Gemeinschaftskunde (und Wirtschaft) in der Inklusionsklasse

  • Liebe Mit-Foristen,


    in diesem Schuljahr bin ich in einer Inklusionsklasse eingesetzt. Unter anderem habe ich Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (neben weiteren Förderschwerpunkten). Insbesondere im Hinblick auf diese wäre ich euch dankbar für Hinweise zu Materialien z.B. aus dem Primarbereich oder von erfahrenen Inklusionskollegen oder von Sonderschullehrkräften, um Themen aus dem Bereich Gemeinschaftskunde runterbrechen zu können. Viele Themen sind gar nicht Teil des Bildungsplans dieser Kinder, müssen aber eben in der inklusiven Beschulung ein Stück weit mit bearbeitet werden, die Kinder sitzen ja mit im Unterricht und wollen auch etwas lernen.


    Dank Conni habe ich ein großartiges Buch samt Materialien zum Themenbereich "Mitwirkung in der Schule" gefunden (damit werde ich morgen das erste Mal arbeiten in der Klasse, mal schauen, wie das auch bei den Nicht-Inklusionsschülern als Ausgangsgeschichte ankommt.)


    Weitere Themenfelder dieses Schuljahrs betreffen das Zusammenleben in sozialen Gruppen (Freunde, Schulklasse, Familie,Verein), Familie und Gesellschaft (Familienformen, Erziehungsstile, Förderung von Familien und Jugendliche in der Medienwelt (Funktionen von Medien, Einflüsse medialer Inhalte, Chancen und Risikoen im WWW, Recht am eigenen Bild).


    In Wirtschaft beginnen wir mit Bedürfnissen, Knappheit, Minimal-/Maximalprinzip, Werbung, Einkommen, Haushaltsplan. Zum einen oder anderen Thema habe ich bereits Ansätze, um diese mit dem Bildungsplan geistige Entwicklung zu verknüpfen, bzw. zugänglich zu machen, freue ich aber absolut über Hinweise zu z.B. guten Materialien für den Primarbereich die passen könnten zum einen oder anderen Aspekt, denn Aufgabenblätter auf GS-Niveau erstelle ich sonst bislang zumindest nicht.



    LG, CDL

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • "Grundschule" ist ein weites Feld. Auf welchem Niveau würdest du die SuS sehen: 1. Klasse? 4. Klasse? Können sie lesen? (Falls nicht, kann man auch gut mit Fotos arbeiten / die SuS mal mit Kamera "losschicken" und Fotos zu einem Thema machen lassen...)


    Vielleicht hilft ein gemeinsames "Oberthema", von dem ausgehend ein doch etwas eigenes Thema bearbeitet wird. Evtl. mit entsprechendem Plakat für den gemeinsamen Klassenraum. Und durchaus auch fächerübergreifend/-verbindend gedacht.


    Z.B.
    Bedürfnisse: Was sind Bedürfnisse, was brauche ich (im täglichen Leben). (Könnte was Lebenspraktisches werden, Ernährung, ...)
    Einkommen -> Geld. Münzen, Geldscheine. Motive auf selbigen. Rechnen mit Geld. (Im 10er-Bereich?) Einkaufen.
    Familie: Wer ist in meiner Familie. Wie heißen diese Menschen. Familienstammbaum. Verwandschaftsverhältnisse. Bezeichnungen der Personen in der Familie. (Vater, Mutter, Tante, Großeltern, geht da noch mehr?)
    Freunde: Wer ist in meiner Klasse. Was mache ich mit meinen Freunden. Hobbies.


    Die Materialien des Persen-Verlags fand ich häufig genug ganz hilfreich. Die haben einiges im Grundschulbereich und im Bereich sonderpädigogische Förderung. Und vieles gibt es zum Download (hilft bei der Last-Minute-Unterrichtsplanung...)

  • Im letzten Schuljahr hatten wir in der Hauptschule mehrere Probebücher/ -arbeitshefte aus der Serie "Stark in..." für Förderschulen aus dem Schroedelverlag. Das gibt es auch für Nebenfächer.
    Ich meine mich zu erinnern, dass es das auch für Wirtschaft / Arbeitslehre gab. Musst du mal schauen ...

