Religion Theodizee

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    • Religion Theodizee

      Hallo liebe Forengemeinde,
      ich stehe kurz vor meinem letzten UB und muss das Thema Theodizee machen. Bzw. Leid. Der Besuch muss sitzen und ich habe mittlerweile echt das Gefühl, ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich habe eine Lernsituation, in der sich 2 Jugendlich darüber unterhalten, dass Gott nicht gut und allmächtig sein kann. Die Schüler versetzen sich in die Perspektive von einem Jugendlichen, welcher sich seinen Glauben an einen guten und allmächtigen Gott aber nicht nehmen lassen will.
      Dazu gibt es gibt es Lernjournal/Lerntagebuch welches zu jedem Erklräungsversuch ausgefüllt werden soll.
      Jetzt habe ich auf Reihenebene überlegt, dass wir mit Hiob beginnen. Dann besprechen wir Leibniz. Und vor dem UB sollen die Schüler einen kurzen Vortrag zu den Theorien:
      Göttliche und menschliche Güte
      Leid als notwendiger Kontrast
      Privationslehre
      Ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits

      ausarbeiten. Die Texte sind dabei eine halbe Seite lang. Ich kann das Material gerne mal hochladen. Ich finde es verständlich, aber nicht perfekt.
      Im Besuch selber findet ein Rundgang statt und die Schüler sollen sich die Erklärungsversuche anhören, bzw. eine auch erklären. Während die Schüler zuhören, sollen sie sich Notizen machen. Dann sollen die Schüler wieder in ihre Gruppen (in welchen sie vorher die Vorträge gebastelt haben) gehen und darüber reden, welche Erklärung ist hier am realistischen? Oder gibt es keine, die wirklich gut ist? Es gibt ja keine Theorie, die allen Widersprüchen stand hält.

      Das Lernjournal sollen die Schüler dann zu Hause um die Notizen die gemacht wurden ergänzen.

      Diese 4 Punkte hängen dabei durchgehend an Wand und die Erklärungen sollen diese Punkte mit einbeziehen.

      Vielleicht habt ihr die eine oder andere Anmerkung dazu. Würde mich sehr freuen...
      Beste Grüße
    • Ich bin jetzt kein Relilehrer und kann deshalb inhaltlich nichts beitragen.
      Deshalb nur ein paar allgemeine Anmerkungen:

      - Welche Klassenstufe ist es? Sind sie im Lesen so fit, dass sie den Text problemlos schaffen? (Was ist denn BL?)

      - Verstehe ich den Ablauf richtig?
      1. Die Schüler lesen einen Text und sollen in Gruppen einen Vortrag erarbeiten
      2. Die Schüler erklären den Text den Mitschülern und präsentieren dabei ein vorher gebasteltes Plakat
      3. Die Schüler machen sich während des Vortrags Notizen
      4. Die Schüler diskutieren in Gruppen über die Vorträge
      5. Die Schüler vervollständigen ihre Notizen Zuhause
      Das empfinde ich etwas viel für 45 Minuten, hängt natürlich aber von der Klasse ab.

      - Was mir fehlt ist ein gemeinsamer Start und ein gemeinsames Ende. Welches Ziel soll denn die Diskussion am Ende haben? Kann man das nicht gemeinsam noch verbildlichen? Auch das Beenden Zuhause wäre bei uns nicht gut gekommen.

      - Du sagst ja die 4 Punkte hängen an der Wand, kann man da nicht am Ende eine gemeinsame Zusammenfassung machen - wie gesagt ich kenne mich mit dem Thema nicht aus aber z.B. abstimmen welche Theorie man am ehesten unterstützt.

      - Wie greifst du die Geschichte mit den zwei Jugendlichen am Schluss wieder auf?
    • Hi Milk&Sugar,
      vielen Dank erst einmal für diene Antwort.

      Bei der Klassenstufe handelt es sich um eine 12. Klasse im technischen Gymnasium in NRW. Die sind recht fit. Ja.

