"elterlicher Super-GAU"

  • Hallo!
    Ich hatte letzte Woche eine Art Super-GAU mit einer Mutter. Mich würden mal eure worst-ever Geschcihten mit Eltern interessieren und wie ihr damit umgenagnen seid (ggf. Jurist, Jugendamt, Schulamt, etc.) Ich hebe meine Story mal bewusst noch etwas auf, da cih denke, dass ich euch locker alle überbieten kann Also bitte erzählt mal eure bisher schlimmsten Erlebnisse mit Eltern eurer Schüler. Danke

  • Hallo,
    habe leider keine Geschichte zu bieten, aber spann uns doch nicht länger auf die Folter und erzähle deine!

  • Hallo,


    es kommt ja erst einmal ganz darauf an, wie sich die Eltern verhalten.


    Eltern, die ignorieren, dass Kinder problematisch sind und alles laufen lassen, muss man versuchen dem Kind zu helfen. Wenn viele Gespräche, Hinweise ect... nichts bringen, sollte in Zuammenarbeit mit der Schulleitung auch u.U. der Schulps. Dienst oder das Jugendamt eingeschaltet werden.


    Ist ein Kind problematisch und die Eltern engagieren sich, d.h. sie bemühen sich um Ursachenforschung, Behandlung, Umstellung von Umständen ect..., dann sollte ein Lehrer-Elternverhältnis von gegenseitiger Achtung und Unterstützung geprägt sein.


    Einige haben ja schon viel von uns gelesen, wir sind engagiert, arbeiten schon seit Jahren mit unserem Kind, wirken auf es ein und wenden dafür viel Zeit auf.


    Aber dieses Engagement wurde bisher noch von keinem Lehrer wirklich gewürdigt.


    Bei vielen notwendigen Gesprächen sprachen nur die Lehrer, die ihre Sicht der Dinge darlegten, und was sie gerne hätten.


    Unsere Erklärungen waren nicht erwünscht, Darstellung von der Vorgeschichte wurde als unnötig abgetan.


    Dabei wird mir hier wohl jeder Recht geben, dass bestimmte Verhaltensauffälligkeiten auch auf Grund schlimmsten Mobbings in der alten Schule hervorgerufen werden können. Kinder brauchen dann Zeit, sich umzustellen, zu erkennen, dass es hier anders ist ect....


    Wir wurden bedrängt, wie unmündige Kinder behandelt und unter Druck gesetzt, das Kind am Besten sofort von der Schule zu nehmen (nach vier Wochen). Dabei ging es nicht um die Leistungen, sondern um das Verhalten eines völlig verstörten und verängstigten Kindes.


    Die Klassenlehrerin gab einer Möglichkeit der Besserung von Anfang an gar keine Chance.


    Ab einem bestimmten Zeitpunkt schaltete ich die Schulaufsicht ein, da es um die Zukunft unseres Kindes ging. Denn unter Erwachsenen geht man nicht so mit einander um.


    Danach wurde es besser, es gab nur noch ein Gespräch, wo man auch wieder einmal nur lamentierte und die Zukunft unseres Kindes in den dunkelsten Farben malte.


    Wie das ausgegangen ist, kann man im Eltern-Fragen Lehrer unter "So schlimm kann das nicht gewesen sein" lesen.


    Aber ich weiß auch, wie frech Eltern sind, die glauben hinter jeder schlechten Note steckt Mobbing, die sehen es als persönliche Beleidigung, wenn ein Kind keine Gymempfehlung erhält usw...


    Die können sehr unangenehm sein.


    Doris

  • Meine schlimmsten Geschichten sind völlig harmlos und völlig uninteressant. (Ein Brief wegen zu teurer Schullektüre, ein Brief wegen Unzufriedenheit mit dem Notenschlüssel einer Schulaufgabe.)


    Ist es so, dass es an der Grundschule da wesentlich härter zugeht, eben weil es mit Klauen und Zähnen um den Übertritt ans Gymnasium geht? Oder weil die schwierigen Schüler gar nicht erst ans Gymnasium kommen/gelassen werden (wie auch immer man das sieht)?

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum.
    Heute schon zweimal dreimal nicht reagiert, obwohl da etwas sehr Falsches im Forum stand!

  • Vielleicht auch, weil die Eltern prinzipiell noch engagierter sind als später?

