Klasse besteht nur aus einer Schülerin, wie als Lehrer unterrichten?

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    • Klasse besteht nur aus einer Schülerin, wie als Lehrer unterrichten?

      Moin,

      ich habe im neuen Schuljahr eine Klasse bekommen, in der nur eine Schülerin sitzt. Da wir in NRW das einzige Berufskolleg sind, das diese Ausbildung anbietet (Landesfachklasse), müssen wir die Klasse anbieten. Soweit mache ich mir da aber keinen Kopf drum. Die Klasse ist eingerichtet und fertig.

      Nur: Wie soll ich da als Mann rückversichern, auf das mir nichts unterstellt werden könnte, wenn ich die Klassenraumtür hinter mir zumache? Bisher habe ich Beratungsgepräche in einer solchen Konstellation immer im Sekretariat abgehalten, auf das ich die Sekretärin als Zeugin zu meiner Sicherheit hatte. Nur den kompletten Unterricht ins Sekretariat verlegen geht natürlich nicht. Mit einer Kollegin die Klassen tauschen geht auch nicht. Es gibt nämlich an unserer Schule Keine mit der passenden Fakulta.
    • Das wäre die Notlösung...
      In was sollst du das Mädchen denn unterrichten? Und - gab es bei dir schon mal solche Fälle, wo dir eine Schülerin was unterstellen wollte?
      Je nachdem würde ich dir empfehlen, das Thema direkt in der ersten Stunde einmal anzusprechen, und ihr auch sagen, wieso du ggf die Tür offen lassen willst. Und - du kennst die Schülerin doch noch gar nicht? Vielleicht ist sie ja eine gute Schülerin und ihr habt richtig gute entspannte Unterrichtsstunden? Sie wird sich jedenfalls nicht über mangelnde Aufmerksamkeit wegen zu großer Klasse beschweren können.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Ich würde als erstes zu Schulleitung gehen und deine Bedenken äußern. Und auch genau das sagen, was du hier schreibst. Du als Mann alleine mit einer Schülerin im Klassenraum, usw. Mal schauen, welche Lösungsmöglichkeiten dir die Schulleitung anbietet.

      In wie vielen Fächern unterrichtest du diese Schülerin? Haben nicht andere (männliche) Kollegen, das gleiche Problem? Was sagen die dazu?
    • Vielleicht einfach mal mit Schulleitung oder Schulsozialarbeit UND Schülerin reden, wie man mit der Situation umgeht. Wobei mir persönlich diese ständige Angst, es könnte ja zu einer Anzeige oder ähnlichem kommen, auch zu weit geht. Wenn etwas persönliches / vertrauliches zu besprechen ist, mache ich das auch mit Schülerinnen hinter der geschlossenen Tür (im Unterricht ist meine Tür immer auf). Für mich wäre das auch der Punkt, dass ich meinen Job nicht mehr machen könnte / wollte, wenn ich meinen Schüler/innen (es kann übrigens auch Übergriffe gegenüber männlichen Schülern geben und dementsprechend auch entsprechende Vorwürfe / Anzeigen) nicht mehr so weit vertraue und nur noch in der Angst lebe, es könnte ja zu solchen Anschuldigungen kommen. Ich vertraue da lieber und schließe nicht jedes Restrisiko aus.
    • Eventuell kannst du dich mit ihr räumlich einer anderen, kleinen und ruhigen Klasse anschließen? In einem größeren Raum sollte das doch möglich sein.
      Schöne Grüße,
      dzeneriffa


      Am Ende wird alles gut! Wenn´s noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende =)
    • keckks schrieb:

