Als VERBEAMTETER Gymnasiallehrer an die Grundschule - Sachsen-Anhalt

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    • Als VERBEAMTETER Gymnasiallehrer an die Grundschule - Sachsen-Anhalt

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe mein Referendariat in Bayern (Fürs Gym) bereits vor über zwei Jahren beendet, leben jetzt (der Liebe wegen) in Sachsen Anhalt und bin hier als Lehrer am Gym verbeamtet. Aktuell noch in der dreijährigen Probezeit.
      Nun merke ich aber von Tag zu Tag, dass es mir so gar nicht gefällt, wieder und wieder gebe ich mir, der Schule, den Schülern und allem Drumherum eine Chance aber es will sich einfach keine Besserung einstellen. Ich komme zwar auch mit der Oberstufe klar, habe generell keine Probleme mit den Schülern oder Kollegen aber es einfach nicht das Richtige.
      Ich bin gern Lehrer, ich liebe das Unterrichten, nur eben nicht am Gymnasium. Ein Wechsel an die Grundschule scheint für mich der richtige Weg zu sein. Ich habe dort bereits überbrückungsweise gearbeitet und erinnere mich gern zurück.
      Nun weiß ich, dass bspw. Berlin Gymnasiallehrer ohne Maßnahmen oder ähnliches an den Grundschulen einstellt und frage mich nun, ob es auch in "meinem" Bundesland Möglichkeiten gibt. Ich müsste das vermutlich über einen Versetzungsantrag machen, da ich ja bereits verbeamtet bin, finde aber nichts auf den Seiten des Landesschulamtes.
      Ist da jemand in der Lage kompetent Auskunft zu geben?

      VG
    • Ohne "Maßnahmen" von der Oberstufe an die Grundschule, ist auch nicht so einfach. Von Klasse 4 auf 1 ist schon ein Riesenunterschied. Anfangsunterricht ist eine ganz eigene "Geschichte."
      Be happy for the moment. This moment is your life.
      Leuchttürme laufen nicht herum, um Boote zu retten. Sie stehen einfach da und leuchten.
      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.
    • @ lamaison: Ich will auch nicht unterstellen, dass es einfach ist oder man es "mal eben nebenbei" macht. Das ganz sicher nicht. Die Frage ist ja zunächst mal nur, ob es möglich ist. Ich kenne Kollegen, denen ist der Wechsel gelungen und sie sind sehr glücklich. Da diese jedoch in einem anderen Bundesland ist, nützen mir diese Infos nur bedingt.

      @Plattenspieler: Eine Frage, die auch ich mir gestellt habe, bevor ich mich entschieden habe. Da ich während des Studiums einige Jahre im Hort gearbeitet habe, bin ich mit der Arbeit mit Grundschulkindern vertraut. Auch direkt in der Grundschule habe ich schon arbeiten dürfen und bin mit den Anforderungen vertraut. Dass ich einen (zugegeben kleinen) Eindruck von dem habe, was mich erwartet, ist natürlich keine Qualifikation aber zeigt an, dass ich nicht spontan und unüberlegt entscheide.
      Ich denke, ich hab die richtige Mischung von Empathie, Offenheit, "sich kümmern wollen" und liebevoller Strenge, die man an der Grundschule braucht. Außerdem brenne ich für das, was ich tue und kann bzw konnte das immer sehr gut weitergeben. Leider ist meine "Flamme" in letzter Zeit so klein geworden, dass sie kaum mehr für mich reicht, von Weitergabe an die Schüler kaum zu sprechen.