  • Mein übelstes Gespräch mit einer Lehrerin:


    Grund: Tochter fühlt sich vollständig unfair behandelt. Hat in dem Fach schriftlich nur Einsen geschrieben, nachdem sie früher mit Mühe schriftlich auf Drei kam und das durch eine mündliche Eins ausgeglichen hat. Nach ihrer Meinung hat sich an ihrer mündlichen Beteiligung nichts geändert, aber die soll jetzt Fünf sein, und es damit im Zeugnis bei einer Drei bleiben.


    Ich bitte also um einen Termin. Bekomme einen vier Wochen später um 11.30 Uhr zugewiesen. Nehme mir dafür den Vormittag frei.


    Als erstes bekomme ich erklärt, dass man nur maximal 10 Minuten Zeit habe. Ich versuche, vorsichtig das Problem zu schildern, Motto: Tochter möchte ihre Note verbessern, was könnte sie tun.


    Lehrerin: Wenn sie mit den Noten ihrer Tochter nicht zufrieden sind, engagieren sie einen Nachhilfelehrer. Was habe ich damit zu tun?


    Einen Nachhilfelehrer halte ich nicht für sinnvoll, da die schriftlichen Einsen eigentlich beweisen, dass sie den Stoff beherrscht. Mich würde mehr interessieren, was sie tun könnte, um die mündliche Note zu verbessern. Frage also nach, wie die genau zustande kommt und woran es speziell hakt in diesem Fall.


    Lehrerin: Das kann ich ihnen nicht sagen. Da müsste ich in meinen Kalender gucken. Den habe ich nicht dabei.


    10 Minuten um. Aus die Maus. Kurz und schmerzhaft.


    Tochter bekam ohne weiteren Kommentar im Zeugnis eine Eins.


    So etwas empfinde ich als Gau. Da wird nicht einmal mehr versucht, vorzutäuschen, dass Noten einen gewissen Sinn hätten. Die Bereitschaft, überhaupt miteinander zu reden, ist in keiner Weise da. Die Lehrerin hat sich auf das Gespräch nicht einmal insoweit vorbereitet, dass sie mal nach den Noten geguckt hätte.


    Grüße Enja

  • Hallo,
    meine Erfahrung ist auch die, dass Eltern an der Grundschule manchmal recht unverschämt auftreten und alles und jedes in Frage stellen, und dass die gleichen Eltern später am Gymnasium sooo klein werden mit Hut *- weil sie wohl denken, an der Grundschule verstehen sie alles, und was die GrundschullehrerInnen können, können sie ja sowieso mindestens auch, und das fällt am Gümmi wohl weg.
    Wenn dann der Herr Studienrat sagt, das wird hier so gemacht, dann ist das eben so. Bei uns wird z.T. jahrelang diskutiert ...
    * (das weiß ich von anderen Eltern und auch von Kollegen, deren eigene Kinder mit unseren ehemaligen in eine Klasse kamen)
    Gruß venti :)

  • Zitat

    venti schrieb am 26.06.2005 12:04:
    Wenn dann der Herr Studienrat sagt, das wird hier so gemacht, dann ist das eben so. Bei uns wird z.T. jahrelang diskutiert ...


    tja, schön wärs, das mag vielleicht im Fachlichen so stimmen, aber wenn es um irgendwelche allgemeinpädagogischen Fragen geht, hält sich jeder, der zu Hause ein, zwei Kinder rumlaufen hat, gleich für einen Experten.
    denen würde ich gönnen, dass sie mal eine einzige Stunde 33 von der Sorte unterrichten oder von mir aus auch nur betreuen sollen...


    da hängt aber auch viel von der Schulleitung ab, wenn der Direktor einen quasi dazu verdonnert, auch beim geringsten Pups an einer Runde Eltern, Kind, Schulleiter teilzunehmen, ist das natürlich ein Signal, das wahrgenommen wird...


    ich erklär ja auch meinem Automechaniker nicht, wie der mein Auto wieder fit machen soll.... :D


    mfg
    der unbekannte Lehrer

    "Get thee back into the tempest and the Night´s Plutonian shore!...
    Take thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!"
    Quoth the raven: "Nevermore." (E.A.Poe,The Raven)

  • Meine bislang härtestes Elterngespräch:


    Reicher, aber wenig sympathischer Mann hat mit offensichtlich gekaufter Drittweldfrau ein Kind. Das Mädchen ist lieb, kämpft aber an allen Fronten mit Überforderung und wird von zuhause gedrillt bis zum Abwinken. In der siebten Klasse geht's dann nicht mehr weiter, Wiederholung droht. Erstes Gespräch beim Elternsprechtag von mir initiiert, Vater hält mir Vorträge über die "verdammte phlegmatische Haltung" die sich von Mutter auf Tochter vererbt habe, während Tochter daneben sitzt. Ich richte meine Fragen und Vorschläge mehr und mehr an die Tochter, Vater unterbricht immer wieder, und wenn Tochter sich mal hinter vorgehaltenen Händen was zu sagen traut, zieht Papa ihr die Hände vom Mund weg, spricht aber gleichzeitig für sie weiter. Mühsam mit Tochter Vereinbarungen zur mündlichen Mitarbeit getroffen, auf diese Weise reicht es am Schuljahrsende für eine Vier.


    Jedoch: Tochter hat in anderen Fächern zwei Fünfen, Vater bittet erneut um Gespräch, diesmal allein mit mir, will die Vier der Tochter auf eine Drei für den Ausgleich hochreden (interessanterweise stellt er eigentlich nicht in Frage, dass die Note in sich gerechtfertigt ist). Es folgen von ihm:


    - die Warnung, dass das Mädchen ja dann an der Hauptschule enden würde (es geht eigentlich um eine Klassenwiederholung auf dem Gymi!), was sie ja von ihrem Charakter her gar nicht durchhalten könnte


    - die Überlegung, dass er sich bei einem solchen Misserfolg nicht mehr in der Lage sähe, seine Tochter weiter zu unterstützen, zumal es ihm gesundheitlich schlecht gehe und er Sorge habe, durch den Schulstress seiner Tochter einen Schlaganfall zu erleiden


    - die Befürchtung, dass das Mädchen sich bei einer Wiederholung etwas antun würde, weil sie dem psychischen Stress nicht gewachsen sei


    - der Vorwurf, es noch nie mit einer so kaltherzigen und verständnislosen Lehrerin zu tun gehabt zu haben, die allein aus diesem Grund schon für ihren Beruf völlig ungeeignet sei


    An dieser Stelle habe ich das Gespräch dann abgebrochen, den Klassenlehrer und auf der Zeugniskonferenz auch die anderen Lehrer der Klasse informiert. Der Vater hat am nächsten Tag beim Klassenlehrer angerufen, der Klassenlehrer war sich selbst nicht ganz sicher, ob er sich nun für die "Missverständnisse" im Gespräch mit mir entschuldigen wollte oder mich anschwärzen wollte, jedenfalls sei dann alles doch nicht so dramatisch. Die Schülerin wiederholt die Sieben, nach allem, was ich zuletzt gehört hab, scheint sie recht gut klar zu kommen - trotzdem hab ich nach wie vor Angst um das Kind. Aber da ich einige Monate später mit dem Ref fertig war, hab ich leider keinen Einfluss mehr... was den Vater wahrscheinlich sehr freut.


    Nachdenklich,
    w.

    Frölich zärtlich lieplich und klärlich lustlich stille leysejn senffter süsser keuscher sainer weysewach du minnikliches schönes weib

  • Hallo,


    mein persönlicher Super-Gau war nicht mit einem Elternteil sondern mit einer Berufsschülerin samt Ausbilder - Berufszweig Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte.
    Besagte Schülerin schmiß den Unterricht durch dauerndes Dazwischenreden, unverschämte Bemerkungen mir und den Mitschülern gegenüber und verdrehte meine pädagogischen Gespräche mit ihr, bzw. die Besuche im Reflexionsraum (in die sie von allen unterrichtenden Lehrern je einmal geschickt wurde) zu einem Mobbingvorwurf mir gegenüber.


    Das fand ich schon ziemlich heftig, als ich dann mit meinem Schulleiter und meiner Abteilungsleiterin ihrem Ausbilder und ihr gegenübersaß und mich rechtfertigen musste, obwohl sie doch das Fehlverhalten an den Tag gelegt hat.


    Ich wollte "damals" erst hier posten, aber irgendwie trau ich mich nie so recht, wegen Datenschutz etc....


    Und was meine Beziehung zu der Grundschullehrerin meiner Tochter angeht, die ist auch nicht so ganz störungsfrei, obwohl ich nicht glaube, dass ich ihren Job besser machen kann. Trotzdem kann ich einiges nicht gut finden bzw. hinterfrage das halt. Und ich denke doch, dass ich das auf einer weiterführenden Schule ebenfalls tun werde!