      1. Die Schüler lesen einen Text und sollen in Gruppen einen Vortrag erarbeiten
      2. Die Schüler erklären den Text den Mitschülern und präsentieren dabei ein vorher gebasteltes Plakat
      3. Die Schüler machen sich während des Vortrags Notizen
      ---- Genau. Das ganze dann als Rundgang. Im nächsten Schritt:
      4. Die Schüler diskutieren in Gruppen über die Vorträge
      und dann:
      5. Die Schüler vervollständigen ihre Notizen Zuhause
      "Das empfinde ich etwas viel für 45 Minuten, hängt natürlich aber von der Klasse ab." das sind 4 Vorträge a 5 Minuten. Die Vorträge werden in der Stunde davor vorbereitet. Da bleiben mit Einstieg noch 20 Minuten


      "Was mir fehlt ist ein gemeinsamer Start und ein gemeinsames Ende. Welches Ziel soll denn die Diskussion am Ende haben? Kann man das nicht gemeinsam noch verbildlichen? "
      Der STart und das Ende funktioniert über die Lernsituation. Die Jugendlichen sollen sich ja in die Perspektive des Jugendlichen aus der Lernsituation hinneinverstezen und für ihn argumentieren, ob eine Theorie realistisch erscheint. Kurzer Auszug:
      Markus sagt daraufhin: „Das ist auf jeden Fall der Beweis, dass Gott nicht gut und gleichzeitig allmächtig sein kann!“
      Simon: „Was jetzt genau?“
      Markus: „Dass es so viel Leid auf diesem Planeten gibt...“
      Simon: „Hmm… weiß nicht. Es tut mir gut, wenn ich daran denke, dass ich von Gott begleitet und beschützt werde. Auch wenn ich jetzt nicht regelmäßig in die Kirche gehe, oder so.“
      Markus: „Das was ich gerade gesagt habe ist doch wohl ein Beweis. Oder findest du da ein Gegenargument?“
      Simon: „Ja, ich weiß nicht. Ich kann da jetzt nicht direkt was zu sagen, weil ich darüber noch nicht nachgedacht habe. Ich möchte mir meinen jetzigen Glauben aber nicht nehmen lassen.“

      - Wie greifst du die Geschichte mit den zwei Jugendlichen am Schluss wieder auf?: Die Schüler argumentieren aus der Perspektive von Simon. Damit beginnt die Stunde und damit endet die Stunde.

      - Du sagst ja die 4 Punkte hängen an der Wand, kann man da nicht am Ende eine gemeinsame Zusammenfassung machen - wie gesagt ich kenne mich mit dem Thema nicht aus aber z.B. abstimmen welche Theorie man am ehesten unterstützt. Die Zusammenfassung ist ja dann das Lernjournal in welchem für jede Theorie eine Seite vorhanden ist, wo die Theorie erläutert wird, aber auch die Kritik und die eigene Bewertung.

      Auch das Beenden Zuhause wäre bei uns nicht gut gekommen. Hier sehe ich das Problem, dass wenn die Schüler das Lernjournal während des Vortrages ordentlich ausfüllen, viel zu lange brauchen, um das in eine saubere Form zu bringen. Notizen beim Mitschreiben sind da noch etwas anderes