      das finde ich etwas absurd, sowas ständig zu befürchten. wenn du wirklich bedenken hast und dir die offene tür nicht weit genug geht, dann setz dich halt mit dem mädel auf den gang.
      Stimmt! Meine Sorge wäre hier eher, dass 1:1-Unterricht verdammt anstrengend sein kann und auch von der Unterrichtsdynamik gar nicht mit einer normalen Klassensituation vergleichbar ist.
    • Anstrengend vor allem für die Schülerin. Ich hab ein Orchideenfach studiert, so dass ich diese Situation gut kenne. Auf solche Stitzungen habe ich mich 8 bis 10 Stunden lang vorbereitet und nach 90 Minuten Sitzung war ich reif für die Dusche.
      Damals im übrigen genauso wie im oben genannten Fall: 1 Studentin, 1 Dozent. Hat weder mich noch ihn auf seltsame Gedanken gebracht. O tempora, o mores.
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • Vielleicht kann man das transparent machen? Eher so im Sinne von: Sie können keinen Klassensprecher wählen, wenn es Probleme geben sollte, wenden Sie sich bitte sofort an den Schulleiter. Und dem dasselbe sagen. Also der SL, dass du der Schülerin angeboten hast, den Beschwerdeweg generell zu verkürzen. So nimmst du die potentielle Möglichkeit, vor der du dich sorgst, dass die Schülerin am Schuljahresende nach Notenschluss Nötigung aus dem Hut zaubern könnte...? Aber
      "Tür auf" ist sicher die praktischste Variante.
    • Miss Jones schrieb:

      Und - gab es bei dir schon mal solche Fälle, wo dir eine Schülerin was unterstellen wollte?
      Bei mir nicht. Aber an meiner damaligen Ausbildungsschule gab es den Fall, daß einem Kollegen unterstellt wurde, daß...
      Am Ende vor Gericht kam dann heraus, daß es sich dabei wohl um einen Erpressungsversuch zur "Verbesserung" der Noten handelte.


      Wollsocken80 schrieb:

      wie oft bin ich mit männlichen Schülern, z. B. im Rahmen von Matur- oder Projektarbeiten, alleine am arbeiten. Unter normal sozialisierten Menschen sollte das wohl möglich sein.
      Du als Frau mit einem Schüler ist halt nochmal eine andere Sache als ich als Mann mit einer Schülerin. Nicht umsonst gibt es ja bei uns im Schulgesetz den Passus, daß sehr wohl zwei Lehrerinnen eine Schulklasse auf Klassenfahrt begleiten dürfen, nicht aber zwei Lehrer. Einzige Ausnahme: Es gibt nur Schüler in der Klasse, dann dürfen auch zwei Lehrer mitfahren.

      "Normal Sozialisiert" heißt für mich heute halt leider:
      • Als Zivi auf einer Kinder-Intensivstation hatten wir damals nur einen Krankenpfleger, der auch nur eingestellt wurde, weil zum Termin seiner Einstellung die regionale Pflegedienstleitung (=Oberschwester) gerade in Kur war. Ihrer Meinung nach war halt jeder männliche Bewerber ein Pädophiler, der den Job nur als Sprungbrett nutzt, um sich an den Knirpsen zu vergehen. Ich hatte nur deshalb meine Ruhe, weil ich als Zivi ja nun nicht freiwillig den Job gemacht habe.
      • Sitzplatzregeln in Verkehrsflugzeugen: en.wikipedia.org/wiki/Airline_…iscrimination_controversy

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von plattyplus ()

    • Du musst den Scheiss doch nicht selber auch noch mitmachen. Ehrlich jetzt... Das ist doch die gleiche Kack-Diskussion wie die Frage ob ich als homosexuelle Frau irgendwelche Probleme mit den Jugendlichen habe. Wenn wir selber immer noch mitmachen beim Probleme draus machen, dann wird es doch nie besser. Können nicht mal alle normal miteinander umgehen? Ich habe übrigens als homosexuelle Frau bereits mehrfach Schulreisen zusammen mit jeweils einer Kollegin begleitet. Bei uns begleiten aber auch regelmässig zwei männliche Kollegen Schulreisen, ganz hardcore kann da sogar ein schwuler Mann dabei sein.
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      Früher war mehr Lametta!
    • ...vor allem... ich habe gerade 3 Halbjahre zunächst eine, dann zwei Mädchen "solo" bzw als Duo unterrichtet... in einem geschlossenen Raum, und ich bin lesbisch, uiiiiii, was hätte da nicht alles passieren können...