      Also, zurück zur Frage: Gehr´s oder geht´s nicht?
    • Alhimari schrieb:

      Sind in Sachsen-Anhalt die Grundschullehrer auf der gleichen Stufe, wie die Gymnasiallehrer verbeamtet? Gibt es eine Möglichkeit einer Rückstufung auf A12? Da sehe ich ein Problem.
      Gymnasiallehrer sind A13, GS "nur" A12. Wie es mit der freiwilligen Rückstufung aussieht, weiß ich nicht. Eine unverbindliche Anfrage beim Ministerium ist mir nicht möglich. Daher hoffe ich auf jemanden, der den Weg schon gegangen ist.
    • Palim schrieb:

      Was sagt denn der Schulbezirkspersonalrat?
      Ich habe noch zu keinem offiziellen Gremium in irgendeiner Form Kontakt aufgenommen. Bei uns an der Schule nimmt man jeden Wechselwusch sehr persönlich und lässt es die Kollegen entsprechend merken.. Aus der Angst heraus, dass meine Überlegungen wahrgenommen werden und dann nicht umsetzbar sind, ich folglich noch eine Weile dort arbeiten muss und dann die Rolle der "Bösen Stiefschwester" einnehmen muss, habe ich es erstmal hier über den indirekten Weg versucht.
    • Vielleicht kannst du dich abordnen lassen und erst mal gucken, ob das wirklich eine Lösung ist? Als in Sachsen Englischlehrer an Grundschulen gesucht wurden, wurde fröhlich vom Gymnasium abgeordnet. Allerdings war da noch niemand verbeamtet.

      Wenn dringend Leute gesucht werden sind ja manchmal Dinge möglich, von denen man nichts ahnte. Ich kann aber auch nichts Genaues sagen und würde den Personalrat (nicht den an eurer Schule sondern nächste Instanz) fragen.
    • Krabappel schrieb:

      Vielleicht kannst du dich abordnen lassen und erst mal gucken, ob das wirklich eine Lösung ist? Als in Sachsen Englischlehrer an Grundschulen gesucht wurden, wurde fröhlich vom Gymnasium abgeordnet. Allerdings war da noch niemand verbeamtet.

      Wenn dringend Leute gesucht werden sind ja manchmal Dinge möglich, von denen man nichts ahnte. Ich kann aber auch nichts Genaues sagen und würde den Personalrat (nicht den an eurer Schule sondern nächste Instanz) fragen.
      Ich hatte, bevor die Sache mit der Verbeamtung in Sack und Tüten war, ein Jobangebot als angestellter Lehrer an der GS, hab dann aber die Planstelle genommen, als sich das ergab. Denke also, dass es theoretisch schon geht, als Gym an die GS zu gehen aber wie das ist, wenn man verbeamtet ist, ist die Frage.

      Die Not an den kleinen Schulen hier auf den Dörfern ist riesig, daher sehe ich da irgendwie meine Chance.
      Wie / wo kann man den zu diesem nächst höheren Personalrat Kontakt aufnehmen? Ich hab davon noch nie was gehört, wenn ich ehrlich bin.
    • Bist Du gebürtig aus Sachsen-Anhalt?

      Ich würde die kulturellen Ost-West-Unterschiede gerade im Primarstufen- und Oberschulbereich (der auch zudem oftmals von älteren Lehrkräften geprägt) nicht unterschätzen, das könnte vor allem in der Provinz durchaus ein erheblicher zusätzlicher Stressor sein....(grad auch, wenn man absehbare Anlaufschwierigkeiten hat)
    • Palim schrieb:

      Ich würde denken, dass es diese sind
      gew-sachsenanhalt.net/kontakt/…irkspersonalrat-magdeburg

      Aber auch dann musst du dir überlegen, wie nah die Wege bei euch sind oder im Telefonat deutlich machen, dass es nur eine Voranfrage ist und diese nicht bekannt werden soll.
      Kleines Update:
      Ich habe die Herrschaften mal angerufen. Der nette Herr versprach, das anonym und vertraulich zu machen, ich musste nicht angeben, wo und an welcher Schule ich unterrichte. Er riet mir, die Probezeit noch durchzuziehen und dann einen Versetzungsantrag zu stellen. Da das leider noch eine gefühlte Ewigkeit ist, die ich nicht aushalten kann und will, sprachen wir über weitere Alternativen.
      Man kann sich innerhalb der Probezeit versetzen lassen, was zu einer Verlängerung dieser führen würde. Er würde das allgemein und ohne Namen usw. mit dem zuständigen Personalreferenten besprechen und sich wieder bei mir melden. Danach kann ich entscheiden, was man macht.
      Die Möglichkeit einer Abordnung haben wir noch nicht besprochen, käme aber evtl auch in Frage und ließe die Probezeit unberührt.

