Eingruppierung

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    • Eingruppierung

      Hallo,
      Von der Landesschulbehörde Osnabrück habe ich ein Einstellungsangebot für einen Quereinstieg an einer Hauptschule in Niedersachsen bekommen. Da man aus meinem Studium nur ein Fach ableiten kann, würde ich in Entgeltgruppe 10, Stufe 2 landen. Nach zwölf Jahren in der freien Wirtschaft ist das für mich ehrlich gesagt ein Schock. Netto lande ich bei unter 2000 Euro. Mir war klar, dass es weniger werden würde, aber das ist eigentlich nicht verhandelbar. Gleichzeitig würde ich den Wechsel super gerne machen.
      Was sind Eure Erfahrungen? Ist da noch irgendwie Verhandlungsspielraum?
      Danke für Eure Antworten.
    • Ich bin als Seiteneinsteiger in einer ähnlichen Situation: Bekomme zwar E13, aber nur Stufe 1 da mir keinerlei Vorerfahrungen angerechnet werden (Der Vorgang läuft aber noch, das sehe ich nämlich noch nicht ein). Sind ziemlich exakt 2000€ bei mir. Da ich vorher auch nicht sehr viel verdient habe (halbe Stelle an der Uni) ist das für mich persönlich ausreichend.
      Allerdings finde ich auch nicht, dass das meiner Qualifikation entsprechend ist, ABER: Im öffentlichen Dienst geht es nicht um Leistung oder Noten oder ob man ein Mangelfach bekleidet, leider.
      Ich kenn mich in Niedersachsen nicht aus, allerdings ist es schwer etwas an der Entgeltgruppe zu drehen, da das meist vorgegeben ist. Wo allerdings ein (wenn auch kleiner) Ermessensspielraum besteht ist bei der Einstufung, sprich ob du jetzt 10-2 oder 10-3 bekommst. Kannst du darüber vielleicht noch etwas drehen?
    • Hallo,
      Ich würde mir das sehr gut überlegen, denn es hängt von mehreren Faktoren ab, ob du damit glücklich wirst. Ich bin selbst Quereinsteiger und habe zunächst an einer privaten Schule zu suboptimalen Bedingung unterrichtet. Ich war damit unzufrieden, da ich im Alltag genauso viel / wenig wie andere gearbeitet habe, aber sehr viel weniger Geld bekam und - für mich noch schlimmer - auch keine Entwicklungsperspektive bekam.
      Letzendlich war es für mich (mit zwei Fächern) daher besser, das Referat nachzumachen. Da ich bezüglich der Anerkennung Kompromisse in Bezug auf das Lehramt und die Fächer machen musste, bin ich bis heute nicht 100 % glücklich. Mich ärgert es daher noch heute, dass ich nicht zum Beginn des Quereinstiegs noch mal etwas Zeit investiert habe, um das zu optimieren. Heute (gut 10 Jahre später) unterrichte ich mein drittes Studienfach zwar, die Entwicklungsmöglichkeiten sind aber ohne offizielles Anerkennung nicht gegeben. Dadurch dass ich auch noch eine Bundeslandwechsel hinter mit habe, wurde alles nicht einfacher.
      Von daher, würde ich die Stelle vielleicht zunächst annehmen, um für dich herauszufinden, ob das wirklich dein Traumberuf ist und dann noch mal nachforschen, was du für eine Anerkennung tun müsstest. Hierbei ruhig auch mal über Ländergrenzen hinwegschauen - manchmal sieht die Bildungswelt ein paar Kilometer weiter schon ganz anders aus.
      Viel Erfolg ,
    • E13 ist das höchste, was man als Einsteiger erreichen kann. Wenn du eben nur ein Fach hast, dann ist das leider so, dass du darunter bist und bleiben wirst. Die Gehälter sind nicht verhandelbar. Das Amt muss die niedrigste Stufe für dich wählen. Wenn du nicht mit diesem Gehalt zufrieden bist, dann musst du eben in der freien Wirtschaft bleiben.

