Was haltet Ihr von elternfinanzierten digitalen Endgeräten/BYOD ?

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    • Was haltet Ihr von elternfinanzierten digitalen Endgeräten/BYOD ?

      Wie steht Ihr zu BYOD? 30
      1.  
        Ich lehne das Konzept generell ab. (20) 67%
      2.  
        Alle Schüler sollen ein IPad anschaffen. (3) 10%
      3.  
        Alle Schüler sollen ein hochwertiges Android Tablet anschaffen. (0) 0%
      4.  
        Alle Schüler sollen ein billiges Android Tablet anschaffen. (0) 0%
      5.  
        Alle Schüler sollen irgend ein Notebook anschaffen (oder ein bereits vorhandenes verwenden), die Schüler / Eltern kümmern sich selbst um die Wartung. (0) 0%
      6.  
        Alle Schüler sollen ein genau festgelegtes Windows-Notebook anschaffen, die Schule kontrolliert die Installation und hilft bei der Wartung (2) 7%
      7.  
        Die Schüler sollen ein genau festgelegtes Linux-Notebook anschaffen, die Schule kontrolliert die Installation und hilft bei der Wartung. (0) 0%
      8.  
        Die Schüler sollen einfach ihr Handy nehmen. (2) 7%
      9.  
        Etwas anderes, Erläuterung im Forum. (3) 10%
      Liebes Forum,

      da das Thema einerseits durch die Presse ging, andererseits auch gerade wieder im Forum auftauchte (Faden: Was Lehrer aus eigener Tasche zahlen), eröffne ich hier eine Diskussion dazu und erstelle auch eine Umfrage.

      Ich war kürzlich auf einer Fortbildung von n21. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in Niedersachsen eine flächendeckende Ausstattung der Schüler mit elternfinanzierten digitalen Endgeräten kommen wird (wobei die Umsetzung, speziell an Schulen, die damit noch keine Erfahrung haben, mir völlig unklar ist). Dies wurde jedenfalls auf der Fortbildung so geäußert, es kann sich durchaus auch um eine Fehleinschätzung handeln.

      In Niedersachsen gibt es auch einen Erlass (derzeit in der Anhörung), der generell den Einsatz von Computern / Tablets im Abitur erlaubt (es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, im Detail ist das sehr kompliziert).

      Auch wird vermutlich der Computer (hiermit sind auch Tablets gemeint) zum Lehrmittel erklärt werden, was die rechtliche Situation völlig ändern wird. (Anmerkung: In Niedersachsen gibt es keine Lehrmittelfreiheit)

      Ich finde die öffentliche Diskussion zum Thema völlig undifferenziert (es werden Handys, Tablets und Computer in einen Topf geworfen, die Tatsache, dass es durchaus unterschiedliche Konzepte zu BYOD gibt, wird völlig negiert).

      Ich würde mich freuen, wenn es hier zu einer sachlich tiefen Diskussion käme.

      Also, hier die Frage in ausführlicher Form: Wie steht ihr dazu, dass Schüler einer Schule (flächendeckend ab einem bestimmten Jahrgang) mit elternfinanzierten digitalen Endgeräten ausgestattet werden? Bei positiver Grundhaltung: Welche Art von Endgeräten sollte es sein, und warum?

      Ich weiß nicht, ob das mit der Umfrage Sinn macht, mir ist klar, dass diese relativ undifferenziert ist (es fehlt bei den Tablets die Frage, ob mit MDM oder ohne, bei den Notebooks gibt es natürlich noch sehr viele Varianten bei der Preisgestaltung). Ich hoffe, das kann man durch entsprechende Forenbeiträge ergänzen.

      Ich bitte auch zu beachten, dass ich die Umfrage bewusst im Bereich Sek I / II / Berufsschule gepostet habe. Grundschullehrer können gerne abstimmen, ob sie das an der weiterführenden Schule für sinnvoll halten, aber bitte nicht für die Grundschule. Hier gelten m.E. völlig andere Voraussetzungen (meiner Meinung nach kann man auf der Grundschule auf Computereinsatz völlig verzichten, aber das soll hier bitte nicht das Thema sein).
    • Hallo,

      ich habe die letzte Option gewählt, da ich mir nicht sicher bin, ob ich die Frage richtig verstanden habe bzw. ob die Frage so richtig formuliert ist. BYOD bedeutet meines Wissens Bring Your Own Device, d.h. es geht bei dieser Form der "Realisierung" eben NICHT darum, flächendeckend extra für schulische Zwecke ein Gerät anzuschaffen sondern darum, dass die Schüler halt das Gerät (in der Regel ein Smartphone) mitbringen, das sie (zufällig) besitzen. Heißt konkret, dass im schlimmsten Fall jeder Schüler ein anderes Gerät hat, was wiederum verbunden sein kann mit unterschiedlichen Betriebssystemen (iOS, Android, Windows).

