen. Andere etwas tun lassen zu wollen ist recht aussichtslos.


      Edit: sammle ALLES schriftlich mit Datum. Falls du irgendwann Mobbing geltend machen willst. Dass sie mit allen so umspringt ist egal, danach fragt dann nämlich niemand mehr.

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    • Da muss der PR mal ein paar grundsätzliche Worte mit dem Schulleiter über den Umgangston und über den Begriff "Fürsorgepflicht" sprechen.
      Das Verhalten des Schulleiters ist im höchsten Maße unprofessionell und sogar kindisch. In der Probezeit hast du da aber tatsächlich wenige Chancen.
      Ich würde den Kontakt zum Schulleiter weitestgehend vermeiden. Vorschläge/Ideen würde ich nur noch im öffentlichen Rahmen (GeKo etc.) einbringen, so dass auch im Protokoll steht, von wem sie kommen.
      Und über Psychspielchen wie das mit dem Stuhl oder das "nicht grüßen", würde ich mich amüsieren. In meine Situation sichtbar, so dass er es merkt (mit Grinsen oder Kommentar), in deiner Situation wohl eher verdeckt.
      Und macht mal den PR mobil!
    • Ich wäre nach einem solchen Gespräch einfach mal zwei Tage krank. Mit Attest vom Arzt versteht sich. Das ist leider oft die einzige Sprache, die solche Schulleitungen verstehen... Kollegen die das bei uns so durchziehen, werden in der Regel in Ruhe gelassen.

      Wenn das so weiter geht bei euch, sehe ich deine psychische Gesundheit ohnehin gefährdet... Ich hätte da eine Panikattacke nach der nächsten...
    • Tatsächlich bin ich noch wach und kann nicht schlafen. Stattdessen wälze ich Paragraphen zum Schulgesetz, die mich in meiner Meinung zum jüngsten Vorfall bestätigen. Und siehe da: Natürlich gibt mir sogar das Gesetz Recht. Von diesem Vorfall habe ich nicht berichtet, da ich wirklich zu große Angst habe, dass man die Situation eindeutig zuordnen kann. Immerhin sind hier sehr viele Lehrer angemeldet. Leider haben wir morgen keinen normalen Schultag, sondern Projekttage. Ich biete ein Projekt an und wenn ich fehle, müsste meine Kollegin, die mich eigentlich nur unterstützt, mein Projekt, das ich geplant habe, durchführen. Das mag ich ihr nicht antun. Ansonsten hätte ich mich wirklich krank gemeldet, vor allem, weil ich mich gestern sogar wegen Migräne krankmelden musste und kaum komme ich wieder in die Schule geht es schon weiter mit der nächsten Psychotour. Allerdings kam nach der heutigen Sitzung wenigstens der Stellvertreter zu mir und versicherte mir, dass er hofft, dass nun nichts zwischen uns stünde, da er sich ja nicht eingesetzt hätte,.... er fügte den Blick "Sie wissen ja, wenn ich etwas einwende, dann geht es mir an den Kragen" hinzu und ich hatte tatsächlich Verständnis :/ Es tat schon gut, dass er überhaupt das Gespräch gesucht hat, um mich in meinem Handeln zu bestätigen, obwohl er der "Sitzung" wortlos und erstarrt beiwohnen durfte.

      Man kann auf jeden Fall mal festhalten, dass es meiner Schulleitung nur um Zahlrn geht und nicht um das Wohl des Schülers. Aus Schulleitersicht ist das ja auch irgendwie nachvollziehbar, aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Mir hingegen geht es überhauptnicht um Zahlen. ich denke stets nur an das Schülerwohl und finde in jedem noch so unfreundlichen Schüler etwas Gutes. Und dann muss ich mir in einem 30-minütigen Monolog sagen lassen, dass ich mich nicht für meine Schüler interessiere und wie ich so nachts noch schlafen könnte. Dabei habe ich nur hart, aber fair gehandelt. Immerhin erziehen wir auch zur Selbstständigkeit und dahingehend, dass Schüler für ihr Handeln Verantwortung übernehmen. Schließlich bereite ich Sie auf den Eintritt in ein Studium vor. Aber wenn sie morgen mit dem rechten Fuß aufsteht, kann es durchaus sein, dass sie morgen wieder absolut meiner Meinung ist, wenn ich sie auf verschiedene Paragraphen verweise.