      LG
    • Ich bin vom Fach und empfinde das ganze als machbar, sofern die Vorträge tatsächlich im der Stunde vorher "stehen". Für mein Empfinden fehlt mir ein wenig die "handfeste kompetenzorientierung". Was ist das Ziel der Stunde? Nur "die sus kennen hinterher Erklärungsansätze" finde ich etwas dünn, auch wenn (bzw vor allem weil) das Thema unendlich komplex ist. Die sus sollten irgendwas mit den Erklärungen machen hinterher, was sich schon aus deiner lernsituation ergibt. Ich weiß, das ist gerade in Reli wahnsinnig schwierig, vor allem weil es hierbei um viele nicht direkt überprüfbare Kompetenzen geht. Ich finde man fährt meistens gut damit, am Ende eine kreative Anwendung einzubauen, weil man damit auch ästhetische kompetenzen abdeckt. Spontan fällt mir dazu grade leider nichts passendes ein. Ich würde vllt darüber nachdenken, ob das verfassen einer Antwort auf eine Fragestellung der lernsituation passend wäre. So nach dem Motto "wir würdest du antworten?". Was auch häufig ganz passend ist, ist das verfassen eines Elfchens. Sofern sich die Lerngruppe dafür eignet. Ein "Männerclub" ist da möglicherweise nicht so offen für.
    • Hi Hannelotti,
      vielen Dank für deine Antwort. Der Rundgang ist ja in der Informationsphase angeordnet. Daraufhin erfolgt noch eine Verarbeitungsphase. Die Schüler sollen, vor allem in Relation zu den bisher gehörten Theorien, sich überlegen, wie realistisch sind diese in meinen Augen. In den Vorträgen sollen ja auch die Gegenargumente Beachtung finden. Und dann tauschen die Schüler mit einer Meldekette aus. Am Ende, also in der Stunde, in der das Handlungsprodukt entsteht, sollen die SuS ein Statement aus der Sicht von Simon, welche Theorie sie anführen möchten, die das ganze im Ansatz erklären könnte, schreiben. Das ist ja das was du meint, mit dem, dass die SuS noch etwas damit machen sollen.

      Im Sinne der Kompetenzorientierung soll die geförderte Fachkompetenz dazu führen, dass die SuS in ihrem Glauben (oder nicht Glauben) gefestigt werden. Sprich, dass sie selber entscheiden, ob die Theodizeefrage dazu führt, dass sie nicht mehr an den allmächtigen und gütigen Gott glauben. Sprich, die Urteils und Entscheidungskompetenz steht am Ende im Mittelpunkt. Ich habe dazu mal einen Text hochgeladen, dass man sich die Komplexität besser vorstellen kann. Ein Elfchen ist leider etwas, mit dem ich persönlich so nichts wirklich anfangen kann bzw. da nicht hinter stehe.

      und ja, das Thema ist schwierig. Und das ist mein letzter Besuch und der muss was werden, nachdem der letzte in de Hose gegangen ist. Das setzt mich leider jetzt schon extrem unter Druck. Und der Besuch ist erst am 13.12.

      Finde ich sehr nett, dass sich hier Menschen meinem Problem annehmen.

      Viele Grüße
      Dateien
    • Ich empfinde das Ende immer noch etwas "lahm" - tut mir leid aber mir fällt gerade kein anderes Wort ein.

      Ich stelle mir vor, dass dann alle Schüler über ihr Heft gebeugt sind und irgendwann klingelt es und alle gehen. Da würde ich mir als Prüfer etwas gelangweilt vorkommen.
      Gibt es nicht die Möglichkeit, dass z.B. Simons Sicht als Rollenspiel oder irgendwelche anderen Aktivitäten eingebaut werden?

      Sorry wenn ich da so drauf rum reite aber uns hat man immer gesagt, die Stunde muss am besten mit einem "Wow" enden, weil das den Prüfern in Erinnerung bleibt.
    • Milk&Sugar schrieb:

      Ich empfinde das Ende immer noch etwas "lahm" - tut mir leid aber mir fällt gerade kein anderes Wort ein.

      Ich stelle mir vor, dass dann alle Schüler über ihr Heft gebeugt sind und irgendwann klingelt es und alle gehen. Da würde ich mir als Prüfer etwas gelangweilt vorkommen.
      Gibt es nicht die Möglichkeit, dass z.B. Simons Sicht als Rollenspiel oder irgendwelche anderen Aktivitäten eingebaut werden?

