1. Stelle-hattet ihr auch so viel Stress?

  • Hallo, habe nach dem Ref seit 4 Wochen meine erste Stelle- Feuerwehr an der Grundschule. Nach den ersten zwei Wochen, in denen ich nur Springer war, wenn jemand krank war, musste ich eine Klassenleitung einer 2. Kl und Mathe in einer 4 übernehmen. Leider ist es eine volle Stelle (hatte keine andere Wahl) und jetzt habe ich dasd Gefühl, dass das grad alles zuviel ist.. ;( Vielleicht stelle ich mich auch an, aber ich finde die Vorbereitung für 6 Schulstd täglich sind doch was ganz anderes als imj Ref ein paar Std zu machen, in die man mehr Zeit investieren kann und die somit auch oft abwechslungsreicher waren.. bin im Moment mit den "Normalo/Durchschnittsstunden" halt nicht so zufrieden u hab Angst, dass die Schüler das auch so finden (merkt man jetz nicht, aber nicht dass das noch kommt..?) ?( Außerdem muss ich auch daran arbeiten, mich durchzusetezn und dies und jenes...wah.. Wie war/ist das bei euch?? Und wieviel arbeitet ihr so in der Woche? Nach der Schule sind immer so ca. 4-5 Std.. und am Wochenende hab ich fast n schlechtes Gewissen, wenn ich nicht ganz viel an nem Projekt arbeite, aber eigentlich kann ich nicht mehr (bin gesundheitlich auch chronisch bisl angeschlagen).. Will versuchen, das jetzt zeitlichh bis zu strukturieren (also zB wenigstens Sonntag nix machen).. Würde mich sehr über andere Erfahrungen freuen, fühl mich grad bisl überfordert 8o


    Viele Grüße!! :)

  • Hallo FuchsiHasi,


    das ist ein ganz normales Phänomen. Ich bin komme jetzt ins 3. Jahr und habe immer noch jede Menge zu tun, merke aber, dass es sich langsam entspannt. Am Anfang hat man vor allem das Problem, dass man sich zu jedem Thema von neuem Gedanken machen muss. Wenn du das Thema dann später noch einmal machst, kannst du ja schon mal auf deine vorherigen Gedanken zurückgreifen, das was gut war noch einmal machen und das was dir nicht so gefällt ändern. Ich habe es folgendermaßen gemacht: Ich habe einige Einheiten (nicht alle!) sehr gut vorbereitet und auch sehr gut dokumentiert und abgeheftet und mir auch anschließend notiert was gut lief und was nicht. Andere waren dann eher 08/15. Die habe ich dann im letzten Jahr sehr gut vorbereitet und dokumentiert. So konnte ich mir meine Kräfte einteilen. Ich habe natürlich Glück mit Religion, da ich jetzt zum 3. Mal die 3. und 4. Klasse unterrichten darf, zum zweiten Mal die 2. Klasse ....
    Einen Tag in der Woche habe ich mir auch als Auszeit genommen, das ist wichtig, sonst drehst du durch. Außerdem denke ich immer von Ferien zu Ferien. In den Ferien erledige ich immer gerne die Schnibbel- und Laminierarbeit oder auch während dem Kunstunterricht ...
    Also, du bist nicht alleine, aber du schaffst das schon!!!

  • Das war bei mir genauso. Die ersten Wochen waren der Horror. Ich habe ernsthaft nach zwei Wochen überlegt, mir einen anderen Job zu suchen. Das Ref (mal abgesehen von den Wochen vor den UBs) war ein Zuckerschlecken dagegen.
    Es wird besser. Wirklich. Bin jetzt 1 1/2 Jahre dabei und hab mich inzwischen relativ ökonomisch im Schulalltag eingerichtet und ich liebe meinen Beruf. Es gibt natürlich immer noch Klassen, die mir auf der Nase herumtanzen, aber ich verliere nur noch selten die Kontrolle und wenn doch, dann kann ich´s schneller abhaken als am Anfang. Ich kann auch mittlerweile ganz gut unterscheiden, ob eine chaotische Stunde an meiner mangelnden Vorbereitung lag oder den "doofen" Schülern :D . Denn wie sollen sie mir folgen, wenn ich selber nicht weiß, wo ich hin will?
    Ansonsten kann ich mich meiner Vorrednerin nur anschließen: Ich bereite einige Einheiten sehr intensiv vor und bei anderen greife ich auch mal fast ausschließlich auf Bücher und Hefte zurück. Man muss nicht jedes Rad neu erfinden.
    Ich wünsch dir viel Kraft, auf dass die ersten Wochen schnell vorübergehen :) .