  • In Wirtschaft beginnen wir mit Bedürfnissen, Knappheit, Minimal-/Maximalprinzip, Werbung, Einkommen, Haushaltsplan. Zum einen oder anderen Thema habe ich bereits Ansätze, um diese mit dem Bildungsplan geistige Entwicklung zu verknüpfen, bzw. zugänglich zu machen, freue ich aber absolut über Hinweise zu z.B. guten Materialien für den Primarbereich die passen könnten zum einen oder anderen Aspekt, denn Aufgabenblätter auf GS-Niveau erstelle ich sonst bislang zumindest nicht.

    In Klasse 6 (Wirtschaft) habe ich die GB-Kinder zum Thema Bedürfnisse erstmal malen lassen, was ihnen wichtig ist und sie darüber versucht mitzunehmen. Spätestens bei lebenswichtigen und nicht lebenswichtigen Dingen war aber kognitiv bei allen Schluss. Dass das heiß geliebte Kätzchen zwar das Leben bereichert aber seine Existenz für das Kind/die Familie nicht überlebenswichtig ist, übersteigt schon die Vorstellungskraft der meisten GB-Kinder.



    Später habe ich sie mit Spielgeld erstmal lernen lassen, wie die Geldstücke und Geldscheine heißen (hat ewig gedauert und wurde immer wieder vergessen) und sie dann in lebenspraktischen Übungen rausfinden lassen, was sie davon kaufen können (z.B. brauchen sie 1,20 Euro um eine Tafel Schokolade kaufen zu können u.s.w.). Spielgeld bekommst du oft bei Sparkassen/Banken kostenlos. Einkaufen üben geht zur Not auch am Schulkiosk, wenn eine Supermarkterkundung organisatorisch nicht möglich ist (ohne die beiden I-Helferinnen hätte ich das niemals hin bekommen).


    Haushaltsplan und Einkommen kannst du auf Taschengeld runter brechen - Kind bekommt 10 Euro Taschengeld und will ins Kino gehen...

  • Ich war vor vielen Jahren mal in einer Special Needs Klasse in Großbritannien eingesetzt, da haben wir vor allem den Umgang mit Geld geübt (Münzen und Scheine erkennen, wie bezahlt man, was ist Wechselgeld, usw.)

  • Danke für eure Antworten, mit vielen hilfreichen Anregugen, aber auch an vielen Stellen der Bestärkung für mich, dass meine Überlegungen ganz gut passen könnten zur Umsetzung des einen oder anderen Aspektes.

    "Grundschule" ist ein weites Feld. Auf welchem Niveau würdest du die SuS sehen: 1. Klasse? 4. Klasse? Können sie lesen? (Falls nicht, kann man auch gut mit Fotos arbeiten / die SuS mal mit Kamera "losschicken" und Fotos zu einem Thema machen lassen...)


    Vielleicht hilft ein gemeinsames "Oberthema", von dem ausgehend ein doch etwas eigenes Thema bearbeitet wird. Evtl. mit entsprechendem Plakat für den gemeinsamen Klassenraum. Und durchaus auch fächerübergreifend/-verbindend gedacht. (...)

    Stimm, GS-Niveau sagt gar nichts. Grob würde ich sie im Bereich Ende KLasse 2- Anfang Klasse 3 einordnen (je nach Bereich), lesen und schreiben können sie, wenngleich sehr langsam und nur in Druckschrift.


    Soweit möglich versuche ich tatsächlich über "Oberthemen" eine Verbindung zwischen den Bildungsplänen der verschiedenen Förderschwerpunkte und dem für die Realschule zu schaffen. Ich sehe noch nicht überall die Vebrindungen bzw. wie ich das dann auch mit der Gesamtgruppe mit Leben füllen kann, ohne konstant einen Teil zu über- oder unterfordern, aber ein Schritt nach dem anderen. Heute hat das alles in allem ziemlich gut geklappt mit verschiedenen Zielen/Aufgaben/Zeitvorgaben zum selben Thema, so dass alle am Ende den Unterricht gemeinsam vorran bringen konnten. ( @Conni : Die Geschichte kam unglaublich gut an bei allen in der Klasse. Danke nochmal für den tollen Buchtipp! :rose: )


    Danke für den Tipp mit dem Persenverlag. Den schaue ich mir an. Bei den Bedürfnissen bin ich tatsächlich bei der gesamten Klasse mit einem Brainstorming gestartet und dann dem Erstellen einer eigenen Rangliste (ehe es weiterging zur Bedürfnispyramide), das konnten alle sehr gut leisten. Deine Ideen für die Themenbereiche Familie/Freunde sind super, dankeschön. Das hilft mir, weiter zu denken.

