Länder und Ver.di einigen sich auf Lohnerhöhung

  • Zitat

    Original von meike
    Und was auch ganz wichtig ist, die Lehrer hier im Forum sind nicht die Regel. In meinem Kolleigium (fast alle 50 plus) arbeitet kaum jemand nachmittags, Korrekturen werden während Stillarbeitsphasen im Unterricht gemacht und ansonsten nur Ordner auf, Arbeitsblatt rausgesucht für den morgigen Tag und das wars. Wer hier schreibt, ist deutlich engagierter, aber das ist nicht die Realität!!!!


    Jetzt im Ernst?????


    Ich bin auch Lehrerin an der GS (3. Berufsjahr nach dem Ref) und ich kann Meikes Beschreibung des Berufsalltages eines GS-Lehrers nicht unterstreichen. Mein Alltag ist es definitiv nicht! Ich bin zwar auch schon um 14 Uhr zu Hause, mache dann aber ca. 30 bis 60 Minuten Pause und arbeite anschließend bis 19 / 20 Uhr. Und zwar von Montag bis Freitag. An den Wochenenden arbeite ich mindestens einen kompletten Tag lang (ca. 8 Stunden) und bereite da die nächste Woche vor.


    Während des Unterrichts habe ich noch NIE korrigiert und könnte es an meiner Schule auch gar nicht - selbst in sog. "Stillarbeitsphasen" bin ich ständig gefordert, obwohl ich mir größte Mühe gebe, die Schüler zur Selbstständigkeit zu erziehen. Trotzdem braucht hier und da jemand Hilfe, zwei Schüler geraten aneinander, ich baue den OHP für die nächste Phase auf, etc.


    Einfach mal ein AB für den nächsten Tag raussuchen geht meiner Meinung nach gar nicht, zumindest bei mir. Ich bereite jede einzelne Stunde vor, suche mir anschauliches Material zusammen (das ich meistens noch herstellen muss...wie gesagt, erst drittes Berufsjahr...), bereite differenzierte ABs vor, stöbere im Internet nach passenden Karteien zum Thema, bereite Wochenpläne und Werkstätten vor etc. Da ich ziemlich viele Materialien einsetze, brauche ich nach der Schule entsprechend lange, um alles wieder an Ort und Stelle zu verstauen.


    Ich weiß, dass viele meiner Kollegen ähnlich viel arbeiten und finde das auch richtig und wichtig.

  • Zitat

    Original von umi
    @alle


    könnt ihr vielleicht mal zum Thema zurückkommen.


    ..... Wenn er meint das ein Grundschullehrer mehr verdienen müßte, der hätte ja nicht Grundschullehrer werden brauchen.


    Ääähhhhh zu DEINEM Verständnis:


    Ausgangspunkt war, das ICH mich aufgeregt habe über die Tatsache, dass ich als GHS-Lehrerin hier in BaWü nicht die Möglichkeit habe zur Beförderung weil ich an der Grundschule unterrichte, die Kollegen der HS neuerdings aber schon. Und das bei gleicher Ausbildung und teilweise genauso "schlechten" Rahmenbedingungen.


    Das ich weniger verdiene als ein Lehrer am Gym z.b. weiß ich schon lange. Und das ich überhaupt Lehrer geworden bin hatte bestimmt nix mit meinen Gehaltsvorstellungen zu tun.


    Panama


    Quote-Tag repariert. ph.

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

    2 Mal editiert, zuletzt von philosophus ()

  • Zitat

    Original von umi
    Wenn er meint das ein Grundschullehrer mehr verdienen müßte, der hätte ja nicht Grundschullehrer werden brauchen.


    So ein Quark.


    Man soll also lieber Schüler an den weiterführenden Schulen unterrichten, wenn man eigentlich genau weiß, dass einem die pädagogische Arbeit an einer GS mehr zusagen würde und man dort wahrscheinlich auch bessere Arbeit leisten würde?