      Sorry wenn ich da so drauf rum reite aber uns hat man immer gesagt, die Stunde muss am besten mit einem "Wow" enden, weil das den Prüfern in Erinnerung bleibt.
      Hi, ich habe gerade noch einmal mit meinem Ausbildungslehrer diskutiert.
      also am Ende steht nach dem Verarbeiten noch eine Diskussion an. Die gehen in ihre Stammgruppen zurück. Überlegen sich, was ist das beste Modell. Gar kein Modell und die Meinung , Gott gibt es nicht, ist natürlich auch legitim. Und dann am Ende sollen die als Gruppe eine Theorie begründet vorstellen. Die Stunde endet bei uns immer in der Auswerten Phase...
    • PaddyB schrieb:

      Milk&Sugar schrieb:

      Ich empfinde das Ende immer noch etwas "lahm" - tut mir leid aber mir fällt gerade kein anderes Wort ein.

      Ich stelle mir vor, dass dann alle Schüler über ihr Heft gebeugt sind und irgendwann klingelt es und alle gehen. Da würde ich mir als Prüfer etwas gelangweilt vorkommen.
      Gibt es nicht die Möglichkeit, dass z.B. Simons Sicht als Rollenspiel oder irgendwelche anderen Aktivitäten eingebaut werden?

      Sorry wenn ich da so drauf rum reite aber uns hat man immer gesagt, die Stunde muss am besten mit einem "Wow" enden, weil das den Prüfern in Erinnerung bleibt.
      Hi, ich habe gerade noch einmal mit meinem Ausbildungslehrer diskutiert.also am Ende steht nach dem Verarbeiten noch eine Diskussion an. Die gehen in ihre Stammgruppen zurück. Überlegen sich, was ist das beste Modell. Gar kein Modell und die Meinung , Gott gibt es nicht, ist natürlich auch legitim. Und dann am Ende sollen die als Gruppe eine Theorie begründet vorstellen. Die Stunde endet bei uns immer in der Auswerten Phase...
      Verstehe ich das richtig, dass man sich in der Gruppe auf eine Theorie einigen soll, welche die "beste" ist? Falls ja, finde ich das irgendwie schwierig.
      Ich hätte bedenken, dass dabei "Plattitüden" herauskommen. So nach dem Motto "ist ja schön und gut mit den Theorien, aber die sind ja eh alle doof weil Gott gibts ja gar nicht"... Aber ich kenne ja die Lerngruppe nicht.
      Mir fehlt bei dem Ganzen auch bisschen das "wow". Theorie erarbeiten, theorie präsentieren, beste Theorie aussuchen, evaluieren ist mir persönlich vom Ablauf her bisschen langweilig. Da fehlt mir persönlich das performative. Aber das ist ja auch nicht jedermanns Sache.
    • Ich jetzt schon länger über deine Aussage nach. Hättest du denn vielleicht eine Idee für ein "WOW".

      Ich gluabe schon, dass die begründen können, wieso es sinnig ist, dass es Kontraste und dementsprechend Leid gibt. AHR 12. Klasse. Und die Lerngruppe arbeitet wirklich hervorragend
    • PaddyB schrieb:

      Ich jetzt schon länger über deine Aussage nach. Hättest du denn vielleicht eine Idee für ein "WOW".
      Das ergibt sich daraus, was du den SchülerInnen vermitteln willst. Was willst du ihnen eigentlich vermitteln? Bisher lese ich, soweit ich deine Ausführungen verstehe, "ich muss jetzt einen tollen UB schaffen" und "ich mache jetzt mal dies und das, richtig toll ist das irgendwie nicht". Was fasziniert dich selbst an dieser Thematik?


      PaddyB schrieb:

      ... Ich habe eine Lernsituation, in der sich 2 Jugendlich darüber unterhalten, dass Gott nicht gut und allmächtig sein kann. Die Schüler versetzen sich in die Perspektive von einem Jugendlichen, welcher sich seinen Glauben an einen guten und allmächtigen Gott aber nicht nehmen lassen will.
      Damit gehts m.E. schon los. Ich würde mir (schon gar nicht in dieser Klassenstufe) zwei Jugendliche ausdenken, die irgendwas sagen. Ich denke, die SchülerInnen haben selbst genug Erfahrung mit Leid und sich derlei Fragen auch schon vorher gestellt.