      Wir haben an unserer Schule zwei Tablet-Klassen mit iPads. Die Geräte wurden zentral von der Schule angeschafft und werden auch zentral über eine MDM-Lösung administriert und betreut. Weiterhin haben wir in jedem Raum ein Apple TV. Das ist mMn die optimale Lösung.

      Bei BYOD gibt es mehrere Probleme, die der Tatsache geschuldet sind, dass die Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen ausgestattet sind. So kann man nicht vernünftig arbeiten! Da kann man Alibi-mäßig ein bisschen Quizlet zocken und das war's. Kollaboratives Arbeiten an einem Pages-Dokument wird zumindest schwierig, wenn die eine Hälfte der Schüler ein Android-Handy hat... Und das sind nur zwei Beispiele. Ich kann mir zahlreiche Szenarien vorstellen, die schiefgehen, wenn nicht jeder die gleichen technischen Voraussetzungen zur Verfügung hat. Man denke allein an den Plattform-übergreifenden Dateiaustausch. *grusel*

      Zusammenfassend lehne ich BYOD daher strikt ab. Zentral ein bestimmtes, betreutes Gerät für eine gesamte Klasse anzuschaffen, halte ich hingegen für eine gute Idee.

      Lg,
      Mrs Pace
    • Ich bin an der Berufsschule und in der Erwachsenenbildung, wo wir auf verschiedenste finanzielle Situationen der Schüler treffen. Manche müssen sich/können sich gerade so über Wasser halten, mit Azubigehalt oder Bafög und Nebenjob etc. Bei den älteren Schülern habe ich auch welche, die tatsächlich kein Smartphone haben (nie eines angeschafft, oder kaputt gegangen und man hat mit einem "Notgerät" ersetzt). Hier "zahlt" nicht mehr nur das Elternhaus, und selbst wenn: auch da kann nicht unbedingt immer ein Gerät angeschafft werden weil es der Schule eben mal passt. Es gibt durchaus Familien da ist nicht mal ein Familiencomputer oder Laptop vorhanden!

      Ja, ich lasse an kleinen Stellen ab und zu die eigenen Smartphone einsetzen, wer keines hat darf mein Tablet leihweise benutzen (die sind alt genug um damit verantwortungsvoll umzugehen).

      Aber pflichtweise Anschaffung bestimmter Geräte (wie die Umfrage suggeriert) oder auch nur eines Smartphones lehne ich bei meinen Schülern generell ab.
    • Ich halte nichts davon.

      Ich habe mehrere Kinder, die dann parallel auch mehrere Tablets benötigen. Die einen in SEK1, die anderen in Sek2. Soll ich jetzt mir mehrere Tablets anschaffen?

      Darüberhinaus muss es Lehrbücher in einer Form geben, die über eine reine Digitalisierung hinaus geht.
      Ich habe aus Spass mal ein Lehrbuch in digitaler Form beschafft. Ich konnte es lediglich in einem speziellen Programm öffnen, die Aufgaben ließen sich digital gar nicht bearbeiten usw.

      Aber letztlich ist es hervorragend für jeden Investor. :cash:

      Und wenn eine SPD-Regierung BYOD durchsetzt ist es ein weiteres Beispiel dafür, dass sich diese Partei endgültig abschafft.
    • Bildung darf mMn nichts kosten. Entweder es gibt dieselben Tablets/Notebooks/was auch immer vom Staat oder eben gar keine.
      „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern!“ - Nelson Mandela
    • @MrsPace :

      Da habe ich offenbar einen Fehler gemacht:

      de.wikipedia.org/wiki/Bring_your_own_device

      Ich dachte, sobald die Eltern es bezahlen und es mithin den Eltern / dem Schüler gehört , könne man von BYOD sprechen (rein begrifflich finde ich auch immer noch, dass man das so sehen kann).

      Wie bei Wikipedia geschrieben, wird BYOD aber i.d.R. so verstanden, dass die Geräte eben nicht einheitlich sind.