    Wenn die Diskussion hier für dich Kindergarten ist, weiß ich nicht, warum du dich auf dieses für dich niedere Niveau herablässt und die dummen Leute, die hier ihrem Unmut Luft machen, nicht einfach in ihrer Blödheit vegetieren lässt.


    Ganz ehrlich, total überflüssig finde ich deinen Kommentar. Natürlich dürfen wir uns nicht beschweren - wir haben's uns selbst ausgesucht. Genau ;).

  • Nirtak, ich kann dir nur raten deine Arbeitshaltung zu überprüfen. Das ist in meinen Augen nicht gesund. Nicht richtig, nicht wichtig.
    Du arbeitest nach eigenem Bekunden im Schnitt rund 11h pro Tag und zusätzlich 8 h am Wochenende. Das macht 63 h pro Woche. Ich möchte dir jetzt nicht unterstellen, dass das nicht stimmt. Ich nehme es einfach mal so hin. Aber das bedeutet ja auch, dass du dein komplettes soziales Leben auf ein Minimum reduziert hast und zum Beispiel das Gründen einer Familie für dich ausgeschlossen ist. Es sei denn, du lässt dein Kind 12 h am Tag fremdbetreuen.
    Ich halte deine Arbeitsweise/-einstellung keineswegs für vorbildhaft. Ich halte sie schlichtweg für ungesund.


    Ich arbeite in der Regel 8 h am Tag. Von 7.30 Uhr - ca. 15/16 Uhr in der Schule. Dabei ist aber oft Zeit für ein Schwätzchen mit Kollegen eingerechnet. Zusätzlich dann meist noch 1-2 h am Abend. Und am Sonntag dann meist auch ca. 1-2 h.
    Bei Bedarf (Elternsprechtage, Elternabende, Klassenfeiern, Wandertage, Konferenzen, Vorbereitung von größeren Werkstätten, Nachbesprechungen mit meiner Referendarin ...) gern mal auch mehr. Aber ganz sicher habe ich (ohne Nebenjob) keine Arbeitszeit von über 60h pro Woche. Ich bin nicht nur Lehrer, ich bin auch noch Mutter, Frau, Freundin, Tochter ... und ich fülle all diese Rollen aus.


    Ich bin weder eine faule Socke, die die Schule um 12 Uhr verlässt, noch gebe ich mein komplettes Leben für den Beruf auf. Ich mache guten und abwechslungsreichen Unterricht. Ich habe sehr oft Studenten im Unterricht, betreue in 3 Fächern eine Referendarin. Ich denke es versteht sich von selbst, dass ich nicht nur 0815-Unterricht machen kann und will.


    Ich fühle mich oft sehr gefordert, aber nie üer lange Zeit überlastet. Neige aber halt auch nicht zum Perfektionismus. Vielleicht liegt da bei einigen der Hund begraben ...


    LG
    Sunny

  • 11 Stunden pro Tag zu arbeiten ist vielleicht nicht besonders berauschend. Ich muss aber sagen, dass ich und auch ein Großteil meiner Kollegen das auch in der Grundschule nicht anders hinbekommen. Ich bin gegen 7 Uhr in der Schule und räume noch die letzen Materialien für den Unterricht her. Ab 7.45 sind die Kinder da, teilweise kommen noch Frühaufsichten dazu. Und ich weiß ja nicht wie das an anderen Schulen gehandhabt wird oder in anderen Bundesländern, aber von uns wird erwartet, dass wir nahezu ALLES, was die Schüler von sich geben auch korrigieren. D.h. pro Tag kommen da locker 2 Stunden zusammen. Selbst ohne Mittagspause wäre es bei mir dann schon 15 Uhr.


