Zukunft der Schulen in NRW

  • Hallo an die NRWler,


    mich würde nach dem doch zumindest für mich überraschenden Ergebnis der Landtagswahlen interessieren, wie Ihr die Zukunft der NRW Schullandschaft einschätzt. Was wird sich definitiv ändern, was wird sich nicht ändern (lassen) und welche Vor- und Nachteile kann/wird das haben.


    Ich freue mich auf interessante und kontroverse Spekulationen, Analysen und mehr.


    Gruß
    Bolzbold

  • Ich fand das Wahlergebnis, ehrlich gesagt, wenig überraschend. Aber man darf in der Tat gespannt sein, welche bildungspolitischen Konsequenzen sich ergeben. (Leider, denke ich, wird am Ende wieder Hans Schmalhans Küchenmeister sein.)

  • Rot - grün hat es bis 2005 in jahrzehntelanger Regierungsverantwortung nicht auf die Reihe bekommen, etwas an unserem Schulsystem in NRW zu ändern. Wer glaubt, dass sich dies jetzt nach fünf Jahren Opposition ganz plötzlich ändert, irrt sich wohl gewaltig.
    Abgesehen davon - wie sollte die zukünftige Landesregierung (egal, wie die Konstellation aussehen wird) eine große Schulreform finanziell stemmen?

  • Zitat

    Original von FinchenAbgesehen davon - wie sollte die zukünftige Landesregierung (egal, wie die Konstellation aussehen wird) eine große Schulreform finanziell stemmen?


    So etwas macht man doch heutzutage "kostenneutral", besser noch mit "Einsparpotential"... Warte es einfach ab!

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • ich finde das Ergebnis auch nicht überraschend.
    Frage mich nur, ob jetzt Schwarz-rot kommt, oder ob die Linken doch plötzlich regierungsfähig sind.
    oder ob rot-grün es irgendwie schafft, auf 91 Sitze statt 90 Sitze zu kommen, wie auch immer.


    Änderungen: verspreche ich mir nicht. Die CDU hat sich nicht unbedingt mit Loorbeeren beschmirt, was die Schule in NRW angeht. Aber auch die SPD hat vor ihrer Abwahl komische Entscheidungen getroffen (Abschaffung des Schulkindergartens, etc.)


    Mal sehen, was uns erwartet. Eine Ausweitung der Grundschule auf die Stufen 5 und 6 wird es, entgegen des Wahlprogramms der SPD, aber bestimmt nicht geben. (Persönlich fände ich es gut, aber wirklich nur egoistisch gedacht, weil ich in den Klassen 3 - 6 am liebsten unterrichte. ;) )


    Politische Grüße,


    kl. gr. Frosch. (oder müsste ich sagen "schwarz-roter Frosch" ;) )

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Ich tippe auf rot-rot-grün. Und eine neue Stoßrichtung würde wohl in Richtung Schulformumbau gehen; allerdings hat Finchen Recht, wie lange das dauert und ob sich dauerhaft überhaupt was bewegt, steht in den Sternen.


    Nele

  • @neleabels


    Glaube ich nicht.
    1. Zumindest Kraft hat bisher immer behauptet, dass die Linken nicht regierungsfähig sind. Wobei, dass man so eine Aussage nicht beibehalten muss, haben wir ja in Hessen gesehen. ;)


    2. Für die Linken wäre eine Regierungsbeteiligung politischer Selbstmord.
    Ihr Wahlprogramm ist zu "theoretisch". Das können sie, speziell als kleinster Partner, nicht durchsetzen. Da lebt es sich angenehmer und zukunftssicherer, wenn man in der Opposition ist.


    Selbst eine Minderheitenregierung, die von den Linken toleriert würde, wäre für sie mehr als schädlich.


    kl. gr. Frosch

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  • Elternschreck
    Also keine Änderung. ;)


    kl. gr. Frosch

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  • Zitat

    Original von kleiner gruener frosch
    1. Zumindest Kraft hat bisher immer behauptet, dass die Linken nicht regierungsfähig sind. Wobei, dass man so eine Aussage nicht beibehalten muss, haben wir ja in Hessen gesehen. ;)


    Nebenbei bemerkt: Der Vergleich mit Hessen passt nicht ganz. Ich denke, es ist schon ein Unterschied, ob ich vor der Wahl kategorisch eine Zusammenarbeit ausschließe - wie in Hessen geschehen - oder ob ich eine Partei in Bezug auf ihr Programm als nicht regierungsfähig bezeichne.


    Wenn besagte Programmpunkte schließlich nicht zum Tragen kommen, ist eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit durchaus legitim.

  • Ich würde die Aussage "nicht regierungsfähig" jetzt nicht auf einzelne Programmpunkte beziehen (hat Kraft m.W. auch nicht), sondern als generelle Aussage in Bezug auf die Partei.