      Ich muss mich jetzt zwingen, irgendwie schlafen zu können.

      Danke für die Unterstützung
    • Hatte ähnliches erlebt, an drei unterschiedlichen Schulen, wobei die 2. die schlimmste war, an der ich mich auch tatsächlich auf den Kampf eingelassen hatte. Ein Lehrervertreter hatte mir damals geraten alles schriftlich zu notieren was wann gesagt wurde und passierte - das schützt dich!
      Hatte anfangs versucht, einen Fehler in meinem Unterricht oder meiner Argumentationskette zu suchen, hatte ich den Lehrplan falsch verstanden wie mir vorgeworfen wurde? Nachdem ich den kompletten Lehrplan mehrmals durchgesehen hatte, bewies ich meiner Schulleiterin anhand des Lehrplans dass ich recht hatte, dann spielten wir das gleiche Spiel mit den Schulgesetzen durch und dann wollte sie mich mit Hilfe der ihr befreundeten Bezirksschulinspektorin aus dem Schuldienst katapultieren. Hier in Oberösterreich ist das nämlich tatsächlich ganz gut und unauffällig möglich wenn Schulleiterin und Bezirksschulinspektorin mitspielen und alles vertuschen. Der Lehrervertreter dem ich davon erzählt habe hat es dann allerdings geschafft den Landesschulinspektor (eine Ebene darüber) darauf aufmerksam zu machen, der hat versprochen sich die Sache anzusehen, war dann bei mir in der Klasse und meinte, er sei doch sehr verwundert dass er hier nicht - wie in den schriftlichen Berichten sowohl der Schulleiterin wie auch der Bezirksinspektorin zu lesen war - einen psychisch gestörten, Kinder traumatisierenden Lehrer vorfindet sondern jemand der im Grunde sehr kompetent und bemüht wirkt.

      Nach der 3. Schule in der mir ähnliches passiert ist und einem Gespräch mit dem Lehrervertreter der mir bestätigt hat dass hier in OÖ im Volkschulbereich (=Grundschule in Deutschland) 99% der Schulleiterinnen sind wie meine unglücksseligen Ex-Vorgesetzten habe ich dann den Schuldienst gekündigt und bin nun Leiter einer anderen Bildungseinrichtung geworden. Zumindest hier bei uns gibt es zwar vorgesehene "Korrektive" wenn z.B. Schulleiter durchdrehen, wenn diese aber mit der Ebene darüber gut gestellt/befreundet sind hast du kaum eine Chance.

      Ziemlich schräg war für mich dann am Tag meines Abschieds von der dritten Schule, als eine Kollegin die schon 20 Jahre dort arbeitet mir erzählt hat sie war vor 20 Jahren vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden wie ich, sich anzupassen und zu hoffen es würde besser werden oder zu gehen, und sie hätte sich fürs Bleiben entschieden - nur verändert hätte sich im Grunde nichts.

      Aber wie gesagt, das ist Oberösterreich. Was deine Situation betrifft: eine mögliche Verbeamtung ist eine völlige Entwürdigung meiner Ansicht nach nicht wert, und wenn du wirklich motiviert bist etwas Schönes zu schaffen würde ich mich an deiner Stelle nicht hier ausbrennen lassen.

      Ein Bunterrichter
    • @Taugenichts
      Also ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall den Personalrat der Schule einschalten. Ggf. suchst du dir auch ein paar Leute aus dem Kollegium und ihr wendet euch gemeinsam an den Personalrat und verlangt einfach, dass sie aktiv werden. Dafür sind sie gewählt.

      Ich kenne ähnliche Verhältnisse auch und weiß, dass so etwas nur passieren kann, wenn der Personalrat schwach ist, das Kollegium entweder die reinste Löwengrube ist oder eben vollkommen unpolitisch ist. Dann hat eine solche Schulleitung leichtes Spiel, indem sie nämlich einen gegen den anderen ausspielt.

