Quereinsteiger-Debatte in Grundschulen

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    • Quereinsteiger-Debatte in Grundschulen

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      8) LG cubanita1

      Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.

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      Ich habe die Artikel noch nicht gelesen, aber grundsätzlich meine ich dazu, dass die Seiteneinsteiger / Quereinsteiger unsere ganze Unterstützung brauchen, denn wir brauchen sie, damit man uns nicht noch mehr Stunden und noch größere Klassen zumutet (notgedrungen).

      Natürlich müssen sie vernünftig nachqualifiziert werden.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
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      Und wichtig: Es darf sich nur um eine Übergangslösung handeln, langfristig muss der Lehrerbedarf durch "richtig" studierte Lehrer gedeckt werden. Um dies zu erreichen, müssen insbesondere in den Mangelfächern und -schulformen ausreichend Studenten aufgenommen werden und das erreicht man, wenn man zum einen für den Beruf stärker wirbt und zum zweiten bessere Arbeitsbedingungen schafft. Es kann jedoch 1. nicht sein, dass ein Bundesland wie Berlin mehr als die Hälfte aller neuen Grundschullehrer über den Querstiegsweg einstellt und 2. Schmalspurlehrer an den Schulen arbeiten, während andere Lehrer für diesen Job teilweise 7 oder noch mehr Jahre ausgebildet werden. Das ist zum einen eine Missachtung der Qualifikationen der studierten Lehrer und zum anderen spart man an der Lehrqualität, was letztendlich auch zulasten der Kinder geht. Man käme auch nicht auf die Idee, jemanden, der ein bisschen Biologie studiert hat, als Hausarzt auf dem Land anzustellen, nur weil dort Mangel besteht.
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      Was sind "Schmalspurlehrer"?

      Ansonsten ja, ich stimme zu, es ist eine Notlösung und eine vernünftige Nachqualifizierung ist nötig. Aber dann sollte man diese Kollegen auch mit Respekt behandeln und unterstützen!
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
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      Siehe dazu auch den Thread mit der Entfristung irgendwo hier im Forum.
      Speziell bzgl. "Nicht-Erfüller" wird immer darauf hingewiesen, auf diese Fristen zu achten, damit man nicht irgendwann versehentlich einen Nicht-Erfüller in der Schule fest sitzen hat. (Wobei ich mir denke, dass ein Nicht-Erfüller, der über Jahre immer wieder verlängert wird auch nicht die schlechteste Lösung für einen festen Kollegen sein dürfte. Nehme ich an.)

      kl. gr. frosch
      Free Tibet!!
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
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      @sofawolf: Ich beziehe mich auf Leute, die übertrieben formuliert nach Erhalt des Abiturs jahr(zehnt)elang keine Schule von innen gesehen haben und sich nicht mit Lehr- und Lernprozessen auseinandersetzen, dann ein paar Wochen angelernt werden und direkt im Anschluss in die Schulen gehen und unterrichten müssen. Natürlich haben sie es sich ausgesucht und wussten, worauf sie sich einließen, aber ich finde es nicht OK, dass sie letztendlich genauso wie studierte Lehrer, die sich 7 Jahre lang (!) auf den Beruf explizit und intensiv vorbereiteten, dieselbe Berufsbezeichnung führen dürfen. Von dem Recht auf gute Lehre seitens der Kinder mal ganz abgesehen... Daher die bewusst provokant gewählte Wortwahl.
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      Finde es bezeichnend, dass die jeweiligen Autoren den Kern des Briefes nicht verstanden haben. Denn es geht um die fehlende Betreuung und Qualifizierung. Nicht davor, dass "vor Quereinsteigern gewarnt" werden muss. Für Berlin kann man die Unterstützung der Kollegen, die das know how dazu haben, übrigens vergessen, weil dazu die Gehaltsdebatte E11/A11/A12 vs E/A13 kommt.
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      Auf unsere derzeitige Stellenausschreibung haben sich sieben Seiteneinsteiger beworben und keine ausgebildete Lehrkraft.
      Bei einigen Bewerbungen gruselt es mich in der Tat. Wenn ich lese: "Ich bin davon überzeugt, gut mit Kindern umgehen zu können, da ich selber regelmäßig die Grundschule besucht habe.", weiß ich in der Tat nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