    Da ist noch nichts an Unterricht vorbereitet worden,
    keine Probe erstellt (da recht umfangreich ca. 2h pro Woche),
    keine Probe korrigiert (im Schnitt einmal pro Woche 4h),
    kein Elterngespräch geführt (ca. 1h pro Woche),
    keine Klassenstufenplanung gemacht (ca. 1h pro Woche)
    kein Zeugnis geschrieben (pro Schüler 2 Seiten :explodier:),
    keine Schülerbeobachtung schriftlich fixiert,
    keine Konferenz überstanden,
    kein Schulleben gestaltet,
    kein sinnloser Papierkram erledigt,
    keine Fortbildung besucht,
    keine Zusatzaufgabe wie Sportwart, Verbindungslehrer Kiga - GS,
    Organisator von Veranstaltungen für die Schüler erledigt worden.


    Und die Liste ließe sich noch beliebig fortführen. Insgesamt kann ich dann sagen, dass Tage mit 11 Stunden dann ziemlich normal und auch eigentlich eher die guten Tage sind.


    Und damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich jammere nicht. Ich habe mir meinen Beruf freiwillig ausgesucht und ich liebe ihn. Als verbeamteter Lehrer kann man sich in Bayern auch nicht beschweren, es gibt Lehrer denen geht es wirklich schlechter.
    Mich regen aber die Kollegen auf, die auch dazu beitragen, dass der Lehrerberuf so ein schlechtes Image hat. Ich kann zu meinen Vorschreibern hier im Forum nichts sagen, ich kenne niemanden persönlich. Persönlich kenne ich jedoch einige Exemplare an meinen bisherigen Schulen, die ähnliches vom Stapel lassen. Das führt dann dazu, dass man bei jeder neuen Klasse misstrauisch beäugt wird und erneut mind. ein halbes Jahr unter Beweis stellen muss, dass man kompetent, engagiert und gerne in dem Beruf ist. Besonders beliebt sind auch die Kollegen, die grundsätzlich in der Pause schnell mal was besprechen müssen. Man könnte meinen, ab 13 Uhr wird Giftgas versprüht und die Flucht wäre das wichtigste. Aber klar, die beschäftigen ihr Kinder still und können dann nebenher ein wenig korrigieren und entspannen und brauchen dann keine Pause. Mal ganz abgesehen davon, dass ich dafür meine Kinder bis abends für die zusätzlichen Stillarbeitsphasen zum nötigen Korrigieren in der Schule behalten müsste: Wäre ich ein Elternteil, würde ich von einer Lehrkraft erwarten, dass sie sich in Stillarbeitsphasen um die Kinder kümmert, die zusätzliche Unterstützung brauchen!!!


    :qualm:


    Bibo

  • Malina
    es ist nun mal in Deutschland so, das man für rein pädagogischen Unterricht in der Grundschule schlechter bezahlt wird als den eher stoffvermittelnden Unterricht an der Sek 1 und Sek 2.



    (Edit von Referendarin: Entschuldige bitte. Statt auf den Button "zitieren", habe ich auf den Button "ändern" gedrückt. Die sind bei uns Mods nebeneinander. :rotwerd:
    Ich habe aber in deinem Thread nichts geändert.)

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Original von umi
    Malina
    es ist nun mal in Deutschland so, das man für rein pädagogischen Unterricht in der Grundschule schlechter bezahlt wird als den eher stoffvermittelnden Unterricht an der Sek 1 und Sek 2.



    (Edit von Referendarin: Entschuldige bitte. Statt auf den Button "zitieren", habe ich auf den Button "ändern" gedrückt. Die sind bei uns Mods nebeneinander. :rotwerd:
    Ich habe aber in deinem Thread nichts geändert.)


    So, das wollte ich eigentlich schreiben:
    Das stimmt so nicht ganz. In der SekI bekommt man in NRW auch nur A12.
    Wollte ich nur mal der Vollständigkeit halber sagen. :doc:;)