      Ich würde klar und deutlich von der verlangen, dass sie solche Behauptungen, wie fachliche und pädagogische Inkompetenz klar und stichhaltig belegt. Wenn sie das nicht kann, dann und diese Vorhaltungen weiter kommen, dann eben tatsächlich mal ein Schreiben an die Schulaufsicht, damit solchen Praktiken das Handwerk gelegt wird. Auch Schulleiter können nicht einfach schalten und walten, wie sie wollen.
    • Wie soll man denn den PR bemühen, wenn der sich raushält? wenn angeblich das gesamte Kollegium aus Angst (vor was eigentlich?) nichts unternimmt, kann die TE auch nichts erzwingen. Nur gehen, oder eigene Schritte einleiten.

      Taugenichts schrieb:

      ...Allerdings kam nach der heutigen Sitzung wenigstens der Stellvertreter zu mir und versicherte mir, dass er hofft, dass nun nichts zwischen uns stünde, da er sich ja nicht eingesetzt hätte,.... er fügte den Blick "Sie wissen ja, wenn ich etwas einwende, dann geht es mir an den Kragen" hinzu und ich hatte tatsächlich Verständnis :/ Es tat schon gut, dass er überhaupt das Gespräch gesucht hat, um mich in meinem Handeln zu bestätigen, obwohl er der "Sitzung" wortlos und erstarrt beiwohnen durfte.
      ...
      Entschuldige, aber meinst du das Ernst?
    • sowas gibt's. wie lange hast du noch bis zur lebenszeitverbeamtung? danach würde ich persönlich *alle* hebel in bewegung setzen, um auf eine versetzung hinzuwirken oder aber die auseinandersetzung nicht scheuen. dann aber wirklich gut überlegen, ob es dir diesen krieg wert ist und das kollegium mitziehen würde. wenn nicht --> versetzung. du hast nur ein leben.

      dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren, wurde ja schon empfohlen.
    • Vielen Dank für all die Tipps!
      Habe nun in meinen grauen Zellen gegraben und alles notiert, was mir an vergangenen Konflikten eingefallen ist inklusive der Personen, die Zeugen waren.
      Habe theoretisch noch 1 Jahr bis zur Lebzeitverbeamtung! Habe mir nun die Kriterien angeschaut und musste mich ärgern, da die Anzahl der Fortbildungen ebenfalls relevant sind. Ich Blödmann habe bisher immer den Schwerpunkt auf Unterrichtszeit gelegt und wollte nie auf Fortbildungen, weil ich das Üben mit den Schülern kurz vor einer Klassenarbeit als wichtiger empfunden habe.
      Dies könnte sie definitiv gegen mich verwenden. Wir dürfen in RLP 4 Fortbildungstage in Anspruch nehmen.
      Von diesen habe ich keinen einzigen genutzt :( Ein Antrag auf Fortbildung wurde dann auch noch am Ende des Schuljahres abgelehnt, da die Schulleitung das Thema nicht so sinnvoll fand.
      Kennt sich jemand damit aus, ob ich im nächsten JAhr nun Anspruch auf 8 Fortbildungstage habe oder ist der Anspruch damit vergolten?
      Ich dachte mir, dass ich dann ja außerhalb meiner Schulzeit, Fortbildungen besuchen kann? Und so wenigstens auf eine angemessene Anzahl komme!?

      Zudem habe ich heute in der Schule erfahren, dass unsere SL einer anderen Kollegin mit einem Disziplinarverfahren gedroht hat. Die Gründe sind natürlich auch da absolut nichtig.
    • Taugenichts schreib "Wir dürfen in RLP 4 Fortbildungstage in Anspruch nehmen."

      Woher hast du diese Information? Ich kenne aus der VwV Veranstaltungen der Lehrerfort- und Weiterbildung und Erwerb von Qualifikationen" Punkt 5.2 eine andere Zahl (fünf Arbeitstage im Kalenderjahr).