      PaddyB schrieb:

      ... und darüber reden, welche Erklärung ist hier am realistischen? Oder gibt es keine, die wirklich gut ist? Es gibt ja keine Theorie, die allen Widersprüchen stand hält.
      Ist "realistisch" und "gut" wirklich das, worum es hier geht? Ich sehe immer noch nicht klar, was passieren soll in der Stunde. Sie lesen und erarbeiten sich verschiedene Theorien. Und dann? Wo kommen sie ernsthaft in Diskussion miteinander und wer begleitet sie dabei? Wo bleiben die SchülerInnen mit ihren Erfahrungen und mit ihren Gedankengängen die auch erst mal ihre Zeit brauchen? Wer führt das Ganze wieder zusammen? Welchen Gewinn nehmen die Leute aus der Stunde mit? Vielleicht verstehe ich es auch falsch, ich bin kein Relilehrer. Für mich liest es sich so, als ob sie das Ganze auch zu Hause alleine machen könnten.

      Ach und, wenns um den Umgang mit Leid geht, gibts hier ganz praktische Handlungsanweisungen :)
      phathue.de/buddhismus/die-grun…/der-edle-achtfache-pfad/
    • Mich fasziniert diese Unlösbarkeit. Es gibt keine Begründung, wo man sagt.... Ja, das ist es. Ich empfinde die Erklärung, dass es Kontraste geben muss selber recht realistisch. Ohne gibt es nichts schönes. das Schöne ist nichts wert, wenn es nicht auch das schlechte gibt. Erst durch den Kontrast erhält das göttliche Schöne seinen Wert

      Krabappel schrieb:

      Damit gehts m.E. schon los. Ich würde mir (schon gar nicht in dieser Klassenstufe) zwei Jugendliche ausdenken, die irgendwas sagen. Ich denke, die SchülerInnen haben selbst genug Erfahrung mit Leid und sich derlei Fragen auch schon vorher gestellt
      Wir arbeiten fast nur mit Lernsituationen bei uns. Ja, der Einwand, dass die SuS da eigene Leidvorstellungen mitbringen, kann ich nachvollziehen.... Aber da müsste ich ja alles umschmeissen... Ich halte mich vom Stil her schon an das was meine Ausbdilungslehrer auch machen. Mir ist auch nicht wirklich klar, wie ich da jetzt eigen Erfahrungen reinbringen kann.

      Ich bin mit dem edlen achtfachen Pfad durchaus vertaut. Aber ich bin verpflichtet aus der katholischen Perspektive zu unterrichten :)
    • PaddyB schrieb:

      Mich fasziniert diese Unlösbarkeit. Es gibt keine Begründung, wo man sagt.... Ja, das ist es. Ich empfinde die Erklärung, dass es Kontraste geben muss selber recht realistisch.
      Ich sehe am Theodizee-Problem nichts faszinierendes. Es ist einfach nur ein logisches Paradoxon, das sich in ein Nichts auflöst, wenn man Occams Rasiermesser ansetzt, die Prämisse der allmächtigen, allgütigen Gottheit verwirft und akzeptiert, dass dieses Konzept mit der Realität nicht vereinbar ist. In der Theologiegeschichte ist es deshalb seit Jahrhunderten ein durchgehendes Reizthema, weil dieser Sachverhalt einerseits auch ohne tiefere philosophische intuitiv Bildung offensichtlich und gedanklich nachvollziehbar ist. Die Theologie muss andererseits aber eine Antwort finden, denn die Unlösbarkeit des Problems ist in sich eine sehr starke und schwer angreifbare Gotteswiderlegung.

