Hausaufgabenkontrolle: Tipps?

  • Hallo zusammen,


    habt ihr einen Ratschlag für mich bezüglich der HA-Kontrolle?
    Ich bin Klassenlehrerin einer 6. Klasse an der Mittelschule (Hauptschule) und unterrichte viele Fächer in dieser Klasse. Alle bekommen jeden Tag Mathe, Deutsch oder beides auf. Das sind zumindest meine Fächer, in denen ich HA gebe.
    Am nächsten Tag kontrolliere ich. Das nimmt unglaublich viel Zeit (Bis zu 20 Minuten, also eine halbe Unterrichtsstunde) in Anspruch obwohl fast alle ihre HA herrichten und schnell vorzeigen können. Ich hake auch nur ab wer sie erledigt hat und er nicht oder bei wem noch etwas unvollständig ist oder neu gemacht werden muss (z.B-. weil es unordentlich ist)
    Es dauert einfach ewig bis alle dran waren und bis alle wissen, was sie noch machen müssen obwohl sie es auch aufschreiben- zumindest die meisten. bei einigen kontrolliere ich auch das HA-Heft täglich.
    Gibt es eine effiziente, schnelle Art zu kontrollieren, ob HA gemacht sind?
    Danke für jeden Hinweis.


    Gruß
    Anna

    • Offizieller Beitrag

    ich gehe auch rum und schaue, ob die HA gemacht sind. Aber so lange dauert das nicht, ca.5 Minuten bei einer großen Klasse von 27 Schülern.
    Redest du während des Kontrollgangs mit den Schülern über die HA?
    Oder musst du immer so lange warten, bis sie ihr Zeug rausgeholt haben?
    Einen richtigen Rat habe ich (noch) nicht, weil sich mir im Moment noch kein klares Bild zeigt ;)

  • Ich habe das große, große Glück, dass meine Kinder auch in Klasse 5 noch nicht lügen können. Wenn ich frage, ob mir jemand was zu den HA zu sagen hat, melden die sich tatsächlich bei mir. Manchmal gehe ich durch die Reihen und gucke, ob da "was im Heft steht". Kontrolle erfolgt mündlich für alle. Ggf Heft mit dem Nachbarn tauschen, abhaken lassen, zurücktauschen. Oft auch Daumenprobe, wie lief es? Dann fragen: was genau lief denn nicht gut? Die sind schon so konditioniert, dass die den Daumen hebe, wenn ich frage. Auch wenn ich manchmal tatsächlich einfach darüber reden will.

  • Wie wäre es mit Wochenhausaufgaben? So mache ich es:


    Die Kinder bekommen jeden Montag einen neuen "Wochenhausi-Plan". Da stehen Aufgaben für D, M, Englisch und eventuell noch anderes, was ansteht drauf. Unten Rückmeldesmileys zum Ankreuzen zu den Rubriken Verhalten, Arbeiten, Hausaufgaben, Material. Auch ein Infokästchen ist da, da schreibe ich Termine für Klassenarbeiten oder Ausflüge rein.


    Der Plan kommt zusammen mit den ABs in eine Mappe. Die Kinder haben eine schwarze und eine weiße Mappe, auch 2 Hefte in Deutsch und Mathe (eines für die Schule, eines für Hausaufgaben).


    Montags drauf bekommen die Kinder 1 Stunde Kontrollzeit mit Lösungsblättern. Dann sammle ich die zB. schwarzen Mappen mit allem drin ein, kontrolliere auf Vollständigkeit, kreuze die Rückmeldung für die Eltern an, schreibe eventuell noch was Wichtiges dazu. Sind alle Aufgaben erledigt, gibts einen Stempel drunter. Die Kinder führen ein belohnungsheft, bei 10 Stempeln gibts was aus der Schatzkiste.


    Die Kinder erhalten dann den neuen Plan + Aufgaben in der weißen Mappe.


    Am Nächsten Tag gibts die Rückmeldung zurück, die Eltern unterschreiben.
    Ich arbeite mit meiner Parallelkollegin zusammen, jede Woche erstellt die andere den Plan + Aufgaben.