  • Ich kann Sunnys Beitrag wieder mal voll und ganz unterschreiben. Wer eine 63 Stunde Woche hat,macht definitv was falsch. Vielleicht sollte man mal eine Fortbildung zum effektiven Zeitmanagement machen. Erstens kann man sich doch mit Kollegen zusammenschließen, dass nicht jeder alles vorbereiten muss, zweitens kann man doch auf vorgefertigte Materialien zurückgreifen. Es ist zwar nicht alles uneingeschränkt verwendbar, aber man muss doch nicht jeden Tag das Rad neu erfinden. Auch diie Macher der Bücher haben sich doch etwas dabei gedacht. Nirtak, du schreibst, du bist im 3. Berufsjahr nach dem Ref. Dann hast du doch schon mal mind. eine Jahrgangsstufe doppelt gemacht. Kannst du keine alten Sachen verwenden, dass du solange an Werkstätten etc. sitzt? Ich komme auf jeden Fall mit 1-2 Stunden Vor- und Nachbereitungszeit aus, bin aber auch im 8. Berufsjahr. Ich korrigiere nicht im Unterricht, komme auch aus Bayern und korrigiere fast alles, aber allein dafür 2 Stunden zu brauchen, kann ich mir nicht vorstellen. Natürlich bei Aufsätzen, aber die hat man ja nicht täglich. Und ich glaube auch nicht, dass ich 0815 Unterricht mache, auch bei mir sitzen ständig Studenten im Unterricht und die Eltern sind voll des Lobes. Es gibt halt in unserem Job Phasen, die wirklich extrem stressig sind (z.B. Zeugniszeit), dafür aber auch lockere Phasen. Ich fühle mich auch nicht über längere Zeit überlastet. Nirtak, ein Leben außerhalb der Schule kannst du dann ja gar nicht haben, das halte ich für sehr gefährlich. Ich hatte eine Kollegin, die auch nur für die Schule lebte,sie wird jetzt in einer Klinik wegen Burn-Out behandelt, sie ist gerade mal 38. Außerdem kommt es auch nicht wirklich darauf an, wie lange man nachmittags arbeitet. Jetzt nachdem ich zum dritten mal die gleiche Klassenstufe habe, läuft vieles ohne viel vorzubereiten, einfach so aus dem Stegreif. Und die Kinder haben Spaß und lernen was. Und vor allen Dingen bin ich jeden Tag ausgegelichen und gut gelaunt, weil ch auch noch ein Leben außerhalb der Schule habe.
    Aber zurück zur Grundaussage, die ich eigentlich machen wollte: Ich habe im Schnitt!! eine 40 Stunden Woche und kann einen Teil der Arbeit von zu Hause aus erledigen, dafür fühle ich mich gut bezahlt, eben auch, weil ich das mit einem Bürojob und Kind so nicht hinbekommen würde. Da müsste ich mir eine Halbtagsstelle suchen und würde wieder deutlich weniger verdienen!
    Meike