      Letztlich wird es darauf hinauslaufen, dass wir einen dieser Seiteneinsteiger einstellen.
      Wir hoffen sehr auf eine fundierte Nachschulung und ansonsten hängt es ja maßgeblich auch von uns ab, wie neue Kolleginnen oder Kollegen in unserem System zurechtkommen.

      Das größte Problem, das ich derzeit bei uns sehe ist, dass diese Kolleginnen und Kollegen eben ausschließlich ein Fach unterrichten können, dürfen, sollen....

      Das ist - insbesondere in Grundschulen - schon eine Herausforderung.

      Andererseits: Wir sind froh, wenn wir eine Stelle besetzen können und hoffen einfach mal darauf, dass sich jemand findet, der bereit ist, sich in das komplexe System Schule einzuarbeiten!

      Herzliche Grüße
      strubbelsuse
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      strubbelsuse schrieb:


      "Ich bin davon überzeugt, gut mit Kindern umgehen zu können, da ich selber regelmäßig die Grundschule besucht habe."
      :staun: :stumm: ;(

      Krass! Bei uns sind viele wieder gegangen. Die meisten wussten eben nicht, worauf sie sich einlassen. Eine Kollegin sagte neulich, ihr wurde gesagt: "Unsere Schüler sind ein bisschen schwieriger." Was das bedeutet, habe sie nicht erahnen können.
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      Lehramtsstudent schrieb:

      @sofawolf: Ich beziehe mich auf Leute, die übertrieben formuliert nach Erhalt des Abiturs jahr(zehnt)elang keine Schule von innen gesehen haben und sich nicht mit Lehr- und Lernprozessen auseinandersetzen, dann ein paar Wochen angelernt werden und direkt im Anschluss in die Schulen gehen und unterrichten müssen. Natürlich haben sie es sich ausgesucht und wussten, worauf sie sich einließen, aber ich finde es nicht OK, dass sie letztendlich genauso wie studierte Lehrer, die sich 7 Jahre lang (!) auf den Beruf explizit und intensiv vorbereiteten, dieselbe Berufsbezeichnung führen dürfen. Von dem Recht auf gute Lehre seitens der Kinder mal ganz abgesehen... Daher die bewusst provokant gewählte Wortwahl.

      Dann sind all die Lehrkräfte in Sprachschulen, Volkshochschulen und in der Fort- und Weiterbildung für dich auch "Schmalspurlehrer"? Die meisten von ihnen haben keine Lehrerausbildung abgeschlossen.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
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      Vergiss nicht die Fahrlehrer! Nein, Scherz - Lehrkräfte in Sprachschulen haben von Haus aus keine 7 Jahre lange Ausbildung, daher fällt es nicht negativ auf, wenn eine Lehrkraft dies nicht aufweist. Beim Lehrer an staatlichen Schulen (deren Besuch im Übrigen im Gegenzug zu Volkshochschulen verpflichtend ist und im besonderen Maße über die langfristige Bildungskarriere der Schüler Einfluss nimmt und urteilt) ist das offensichtlich anders, da es einen Regelzugang zur qualifizierten Ausübung des Lehrerberufs gibt, der in vielen Bundesländern aus mindestens 3 Jahren Bachelor, 2 Jahren Master und dem ~ 2 Jahre langen Referendariat besteht.
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      Edit: eben gegoogelt...