    VG,
    ramapas

  • Ramapas: Reflexionsraum - ist das ein modernes Wort für den Karzer? :D muss ich mir merken... ;)


    mfg
    der unbekannte Lehrer

    "Get thee back into the tempest and the Night´s Plutonian shore!...
    Take thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!"
    Quoth the raven: "Nevermore." (E.A.Poe,The Raven)

  • @ tutm - ts, lass das nicht meinen Chef hören ;)


    Ist es natürlich nicht! Ich würde gerne einen Beitrag verlinken, weiß aber nicht wie das geht. Wenn es dich interessiert schmeiß mal die Suche an - gestartet war das Thema von Mia unter dem Begriff - Timeout-Maßnahmen, da habe ich unser Konzept beschrieben!


    Vg,
    ramapas

  • Mein elterlicher Super-GAU war etwas anders gelagert. Ich hatte im Ref gerade 3 Wochen meine erste Klasse übernommen. Der Klassenlehrer war mein Betreuungslehrer, mit dem ich mich bis dahin sehr gut verstand. Eine Mutter kam in die Sprechstunde des Klassenlehrers und er forderte mich auf, doch mal mitzukommen, damit ich das auch lerne, weil ich logischerweise noch nie ein Elterngespräch geführt hatte.


    Die Mutter sprach von dem Moment an, als ich dabei war, nur noch in meine Richtung. Sie strahlte mich an, erklärte mir, wie sehr sich die Tochter auf den Unterricht bei mir freue, dass es ihr so viel Spaß mache und sie seitdem freiwillig lerne. Dem fügte sie noch hinzu, dass das auch alle ihre Freundinnen so sehen würden und sie sich wünschen, dass ich die Klasse später auch noch unterrichten könne, wenn ich mit dem Ref fertig sei.


    So richtig freuen konnte ich mich darüber nicht, da ich schon zu diesem Zeitpunkt gesehen hatte, dass meinem Betreuungslehrer die Gesichtszüge versteinerten.
    Von diesem Moment an hat er an meinem Unterricht kein gutes Haar mehr gelassen und mir das Leben fast zur Hölle gemacht.
    Das Problem "löste" sich mit dem Beginn des Einsatzschuljahres, das in Bayern nach dem ersten Halbjahr des Refs beginnt und mit einem Schulwechsel verbunden ist.


    Seitdem gilt bei mir: Elterngespräche nur im absoluten Notfall mit Kollegen zusammen führen.

    ***
    Es hat keinen Sinn, Kinder erziehen zu wollen - sie machen uns doch alles nach...

    Einmal editiert, zuletzt von Hoffi ()

  • Unsere Eltern sind alle nett ;)


    So was ähnliches wie Hoffi hab ich auch erlebt - auf einem Elternabend, als die Eltern meinten, wie viel Spaß den Kindern der Sachunterricht jetzt mache, wie interessant doch die Themen seien und dass man es sehr bedauerlich finde, dass ich die Klasse im Herbst abgebe (an die Kalssenlehrerin zurück...). Das schmeichelt zwar, ist aber in dem Moment blöd, wenn die Klassenlehrerin daneben sitzt. Sie hats aber, glaube ich, nicht übel genommen ;)


    Eine andere Situation mit Eltern hatte ich ganz zu Beginn meines Refis: Da kam von einer Mutter auf dem EA harsche Kritik ala so lernen die Kinder nie lesen und schreiben, die Kinder würden sich die falsche Schreibweise abgucken, usw. - das Übliche (ich muss hier venti zustimmen: die Eltern der Grundschüler wissen meist, wie man es macht und bringen das auch zum Ausdruck). Jedenfalls war ich über den Tonfall der Mutter entsetzt - bis ich mitbekam, dass sie ebenso mit der Direktorin und der Vorsitzenden der Elternvertretung sprach...
    Anfangs zweifelt man ja schnell an sich und nimmt solche Kritik auch schwer. Aber bei dieser Mutter half es sehr, sich auf die eigene fachliche Kompetenz zu berufen, zwar gesprächsbereit zu bleiben, aber sich nicht von ihr sagen zu lassen, wie man seinen Job zu tun hat.
    Mittlerweile geht es gut mit ihr, und ihre Tochter mag mich sehr, schreibt mir Briefe, usw., so dass ich nicht glaube, dass die Mutter gegen mich arbeitet. Das ist überhaupt das Schlimmste - vor allen für die Kinder - wenn die Eltern zu Hause über die Lehrerin herziehen!


    LG,
    Melosine

    Für mich gibt es wichtigeres im Leben als die Schule.