    • Offizieller Beitrag

    Echt? Bei dir sitzen Eltern im Unterricht? Das ist ja mal revolutionär.
    Oder sind sie voll des Lobes, weil sie nur die Elternperspektive haben? (Edit: Da könnte ich aus der Sicht einer Unterstufenlehrerin im Gymnasium ganze Bücher drüber schreiben- das wäre aber hier komplett off-topic)
    Meike, ich würde dir ganz dringend raten, mal in einem Gymnasium zu hospitieren, wenn du doch soviel Zeit hast, am besten gleich eine Woche lang, vormittags und nachmittags. Gerade zur Zeit vor dem Abi würde sich das sehr anbieten. Vielleicht rückt das deinen Blick wieder ein bisschen gerade und du verstehst dann das ach so nervige "Rumgejammere" besser.
    Unter einer 50 Stunden Woche komme ich als Vollzeitkraft nämlich nicht hin. Und doch, ich habe durchaus noch ein Privatleben. Von jeden Ferien kannst du trotzdem locker eine komplette Woche wegstreichen- und das sind nicht nette "kleine nachmittägliche Einheiten", sondern ganze Tage, nur unterbrochen durch Essen etc.
    Und nein, ich mache nicht "halt was Falsch". Ich bin jetzt im sechsten Berufsjahr und habe schon einige Klassen das zweite oder gar dritte Mal und ich greife auch gerne auf Teamarbeit (oft aufwendiger, weil man sich da sorgfältig absprechen muss und das dauert!) und vorgefertigte Materialien zurück und mache auch Buchunterricht. (Das geht nur leider in der Oberstufe gar nicht und damit sind dann bei mir schon mal 8 Unterrichtsstunden weg) Trotzdem muss ich auch vorgefertigte Materialien didaktisch so aufbereiten, dass es zu meiner Lerngruppe auch passt. Das kostet auch wieder Zeit. Und da ist nunmal jede Klasse anders. Das Material rücksichtslos "hinknallen", bzw. öfters mal so aus dem Stegreif zu unterrichten, kann ich überhaupt nicht mit meinen pädagogischen Ansprüchen vereinbaren, sorry. Und mir zieht es die Zehennägel hoch, wenn das jemand pausenlos tut.
    Das hat auch nichts mit effektivem Zeitmanagement zu tun. Allein einen Stoß Hefte zu korrigieren- und ich rede hier lediglich von der Unterstufe-dauert bei 30 Schülern locker zwei Stunden, wenn ich es ordentlich machen will. (Viele der Kleinen schaffen es noch nicht mal, eine Tafelanschrift fehlerfrei hinzukriegen, dh. ich muss wirklich j e de n Eintrag nachkontrollieren!) Wie gesagt, ich habe 5 Klassen- und das ist für ein Gymnasium noch wirklich wenig. Vor dem Fernsehen zu korrigieren- tut mir Leid, aber da kann auch bei 8 Jahren Berufserfahrung nur Oberflächliches bei rauskommen- es sei denn, du machst nur Ankreuzaufgaben- oder Aufgaben, in denen maximal ein Satz geschrieben werden soll. Für eine sorgfältige Korrektur brauche ich meine volle Konzentration.
    Und selbst wenn ihr jetzt schreibt, dass ihr doch keine faulen Socken seid und doch auch im Schnitt 40 Stunden arbeitet und versucht zu relativieren, das Bild, das ihr zuerst von eurer Arbeit gezeichnet habt, bleibt und das halte ich für sehr gefährlich und überstürzt weil ihr, ob ihr es wollt oder nicht, genau damit Öl ins Feuer gießt.
    Die Aussage im übertragenen Sinn "Nein, ich bin keine faule Socke, aber ich arbeite weniger als in jedem Bürojob und bin trotzdem besser bezahlt" kann man im besten Fall als naiv und unüberlegt bezeichnen.
    Edit: Rein mathematisch nachgerechnet- ich habe 25 Unterrichtsstunden- dann kommen dazu jeden Wochentag minimal noch 2- im Schnitt eher 3, (mit Kopieren usw. sind es eher 3,5) weil zwei Oberstufenklassen ohne Buch, Stunden Vorbereitungszeit dazu, macht bis dahin allein schon 40 Stunden- Korrekturen am Wochenende ca. insgesamt 8 Stunden (durchschnittlich, mal ist es mehr, mal weniger!) + Elterngespräche so durchschnittlich zwei Stunden pro Woche, macht insgesamt 50 Stunden bzw,52,5. Da sind so Sachen wie Konferenzen, Elternabende, AGs, Tippen von Oberstufenklausurenbemerkungen etc. noch gar nicht mit drin, ebensowenig wie die Beratungsgespräche von meganervösen Abikandidaten, die in meinem Fach Prüfung schreiben.
    Da das nur phasenweise vorkommt, lasse ich es auch mal draußen- dann bin ich aber immer noch meilenweit von 40 Wochenstunden entfernt!

  • Hermine, ganz ruhig. Deine Aussagen treffen irgendwie den Kern der Sache nicht. Wo schreibt Meike, dass sie so schrecklich viel Zeit hat? Ich lese dort eine engagierte, aber auch organisierte Lehrerin heraus. Sie arbeitet ihre 8h am Tag. Manchmal auch mehr.