      Lehramtsstudent schrieb:

      ...während andere Lehrer für diesen Job teilweise 7 oder noch mehr Jahre ausgebildet werden...
      Bayern: 7 Semester plus 2 Jahre Ref. macht 5,5 Jahre. Sachsen: 8 Semester, 1,5 Jahre Ref. macht 5,5. NRW 10 Semester, 1,5 Jahre Ref. macht 6,5 Jahre.


      strubbelsuse schrieb:

      "Ich bin davon überzeugt, gut mit Kindern umgehen zu können, da ich selber regelmäßig die Grundschule besucht habe.", weiß ich in der Tat nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
      Ich bin für lachen. Ladet den/die doch mal zum Probearbeiten ein. Musik in der beliebten 4b oder so :tanz:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

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      In meinem Bundesland sind es 7 Semester Regelstudienzeit, aber bereits in Berlin (Bachelor/Master!) hast du 10. Dann kann ich aus meiner Erfahrung in der Studienpraxis sagen, dass höchstens 80% die Regelstudienzeit einhalten können oder wollen:
      - man entscheidet zwischenzeitlich, dass einem Kunst doch eher liegt als Religion und wechselt das Fach
      - man fällt in Kurs XY durch und muss ihn nächstes Semester noch einmal besuchen
      - das Seminar zu XY ist grundsätzlich ausgebucht und man muss mehrere Semester warten bis man es doch belegen kann
      - bürokratische Hindernisse, die einem ständig das Fortsetzen des Studiums erschweren wollen (selbst mehrfach erlebt!)
      - schwierige Klausuren, die immer und immer wieder nach hinten geschoben werden
      - ein geringes Seminarpensum, da man parallel zum Studium arbeiten muss.

      Da kommen einige Studenten am Ende über die 7 bzw. 10 Semester.

      Und auch 1-1,5 Jahre für das Referendariat sind sportlich gerechnet. Bei der Rechnung fehlen zudem auch Praktika und Semesterferien - in den wenigsten Fällen folgt direkt nach dem letzten Studiumstag der erste Tag im Referendariat. Mein Orientierungspraktikum übte ich Anfang 2014 aus. Jetzt haben wir Ende 2017 und ich studiere immer noch ;) .
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      Lehramtsstudent schrieb:

      In meinem Bundesland sind es 7 Semester Regelstudienzeit, ...
      Naja, dass Studenten durch Prüfungen fallen und Fächer wechseln ist ja nun nicht gerade ein Qualitätsmerkmal. Du wolltest mit deiner Zeitangabe ja gerade verdeutlichen, dass man nicht mal so nebenbei Grundschullehrer wird, mit den o.g. Argumenten sagst du das Gegenteil aus, nämlich, dass Grundschullehramtsstudenten häufig nicht zielgerichtet arbeiten würden. Und dass man nebenher arbeiten muss, macht den auch nicht zum geeigneteren Lehrer, als den, der sein Studium bereits beendet hat und sich nun nachqualifizieren will.

      Was ich mich aber frage: wo kommen diese vielen Quereinsteiger her? Besinnen sich da alle plötzlich auf ihre Liebe zum Kind und ihre verkannte Berufung zum Unterrichten?
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      Krabappel schrieb:

      Was ich mich aber frage: wo kommen diese vielen Quereinsteiger her? Besinnen sich da alle plötzlich auf ihre Liebe zum Kind und ihre verkannte Berufung zum Unterrichten?
      Such dir etwas aus: gescheiterte wissenschaftliche Karriere, keine gute Perspektive in der freien Wirtschaft, ...

      Lehramtsstudent schrieb:

      Und auch 1-1,5 Jahre für das Referendariat sind sportlich gerechnet. Bei der Rechnung fehlen zudem auch Praktika und Semesterferien - in den wenigsten Fällen folgt direkt nach dem letzten Studiumstag der erste Tag im Referendariat. Mein Orientierungspraktikum übte ich Anfang 2014 aus. Jetzt haben wir Ende 2017 und ich studiere immer noch.
      Wann fängst du dein Referendariat an? Wir warten schon sehnsüchtig darauf, dass du deine Kennntnisse in der Praxis verwirklichen kannst.