      Im Detailtext habe ich es aber richtig formuliert, und ich bitte es, auch so zu lesen:

      Wie steht ihr dazu, dass Schüler einer Schule (flächendeckend ab einem bestimmten Jahrgang) mit elternfinanzierten digitalen Endgeräten ausgestattet werden? Bei positiver Grundhaltung: Welche Art von Endgeräten sollte es sein, und warum?
    • Ich bin dagegen, da ich immer wieder feststelle, dass manche meiner Schüler nicht einmal ein geeignetes Handy hätten - und das aus finanziellen Gründen. Nimmt man dazu, dass an unserer Schule manchmal 3 Kinder der gleichen Familie sind, hielte ich das für eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung der Familien. Und: für gezielten Unterricht mit Tablet/Smartphone will ich einheitliche Geräte, nicht "jeder bringt, was er/sie so hat, egal in welcher Version".
    • Naja, dank dieser Endgeräte und der Digitalisierung hätten die Schüler Zugriff auf soviel Wissen; aber es kommen vor allem nur die Sozialen Netzwerke vor. Man stelle sich vor, unsere Schüler würden Youtube für BWL und Mathe nutzen und nicht für Schminktipps

      Oder anders:
      Die üblichen Tagträumer haben zu Beginn der digitalen Revolution die massive Demokratisierung und Verbesserung des allgemeinen Bildungsniveaus verkündet.
      Heute herrscht Ernüchterung. Viele Menschen können Bullshit nicht von Fakten trennen; Idioten können hohe Ämter bekleiden und Fake News ist Tür und Tor geöffnet.

      Schulisch werden digitale Medien vor allem denjenigen helfen die auch analog eher die helleren Köpfe sind. Den Rest kann man mit dazugehöriger Unterhaltungssoftware "beschäftigen". Nicht unsonst schicken viele Programmierer bei den großen IT-Unternehmen ihre Kinder auf analoge Schulen.

      Ansonsten profitiert eine bestimmte Lehrergruppe davon, die jetzt kostenfrei ein Diensttablet erhält.
      Schulträger können Ausgaben durch BYOD reduzieren und zugleich die Wartung den Lehrkräften übertragen.
      Ach, Aktionäre profitieren davon.

      Wie war das mit der Kritik an der Ökonomisierung der Bildung liebe GEW?
    • BYOD klingt natürlich erst einmal wieder pädagogisch innovativ, aber ich sehe es wie die meisten User eher problematisch. Was ist, wenn Schüler X sich nur ein einfaches Modell und nicht das supercoole Modell 2018 deluxe leisten kann? Was ist, wenn Eltern aus pädagogischen (aber auch aus finanziellen) Gründen nicht bereit sind, ihrem Nachwuchs ein Modell zu kaufen? Und was ist, wenn Schüler X im Unterricht Probleme mit seinem Modell hat, aber kein anderer Schüler dasselbe Handy/Tablet/etc. hat und auch der Lehrer vorsichtig ausgedrückt nicht der richtige Ansprechpartner hierfür ist?
      An meiner Uni hatten irgendwelche Digitalisierungs-Spezialisten vor ein paar Jahren die "tolle" Idee, die Bewertung der Studienveranstaltungen zu digitalisieren, indem man nicht mehr einen Zettel, sondern einen Online-Fragebogen ausfüllt (während der Veranstaltung nach dem BYOD-Prinzip). Ich habe jetzt nicht gemerkt, dass sich dadurch die Lehre in irgendeiner Form verbesserte. Weiterhin schrieb ich bei "sonstige Kommentare" immer dazu, dass doch bitte zur physischen Form der Datenerhebung zurückgekehrt werden soll, wobei bisher keine Änderung im Datenerhebungsverhalten erfolgte. Generell frage ich mich an verschiedenen Stellen innerhalb des Uni-Betriebes, ob wirklich das fachliche Wissen erhoben und gemessen wird oder vielmehr das artsy-farty Drumherum, was für mich eher eine bedenkliche Entwicklung darstellen würde.
      Weiterhin muss ich feststellen, dass ein BYOD-berücksichtigender Unterricht explizite Unterrichtszeit hierfür benötigt und diese Zeit kann letzendlich nur von anderen Unterrichtseinheiten abgeknapst werden, weswegen ich mich Freakoid nur anschließen würde: Darunter können nur die Basiskompetenzen leiden, was ich als eine sehr problematische Schwerpunktsetzung empfinden würde. Generell finde ich es befremdlich, wenn Tablet und co. auch noch in der Schule Einzug finden würden. Kinder und Jugendliche verbringen eh bereits zu viel Zeit mit den digitalen Medien und jetzt sollen sie auch noch in der Schule als einem der wenigen Erholungsorte von ihnen damit konfrontiert sein? Warum gibt es keine Lobby, die mehr internetfreie Zeit für Kinder fordert wie es bei Veganern, Zuckerkonsum oder Plastikverbrauch aktuell der Fall ist? Wenn das Elternhaus schon nicht dafür sorgt, dass die Kinder ausreichend Zeit draußen verbringen und einfach Kinder sein dürfen, wie soll sich daran etwas ändern, wenn selbst die Schule nachzieht? Bisher schumzelt man ja eher über Bilder wie dieses.
      Ich finde es weiterhin auch fragwürdig, wenn gefühlt jedes Kind aus dem Brennpunkt digitale Endgeräte verfügt, es aber ansonsten teilweise an dem Notwendigsten mangelt. Wenn mich eine Mutter fragen würde, ich würde ihr raten, im Zweifel lieber in ein schönes Kinderbuch zu investieren und mit dem Kind gemeinsam darin zu lesen, als das neueste Tablet anzuschaffen.
    • Bin mal gespannt, wie viele fähige(!) hauptamtliche IT-Admistratoren sich für die Arbeit in den Schulen zu den Tarifen des öffentlichen Dienstes bereiterklären, die jede Schule zwingend brauchen wird, um den Gerätezoo von hunderten bis über tausend Schüler in Schach zu halten, so dass das Netzwerk nicht schon nach einem Tag unbenutzbar wird...