      In Sachsen-Anhalt hat das mal ein Oberbürgermeister probiert und hat bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern höhere Gehaltsstufen und Eingruppierungen umgesetzt. Das Ergebnis: Klage wegen Veruntreuung bis zum Bundesgerichtshof!!!!

      mz-web.de/halle-saale/untreue-…neut-vor-gericht-24110912
    • dasHiggs schrieb:

      Ich bin als Seiteneinsteiger in einer ähnlichen Situation: Bekomme zwar E13, aber nur Stufe 1 da mir keinerlei Vorerfahrungen angerechnet werden
      Was willst du denn noch bekommen? Ausgebildete Gymnasiallehrer verdienen E13! Das Lehramtsstudium ist halt was anderes, als ein anderer Studiengang. Wir haben oft irgendwelche Nasen als VertretungslehrerInnen, die zwar irgendeine brotlose Kunst studiert haben, aber sich dann von den KollegInnen, die weniger verdienen, die Vorbereitung machen lassen wollen oder mit "Galgenraten" über Wasser halten. Also entschuldige, aber mehr verdienen zu wollen, als die KollegInnen, die das Lehramtsstudium samt Ref gemacht haben, finde ich anmaßend.

      @TE kommt auch ein bisschen darauf an, wie dringend sie jemanden brauchen. Probiers doch einfach, geh in die Schulbehörde und sage, dass du den Job nur nimmst, wenn sie dich höher eingruppieren oder in eine höhere Erfahrungsstufe stecken und warte was passiert. Vor allem, wenn es eine schwierige Schule ist, von der bekannt ist, dass viele Versetzungsanträge laufen, würde ich es darauf ankommen lassen.

      In den DaZ-Klassen bekommen die Quereinsteiger auch nur E10 und das finde ich zu wenig. Diese Klassen sind aus diversen Gründen oft schwieriger zu unterrichten. Solange aber jemand froh ist, im öD zu sein -mit all seinen Vorteilen- muss er/ sie wohl für sich überlegen, ob ihm das den Gehaltsverlust wert ist.
    • Schantalle schrieb:

      Was willst du denn noch bekommen?
      13-2, so wie die anderen Seiteneinsteiger am Seminar auch, deren Tätigkeiten in der Lehre angerechnet wurden.

      Schantalle schrieb:

      Ausgebildete Gymnasiallehrer verdienen E13
      Wenn sie nicht verbeamtet sind, die meisten sind dies sehrwohl..

      Schantalle schrieb:

      Das Lehramtsstudium ist halt was anderes, als ein anderer Studiengang. Wir haben oft irgendwelche Nasen als VertretungslehrerInnen, die zwar irgendeine brotlose Kunst studiert haben, aber sich dann von den KollegInnen, die weniger verdienen, die Vorbereitung machen lassen wollen oder mit "Galgenraten" über Wasser halten
      Das verstehe ich nicht. Inwiefern ist das Lehramtsstudium denn etwas anderes? Ich habe bisher ausschließlich fertige Lehrer getroffen die erzählt haben, dass sie im Studium rein gar nichts gelernt haben was nachher im Alltag brauchbar war. Das ist sehr schade, sehr bedauerlich und hoffentlich nicht bei allen so, aber es ist offensichtliche auch keine notwendige Bedingung für das Gehalt, somit verstehe ich deine Argumentation nicht.

      Übrigens: Wie kann ein Vertretungslehrer mehr verdienen als "vollwertiger" Lehrer? Du schriebst selbst ausgebildete Gymnasiallehrer erhalten E13, das bekommen nichtmal Vertretungslehrer mit 2. StEx.

      Kann es nicht vielleicht sein, dass du persönlich schlechte Erfahrungen gemacht hast und dies jetzt auf alle Leute überträgst, die nicht den einzig wahren Weg über das Lehrarmtsstudium in die Schule finden?

      Und bitte verwechsele nicht Vertretungslehrer und Seiteneinsteiger: Seiteneinsteiger sind vollwertig ausgebildete Akademiker, die ausschließlich in Mangelfächern zum Einsatz kommen, was zur Zeit Fächer wie Mathe, Physik, Elektrotechnik etc sind. Solche Leute haben eben einen gewissen Anspruch was das Gehalt angeht, den ich vollkommen gerechtfertigt finde.
      Nicht ohne Grund gibt es trotz jahrelanger MINT-Offensiven relativ wenige Absolventen in diesen Fächern gemessen an der Studierendenzahl zu Beginn des Studiums, was in anderen Fächern, ob jetzt Lehramtsstudium oder nicht, nicht der Fall ist.

