Lehramt berufsbildende Schulen- Deutsch oder Englisch als Zweitfach?

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    • Lehramt berufsbildende Schulen- Deutsch oder Englisch als Zweitfach?

      Ihr Lieben,

      ich stehe vor der Entscheidung ob ich Deutsch oder Englisch für die Berufsschule als Zweitfach wähle.

      Das Erstfach ist schon klar. Das lässt sich aus meinem Masterstudium Pflegemanagement ableiten, aber ich bin mir beim Zweitfach unsicher.

      Aus dieser Unsicherheit heraus habe ich mich für beide Fächer beworben und für beide als Zweitfach Zusagen erhalten.

      Nun muss ich mich entscheiden.

      In Deutsch hatte ich im Abitur einen Zweierschnitt. In Englisch eine drei im Leistungskurs. Dennoch hat es im Erststudium für den C1 Kurs gereicht, den wir belegen mussten.

      Bei der Sichtung der gesuchten Einstellungsfächer beim Schulamt liegt aktuell Deutsch ganz vorn.
      Englisch kommt erst danach.

      Das sind die Einstellungsfächer im Jahr 2019. Aber was ist in 2 Jahren? Das weiß man ja nicht.

      Könnt ihr mir einen Rat geben?

      In der Schule hatte ich kein Latein.
    • Hallo!

      Ich würde an deiner Stelle mal in die Curricula für beide Fächer schauen und überlegen, welche Inhalte du lieber unterrichten würdest. Bei Englisch musst du bedenken, dass du nach dem Studium in der Lage sein solltest, flüssig und auch spontan die Sprache zu sprechen. Wenn du häufig nachdenken musst, was dieses oder jenes Wort auf Englisch heißt oder du unsicher bist, welche grammatische Form in jenem Fall sinnvoll ist, kann das schwierig sein. Ich würde dir darüber hinaus empfehlen, dich einfach mal in eine Fachdidaktikeinführungsveranstaltung zu setzen, um dich schon einmal mit den Grundlagen beider Fächer vertraut zu machen.

      Mit freundlichen Grüßen
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.
    • Sehr subjektiver Rat und ohne Gewähr:

      Mach Englisch!

      Ich vermute, dass Deine Pflege-SuS teilweise besser Englisch als Deutsch können. Daher lieber viel Spaß im berufsbezogenen Fremd(!)sprachenunterricht, als eine Qual in einem vermeintlichen Muttersprach- bzw. Deutschunterricht, dem die SuS nicht ansatzweise gewachsen sind.
    • @MrsPace: Bei euch wird im Englischunterricht keine Literatur behandelt? Und ob im Englischunterricht das Schriftbild soviel besser ist... Ich glaube, da wird auch viel Gruseliges fabriziert.

      Latein und Auslandssemester ist sehr von der jeweiligen Uni abhängig... An meiner war beides nicht nötig.
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    • In E musst du bedenken, dass ggf. auch Lektüren gelesen werden und dass SuS viele Grammatik-/ Rechtschreibfehler machen. Muss man in NDS an berufsbildenen Schulen auch beim Schüleraustausch mitfahren?


      Ich kann jetzt nur für NRW sprechen: Dort werden für berufsbildene Schulen oft Stellen wie
      "Maschinenbau beliebig" ausgschrieben (es gibt aber auch Stellen, die für das Zweitfach ausgeschrieben werden).
    • Wegen Englisch warst du im Ausland für mindestens ein halbes Jahr? Es ist einbisschen ein Tabu als Englischlehrer nicht im Ausland gewesen zu sein. Da könnten viele Kollegen dir jegliche Kompetenz absprechen, wenn die herausfinden dass du nicht im Ausland warst. Ansonsten sind die Korrekturen einfacher, weil das Niveau der beruflichen Schüler (meist) unterirdisch ist und du als Englischlehrer viele korrekturfreundliche Leistungsnachweise machen kannst z.B. multiple choice, fill in the gaps, oral exam etc. Zudem musst du als Englischlehrer natürlich auch bereit sein mit Schülern ins Ausland zu gehen.

      Deutsch ist definitiv das undankbarste Fach überhaupt und extrem korrekturintensiv. Besonders wenn du an einer beruflichen Schule mit Abiturprüfungen eingesetzt wirst. Dafür aber ist es extrem gesucht, also in Bayern aufjedenfall.
    • Naja, Englisch kann fill in the gap für Schüler ohne Schulabschluss oder Shakespeare im Englisch LK heißen (jedenfalls in NRW, gehe aber davon aus, dass das berufliche Gymnasium auch in anderen BL existiert). Dafür sollte man dann schon sehr gut sein und sich in der Sprache wohl fühlen.
      Was den Auslandsaufenthalt angeht: ich hab keine Ahnung welcher meiner Kollegen wo war oder auch nicht. Ich weiß nur mit wessen Material ich gut kann, mit wem ich gerne prüfe und wer gute Tips hat. Also wer auch ohne Auslandsaufenthalt kompetent ist: bitte.

      Aber korrekturfreundlich ist Englisch bestimmt nicht. (Keine Ahnung was @Berufsschule93 damit meint.)
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Dass ein Fachkunde-Lehrer auch noch ein allgemeinbildendes Fach unterrichtet, kommt ja vor, aber doch dann meist in der Berufs- oder Fachschule.
      Denke wenn (!) Du überhaupt Sek II Englisch machen würdest, dann als FH-Zusatzunterricht für die Azubis. Dass Du am berufl. Gymnasium eingesetzt wirst, halte ich für sehr unwahrscheinlich.




      Kurz wg. Auslandsaufenthalt: dazu gab's ja schon viele Threads hier. Ob, wie lange und wo Du wo warst, oder auch nicht, ist unwichtig.
    • Danke. Ich möchte euch kurz an meinen Gedankengängen teilhaben lassen.
      Für Englisch spricht: Im Vergleich zu Deutsch geringerer Vorbereitungsaufwand. Dafür aber Sprachaufenthalt, der sich unter meinen Bedingungen schwer vereinbaren läss.
      Für Deutsch spricht: Vermutlich bessere Kenntnisse. Dagegen: Größerer Korrekturaufwand, vermutlich wird das kleine Latinum verlangt, das ich erst mühsam nachholen müsste