    Naja, wir werden sehen. Ich tippe trotzdem auf schwarz-rot.


    kl. gr. Frosch

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  • Danke für die bisherigen Beiträge.


    Ich bin mir da auch noch nicht so sicher, was da kommen wird.


    Rot-rot-grün wäre politisch-ideologisch natürlich leichter umzusetzen, zumal die Grünen dem gegenüber ja relativ offen sind. Es hätte aber schon etwas von hessischen Verhältnissen, wenn Frau Kraft sich mit den Stimmen der Linken wählen ließe. Damit würde die Linke letztlich mehr politisches Gewicht bekommen als ihr rein stimmenmäßig zustünde. Schulpolitisch sind sich die drei ja relativ einig.


    Bei dieser Konstellation macht man sich als große Volkspartei auch so gesehen am wenigsten unglaubwürdig.


    Wie sollte denn als Alternative bei einer großen Koalition der "Kompromiss" im Bereich Schule und Bildung aussehen? Wenn man vorher mit entsprechenden Programmen in den Wahlkampf zieht, kann eine große Koalition nur beiden Parteien schaden.


    Eine andere Dreierkonstellation wie Jamaika oder Ampel halte ich für unwahrscheinlich - da wären die Gegensätze dann wohl doch zu groß.


    Gruß
    Bolzbold

  • ich habe eben im Radio gehört, dass die FDP kürzlich rot-gelb-grün ausgeschlossen hätte.


    kl. gr. Frosch

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  • das ist wohl auch das vernünftigste, was die fdp in dieser lage tun kann.


    eine große koalition... das gibt doch wieder nur rumgeeier, nichts halbes und nichts ganzes.


    eine umfassende schulreform mit vielleicht sogar 6 jahren grundschule täte nrw meiner meinung nach sehr gut. ich bin gespannt, wie sich die lage entwickelt.

  • Die die NRW-Linke immer als ChaotenTrupp dargestellt wird, kann ich mir kaum vorstellen, dass man eine Koalition mit ihnen wirklich in Erwägung zieht. Gerade auch, da dies zuviel Wähler vor den Kopf stoßen wird


    [Blockierte Grafik: http://www.faz.net/m/%7B96915557-F281-473C-98D5-2E6086ED34B0%7DPicture.jpg]


    aber Achtung: Quelle Faz.


    Schwarz/Rot wirds wohl machen, und somit wird sich wie in Thüringen nicht wirklich was im Schulsystem ändern.


    (Juhu.. kein Gymnasiast muss leiden und mit den dummen Assikindern lernen :rolleyes: :evil:)

  • Wie Bolzbold schon angedeutet hat:


    Das Problem sind die unterschiedlichen Vorstellungen im Bereich Bildung.


    Ich bin ja nicht aus NRW, aber wenn ich es richtig verfolgt hatte, war die Bildung das einzig wirklich handfeste Thema im Wahlkampf. Wenn sich die Parteien in diesem Punkt an ihren Wahlversprechen messen lassen wollen werden und sich entsprechend in der Regierung engagieren, kann es mit Schwarz-Rot nicht klappen, dazu sind beide in der Bildungspolitik zu weit auseinander entfernt.


    Ich glaube aber trotzdem, dass es Schwarz-Rot wird. Immerhin hat die CDU die Wahl gewonnen, wenn auch ziemlich knapp! Da beansprucht sie dann zu Recht, Regierungsverantwortung zu übernehmen und den Ministerpräsidenten zu stellen.
    Ich glaube nicht, dass es Schwarz-Gelb-Grün wird, dazu sind die Grünen zu selbstbewusst... wobei andererseits: Eine Koalition muss ja nun gebildet werden, da kann eigentlich keine Partei sich vor der Regierungsverantwortung drücken, auch wenn absehbar ist, dass sie sehr viele Kompromisse schließen werden muss.


    Ich halte es übrigens nicht für ausgeschlossen, dass Rüttgers seinen Hut nimmt. Ich wüsste zwar nicht, wer der Nachfolger sein könnte, aber seine Auftritte gestern abend und heute waren nicht sehr kraftvoll...


    Hamilkar

  • Zitat

    Original von FrauBounty
    das ist wohl auch das vernünftigste, was die fdp in dieser lage tun kann.


    eine große koalition... das gibt doch wieder nur rumgeeier, nichts halbes und nichts ganzes.


    eine umfassende schulreform mit vielleicht sogar 6 jahren grundschule täte nrw meiner meinung nach sehr gut. ich bin gespannt, wie sich die lage entwickelt.


    Das wäre für mich der Untergang. Wie toll ist es denn, die vollpubertierenden Kinder in Klasse 7 zu bekommen und mit den schwierigsten Jahrgängen zu starten?
    Viele Schüler unserer Schule (Hauptschule) sind froh, dass sie die Grundschule hinter sich haben, in der sie immer die schlechten waren. Wir dürfen sie wieder aufbauen, Selbstbewusstsein vermitteln.

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