  • Hausaufgabenwochenplan HAWP - So ähnlich wie bei nomegusta ist es bei mir auch, wobei ich nichts an Stempeln und Geschenken gebe, sondern einfach nur lobe. HA sorgfältig, vollständig und pünktlich liefern gehört für mich zu den Schülerpflichten und wird nicht extra belohnt.
    Lösungsblätter gehen mit in den Hort, wo die meisten Kinder ihre HA erledigen. So entfällt der Akt auch, ist alles bereits gecheckt durch Kinder oder Erzieherin.
    Kreuze machen, ob alles da und vollständig ist, mache ich allein, während die Kinder arbeiten. Klebi rein, wenn was überarbeitet werden muss. ist was zu klären, hole ich mir den Schüler zum kurzen Gespräch zu mir. Fertig.

  • Klaro gehört das zu den Schülerpflichten. Am Anfang habe ich auch nicht belohnt. Ich hatte ein Riesentheater mit ungemachten HA. Seitdem es dir Stempel gibt, läuft es bedeutend besser. Es gibt ja auch nur eine Kleinigkeit.

  • Moin!


    Ist bei mir ein riesiges Thema, da mein Klientel eher der Sonder-/Hauptschul-/Was interessiert mich Schulefraktion angehören. Zum Glück pflege ich mit meinen Kids aber ein sehr ehrliches Verhältnis, so dass ich mich (idR) darauf verlassen kann, dass sie mir die Wahrheit sagen.
    Wochenplanarbeit kommt immer mal wieder, überfordert einige jedoch total (Selbstorganisation/Zeitmanagement). Zu Beginn der Stunde wird vor der Begrüßung das Material herausgeholt und die HA aufgeschlagen. Ich gehe flott die Anwesenheitsliste durch und hake die HA ab, die Kids sagen einfach ja oder nein. Im Anschluss noch eine kurze Runde: Tina, du schreibst in deinen Schulplaner: "2x keine HA"... Tim, "3x keine HA".... Das dauert 2 Min. Nun frage ich nach Schwierigkeiten bei bestimmten Aufgaben. Diese werden im Plenum geklärt. Falls einige Kids gar keine Probleme hatten, können sie sich die nächsten Aufgaben draußen oder im Diffraum erschließen und direkt weiterarbeiten. Nachdem nun alle Fragen geklärt sind, alle Kids irgendetwas arbeiten, gehe ich rum und lasse mir als Stichprobe einige HA zeigen und unterschreibe im Schulplaner. Das dauert wieder 5 Minuten, betrifft aber nur einzelne Kids (Wenn hier auffällt, dass etwas fehlt, ich belogen wurde, werde ich tatsächlich sehr grantig). Anschließend folgt noch der Eintrag im Klassenbuch, damit die säumigen Kids nacharbeiten.


    Anfangs bin ich auch rumgegangen... nervig. Die halbe Stunde unterwegs, weil man ständig von anderen Kids angesprochen wird, die eine Aufgabenstellung nicht verstehen o.ä. Außerdem blättern die Kids ewig rum, bis sie die HA finden (die stehen natürlich irgendwo in einem Collegeblock, nicht in einem Heft oder einer Mappe...). Das ist anstrengend.


    In diesem Sinne, auf in die letzte Runde!

  • Gegenfrage: warum Hausaufgaben? Effekt sowieso eher mittelmäßig.


    Was aber ganz gut funktioniert: billige Übeheftchen kaufen und jeden Tag darin etwas arbeiten lassen. Z.B. für Deutsch Lesehefte, für Mathe Übungen zu den Grundrechenarten. Dann weiß jeder was zu tun ist, es wird tatsächlich Bekanntes geübt und in der Schule liegen dann die Lösungsteile aus den Heften zur Selbstkontrolle. Damit können sie dann 5 min. verbringen, während du rumläufst und fürs Klassenbuch die Häkchen machst.