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube, das geht jedem so, auch wenn einem kein Referendar glaubt, dass es nach den Referndariat noch schlimmer wird. Bei mir wurde es erst nach 2 - 3 Jahren ruhiger, als ich alles mal unterrichtet hatte und mal einen kompletten Durchgang als Klassenlehrer hinter mir hatte. Müsste ich heute nochmal anfangen, dann nur mit reduzierten Stunden.

  • Ich bin im Januar mit dem Ref fertig geworden, hatte danach mehrere Vertretungsstellen (auch als KL) und habe nun seit 4 Wochen meine erste eigene Klasse (4.SJ) mit voller Stundenzahl (29 Stunden).
    Seit 4 Wochen bleibt bei mir zu Hause unter der Woche alles liegen, weil ich zu nichts mehr komme und 3 Nachmittage erst um 16:30h heim komme.
    Ich habe auch ziemlich schnell gemerkt, dass es überhaupt nicht möglich ist, alle Stunden so vorzubereiten, wie die UB im Ref und dass ich meine eigenen Ansprüche an mich selbst erstmal runterfahren muss.
    Auch wenn als KL nun massig organisatorische Dinge auf mich einstürzen, ich im Moment am liebsten jeden Tag mindestens 10 Stunden schlafen würde und ich nun deutlich mehr Verantwortung als im Ref habe - ich möchte die Zeit des Refs nicht nochmal durchmachen. 8|
    Ich gehe jetzt endlich jeden Morgen ohne Bauchweh in die Schule und das alleine macht mich glücklich, egal wie stressig es manchmal ist. :)

  • Hallo, vielen Dank für eure Antworten!! Es tut gut zu wissen, dass man nciht alleine ist :D Im Ref wars zwar ja echt stressi, aber man wusste, es geht vorbei..im Berufsalltag habe ich halt Angst, dass es anders ist, weil man ja noch gerne mehrere Jahrzehnte arbeiten will *g* Aber anscheinend ist es wohl 'normal' am Anfang am Rsd zu drehn :huh: Mein nächster Vertrag muss auf jeden Fall weniger Std haben :P Werde die Ferien nutzen, um vorzuarbeiten damit man danach bisl Ruhe hat..ich hoffe, die Routine kommt noch.. Hätte im Ref echt net gedacht, dass es danach so hart weitergeht.. ganz liebe Grüße an euch!!

  • Das scheint total normal zu sein, wenn man nur das Ref und das Studium vorher kennt.


    Ich habs ja anders gemacht, das Ref kommt noch und ich denke, das wird dann total easy, denn ich habe schon trotz Kleinkind und hochschwanger mit einer vollen Stelle gearbeitet (und das eben ohne die Erfahrung aus dem Ref). Damit fand ichs dann auch keine Problem, neben einer halben Stelle und zwei Kleinkindern noch "Vollzeit" zu studieren und auch die Praktika, wo alle drüber stöhnen fand ich wie Urlaub. Hatte die 6 Wochen in 3 Wochen fertig z.B.


    Das ist einfach eine enormal Umstellung, aber man arbeitet sich da recht schenll rein finde ich und sobald du schon mal so Grobplannungen (und was ich ganz wichtig fand) Materialien hast, geht das immer alles deutlich schneller.


    Evtl. fragst du mal Kollegen, ob sie einen Materialfundus o.ä. haben, den du mitnutzen kannst, ich fands eine enorme Erleichterung, dass ich Materialien, Bücher usw. von zwei Pensionierten KOllegen hatte, damit hat man gute Grundlagen.
    NIcht das aber jemand dann denkt, die nutze ich dann so, wie die KOlleginnen oder ganze Stundenplanungen usw. sondern einfach nur als Material um daraus etwas zusammen zubauen.