    Im letzten Schuljahr hatten wir in der Hauptschule mehrere Probebücher/ -arbeitshefte aus der Serie "Stark in..." für Förderschulen aus dem Schroedelverlag. Das gibt es auch für Nebenfächer.
    Ich meine mich zu erinnern, dass es das auch für Wirtschaft / Arbeitslehre gab. Musst du mal schauen ...

    Danke für den Tipp mit den Schroedelheften, die schaue ich mir auch an.

    In Klasse 6 (Wirtschaft) habe ich die GB-Kinder zum Thema Bedürfnisse erstmal malen lassen, was ihnen wichtig ist und sie darüber versucht mitzunehmen. Spätestens bei lebenswichtigen und nicht lebenswichtigen Dingen war aber kognitiv bei allen Schluss. Dass das heiß geliebte Kätzchen zwar das Leben bereichert aber seine Existenz für das Kind/die Familie nicht überlebenswichtig ist, übersteigt schon die Vorstellungskraft der meisten GB-Kinder.


    Später habe ich sie mit Spielgeld erstmal lernen lassen, wie die Geldstücke und Geldscheine heißen (hat ewig gedauert und wurde immer wieder vergessen) und sie dann in lebenspraktischen Übungen rausfinden lassen, was sie davon kaufen können (z.B. brauchen sie 1,20 Euro um eine Tafel Schokolade kaufen zu können u.s.w.). Spielgeld bekommst du oft bei Sparkassen/Banken kostenlos. Einkaufen üben geht zur Not auch am Schulkiosk, wenn eine Supermarkterkundung organisatorisch nicht möglich ist (ohne die beiden I-Helferinnen hätte ich das niemals hin bekommen).


    Haushaltsplan und Einkommen kannst du auf Taschengeld runter brechen - Kind bekommt 10 Euro Taschengeld und will ins Kino gehen...

    Ja, heute haben sie tatsächlich ihre Bedürfnisrangliste gemalt. Das Kätzchen war nicht dabei, dafür aber ein Hund. :)
    Spielgeld habe ich einen großen Packen schon letztes Schuljahr besorgt (bekommt man kostenfrei bei der Bundesbank online) für ein Rollenspiel (Französisch); ich hatte auch schon überlegt damit im Bereich Haushaltsplan/Einkommen in Form eines Rollenspiels mit diesen SuS zu arbeiten. (Supermarkterkundung ist nicht möglich, da es im Hinblick auf die Aufsichtspflichtnicht gestattet ist die SuS mit dem I-Helfer vom Schulgelände gehen zu lassen, das geht nur in Begleitung einer Lehrkraft. War meine 1.Idee gewesen: SuS kaufen im Supermarkt ein mit festem Budget, Zutaten werden dann direkt auch in der Schule verkocht - ist auch Teil des Bildungsplans GE- erstellen vorher mithilfe eines Rezepts einen Einkaufszettel... Leider nicht umsetzbar.)


    Danke für deine Ideen.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Jemand schrieb's glaube schon: Klick und Stark in...
    Die Fächer sind Hauswirtschaft, Gesellschaftslehre und Arbeitslehre. Klick hat immer Kopiervorlagen zum Arbeitsheft, vielleicht kann die Schule im Rahmen der Inklusion Geld locker machen.


    https://www.westermann.de/reih…schaftslehre-Ausgabe-2017


    https://www.cornelsen.de/produ…-rom-band-1-9783060643394


    Ich schätze mal, gemeinsame Projekte fallen dir selbst ein, aber fürs Beschäftigen, wenn du mal inhaltlich vorankommen willst, findest du in den Heften Brauchbares.


    PS: Guck mal in deinen Briefkasten.

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  • Wir haben auch Klick, STark in und Persen in der Schule stehen,
    aber natürlich auch Materialien fürs 2./ 3. Schuljahr.


    Du hast jetzt nach vielen Themen auf einmal gefragt, etwas konkreter wäre es einfacher.