      Die Theologie hat aber keine (echte) Antwort gefunden - "credo quia absurdum" ist eine argumentative Kapitulation - und wird das auch nicht. Logische Paradoxa lassen sich nicht gedanklich auflösen, das liegt in der Natur der Sache. Man sollte eigentlich die passenden gedanklichen Konsequenzen daraus ziehen...

      Ohne gibt es nichts schönes. das Schöne ist nichts wert, wenn es nicht auch das schlechte gibt. Erst durch den Kontrast erhält das göttliche Schöne seinen Wert.
      Mit Verlaub, das ist Unfug. Das Schlechte ist schlecht, das Gute gut, das Schöne schön, gleichgültig, ob es eine Gottheit gibt oder nicht. Man benötigt weder metaphysische Konzepte um Ethik oder Asthetik zu erklären und zu verstehen noch um gut zu handeln oder Schönes zu erkennen. Abgesehen davon empfinde ich diese Aussage als anmaßend, weil du damit implizit aussagt, dass im Atheismus weder "wahres" gutes Handeln noch "wahre" Schönheit möglich sind.

      Ich bin mit dem edlen achtfachen Pfad durchaus vertaut. Aber ich bin verpflichtet aus der katholischen Perspektive zu unterrichten :)
      Soviel zur oft postulierten "Neutralität" des Religionsunterrichts.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • PaddyB schrieb:

      ...Das ist ja das was du meint, mit dem, dass die SuS noch etwas damit machen sollen.


      ...Ein Elfchen ist leider etwas, mit dem ich persönlich so nichts wirklich anfangen kann bzw. da nicht hinter stehe.

      PaddyB schrieb:

      ... Die Stunde endet bei uns immer in der Auswerten Phase...

      PaddyB schrieb:

      ...Ich halte mich vom Stil her schon an das was meine Ausbdilungslehrer auch machen. Mir ist auch nicht wirklich klar, wie ich da jetzt eigen Erfahrungen reinbringen kann.
      Dann lass die Stunde so, wie sie ist?

      Oder du erzählst, warum die letzte Stunde nicht lief. Im Moment stochern alle im Nebel und du hast Panik, irgendwas anderes zu machen, als das was die Ausbilder vermeintlich sehen wollen. Offenbar hat das aber auch nicht sonderlich gut funktioniert.
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Ich sehe am Theodizee-Problem nichts faszinierendes. Es ist einfach nur ein logisches Paradoxon, das sich in ein Nichts auflöst, wenn man Occams Rasiermesser ansetzt, die Prämisse der allmächtigen, allgütigen Gottheit verwirft und akzeptiert, dass dieses Konzept mit der Realität nicht vereinbar ist.
      Mir ist auch nicht klar, wie am Ende "die realistischste Erklärung" rauskommen soll.

      Nur: wie daraus eine Relistunde basteln?
    • Krabappel schrieb:

      Nur: wie daraus eine Relistunde basteln?

      Das ist eine gute Frage - wie behandelt man ein Gedankengebäude, dass sich der kritischen Rationalität verweigert, in einem Unterricht, der in unserer Gesellschaft auf den Prinzipien der kritischen Rationalität, des Pluralismus und der individuellen Freiheit aufbaut?

      Der Religionsunterricht muss ja eigentlich keine abschließende Antwort auf das Problem geben (außer die Kirche schreibt das explizit vor, dann ist der Religionslehrer offensichtlich festgelegt.) Man könnte den Sachverhalt ideengeschichtlich ohne Wertung als das drängende theologische Problem unterrichten, der er zweifellos ist: welche Antworten gab zu unterschiedlichen Zeiten auf eine immer wiederkehrende Frage? Wobei natürlich aus kritisch rationaler Sicht notwendig ist, dass auch kritisch rationale Antworten behandelt werden. Darauf können die Lerner ohne weiteres eine eigene Position aufbauen - womit der Lebensbezug und wichtige pädagogische Ziele angesteuert werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • Meerschwein Nele schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Nur: wie daraus eine Relistunde basteln?
      Das ist eine gute Frage - wie behandelt man ein Gedankengebäude, dass sich der kritischen Rationalität verweigert, in einem Unterricht, der in unserer Gesellschaft auf den Prinzipien der kritischen Rationalität, des Pluralismus und der individuellen Freiheit aufbaut?