  • Ich bin nach dem Ref an einer Grundschule mit einer vollen Stelle an einer Realschule gestartet und wechselte nach einem halben Jahr an eine Hauptschule. Das war eine sehr entspannte Zeit mit viel Zeit für mich und alles, was nicht mit Schule zu tun hat. Seit dem ich nun ebenfalls mit voller Stelle an einer Grundschule arbeite, sind freie Abende und freie Wochenenden echter Luxus. Die Arbeit in der Schule ist meist sehr anstrengend und die Vorbereitung am heimischen Schreibtisch sehr zeitraubend. Wie sich die Anstrengung und der Zeitaufwand noch potenzieren können, wenn man als Vertretungs- oder Feuerwehrkraft eingesetzt ist, mag ich mir gar nicht vorstellen. Ich weiß schon, warum die Stellen an der Sek. I so schwer zu bekommen sind, die gibt ja keiner freiwillig her, der neben der Schule noch intensiv leben will. Freiwillig bin ich damals auch nur von der Realschule an die Hauptschule, von der Hauptschule weg an die Grundschule bin ich aus dienstlichen Gründen versetzt worden. Ich warte schon eine ganze Weile darauf, wieder an die Sek.I gehen zu können, es gibt aber immer nur Grundschulstellen.... *grummel*
    Nach dem Ref an einer Grundschule setzte trotz der hohen Stundenzahl an der Sek. I Entspannung ein, als ich dann wieder an die Grundschule kam und auch dort mit voller Stundenzahl arbeitete, wurde der Zeitaufwand um ein Vielfaches größer als zu Zeiten des Refs und ist auch nach einiger Zeit nicht geschrumpft. Da man sich aber seine Stelle bzw. die Schulform nicht immer grenzenlos aussuchen kann, muss man eben das Beste daraus machen und neben der Arbeitszeit auch eine vergrößerte Portion Freude am Job einsetzen und sich an allem, was einem gut gefällt hochhalten und eines Tages klapt es und ich kann wieder zum entspannteren Arbeiten an die Sek. I.


    Viele Grüße,
    ohlin

  • Ich bin nun im 2. Jahr berufstätig. Die ersten Monate nach dem Ref waren der Horror und ich hatte das Gefühl, mir wächst alles über den Kopf (volle Stelle mit 28 Stunden und Klassenleiterfunktion). Nach den ersten sechs Wochen habe ich mir intensiv überlegt, wie ich es mir leichter machen kann und habe nun für mich eine Lösung gefunden: Wochenplanarbeit. Den Plan bereite ich am WE vor und habe damit auf einen Schlag weniger vorzubereiten unter der Woche und mehr Zeit für meine Schüler während des Unterrichts. Ich muss mir nicht mehr um jede Stunde am Abend vorher Gedanken machen und kann auch mal 15 Minuten bei einem Schüler verweilen und nicht 45 Minuten am Stück reden und den Alleinunterhalter spielen. Darüber hinaus versuche ich Vieles zu ritualisieren, z.B. montags immer Morgenkreis, Lesepatenschaften mit der Parallelklasse. Mittlerweile hat sich Etliches eingespielt und ich bin entspannter als noch vor einem Jahr. Gelegentlich schaffe ich es sogar, nach der Arbeit einiges im Haushalt zu erledigen.