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • Und wie immer muss man an der Stelle fragen: Bringt es den Kindern (und nicht nur dem guten Gewissen der Politiker) etwas? Erhöht es ihr Bildungsniveau? Mehr als wenn jedes Kind doch tatsächlich auf einem Stuhl und an einem Tisch sitzen würde? Und nein, das ist je nach Schule leider nicht selbstverständlich...
    • BYOD ist sicher ein Thema, welches uns Lehrkräfte zwangsläufig beschäftigen wird. Politisch wird (aus Kostengründen) die Entscheidung gefällt, dass Schüler ihre persönlichen Geräte mitbringen und hierfür auch keine Vorgaben gemacht werden.

      Ich persönlich lehne das Konzept gänzlich ab - es fehlt an strukturellen und thematischen Vorbereitungen an allen Ecken und Kanten. Sowohl die benötigten Mitarbeiter und die benötigte IT-Ausstattung (siehe Beitrag Nr. 12 von Mikael), als auch die klare inhaltliche Verankerung der "digitalen Kompetenzen" in den curricularen Vorgaben fehlen völlig.

      Offen bleiben daher die Fragen:

      1. Wer kümmert sich um technische Probleme?
      2. Welche didaktischen Zielsetzungen sollen mit den digitalen Geräten erreicht werden? - Schulbücher auf dem Tablet zu öffnen (statt das Buch in Papierform zu nutzen) ist nun keine Kompetenz, die eine Studierfähigkeit oder Ausbildungsreife fördert.

      Und vermutlich werden diese offenen Fragestellungen nicht im Vorfeld geklärt - die Lehrkraft vor Ort wird schon eine Lösung finden.
    • xwaldemarx schrieb:

      Bildung darf mMn nichts kosten.
      Arbeitsmaterialien kosten aber nun mal. Sei es ein Bleistift, ein Heft oder eben ein Laptop. Es geht bei BYOD und Digitalisierung im Unterricht vor allem darum, den SuS beizubringen, dass ein Laptop ein Arbeitsgerät ist. Ich arbeite digital, die Mehrheit meiner Kollegen arbeitet digital (zumindest bei der Unterrichtsvorbereitung), in der Industrie arbeitet jeder digital. Spätestens in der Oberstufe sollten unsere SuS auch lernen so zu arbeiten. Aber ja, ich sehe das Problem bei euch - kein Geld für eine vernünftige Durchführung solcher Projekte. Alles andere schrieb ich bereits mal in einem anderen Thread, ich habe gerade keine Lust alles zu wiederholen. Ich berichte dann einfach ab August, wie es bei uns läuft.


      Lehramtsstudent schrieb:

      An meiner Uni hatten irgendwelche Digitalisierungs-Spezialisten vor ein paar Jahren die "tolle" Idee, die Bewertung der Studienveranstaltungen zu digitalisieren, indem man nicht mehr einen Zettel, sondern einen Online-Fragebogen ausfüllt (während der Veranstaltung nach dem BYOD-Prinzip). Ich habe jetzt nicht gemerkt, dass sich dadurch die Lehre in irgendeiner Form verbesserte.
      Jesses nei ... wirklich keine Ahnung, warum an dieser Stelle Digitalisierung natürlich absolut sinnvoll ist? Stell Dir vor, da hatte jemand wohl keine Lust mehr, den ganzen Zettelkram mit nach Hause zu schleppen und alles von Hand in irgendein Excel-Sheet zu hacken um die Ergebnisse auszuwerten.
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      Früher war mehr Lametta!