    Wir reden hier von der Grundschule. Die 63-Stunden-Woche leistet eine GS-Lehrerin. Ich spreche den Gym-Lehrern nicht ab, dass sie einen deutlichst höheren Aufwand haben, da sie sich ja nicht nur pä-did. hineindenken müssen, sondern auch noch inhaltlich nachforschen. Zumindest stellenweise ... schätze ich.


    Zudem ist die Kontolle einer LK der 2. Klasse sicher nicht mit der eines Aufsatzes im Leistungskurs Klasse 11 zu vergleichen. Das wird niemand in Frage stellen.


    Ich lese bei maike übrigens auch im übertragenen Sinne nirgendwo ein " aber ich arbeite weniger als in jedem Bürojob und bin trotzdem besser bezahlt." heraus. Meike betont doch nur, dass sie sich die Zeit im lehrerjob besser einteilen kann. Sie kann eben ihre Kinder Punkt 16 Uhr abholen (so sie dnen welche hat)und sich nach 20 Uhr an den Schreibtisch setzen. ;) Und dass das viele Lehrer so handhaben, ist unumstritten. ich verweise auf die aktuell laufende Lehrerkonferenzdiskussion hier im Forum.
    ich möchte die Angestellte im Bürojob sehen, die es wagen würde, die Anfangszeit einer Konferenz doch bite so legen zu lassen, dass sie ihr Kind pünktlich aus dem KiGa holen kann. Wir Lehrer sehen es als selbstverständlich an darüber zu diskutieren. Die höhere Leitungsebene in dedr freien Wirtschaft würde an der Gesundheit der Mitarbeiter zweifeln, wenn solche Anfragen kämen.


    Ich behaupte doch gar nicht, dass der Lehrerjob ein leichter Job mit viel freier Zeit ist. Ich finde es nur schade, dass fast nur gejammert wird und die vielen Vorteile meist einfach unter den Tisch gekehrt werden. Damit der geneigte (stille) Mitleser auch bloß weiterhin konsequent das Bild des überlasteten Lehrers vermittelt bekommt.


    Zudem finde ich es wirklich bedenklich, wenn man sich nach 8 Berufsjahren noch nicht ein so gutes Repertoire an Materialien und didaktischem Können aneeignet hat, dass man auch MAL aus dem Stegreif eine GUTE Unterrichtsstunde machen kann (und damit seinen päd. Ansprüchen genügen). Wenn ich das hier wirklich als Querschnitt durch die Lehrerschaft ansehe, wundern mich die hohen Zahlen der überlasteten und dadurch kranken Lehrer nicht.


    Eine letzte Frage: In welches Feuer gießen wir ungewollt Öl?
    Ich sehe nichts brennen ...


    LG
    Sunny

  • Zitat

    Original von SunnyGS
    Ich behaupte doch gar nicht, dass der Lehrerjob ein leichter Job mit viel freier Zeit ist. Ich finde es nur schade, dass fast nur gejammert wird und die vielen Vorteile meist einfach unter den Tisch gekehrt werden. Damit der geneigte (stille) Mitleser auch bloß weiterhin konsequent das Bild des überlasteten Lehrers vermittelt bekommt.


    Womit wie wieder beim Thema wären - es ging nämlich eigentlich um Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Also um die Verhandlung, wieviel Geld für geleistete Arbeit gezahlt werden soll.


    Wenn man jetzt mit bestimmten Forderungen in diese Verhandlungen einsteigt, wird das hier von einigen Kollegen - offenbar vorwiegend aus dem Primarbereich - als "Jammerei" abgetan (mit dem "Argument", man 'fühle' sich selbst nicht schlecht bezahlt). Dass das - gerade von verbeamteten Kollegen - bestenfalls naiv, schlimmstensfalls zynisch ist, hat Schlauby ja schon ausführlich dargelegt. Aber viel ärgerlicher ist die unprofessionelle Haltung dahinter, die die Alimentation offenbar als nettes Zubrot ansieht, über das zu verhandeln unschicklich sei.