      Der Haken: Ich bin derzeit als Gymnasiallehrer an einer Berufsschule mit Gym. Zweig und entsprechend in beiden Bereichen eingesetzt. Der Herr sprach jetzt ausschließlich von einem Wechsel an ein "richtiges" Gymnasium, was ja immerhin eine Verbesserung wäre aber doch nicht das, was ich mir erhofft habe.
    • Palim schrieb:

      Was sagt denn der Schulbezirkspersonalrat?
      Siehe oben.
      Leider war der nur bedingt hilfreich.

      Ich habe jetzt mal in meiner alten Grundschule angerufen (in der ich schon als Schüler war) und angefragt, sie haben derzeit nur sieben von zwölf Stellen besetzt, wären als froh über Verstärkung. Die liebe Schulleiterin (die noch immer die selbe von damals ist) kannte mich noch und ruft morgen beim Landesschulamt an und erkundigt sich. Ich drücke mir selbst die Daumen. Beinahe peinlich.
      Heute habe ich meinen freien Tag gehabt, anstatt etwas zu Arbeiten und dann den Nachmittag mit meinem einjährigen Sohn genießen zu können, habe ich im Haus gesessen und gearbeitet. Den ganzen Tag. Mein Mann war mit dem Kleinen schwimmen. Ich habe aktuell nur Oberstufe, also klasse 11-13, bereite nur vor, schlafe, unterrichte, bereite wieder vor. "Nebenher" Haushalt und Familie...Und jeden Tag fühlt es sich falsch an. :( Sollte der Wechsel an eine andere Schulform nichts werden, schmeiß ichs vllt komplett hin.
    • Exilbayer schrieb:

      Palim schrieb:

      Was sagt denn der Schulbezirkspersonalrat?
      Siehe oben.Leider war der nur bedingt hilfreich.

      Ich habe jetzt mal in meiner alten Grundschule angerufen (in der ich schon als Schüler war) und angefragt, sie haben derzeit nur sieben von zwölf Stellen besetzt, wären als froh über Verstärkung. Die liebe Schulleiterin (die noch immer die selbe von damals ist) kannte mich noch und ruft morgen beim Landesschulamt an und erkundigt sich. Ich drücke mir selbst die Daumen. Beinahe peinlich.



      Aber deine alte Grundschule ist doch in Bayern, oder? Ist das Fahrtechnisch möglich?
      Falls Bayern für dich in Betracht käme, gäbe es hier ja die Sondermaßnahme für den Wechsel von GYM an GS. Weiß aber nicht, wie es da aussieht, wenn man in einem anderen Bundesland schon verbeamtet ist oder war.
    • Palim schrieb:

      Wenn du einen unterrichtsfreien Tag hast, solltest du überlegen, ob es der Entscheidungsfindung dient, an einer Grundschule zu hospitieren, wenigstens für 1 Tag oder morgens 3 Stunden (mit Pause im Lehrerzimmer.
      Das habe ich mir auch überlegt und würde das auch sehr gern machen. Nur bringt die Hospitation nichts, wenn die Versetzung schlussendlich nichts wird.
    • Milk&Sugar schrieb:

      Exilbayer schrieb:

      Palim schrieb:

      Was sagt denn der Schulbezirkspersonalrat?
      Siehe oben.Leider war der nur bedingt hilfreich.
      Ich habe jetzt mal in meiner alten Grundschule angerufen (in der ich schon als Schüler war) und angefragt, sie haben derzeit nur sieben von zwölf Stellen besetzt, wären als froh über Verstärkung. Die liebe Schulleiterin (die noch immer die selbe von damals ist) kannte mich noch und ruft morgen beim Landesschulamt an und erkundigt sich. Ich drücke mir selbst die Daumen. Beinahe peinlich.