    Zur Erinnerung, Hausaufgaben und so... finde ich jedenfalls interessant:
    http://www.studienseminar-kobl…ndout%20Hattie-Studie.pdf

    Einmal editiert, zuletzt von Schantalle ()

  • Gegenfrage: warum Hausaufgaben? Effekt sowieso eher mittelmäßig.


    Was aber ganz gut funktioniert: billige Übeheftchen kaufen und jeden Tag darin etwas arbeiten lassen. Z.B. für Deutsch Lesehefte, für Mathe Übungen zu den Grundrechenarten. Dann weiß jeder was zu tun ist, es wird tatsächlich Bekanntes geübt und in der Schule liegen dann die Lösungsteile aus den Heften zur Selbstkontrolle. Damit können sie dann 5 min. verbringen, während du rumläufst und fürs Klassenbuch die Häkchen machst.


    Zur Erinnerung, Hausaufgaben und so... finde ich jedenfalls interessant:
    http://www.studienseminar-kobl…ndout%20Hattie-Studie.pdf

    was ist der Unterschied? Das du es "Tägliches Üben zu Hause" und ich es Hausaufgabe nenne?

  • *kicher* nee, ich gebe tatsächlich kaum Hausaufgaben auf. Für eine 6. Hauptschulklasse bietet sich das regelmäßige Üben mit solchen Heften aber am ehesten an, wenn man den Korrekturaufwand minimieren möchte.

  • Meine Hawp bestehen aus Übungen zur Wiederholung, aber da sie eben im Nachmittagsbereich erledigt werden sollen nach eigener zeitlicher Planung, nenne ich es HA ...selten hängen die Übungen direkt an einem Stundenthema, eher so ala skolnet-Empfehlungen ...
    http://skolnet.de/tag/hausaufgaben/
    Geöffnete bzw. offene HA

  • Hallo zusammen,


    erstmal danke für Eure Anmerkungen.
    Ich bin ehrlich gesagt, obwohl ich sonst eher konservativ ticke, keine Freundin von Hausaufgaben. Aber unsere Chefin würde mich "köpfen", wenn ich den Schülern keine aufgebe. Außerdem ist mehr als die halbe Klasse in der Hausaufgabenbetreuung oder in einer anderen Einrichtung. Die drehen immer am Rad, wenn nichts auf ist und sie nur Schulstoff wiederholen auf eigene Faust.


    Zum Thema Wochenhausaufgabe: gute Idee an sich, aber meine Schüler und auch die meisten Eltern sind so verpeilt und unorganisiert, dass das ein noch größeres Chaos zur Folge hätte.


    Der Punkt "reden mit den Schülern" trifft es wohl eher. Manche haben unvollständige Hausaufgaben, manche kapieren nicht was fehlt :autsch: und man muss das Aufgabenheft nochmal kontrollieren bzw. jeden Sch... erklären (dieses AB Nr 2 und 3...) usw. Man kann das natürlich außerhalb des Unterrichts machen, aber ich sehe nicht ein meine eh schon knappe Pause, die ich für Toilettengang, Gebäudewechsel usw. brauche, mit den Schnarchnasen zu verbringen.

  • Der Punkt "reden mit den Schülern" trifft es wohl eher. Manche haben unvollständige Hausaufgaben, manche kapieren nicht was fehlt :autsch: und man muss das Aufgabenheft nochmal kontrollieren bzw. jeden Sch... erklären (dieses AB Nr 2 und 3...) usw.

    Deswegen sind Hausaufgaben eben sinnfrei. V.a. wenn die Hälfte nicht mal kapiert, was zu tun ist. Wenn du aber was aufgeben MUSST, dann lass sie was üben, von dem sie wissen, wie es geht, auch wenns nicht direkt mit dem aktuellen Stoff zu tun hat. Sowas hier, oder das vom Vorjahr:


    http://www.thalia.de/shop/home…4675.html?ProvID=11000522



    Deutschstars (Rechtschreibtraining) gibts noch für Klasse 5+6 etc. du könntest auch Wochendiktate aufgeben mit einem Schwerpunkt, das jeden Tag geschrieben/ geübt werden soll oder sowas. Dann wissen alle, was zu tun ist und du schonst deine Nerven ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Schantalle ()

  • Deswegen sind Hausaufgaben eben sinnfrei. V.a. wenn die Hälfte nicht mal kapiert, was zu tun ist.