    LG Klosterfee

  • Ich finde mein Wochenende wichtig... ich habe vier Kinder und möchte auch mit ihnen meine Zeit genießen.
    Also habe ich meine Arbeit so organisiert, dass alles geht.
    das heißt unter anderem, ich arbeite nicht am Wochenende!
    Jeder andere Arbeitnehmer hat am Wochenende frei... und ich in der Regel auch.
    Ausnahmen gibt es... vor den Zeugnissen oder wenn mehrere Klassenarbeiten auf einmal zu korrigieren sind. Das wars aber auch. Ansonsten habe ich zwei freie Tage, die der Familie und meiner Erholung gehören. Alles andere wird unter der Woche erledigt. Am besten direkt nach dem Unterricht noch in der Schule.
    Weitere Erleichterung: ich bemühe mich um parallele Lerngruppen. Da ist immer noch doppelte Korrekturarbeit... aber zumindest nicht doppelte Vorbereitungszeit des Unterrichts.
    Außerdem: gute Zusammenarbeit mit den Kollegen. gemeinsame Planungen. das erfordert minimalen zusätzlichen Zeitaufwand, bringt aber große Erleichterung.
    Dann muss ich weder das Rad noch den Unterricht neu erfinden. Ich schnorre... gebe aber im Gegenzug auch ab. So lade ich bei 4teachers nicht nur runter... sondern auch rauf.
    Und so ist es im Kollegium... jeder kann von mir alles haben... aber gibt mir bitte auch, wenn ich nachfrage.
    Dann sind Schulbücher nicht nur kryptisch bedrucktes Papier, sondern richtlinienkonformes Unterrichtsmaterial. Damit kann man gar nichts falsch machen. Sowohl Schüler als auch Eltern sind zufrieden, wenn man danach arbeitet. Und es ist eine große Erleichterung.
    Dann wende ich weder mein Geld noch meine Freizeit für Unterricht auf.
    Will heißen, ich kaufe keine Unterrichtsmaterialien... ich nehme, was es in der Schule gibt. Gibt es nichts... dann gibt es eben nichts. Dann nehme ich, was da ist und mache damit Unterricht.
    Ich verwende auch ganz sicher nicht meine Zeit und bastel für jeden Schüler irgendwelche Rechenspiele oder egalwas oder mache gar Elternbastelevents am Nachmittag dafür... wenn es keine gibt, dann gibt es keine.
    meine Erfahrung: Die Schüler lernen trotzdem etwas... und auch noch reichlich und richtig gut. Es kommt nämlich vor allem auf eine entspannte und fröhliche Lernatmosphäre an... auf die Vermittlung von Lernbegeisterung... dass sich jedes Kind wahrgenommen und angenommen fühlt. Da ist das Schulbuch egal und auch gebastelte Lernspiele... da muss man nicht UnterrichtsbesuchsniveauStunden machen.
    Ich bin mit meinen Alltagsstunden völlig zufrieden... ab und zu mal ein Highlight... damit es auch mir Freude macht... und alles läuft rund.
    Und ich hab am Wochenende frei. ;)

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • Hey,


    ich muss auch sagen, dass ich nach dem Ref erst mal etwas überfordert war. Allerdings habe ich auch von Anfang an mit den Kollegen zusammengearbeitet (hab echt nette...). Die haben mich dann auf den Boden zurückgeholt und die Alltagstauglichkeit in den Vordergrund gestellt. Das ist ja doch das Schwierigste, weil man im Ref oftmals echt Showstunden hatte, die so im Alltag nicht gemacht werden...
    Habe mich dann schnell daran gewöhnt, dass man eben nicht 28 Stunden so vorbereiten kann, wie man die Stunden im Ref vorbereitet hat.
    Kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen: Am Besten feste freie Zeiten einbauen in die Woche, ich arbeite z.B. samstags nicht, dafür aber sonntags vormittags. Erholung nicht vergessen, und: Schule ist nicht alles :)


    LG

  • Ja, mir gings es genau so!


    Hatte nach dem Ref eine Jahrgangsmischung 1-3 und das hat mich echt umgehauen. Gleich mal die Erstis, die betreut werden wollten und die Drittklässler, denen ja dann auch schnell langweilig ist! Musste am Anfang auf Arbeitsblattunterricht umstellen, was gar nicht meine Welt ist. Aber ich habe es zeitlich einfach nicht geschafft, Material vornzubereiten! Du musst lernen: Man kann nicht allem gerecht werden, nicht allen Eltern, nicht allen Schülern und auch nicht sich selbst!


    Aber: Es wird besser!!! Und dann wird man, zumindest sich selbst, auch wieder gerechter :)


    Kopf hoch, dazwischen ausspannen, das wird schon!

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