    Arbeitnehmer nehmen ihr Recht wahr, wenn sie Verhandlungen führen, und dass man das Wahrnehmen von Rechten kritisiert, mutet schon etwas merkwürdig an. (Ich hoffe mal, das tropft nicht bis in den Unterricht herunter ...)

    Einmal editiert, zuletzt von philosophus ()

  • Zitat

    Original von Hermine
    Die Aussage im übertragenen Sinn "Nein, ich bin keine faule Socke, aber ich arbeite weniger als in jedem Bürojob und bin trotzdem besser bezahlt" kann man im besten Fall als naiv und unüberlegt bezeichnen.


    Hermine, wo bitte schön, habe ich das gesagt?
    Ich habe lediglich gesagt, dass ich nicht mehr oder weniger arbeite und verdiene als früher in meinem Bürojob, jetzt aber die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung habe und mir dies sehr wichtig ist. Und natürlich kann man Korrekturen in der GS nicht mit denen im Gym vergleichen, dafür verdient ihr aber auch wieder mehr. Andererseits hast du 25 Wochenstunden bei Vollzeit, wir haben 29. Aber ist ja auch egal, ich wollte nur klarstellen, dass es mir als GS-Lehrerin nicht schlecht geht und für mich die Vorteile, die dieser Job mit sich bringt, deutlich überwiegen.

  • Zitat

    Original von umi
    Referendarin
    jo hast recht. Schon komisch das jedes Bundesland ihr eigenes Süppchen kocht...


    So sonderlich komisch ist das nicht, das liegt am Föderalismusprinzip, das im GG festgelegt ist. (Was nicht heißen soll, dass ich diese Auswüchse für besonders sinnvoll halte.)


    Nele

  • Zitat

    Original von philosophus
    Arbeitnehmer nehmen ihr Recht wahr, wenn sie Verhandlungen führen, und dass man das Wahrnehmen von Rechten kritisiert, mutet schon etwas merkwürdig an. (Ich hoffe mal, das tropft nicht bis in den Unterricht herunter ...)


    Sehr wohl gesprochen!


    Nele

  • Zitat

    Original von philosophus



    Arbeitnehmer nehmen ihr Recht wahr, wenn sie Verhandlungen führen, und dass man das Wahrnehmen von Rechten kritisiert, mutet schon etwas merkwürdig an. (Ich hoffe mal, das tropft nicht bis in den Unterricht herunter ...)


    Wer tat das?
    Mir ging es nur gegen den Strich, dass man von mir Dankbarkeit verlangte. Im Umfeld ganz öffentlich, hier und in den GEW-Schreiben zwischen den Zeilen.


    Natürlich sollte man für seine Rechte kämpfen. Keine Frage. Aber man sollte die, die mit der Situation zufrieden sind und sich eben keinem Kampf hingeben wollen, auch respektieren. Und dieses Gefühl hatte ich in den letzten Wochen nicht.


    Ich möchte noch einmal betonnen (für die Fremdleser ;)), dass mein geschilderter Tagesablauf, mein Einkommen und meine Erfahrungen einzig auf den Job als Lehrer an einer Grundschule bezogen sind.
    Ich habe ca. 5 engere Freundinnen die GS-Lehrer sind und habe einige Kollegen, in deren Tageablauf ich Einblick habe. Ihrer deckt sich in vielen Punkten mit meinem. Für MEIN Umfeld würde ich es also durchaus als repräsentativ ansehen, dass man keine 60h-Woche mit durchgearbeiteten Ferien hat.
    Ich bin außerhalb meiner 30 Tage Urlaub nahezu jeden Tag an der Schule. Auch in den Ferien. In den letzten Sommerferien habe ich in Woche 1 Stundenpläne erstellt, in Woche 2 auf- und umgeräumt. Dann hatte ich drei Wochen Urlaub und da hatte ich Urlaub, war weg, habe mich erholt. Und dann folgte die Vorbereitungswoche. Von 6 Wochen war ich also 3 täglich in der Schulen und 3 dienten einfach nur dem Kraftschöpfen. Und das finde ich richtig!
    Man kann bei uns ausnahmslos jeden Tag auch am Nachmittag in die Schule kommen und wird dort einem Teil der Lehrerschaft begegnen.
    Den Schuh "faule GS-Lehrer" zieh ich mir also nicht an. Drückt ...