    (Mark Twain)


    Auf dem Weg zur Weltherrschaft! :teufel:

    Einmal editiert, zuletzt von Melosine ()

  • Die Vermutung, dass Eltern auf dem Gymnasium fachlich nicht mehr mitkommen, ist äußerst gewagt, aber weit verbreitet und die Eltern lächeln meist nur freundlich.


    Die meisten Lehrer gehen fest davon aus, dass Eltern keine Prozentrechnung können. Groß war auch die Verwunderung der Klassenlehrerin meiner Tochter, dass ich mit der Austauschlehrerin aus England fröhlich und ohne Probleme schwätzen konnte.


    Wenn die Eltern Abitur haben, haben sie den Stoff schon einmal hinter sich gebracht. Selbst, wenn sie viel vergessen haben, reicht das normalerweise für die Mittelstufe völlig aus.


    In Fächern, wo man auch noch beruflich betroffen ist, reicht es auch für die Oberstufe.


    Grüße Enja

  • Hm, ist das dann also nur eine Ausrede, wenn an die 90% aller Eltern behauptet, sie könnten ihrem Kind nicht mehr bei den Hausaufgaben helfen? Selbst im Hauptschulzweig ist dieser Satz oft Standard.


    Aber um ehrlich zu sein, ich komme fachlich in den Fächern, die ich nicht unterrichte, auch nicht unbedingt immer so gut zurecht. Das meiste vergisst man halt wirklich, selbst Prozentrechnung mache ich doch nicht mehr mit dem Operator, sondern nur mit Dreisatz. Folglich kann ich diese Formel auch nicht mehr. Aber ich halte das auch nicht für wirklich ungewöhnlich.


    Den absoluten elterlichen Super-GAU hatte ich dieses Jahr auch, aber aus Datenschutzgründen möchte ich diesen Fall lieber nicht sonderlich detailliert erzählen, zumal ich den Schüler immer noch habe.
    Es sind Eltern, die sich reichlich wenig um die Belange ihres psychisch beeinträchtigten Kindes kümmern, ihrem Sohn nicht die geringste Förderung zukommen lassen und für die massiven schulischen Schwierigkeiten Lehrer und Schule verantwortlich machen. Ist ja auch bedeutend einfacher, als Ursachenforschung zu betreiben und sich mit diesen Schwierigkeiten intensiv auseinander zu setzen. :rolleyes:
    Das geht schon seit Beginn der Grundschule so und um die Eltern in die Verantwortung zu nehmen, wurden zu Beginn dieses Schuljahres in großer offizieller Runde mit Schulleitung und Vertretern des Schulamtes Vereinbarungen getroffen, um eine Mitarbeit von elterlicher Seite einzufordern, nachdem diese über die ganzen Jahre hinweg nie freiwillig erbracht wurde.
    Die Vereinbarungen wurden aber wieder einmal nicht eingehalten, weswegen das Schulamt schließlich, weil die Situation für und wegen dem Schüler absolut untragbar war, die Schulpflicht von diesem ruhen ließ, bis die Vereinbarungen von den Eltern erfüllt wurden. Statt sich aber dann endlich mal darum zu kümmern (was vermutlich nicht mehr als wöchentlich eine Stunde Zeit von den Eltern beansprucht hätte), haben sie sich lieber an einen Anwalt gewendet und versucht, den Schulbesuch einzuklagen. Die Klage ging vor's Verwaltungsgericht und wurde abgewiesen, was jedoch die Dauer der Zeit, in der der Schüler nicht zur Schule durfte, natürlich ewig in die Länge gezogen hat.
    Die Vereinbarungen wurden dann endlich widerwillig erfüllt, aber ich bin mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Eltern wieder alles vernachlässigen. Zumal sie es nun auch erreicht haben, dass ihr Sohn eine massive Schulunlust entwickelt hat, weil ihm ja von Elternseite immer wieder eingehämmert wird, dass alle gegen ihn sind.


    Bei diesen Eltern kann ich wirklich nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Wenn so massiv gegen die Schule gearbeitet wird, ist eine Förderung des Schülers nahezu aussichtslos und man muss zugucken, wie ein eigentlich sehr intelligentes und begabtes Kind, das vermutlich das Abitur schaffen könnte, nun wahrscheinlich nicht einmal irgendeinen Schulabschluss erhält. Von den psychischen Schwierigkeiten, die den Jungen mit Sicherheit noch weit über die Schulzeit hinaus begleiten ganz zu schweigen.