      Dass es solche Fälle gibt - sowohl übergriffige Lehrpersonen als auch Erpressungsversuche durch SuS - stimmt leider, und ist auch schlimm genug, @plattyplus - aber so paranoid sollte es uns nicht werden lassen. Man sollte so ein "Thema" wirklich mMn direkt ansprechen, klären, und solche Dummlaberei im Keim ersticken.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Miss Jones schrieb:

      ...vor allem... ich habe gerade 3 Halbjahre zunächst eine, dann zwei Mädchen "solo" bzw als Duo unterrichtet... in einem geschlossenen Raum, und ich bin lesbisch, uiiiiii, was hätte da nicht alles passieren können...
      Aber du bist kein grundsätzlich schwanzgesteuerter Mann. Die können alle jederzeit durchdrehen und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist angrabbeln und besteigen. Besonders Kinder.

      Auf der anderen Seite sind Lesben ja häufig halbe Männer. Insofern kann es natürlich schon sein, dass du genauso ausrastest. Da schlägt dann der Penisneid durch.

      (Ich hoffe, dass klar ist, dass das Sarkasmus ist.)
    • Schmidt schrieb:

      Miss Jones schrieb:

      ...vor allem... ich habe gerade 3 Halbjahre zunächst eine, dann zwei Mädchen "solo" bzw als Duo unterrichtet... in einem geschlossenen Raum, und ich bin lesbisch, uiiiiii, was hätte da nicht alles passieren können...
      Aber du bist kein grundsätzlich schwanzgesteuerter Mann. Die können alle jederzeit durchdrehen und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist angrabbeln und besteigen. Besonders Kinder.
      Auf der anderen Seite sind Lesben ja häufig halbe Männer. Insofern kann es natürlich schon sein, dass du genauso ausrastest. Da schlägt dann der Penisneid durch.

      (Ich hoffe, dass klar ist, dass das Sarkasmus ist.)
      ^5 :lach:
      (ich schreib das mittlerweie auch schon bei diversen Kommentaren dran, so rein vorsichtshalber...)
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Ich würde mich erst mal freuen auf diese wunderbare Krawalllosigkeit in diesen Stunden :top:

      Und die Oberschwester ist eine verbitterte alte Dame, die wer weiß was erlebt und wer weiß wie erzogen wurde. Du hast sie schon sehr oft erwähnt, es muss also extrem unschön gewesen sein. Aber halt ne Ausnahme.

      Und: Kinder sind wahrlich hilfloser gegenüber Missbrauch in Einrichtungen. Natürlich gibt es Täter, die gezielt Jobs in Betreuungseinrichtungen suchen. In einer Berufsschule wird aber die Wahrscheinlichkeit gering sein, dass jemand dieses Szenario heraufbeschwört.

      Es ist im Übrigen nicht minder diskriminierend davon auszugehen, dass alle Frauen kriminell sind und alle Männer in die Pfanne hauen wollen, um sich irgendwas zu erschleichen.
    • plattyplus schrieb:



      Du als Frau mit einem Schüler ist halt nochmal eine andere Sache als ich als Mann mit einer Schülerin. Nicht umsonst gibt es ja bei uns im Schulgesetz den Passus, daß sehr wohl zwei Lehrerinnen eine Schulklasse auf Klassenfahrt begleiten dürfen, nicht aber zwei Lehrer. Einzige Ausnahme: Es gibt nur Schüler in der Klasse, dann dürfen auch zwei Lehrer mitfahren.

      Hallo plattyplus,

      sehe ich genauso. Uns wurde im Referendariat eingebläut, nie alleine mit Schülerinnen ein Gespräch zu führen oder im Raum zu bleiben. Geschichten solcher Vorwürfe sind mir auch schon häufiger zu Ohren gekommen, ich kann die Sorgen also verstehen und halte es für vernünftig, sich im Vorfeld Gedanken zu machen und das mit der Schulleitung zu besprechen.

      der Buntflieger
    • Es mag eine "Huhn oder Ei"-Problematik sein, aber ich frage mich dabei, ob es eher darum geht, die Schülerinnen vor potentiellem sexuellen Missbrauch zu schützen oder die Lehrer vor potentieller Erpressung durch die Schülerinnen. So oder so fände ich es lustig, wenn eine Schülerin so ein Gerücht anfängt und sich dann herausstellt, dass der Lehrer homosexuell ist und somit kein sexuelles Interesse an Frauen hat - geschweige denn minderjährigen.
      Einerseits heißt es immer, dass mehr Männer in sozialen Berufen gewünscht seien, andererseits werden sie dann durch solche paranoiden Denkweisen stigmatisiert - sehr schade sowas und alles andere als zielführend.
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.