    LG
    Sunny

  • Zitat

    Original von SunnyGS
    Wer tat das?


    ==>



    Der Beitrag enthält wohl genug Wertungen, um diese Position darzulegen. Die Wahrung von Arbeitnehmerrechten wird als "mehr Geld haben wollen" verniedlicht, als ginge es um eine Taschengelderhöhung vom geneigten Dienstherrn. Und die "Mir-egal"-Haltung, mit der du diesen Arbeitnehmerrechten gegenüberstehst, nennst du dann positiv "Demut" und "Bescheidenheit" und wirfst damit implizit den anderen mangelnde Demut und Bescheidenheit vor.

    3 Mal editiert, zuletzt von philosophus ()

    • Offizieller Beitrag

    Liebe meike und (auch SunnyGS):
    ihr müsst davon ausgehen, wie ich bereits schrieb, dass hier auch mehr als genug Nicht-Lehrer mitlesen und ich schwöre es euch, die lesen genau die Aussage, die ich geschrieben habe, aber die ihr tatsächlich niemals explizit gemacht habt, aus euren Stellungnahmen heraus.
    Und sie werden vermutlich auch nicht weiterlesen, sondern sich nur tierisch über zwei Grundschullehrerinnen, die ja wohl nicht genug arbeiten, aber doch genug verdienen und auch noch selbst sagen, dass ihr jetziges Leben in einem Bürojob nicht möglich wäre, tierisch ärgern!
    Dass ihr das inzwischen relativiert habt, interessiert Leute (und ich kenne leider genug davon!), die nur darauf warten, den Lehrern ans Bein zu pinkeln, jetzt nicht mehr, denen habt ihr schon genügend Treibstoff geliefert. Und das ärgert und echauffiert mich.
    Mich ärgert nicht, dass ich mehr arbeite als ihr, (wage ich auch stark zu bezweifeln, dass man das lediglich mit dem Unterschied zwischen Primarstufe und Sekundarstufe begründen kann) ich finde meinen Job übrigens auch toll, mir würde nur nie in den Sinn kommen, über Leute, die mir mehr Geld erstritten haben zu lästern und ja, ich bin tatsächlich für jeden Euro, der für mich erstritten wurde, sehr dankbar- (wenn man das Geld nicht mag- ich kenne auch genügend Hilfsorganisationen...) und ich weiß durch meinen Mann, dass mein Job deutlich anstrengender ist als sein- übrigens auch gar nicht schlecht bezahlter- Bürojob.

    • Offizieller Beitrag

    Da muss man sich ja nicht wundern, wenn Eltern mittags fröhlich bemerken:"Na, Feierabend!?" :rolleyes: Die glauben das und werden ja hier wieder mal bestätigt.


    Zu den unsäglichen Äußerungen bezüglich der Gewerkschaftsarbeit sage ich lieber nichts mehr. X(
    Wohl aber dazu, dass ich mich ärgere, dass hier mal wieder Grundschullehrerinnen als zweitverdienende "Friseusen" des Lehrerstandes dargestellt werden, weil sich einzelne Kolleginnen -leider- genau so präsentieren.

  • Zitat

    Das kann ich bestätigen. Allerdings arbeite ich keine durchschnittlichen 55 Stunden pro Woche mehr, sondern inzwischen durchaus durchschnittlich 7-10 weniger und das ist für mich auch absolut ok so, weil ich darin meinen Rhythmus finde, mit dem ich klar komme und auch noch Privatleben habe.


    Aussage einer Gmynasiallehrerin aus einem anderen Thread. Also gibt es auch dort Lehrer, die mit ca. 45 Stunden hinkommen.
    Meike

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