      Schantalle schrieb:

      Also entschuldige, aber mehr verdienen zu wollen, als die KollegInnen, die das Lehramtsstudium samt Ref gemacht haben, finde ich anmaßend.
      Wo hab ich geschrieben, dass ich mehr verdienen möchte als meine Kollegen?
    • dasHiggs schrieb:

      Übrigens: Wie kann ein Vertretungslehrer mehr verdienen als "vollwertiger" Lehrer? Du schriebst selbst ausgebildete Gymnasiallehrer erhalten E13, das bekommen nichtmal Vertretungslehrer mit 2. StEx.
      Doch, bei uns eben schon. Das liegt aber am komplizierten System mit den DDR-Ausbildungen, die nicht richtig anerkannt werden. Oder wenn Leute nur eine sonderpädagogische Fachrichtung studiert haben, dann erhalten sie z.B. E11, statt E13, wie die mit 2 Fachrichtungen. Viele ältere KollegInnen, die schon seit Jahrzehnten im Schuldienst sind, erhalten also deutlich weniger, als der studierte Philosoph, bei dem die Kinder durchs Schulhaus toben. Das ist natürlich nicht die Schuld des Philosophen, aber wenn dann noch die Frage kommt: "Was mache ich denn mal heute mit denen" und sie sollen dann 5 vor um die Materialien herauskramen, weil z.B. "Lernziel", "Lehrplan", "Didaktik" und "Methodik" Fremdwörter sind, dann ärger ich mich für die KollegInnen gleich mit. Ja, das sind eigene Erfahrungen, aber das hat auch was mit Wertschätzung des Berufes durch das Ministerium zu tun. Wenn jeder den Job machen kann, ist es bald so, wie in Polen früher ;)
    • So, ohne Debatte lege ich hier die Grundlage für die Einstufung vor:

      tdl-online.de/fileadmin/downlo…EntgO_Lehrkr%C3%A4fte.pdf

      vgl. § 2, Abs 2., Seiten 11-12.

      Zwei Fächer benötigt man als Lehrer. Fehlt eins, gibt's weniger Geld.
      Ob das gerecht ist? Das ist hier nicht zu diskutieren.


      Festsetzung der Erfahrungsstufe, ebenfalls TDL.

      TDL schrieb:

      16.2.4 Einschlägige Berufserfahrung
      Nach der Protokollerklärung Nr. 1 zu § 16 Absatz 2 ist einschlägige Berufserfahrungeine berufliche Erfahrung in der übertragenen oder einer auf die Aufgabebezogen entsprechenden Tätigkeit. Sie liegt vor, wenn die frühere Tätigkeit imWesentlichen unverändert fortgesetzt wird. Ausreichend kann aber auch eine gleicheoder gleichartige Tätigkeit sein, vorausgesetzt, sie entspricht in der Wertigkeit derEingruppierung. Maßgeblich ist, ob das für die frühere Tätigkeit nötige Wissen undKönnen und die dort erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen typischerweise konkretauch für die neue Tätigkeit erforderlich sind und diese prägen; beide Tätigkeitenmüssen nach Aufgabenzuschnitt und Niveau zumindest gleichartig sein. Maßstab istdie mit der neuen Tätigkeit konkret verbundene Aufgabe.


      [...]


      16.2.6 Berücksichtigung förderlicher Zeiten bei der Stufenzuordnung

      Bei Neueingestellten können zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einervorherigen beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise für die Stufenzuordnungberücksichtigt werden, wenn diese Tätigkeit für die vorgesehene Tätigkeit förderlichist (§ 16 Absatz 2 Satz 4). Im Ergebnis können neu eingestellte Beschäftigte aufdiesem Wege auch der Stufe 3 oder einer höheren Stufe zugeordnet werden.

      [..]

      Voraussetzung für die Berücksichtigung förderlicher Zeiten bei der Stufenzuordnungist das Erfordernis der Personalgewinnung, d.h. der Personalbedarf kann andernfallsquantitativ oder qualitativ nicht hinreichend abgedeckt werden. Die Regelung soll esden Personaldienststellen erleichtern, etwaigen - objektiv festgestellten -Personalgewinnungsschwierigkeiten flexibel zu begegnen.Anhaltspunkte für diese Personalgewinnung können sein:- mehrfache erfolglose Stellenausschreibung- erheblicher Mangel an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt für die geforderteQualifikation.
    • Schantalle schrieb:

      Doch, bei uns eben schon. Das liegt aber am komplizierten System mit den DDR-Ausbildungen, die nicht richtig anerkannt werden. Oder wenn Leute nur eine sonderpädagogische Fachrichtung studiert haben, dann erhalten sie z.B. E11, statt E13, wie die mit 2 Fachrichtungen. Viele ältere KollegInnen, die schon seit Jahrzehnten im Schuldienst sind, erhalten also deutlich weniger, als der studierte Philosoph, bei dem die Kinder durchs Schulhaus toben. Das ist natürlich nicht die Schuld des Philosophen, aber wenn dann noch die Frage kommt: "Was mache ich denn mal heute mit denen" und sie sollen dann 5 vor um die Materialien herauskramen, weil z.B. "Lernziel", "Lehrplan", "Didaktik" und "Methodik" Fremdwörter sind, dann ärger ich mich für die KollegInnen gleich mit. Ja, das sind eigene Erfahrungen, aber das hat auch was mit Wertschätzung des Berufes durch das Ministerium zu tun. Wenn jeder den Job machen kann, ist es bald so, wie in Polen früher
      Oha, das war mir so überhaupt nicht klar, sorry. Das geht natürlich überhaupt nicht, dass jemand der den Beruf nicht gelernt hat tatsächlich mehr bekommt als ein grundständiger Lehrer!
    • Ihr habt Probleme die ich auch gern hätte.

      Arbeite seit 1 1/2 Jahr als Grundschullehrer (Seiteneinstieg) in Sachsen. Hab Master Pädagogik (Komplette didaktische Ausbildung inklusive Konzeption und Planung von Unterrichtseinheiten war ein großer Teil des Studiums) studiert und bereits Lehrerfahrung gehabt (2 Jahre) - ein Fach konnte abgeleitet werden - und wurde bei E9 Stufe 1 eingeordnet. Das bedeutet für mich bei 28h Vollzeit knapp 1550€ Netto... und ihr seit nicht mit A13 zu frieden... Bin Klassenlehrer und verdiene weniger als manche Verkäuferin.

      Ich liebe meine Arbeit, aber hätte auch gern die Probleme ob A13 Stufe 1 ...

      In Sachsen arbeiten manche Seiteneinstieger sogar für E8 das heißt nochmal 200€ knapp weniger...

      Seit mit dem zufrieden was ihr habt...

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Lehrer12345 ()

    • Naja zunächst mal geht es hier nicht um A13 sondern E13, was doch ein erheblicher Unterschied ist. Zum anderen kann ich Leute einfach nicht verstehen, die sich vom Arbeitgeber (egal ob Industrie oder öD) so ausnehmen lassen.

      Ich für meinen Teil besitze einen überdurchschnittlichen Abschluss in einem Fach, mit dem man sowohl in der Industrie sehr gut unterkommen kann (und deutlich mehr verdienen würde als in der Schule, was aber nicht oberste Priorität für mich hat), als auch an der Schule gefragt ist. Ich habe mich bewusst gegen die Wirtschaft und das daraus wahrscheinlich höher zu erwartende Gehalt entschieden und bin jeden Tag glücklicher mit meiner Entscheidung!

      Dennoch versuche ich für das zu "kämpfen", was mir (eventuell) zusteht. Verstehe mich bitte nicht falsch, aber was hast du denn gedacht was man mit einem Pädagogikstudium später machen kann?

      Ich garantiere dir: Würden hier Seiteneinsteiger mit E8 abgekanzelt werden, würde niemand in den Mangelfächern (das sind Mathe, Physik, Elektrotechnik...) den Seiteneinstieg machen, da Gehalt und Arbeitsaufwand in keinerlei Verhältnis stünden. (Das ist selbst bei E13/1 traurig was da für ein Stundenlohn rauskommt bei einer 60h Woche). Sicherlich kann man davon leben, aber für einen berufserfahrenden Akademiker mit dem fachlichen Background aus einem dieser Fächer ist dies doch weit unter Durchschnitt. Deshalb nochmal: Ich verlange lediglich, was mir meiner Meinung nach zusteht, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    • Lehrer12345 schrieb:

      Ihr habt Probleme die ich auch gern hätte.

      Arbeite seit 1 1/2 Jahr als Grundschullehrer (Seiteneinstieg) in Sachsen. Hab Master Pädagogik (Komplette didaktische Ausbildung inklusive Konzeption und Planung von Unterrichtseinheiten war ein großer Teil des Studiums) studiert und bereits Lehrerfahrung gehabt (2 Jahre) - ein Fach konnte abgeleitet werden - und wurde bei E9 Stufe 1 eingeordnet. Das bedeutet für mich bei 28h Vollzeit knapp 1550€ Netto... und ihr seit nicht mit A13 zu frieden... Bin Klassenlehrer und verdiene weniger als manche Verkäuferin.

      Ich liebe meine Arbeit, aber hätte auch gern die Probleme ob A13 Stufe 1 ...