      Der Religionsunterricht muss ja eigentlich keine abschließende Antwort auf das Problem geben (außer die Kirche schreibt das explizit vor, dann ist der Religionslehrer offensichtlich festgelegt.) Man könnte den Sachverhalt ideengeschichtlich ohne Wertung als das drängende theologische Problem unterrichten, der er zweifellos ist: welche Antworten gab zu unterschiedlichen Zeiten auf eine immer wiederkehrende Frage? Wobei natürlich aus kritisch rationaler Sicht notwendig ist, dass auch kritisch rationale Antworten behandelt werden. Darauf können die Lerner ohne weiteres eine eigene Position aufbauen - womit der Lebensbezug und wichtige pädagogische Ziele angesteuert werden.
      Das hatte ich auch beim lesen des Vorhabens im Hinterkopf. Das geben einer abschließenden Antwort steht außer Frage und das nebeneinanderstellen verschiedener Theorien ist dröge und von wenig Relevanz. Relevant wird das ganze im Grunde erst durch eine Art Performanz - wie können solche "Gedankengebäude" einen "Nutzen" in der erfahrungswelt der SuS entfalten, wie können Sie in existenziellen Fragen zur Antwortfindung dienen? Deswegen mein Einwurf der Lernsituation - die Fragen könnten lauten "was gibt Halt im Leben? Was trägt? Welche Hoffnung ist für mich tragfähig?". Diese Fragen stellt sich jeder irgendwann irgendwie und in diesem Kontext kann ergebnisoffen die Theodizee Thematik aufgegriffen werden. Nicht um zu sagen "So und so ist es", sonderm als Grundlage zur Beschäftigung mit existenziellen Fragen und einem nachdenken über den eigenen Standpunkt zum Thema Leiderfahrung.
      Wenn ich dir dazu einen Literaturtipp geben darf: Lies Moltmann, "Wer ist Christus für uns heute". Dort geht es ua um die Frage nach dem MITleidenden Gott, der die gleichen Leiden wie wir Menschen gefühlt hat. Eine bewegende und interessante Frage an die sus wäre, was es mit ihnen macht, wenn sie wissen, dass da jemand ist, der ihre Leiden kennt und selbst gefühlt hat und MITleidet. Das besitzt Alltagsrelevanz und kann vollkommen ergebnisoffen gestaltet werden, so dass zwar zum einen die Perspektive der RU gewahrt bleibt, zum anderen aber kein "friss oder stirb" am ende steht, so nach dem Motto: "Hier sind die Theorien, sucht das richtige aus".
    • Ich danke euch vielmals! Ich habe die Reihe so weit erst einmal stehen. Ich brauchte letzte Woche allerdings etwas Abstand, weil ich keine Ideen mehr hatte und ich einfach nicht mehr weitergekommen bin, bzw mich die Situation so unter Druck gesetzt hat, dass das nicht mehr gut war. Und morgen habe ich noch den letzten Besuch in Informatik. Da bin ich aber ganz zuversichtlich.
      Ich weiß eure Bemühungen total zu schätzen!
      "Wer ist Christus für uns heute" werde ich mir gleich mal ausleihen.
      Die Schüler sollen eigene Leiderlerbnisse aufschreiben und clustern und die Fragen ("was gibt Halt im Leben? Was trägt? Welche Hoffnung ist für mich tragfähig?") aufgrund dieser Thematik stellen. Wenn ich morgen durch bin, werde ich das im Detail einmal beschreiben. Performanz bzw. Partizipation ist da sicherlich das Stichwort was mir etwas gefehlt hat.

      Liebe Grüße