Normaler Vorschulwahnsinn??

  • Warum schüttelt es dich, wenn jemand Rechtschreibfehler verbessert?


    Ich gehe jetzt seit über einem Jahr an der Tür der KÜNSTLERWERKSTAT vorbei. Beinahe täglich (nämlich immer, wenn ich drauf schaue), zuckt es in mir, denen mal ein weiteres T zu spendieren.


    Meine Tochter fängt das Lesen an und da hätte ich schon gerne, dass sie sich möglichst wenig falsche Wörter einprägt.

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

  • Ich sehe das auch so. In der Kita meiner Großen war tageland ein Plakat mit dem Titel: "Wasser das wichtigen Element der Leben" ausgehängt, ich habe es nicht korrigiert, aber angesprochen. Ich finde es peinlich. Es geht nicht um Infobriefe, sondern um Aushängeschilder...

  • Es geht hier in diesem Thread doch darum, dass Kindergärten Bildungseinrichtungen sind und nicht Kinderaufbewahrungs- und Bespaßungsanstalten. Wenn das der Fall sein soll, dann muss man verdammichnochmal aber auch einfordern können, dass der Unterschied zwischen richtig und falsch eben nicht scheißegal ist und das "irgendwie" als Qualitätsmaßstab nicht ausreichend ist.


    Wer als Kindergärtnerin nicht einmal einen Satz lang unfallfrei geradeaus schreiben kann, der kann meiner Meinung nach nicht einen professionellen Status für sich beanspruchen.


    Nele

  • sorry, ich korrigier definitiv nicht an aushängen herum.. fänd ich irgendwie komisch..und dann auch noch heimlich... ne.
    ich hab genug kolleginnen die elternbriefe rausgeben die voller fehler sind...scheint also nicht nur am schulabschuss zu liegen

  • Aber coco, dann finde ich es ehrlich gesagt unkollegial, die Kollegen nicht auf solche Fehler hinzuweisen. Die machen sich doch zu Affen und ja: Spätestens bei der Frage um G oder R würde ich das als Mutter dann den Kollegen aufs Brot schmieren...

  • Ich habe zwei Söhne, die mit 4 Jahren Abstand in der gleichen KiTa waren. Bei Sohn1 waren wir superzufrieden. Toller Erzieherinnen, alles sehr ausgewogen zwischen Freiheit und Grenzsetzung, Förderung etc. Die KiTaZeit von Sohn2 war (wie gesagt in der gleichen KiTa) eine Katastrophe. Gerade als er in die KiTa kam, wechselte der Träger und von heute auf morgen sollte alles umgestellt werden. Dies führte dann zu einem vollkommen unkoordinierten offenem Konzept. Es war wirklich gruselig. Unabhängig davon, dass die ganzen "guten" Erzieherinnen aus der letzten KiTaZeit alles über den Haufen werfen mussten, die Einrichtung wechselten, etc., herrschte absolutes Chaos. Wenn ich zur Abholung wissen wollte, ob bei meinem Kind alles okay war, konnte mir diese Frage NIEMAND beantworten, weil keiner so genau wusste, wo er sich denn an diesem Tag aufgehalten hatte.


    Aber beim Elternsprechtag konnte man mir mitteilen, dass mein Kind motorische Defizite hat (naja, mit drei konnte er tatsächlich besser sprechen als klettern) und dies dringend genauer beobachtet werden müsse.


    Ich kann dort eigentlich keiner Erzieherin (außer einer...dazu gleich mehr) Unfähigkeit oder ähnliches unterstellen, sondern eher eine absolute Überforderung mit dem System. Da dies aber duetlich zu Lasten meines Kindes ging, war ich ganz einfach total unzufrieden. Kind Nr.3 wird sicher nicht in diese KiTa gehen.


    Tja und dann gab es dort noch die eine Erzieherin, deren Erziehungsmethoden tatsächlich bedenklich waren. (also wirklich ernsthaft bedenklich, körperliche und psychische Gewalt) Und JA, ich habe was gesagt und es wurde gehandelt. Unschön war es trotzdem...


    PS. Kleine Anekdote zum Thema Sprachdiagnose. Großsohn durfte Delfin 4 im ersten oder zweiten Jahr genießen als es gerade aktuell war. Eine Aufgabe war '"'Rufe den Bären". Mein Sohn hat die Lehrerin angesehen und gesagt "Warum soll ich den Bären rufen, das ist ein Spielbrett, da kommen keine Bären raus". Mein Sohn hat zwar nicht die volle Punktzahl bekommen, aber auf dem Zettel war ein Vermerk, dass seine sprachliche Entwicklung absolut unbedenklich ist :)