      Aber deine alte Grundschule ist doch in Bayern, oder? Ist das Fahrtechnisch möglich?
      Falls Bayern für dich in Betracht käme, gäbe es hier ja die Sondermaßnahme für den Wechsel von GYM an GS. Weiß aber nicht, wie es da aussieht, wenn man in einem anderen Bundesland schon verbeamtet ist oder war.
      Meine Alte Grundschule, an der ich als Schüler war, ist in Sachsen-Anhalt. Ich bin hier geboren, nach dem Abi nach Bayern, studiert, Ref gemacht und gearbeitet. Dann mit meiner Jugendliebe zusammengekommen und wieder in die Heimat.
      Habe hier direkt die Planstelle bekommen und bin damit nicht so Glücklich. Bayern ist leider nicht täglich machbar.
    • Exilbayer schrieb:

      bereite nur vor, schlafe, unterrichte, bereite wieder vor. "Nebenher" Haushalt und Familie...Und jeden Tag fühlt es sich falsch an. :(
      Öhm, redest du von mir? Mir ging/geht es jahrelang so. Grundschule bedeutet bestimmt nicht weniger Arbeit als eine andere Schulform. Das sollte nicht die Motivation zu einem Wechsel sein, v.a. wenn du gar nicht Grundschullehramt studiert hast und dich einarbeiten musst. Viele Grundschulen sind heute Ganztagsschulen, d.h. Arbeit geht bis 16.00 Uhr. Man soll Inklusion und Integration aus dem Ärmel schütteln, die Schülerschaft ist sehr heterogen, die Elternschaft auch. Man hat sehr viele Gespräche (Lehrer- Eltern-Schüler), schreibt lange Berichtszeuggnisse, korrigiert jeden Hefteintrag, bereitet differenziert vor. Die Arbeit in der Grundschule hat sich sehr verändert im Vergleich dazu wie wir es als Schüler erlebt haben.
      Be happy for the moment. This moment is your life.
      Leuchttürme laufen nicht herum, um Boote zu retten. Sie stehen einfach da und leuchten.
      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.
    • lamaison schrieb:

      Exilbayer schrieb:

      bereite nur vor, schlafe, unterrichte, bereite wieder vor. "Nebenher" Haushalt und Familie...Und jeden Tag fühlt es sich falsch an. :(
      Öhm, redest du von mir? Mir ging/geht es jahrelang so. Grundschule bedeutet bestimmt nicht weniger Arbeit als eine andere Schulform. Das sollte nicht die Motivation zu einem Wechsel sein, v.a. wenn du gar nicht Grundschullehramt studiert hast und dich einarbeiten musst. Viele Grundschulen sind heute Ganztagsschulen, d.h. Arbeit geht bis 16.00 Uhr. Man soll Inklusion und Integration aus dem Ärmel schütteln, die Schülerschaft ist sehr heterogen, die Elternschaft auch. Man hat sehr viele Gespräche (Lehrer- Eltern-Schüler), schreibt lange Berichtszeuggnisse, korrigiert jeden Hefteintrag, bereitet differenziert vor. Die Arbeit in der Grundschule hat sich sehr verändert im Vergleich dazu wie wir es als Schüler erlebt haben.
      Und wie hast du es geschafft, aus diesem Kreislauf zu entkommen?
      Nein, die Arbeitsbelastung ist nicht die Motivation, die ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Zu meinem generellen Gefühl, irgendwie falsch zu sein und nicht an diese Schulform zu passen, kommt diese extreme Müdigkeit, dieses überarbeitet sein.
      Ich weiß, dass auch an der Grundschule einiges an Arbeit auf mich wartet und das ist auch gut und richtig so. Habe bereits bei einer Freundin mal angefragt, die an der GS arbeitet. Ja, es ist auch viel Arbeit aber "anders". Es sollte nicht so klingen, als würde ich die Arbeit scheuen! Ich arbeite gern und bin sehr gern Lehrer aber wenn man sich falsch fühlt und dann die viele Arbeit sieht, kommen einfach zu viele negative Punkte zusammen. Leider.