      Die SL kann eine Fortbildung ablehnen. Sie kennt bestimmt das Landesgesetz zur Stärkung der inklusiven Kompetenz und der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und hat eine Fortbildungsplanung für die Schule. Dort heißt es in §9:

      "(1) Jede Lehrkraft ist verpflichtet, an dienstlichen Fortbildungen teilzunehmen und sich darüber hinaus selbst fortzubilden. Über die Wahl der hierfür geeigneten Fortbildungsmaßnahmen entscheidet die Lehrkraft in Abstimmung mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter im Interesse einer angemessenen beruflichen Entwicklung und unter Berücksichtigung der Fortbildungsplanung der Schule."

      Spätestens bei einer zweiten Ablehnung würde ich mal nachfragen, in welchem Bereich die SL denn einen Fortbildungsbedarf sieht. (Wobei ich mir bei manchen Fortbildungsangeboten schon denke: Wo ist der Bezug zur Schule?)
      Wichtig: Die Fortbildungen müssen nicht im Interesse der Schule sein, sondern im Interesse einer angemessenen beruflichen Entwicklung der Lehrkraft (und diese Entwicklung kann ja auch an einer anderen Schule ihre Fortsetzung finden).

      Eine Möglichkeit zur Übertragung von Fortbildungstagen auf das nächste (_Kalender!_)jahr besteht nicht.
      Du kannst Fortbildungen außerhalb deiner "Schulzeit" besuchen.
    • Vielen Dank,
      da bin ich nun selbst dran schuld. Somit ist dann mein Anspruch leider verfallen :/
      Dafür habe ich soeben bereits die Fortbildungstage für das kommende Schuljahr geplant bzw. mich dafür angemeldet. Morgen hat die Schulleitungen alle Anträge auf dem Tisch. Bin gespannt, ob sie welche ablehnt. Diese sollten nun in Ihrem Sinne sein (--> alles Pädagogik).
      Außerschulische Fortbildungen zu besuchen ist dann auch mein Plan. Obwohl ich als "Anfängerim im dritten Jahr" immer noch bis abends am Schreibtisch sitze und mich das durchaus zusätzlich unter Druck setzt. Jedoch will ich der SL kein leichtes Spiel lassen.

      Gibt es ansonsten Tipps bzgl. meiner Lebenszeitverbeamtung? Wer hat Erfahrung, wie viele Fortbildungen so gern gesehen werden? Bzw. vor allem, ab wann sie gelten!? Habe natürlich bereits Fortbildungen besucht, aber die Bestätigungen leider nie lange aufgehoben, da mir nicht bewusst war, dass dies abgesehen von meinem Interesse für irgendeine Beurteilung relevant sein wird!

      Oder schaut man nur auf die Fortbildungen, welche ich während meiner Verbeamtung auf Probe besucht habe? Vorher war ich angestellt.
    • Also bezüglich der Verbeamtung auf Lebenszeit kann ich zumindest aus hessischer Sicht sagen, dass das eigentlich relativ problemlos verläuft. Da müssten schon wirklich sehr schwerwiegende Dinge vorliegen, dass diese weiter verzögert oder gar verweigert wird. Die müssten dann auch wirklich hieb- und stichfest belegt werden. Man hat ja auch das Recht, zu einer Beurteilung ggf. eine eigene Gegendarstellung zu schreiben. Dann läge der Fall beim Schulamt und dort müsste man aktiv werden (Bsp. Unterrichtsbesuch des Schulrates). Ich habe aber wirklich noch nie gehört, dass es soweit kam, weil das wirklich Stress für auch für einen Schulleiter wäre.
      Nun weiß ich nicht, wie die Sache im Saarland läuft. Vielleicht fragst du einfach mal die Kollegen.
    • Leider hört man immer wieder, dass Vorgesetzte einen mit der Lebenszeitverbeamtung erpessen wollen. Prinzipiell hat man bei Dienstgesprächen eine Anspruch,eine Person des Vertrauens mitzunehmen. Das kann der Personalrat sein, das kann aber auch ein Rechtsanwalt sein.
      Spontane Dienstgespräche muss man nicht zwangsläufig führen. Man kann bitten, einen Termin zu vereinbaren und im Vorfeld das Gesprächsthema mitgeteilt zu bekommen. Über anderes wird dann nicht gesprochen.
      Vorwürfe sich grundsätzlich schriftlich geben lassen. Der Jurist bei der Schulverwaltung wird sich freuen, wenn er sowas prüfen soll. Erst recht, wenn sich so Nichtigkeiten häufen.