      In Sachsen arbeiten manche Seiteneinstieger sogar für E8 das heißt nochmal 200€ knapp weniger...

      Seit mit dem zufrieden was ihr habt...
      Also, diese Antwort ist -sorry- echter Blödsinn: Anderen gehts noch schlechter, also sei zufrieden mit dem was Du hast? Was ist das denn für eine Einstellung. Hier sollen in Mangelfächern Leute in den Schuldienst gelockt werden, weil es nicht genug grundständige Lehramtler für diese Fächer gibt. Anscheinend meinen viele, dass sie ein Studium der Mathematik und Physik nicht schaffen und machen daher Deutsch und Geschichte, weil "man da ja nur ein bißl lesen muss". Gut, das muss ja auch jeder selber wissen.

      Aber sich nach einem vollständigen Universitäts-Studium mit E9-Stufe 1 beschäftigen zu lassen, ist ja schon echter Lohn-Dumping! Kein Wunder, dass der ÖD da so mies bezahlt, wenn es immer noch genug sind, die sich damit abspeisen lassen. Da kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Und dann auch noch anderen vorzuhalten, sie wären gierig, ist ja auch ein starkes Stück. Also...ne...mir fehlen die Worte.

      Niemals nie hätte ich meine unbefristete Stelle abgegeben, wenn ich nach einigen Jahren Berufserfahrung mit so einem Gehalt abgespeist worden wäre. Und da bin ich unter den Seiteneinsteigern wohl nicht die einzige. Bei solch miesen Löhnen werden natürlich nur Leute den Seiteneinstieg machen, die im "normalen" Berufsleben gescheitert sind. Nur scheitern die dann in der Regel auch an der Schule. Habe einige Beispiele kommen und gehen sehen. Soll das Modell Seiteneinstieg ein Erfolg sein/werden, müssen die Leute adäquat bezahlt werden und ihnen Raum und Zeit für zusätzliche Ausbildung gewährt werden. Nur so bekommt man vollwertige Kollegen, die bis zur Pensionierung durchhalten.
    • Ich kann hier nur für den Bereich Seiteneinstieg in der Grundschule sprechen. Alle Seiteneinsteiger in diesem Bereich bekommen E9 Stufe 1 - egal ob 1 Fach abgeleitet werden konnte oder nicht. Es gab die Entscheidung ja oder nein. Die einzige möglichkeit bei uns ist eine berufsbegleitend Qualifizierung anch 2 oder 3 Jahren Arbeit an der Schule. Nur wenn man dieses 2 Jahre Studium abschließt hat man die Chance E11, wie alle "normalen" Lehrer zu bekommen.

      Auch ich habe vorher das doppelte Verdient aber es war keine so dankbarer Aufgabe wie die Arbeit als "Lehrer ohne pädagoische Ausbildung". So ist das hier halt. Hop oder Top.

      Will man als Lehrer in Sachsen arbeiten muss man entweder auf was verzichten oder man lässt es.
    • Dann wäre meine Devise: Ich lasse es, sucht Euch einen anderen Dummen. Das grenzt an Ausbeutung. Gerade in der Grundschule, wo so viel Arbeit außerhalb der Unterrichtszeit anfällt!

      Meine Meinung hab ich dazu ja schon gesagt: Solche Gehälter ziehen (nicht nur! Ausnahmen bestätigen die Regel!) oft Lehrer an, die in der freien Wirtschaft oder eben im Berufsleben außerhalb der Schule nicht klar gekommen sind. Ein Scheitern ist bei diesen Personen vorprogrammiert.

      Aber über die Gehälter haben wir ja hier schon oft schwadroniert. Mir stieß nur Dein Posting auf, dass alle ab E10 doch gefälligst dankbar sein sollen, dass sie überhaupt die Chance bekommen haben. Das sehe ich nämlich anders: Die wollten mich haben, weil es einen Mangel gibt. Dafür hätte ich auch gern angemessenes Gehalt. Schließlich bin ich auch ein Risiko eingegangen, dass ich nach langen Jahren meinen guten Arbeitsplatz gegen den erstmal unsicheren in der Schule getauscht habe und immerhin 4 Jahre lang berufsbegleitend eine Weiterbildung gemacht habe. Darunter habe ich, mein Umfeld und meine Familie erheblich gelitten. Will das Land mir das Risiko nicht wenigstens ansatzweise bezahlen, dann bleibe ich lieber in meinem alten Beruf.