    Sie wissen ganz genau was auf ist, zumindest in der Stunde, in der ich es aufgebe. Ich mache das idiotensicher. Das AB auf Folie, Erklärung welche Aufgaben zu machen sind oder Aufgabe im Buch etc. Ich lasse dabei auch Fragen stellen. Dann wird das ganze an die HA-Tafel geschrieben und steht dort eine Woche. (Es wird erst wieder weggewischt, wenn sich der Wochentag wiederholt.) Zusätzlich kontrolliere ich von einigen Schülern jeden Tag das Aufgabenheft und unterzeichne, dass alles richtig notiert wurde. Einige Schüler bekommen auch Hilfe beim Einpacken von anderen :autsch:
    Aber wenn ich am nächsten Tag sage, es waren doch noch Sätze auf, dann heißt es "welche Sätze?" Oder "Sollten wir auch die Nummer 5 machen?". Im Aufgabenheft steht es aber genauso darin. Macht mich waaaahnsinnig...
    Die Hefte vom m*** Verlag kenne ich, ich finde sie aber nicht so gut für meine Schüler.

  • Ich zweifle auch nicht daran, dass du strukturiert und klar vorgehst. Fakt ist doch aber, dass einige trotzdem nicht klarkommen und du dich laufend ärgerst.
    Aber vielleicht heißt deine Lösung ja auch: so gehen wir miteinander um, es funktioniert irgendwie und ich brauche das Genervtsein auch ein bisschen ;)
    LG

  • Oha,
    Nun staune ich aber doch so ein wenig über diese Übergeneralisierung zum Thema HA.
    Ich denke schon, dass regelmäßiges Lesenüben, Vokabelüben, Schreibtraining, Kopfrechnen u.ä. einen Effekt hat. Ich kann das Baby nun Hausaufgaben, tägliches Training, Lernzeit oder was weiß ich wie, nennen. Ich merke den Effekt bei meinen Schülern jedenfalls. Man sollte das Thema schon differenzierter betrachten.
    Was spricht dagegen?


    Zu sagen, ich bin kein Freund von HA, weil die Orga nicht funktioniert, weil Schlampigkeit in den Schülerköpfen vorherrscht, weil mich das Kontrollieren stört oder oder oder oder vielleicht auch, weil Konsequenzen fehlen ... Daran sind die HA wenig schuld.

  • Sag ich doch. Lesenüben und Kopfrechnen. Ein leistungsschwächerer Schüler muss aber wissen, was zu tun ist, deswegen ist eine gewisse Gleichförmigkeit m.E. sinnvoll. Wenn jeden Tag 3 Leute in ihren Hausaufgaben nicht durchblicken, ergibt es doch Sinn, sich was Neues zu überlegen. Die Einstellung: ich habs doch erklärt, die sind bloß zu doof/ nicht Willens/ zu chaotisch ist für mich kein Lösungsansatz.


    Alternativ könnte sich der/die TE ja auch darauf einlassen, dass die Ha-Kontrolle und -besprechung eben soundsoviel Zeit in Anspruch nimmt.


    Die Frage ist immer die nach dem Ziel, bevor ich einen Weg dorthin finden kann. Wenn die Begründung für Hausaufgaben ist: "der Hort will das so", dann ist das Ziel ein anderes, als die Begründung: die Vokabeln muss jeder für sich üben.

  • An anderen Stellen sagst du aber generell "Ha sind sinnfrei" "Effekt eher mittelmäßig".
    Ich bin bei dir bei einer Menge Aufgaben, die so gestellt werden, aber eben nicht generell beim Stellen von HA, wie ich sie angeführt habe. Deshalb sage ich ... Differenziert betrachten!

  • HA sollen doch immer Gelerntes vertiefen. Wer gibt denn HA auf, die etwas völlig neues erarbeiten? HA sind sehr sinnvoll und absolut notwendig.

Werbung