      Der Personalrat hat das Recht, Personalversammlungen einzuberufen, bei der es z.B. um die Umgangsformen und den Umgangston euerer Schulleitung geht und (in Hessen) darf der Schulleiter dabei nicht anwesend sein. Zu der Personalversammlung dürfen auch eine oder mehrere Gewerkschaften und andere Experten dazugeholt werden, um ein weiteres Vorgehen zu beraten.

      Werden Hausmeister und Sekretariat genauso behandelt? Wie sieht es beim Schulelternbeirat aus? Auch von den Eltern der Schüler kann man im Zweifelsfall Unterstützung bekommen.

      Abgelehnte Fortbildungsanträge aufheben und ins Portfolio heften, als Nachweis, dass man fortbildungswillig ist.

      Wenn alles nicht wirkt, sich auf das Kerngeschäft zurückziehen. Klassenfahrten, Projekte, Ausflüge auf ein Minimum reduzieren oder ausfallen lassen. Wenn nahezu alle nur noch das tun, was sie unbedingt müssen, dann fallen Profile weg, die Schülerzahlen sinken.
      Dienst nach Vorschrift ist für eine erfolgreiche Schule tödlich. Man sollte sich nicht durch seine Leidenschaften erpressbar machen lassen.

      Wenn es genug Kollegen gibt, die sich da zusammentun, jeder einen Versetzungsantrag stellen. Dieser müsste nicht mal begründet werden, aber wenn plötzlich sich das gesamte Kollegium versetzen lassen will, wird die Schulverwaltung sich bei der Schulleitung erkundigen. Wenn Gesamtkonferenzanträge der Schulleitung nicht mehr angenommen werden (geheime Abstimmung ist auch da möglich), und die Sachen werden trotzdem gemacht, begeht die Schulleitung eine Dienstpflichtsverletzung.

      Jeder Bürger kann sich mittels einer Dienstaufsichtsbeschwerde über jeden Beschäftigten im öffentlichen Dienst beschwerden, wenn man unfreundlich behandelt wurde.
      DIenstaufsichtsbeschwerden können auch vom Personalrat oder dem gesamten Kollegium eingereicht werden, und zwar direkt bei der Schulverwaltung, nicht auf dem Dienstweg.
    • Was die Herrschaftswillkür angeht, glaube ich, hat unser ehemaliger Schulleiter wirklich den Vogel abgeschossen. Neulich erzählte ein Kollege im Lehrerzimmer, dass er in den Sommerferien vom ehemaligen Schulleiter eine e-mail bekam. Darin wurde er noch einmal zusammengeschissen, weil er angeblich in den letzten Tagen des Schuljahres seinen Unterricht nicht mehr ordentlich gemacht hätte und deshalb eine Notiz in die Personalakte vornehmen würde. Nun war das wohl noch im Juli, wo der alte Chef noch formal im Amt war. Aber als wir das gehört haben, habe ich echt gedacht, ich falle vom Glauben ab. Ein anderer Kollege meinte nur: "Was für ein A...."
      Der betroffene Kollege meinte natürlich, dass damit eigentlich sein Sommerurlaub im Eimer war, weil er sich darüber mächtig geärgert hat. Andererseits war es vielleicht auch dumm, im Urlaub seine mails zu lesen.
      Allerdings ist doch so ein Vorgehen, wenn es vielleicht rechtlich in Ordnung war, menschlich absolut unterste Schublade. Ich muss auch sagen, dass wir im Kollegium eigentlich alle froh sind und die Situation sich auch deutlich entspannt hat.
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