  • Richtig schlimme Fehler korrigiere ich nicht heimlich, sondern spreche ich so nett wie möglich an- wundere mich aber, dass das den Erzieherinnen nicht peinlich ist. Immerhin sollen sie ja die Kinder in der Sprache fördern.
    Und Coco77: Ja, in genau so einem Kiga ist mein Kind. Da wird einem Kind mit 3,5 Jahren Frühförderung aufgedrückt und die Empörung ist groß, wenn die Eltern (in dem Fall ich) sich dagegen wehren. Die Vorschulkinder sind fast alle in Englisch, mein Kind nicht, weil (o Gott, schon wieder der Dünkel!) mein Mann und ich mehr Englisch hatten, als die Erzieherin überhaupt in die Schule gegangen ist. Außerdem habe ich eine native speaker Freundin in Nottingham. Die Freundin meiner Tochter sagt: "You got a pink house (gemeint sind Hosen)", meine sagt: "You got pink trousers". Kann natürlich sein, dass das weniger von der Erzieherin als mehr von individuellen Sprachtalent abhängt- aber müssen die Kurzen sowas überhaupt können? Ich wäre heilfroh, wenn die mehr Freispiel hätten und weniger Gebastel, Pseudosprachkurse und Gedöns.

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

  • Also, es gibt ja überall solche und solche, aber wenn ich das hier so lese, stellt sich mir doch die Frage, ob da durch die Einführung des Anrechts auf einen Betreuungsplatz einfach viel unausgegorenes und unausgebildetes und unvorbereitetes "..." Hingestampft wurde? Kann das dahinterstecken? In meinem BL, wo ja Kinderbetreuung eher gang und gäbe war und ist, ob nun Krippe, Kiga oder Schulhort ... Da hör und seh ich sowas wenig und kann es auch von meinen zwei Kindern nicht bestätigen.
    Stelle also eine total "diskriminierende" Ost-West-Frage in den Raum, ist das im Westen verbreiteter? (Hoffentlich werd ich jetzt nicht gesteinigt)

    8) LG cubanita1


    Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.

  • Also von Sprachkursen etc. halte ich auch nichts.


    Aber ja, ich finde durchaus, dass wenn mein Kind 7 Stunden täglich im Kindergarten ist, dass es gut wäre, wenn nur 6 Stunden davon Freispiel wären und wenigstens eine Stunde am TAg auch mal was gebastelt, gesungen, vorgelesen, experimentiert etc. wird. Ist das echt zu viel verlangt??? Müssen 7 Stunden Freispiel am Tag wirklich sein? Plus die Stunden Freispiel, die das Kind ja schon zu Hause hat??


    Ich glaube, ich wurde missverstanden. Ich erwarte um Gottes Willen kein Englisch oder Chinesisch, dagegen würde ich mich auch wehren. Aber so ein bisschen Bewegungsförderung wäre nett. Oder was musikalisches etc. Ganz ohne Druck. Aber so ein bisschen klatschen und singen ist ja wohl nicht schlimm, oder?


    Von anderen KiGas hörst man immer so tolle SAchen mit Themenwochen, naturwissenschaftlichen "Experimenten", musikalischen Angeboten, Angeboten im Bewegungsraum etc.

  • ich hab genug kolleginnen die elternbriefe rausgeben die voller fehler sind


    So eine Lehrerin hat meine Große auch. Auch mich wirkt das enorm unprofessionell und es prägt meine Ansicht über die Arbeitsweise der Kollegin enorm. Als Schulleitung würde ich einschreiten, wenn ich mitbekäme, dass jemand immer wieder Elternbriefe in schlampigem Layout (also ohne Briefkopf der Schule etc.) oder mit Fehlern herausgibt.

  • Scooby:


    Sehe ich grundsätzlich auch so. Bei uns ist es aber verboten, den offiziellen Briefkopf zu benutzen, wenn es "nur" um Klassleiterangelegenheiten geht. :autsch:

  • ich bekomme die briefe meist als info auf meinen tisch, da ich in der klasse unterrichtet habe, aber keine kl war (quasi co)... und dann war es eh zu spät...
    was soll ich dann noch sagen? korrigiert zurück? das wär mir auch zu blöde... und niemand ist unfehlbar.. aber da waren z.t. echte hammer drin.. naja..

  • Coco77: Bei echten Hämmern würde ich die Kollegin durchaus mal vorsichtig ansprechen, schließlich kann da ja durchaus euer Image als Schule drunter leiden.
    Anna-Lisa: Bitte, bitte lass uns Kindergarten tauschen! Ich wäre sooo froh, wenn meine mehr Freispiel hätte und weniger Themenwochen, Bewegungsförderung (bzw. verlangte Bewegung, denn gefördert wurde mein Kind da wirklich nicht!), Basteln bis zum Umfallen usw.

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

  • Ja, gerne. Aber inzwischen gehen die Kinder ja schon in die Schule.....


    Wahrscheinlich ist wie immer der goldene Mittelweg das Richtige.

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