    In dieser Angelegenheit extrem frustriert,
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

    Einmal editiert, zuletzt von Mia ()

  • Die erste Bekanntschaft mit einem mich völlig ablehnenden Vater hatte ich im zweiten Halbjahr meines Refs. Ich sollte mit in ein erstes Schuljahr und besagter Vater (angesehener Geschäftsmann im Ort) sprach bei der Schulleitung vor, weil er - ohne mich zu kennen - seinen Sohn nicht von einer Referendarin unterrichtet haben wollte. Begründung: Der Sohnemann solle etwas lernen und nicht als Versuchtskanninchen herhalten müssen.
    Er hatte übrigens keinen Erfolg damit.


    Die zweite nachhaltig in meiner Erinnerung gebliebene Begegnung fand mit einer Mutter statt, die mir einen Anwalt auf den Hals hetzen wollte, weil ihr Sohn (nach einem handgreiflichen Streit mit einem Klassenkameraden) mitten im Unterricht fluchtartig den Raum und das Schulgelände verließ. Da ich erst einige Wochen zuvor meine erste Vertretungsstelle angegetreten hatte, rief ich voller Panik die Schulleiterin, die dieser Mutter erstmal klarmachen musste, dass ein 10jähriger nicht einfach so verschwinden dürfe und er doch langsam lernen sollte, Konflikte auszuhalten! Der Anwalt wurde zurückgepfiffen, weil der Vater des anderen Jungen im Rechtsbereich arbeitet und die gute Frau ziemlich cool in ihre Schranken verwies.


    Alle anderen GAUs hab ich hier ja schonmal geschildert ... Mein Kollegium (fast alle gestandene ehemalige Hauptschullehrer) hat übrigens letztens festgestellt, dass die Elternschaft noch nie so schwierig war wie in diesem Schuljahr. Bei uns reiht sich eine Klassenkonferenz an die nächste, Gesprächstermine werden nicht eingehalten oder zu unmöglichen Zeiten eingefordert, Einschulungen per Widerspruch etc. erzwungen und übelste Beschimpfungen kundgetan. Da kann einem dann bei wirklich netten Eltern (auch die gibt es und sie geraten leider in den Hintergrund) schonmal der Gedulsfaden reißen, obwohl es gar nicht so gemeint ist.


    Talida

    Ein Niederrheiner ist einer, der nix weiß und alles erklären kann.
    Hanns Dieter Hüsch

  • Insofern ist doch ein wirklicher Gau gar nicht denkbar, wenn man ihn so auf die juristische Ebene verlegt. Ich kenne viele Eltern, die versucht haben, irgendwelche Ansprüche durchzuklagen, aber niemanden, der so einen Prozess gewonnen hätte. Wir haben noch eine Schule unserer Kinder verklagt, obwohl wir wirklich schon heftiges erlebt haben.


    Ich hatte mal meinen Vater gefragt, was er sich unter so einem Gau vorstelle. Er meinte, das Schlimmste überhaupt für einen Lehrer sei es, einen Schüler zu verlieren und das dann den Eltern mitteilen zu müssen.


    Grüße Enja

  • ok, dann schildere ich euch jetzt mal, was mir passiertist. aus bekannten gründen auch nciht zu detailliert.
    ich habe eine schülerin (1.klasse) die regelmäßig unentschuldigt fehlt, zu spät kommt (beinahe täglich) oder entschuldingungen bringt im sinne von: meine tochter konnte 2 wochen die schule nicht besuchen, da ich zahnschmerzen hatte (kein scherz!!!) als ich das kind darauf hinwies, es solle bitte pünktlich in der schule erscheinen rastete die mutter einen tag später auf einer schulveranstaltung mehrfach derart aus, dass andere eltern zum schluss sagten: mein gott, wir dachten, die haut ihnen gleich eine rein... ich dachte das übrigens auch und es hätte wahrscheinlich nicht viel gefehlt...
    hat jemand einen tipp wie man vorgehen kann, falls eltern wirklich einmal handgreiflich gegenüber lehrern werden? im schulgesetzt steht ja nur immer etwas vonordnungsmaßnahmen für austickende schüler aber nicht deren durchgedrehte eltern... X(

  • Anzeigen wegen Körperverletzung. Genug Zeugen gibts ja auf nem Elternabend. Und hoffen, dass andere Eltern eingreifen. Elterngespräche mit dieser Mutter nur noch unter 6 Augen führen.


    Gruß leppy

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