    Thema Konsum/ Wünsche:
    Die Materialien von der bpb finde ich wenig ansprechend, auch wenn der Sinn dahinter gut ist, es geht darum, einen Flohmarkt zu machen.
    http://www.bpb.de/shop/lernen/…r-floh-und-andere-maerkte
    Mit DaZ-Kindern habe ich schon mit konkreten Spielsachen Flohmarkt nachgespielt, ein anderes Mal mit Bildkarten zu Obst/Gemüse/Kleidung - quasi als Wiederholung dieser Wortfelder gepaart mit Kauf/ Verkauf als Rollenspiel. Es ist fraglich, ob du das mit den I-Hilfen organisieren könntest.
    Dazu kann man ein Portemonnaie falten lassen, in das dann das Spielgeld gesteckt wird.


    Die Materialien von der Bundesbank habe ich in Klasse 4 eingesetzt, Klasse 3 ginge auch, das dort angebotene Kinderbuch hat Texte für 8.Klasse und Bilder für den Kindergarten - es ist quasi unbrauchbar. Die AH kann man als PDF abrufen und dann auch einzelne Seiten nutzen
    https://www.bundesbank.de/de/s…tsmaterialien/primarstufe
    Zum Umgang mit Geld kann man auch im Bereich Mathematik gucken (1. oder 2. Klasse), da finden sich auch bei 4teachers AB mit abgebildeten Münzen, z.B.
    https://www.4teachers.de/?action=show&id=5199&page=0https://www.4teachers.de/?action=show&id=5199&page=0


    Vorstellbar fände ich, dass die SuS trotzdem einen
    Einkaufszettel schreiben, auch wenn sie nicht selbst einkaufen gehen
    können. Den Zettel können sie dir ja aber geben und du kaufst dann ein.


    Zusammengestellt für Klasse 4 zum Thema Konsum habe ich mir auch Bilder zu "arm" und "reich" , ursprünglich auch bpb, nun noch zu finden unter
    https://www.studiblog.net/2014…-allen-laendern-der-welt/


    Und ich bespreche in Klasse 4 (auch in 3 möglich) auch, was "Arbeitslosigkeit" bedeutet und welche Möglichkeiten man hat, Geld zu sparen oder mit wenig Geld auszukommen (Flohmarkt, Tausch, Ausleihe, selbst kochen ...)
    In Sachunterricht Thema Konsum/Wasser macht es die Referendarin jetzt gerade so, dass die GE-Kinder mit Hilfe von Bilden Inhalte/ Plakate erstellen und dieses dann in der Klasse vorstellen, es ergänzt die Themen (bzw. Gruppenarbeiten) in der Klasse.


    Sinnvoll wäre es ggf. auch, Texte in einfacher Sprache einzusetzen,
    siehe https://hurraki.de/wiki/Geld
    auch von der Bundesbank gibt es ein pdf, das Heft war leider vergriffen, die Texte fand ich recht gut.

  • Ihr seid solche Schätze, dankeschön!

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • @CDL, mein Mailprogramm spinnt gerade. Daher kurz schon mal ein paar Notizen fürs Wochenende...


    Haushaltsplan die Sparkasse gibt kostenlose Hefte raus, in denen man seine Ausgaben eintragen kann. Cooler noch: kostenlose Apps, mit schickem Schaubild, für was man sein Taschengeld aufn Kopp gehauen hat. Das können alle Schüler gleichermaßen machen (Challenge über 2-4 Wochen oder so) und analysieren, für was sie die meiste Kohle verprassen. Sehr erhellend für manche.
    Werbung untersuchen Werbeanzeige ausschneiden, beschreiben (Personen, Kleidung, Ort, Farben etc., Checkliste bzw. Mindmap o.ä. mitliefern...), was glaubst du, wen soll die Werbung ansprechen? (alte Leute, Hundebesitzer...), welches Bedürfnis wird geweckt/auf was bekommt man Lust? gefällt dir die Werbung? -> begründe etc.
    Dann selbst Werbung für ein (selbst erdachtes?) Produkt erstellen lassen. Beim Sloganausdenken muss man ggf. helfen, aber malen/Collage kleben kann ja jeder irgendwie. Vielleicht auch etwas Absurdes ausdenken lassen? Erfindungen oder so- "Flauschi, die Streichelmaschine weckt dich jeden Morgen ohne Sorgen", ein bisschen beim Brainstormen helfen, dann können sie eine eigene Werbung gestalten.
    Strategien von Supermärkten erkunden lassen (vorher besprechen, dann in Kleingruppen mit Liste losschicken) Bedürfnisse mit Bildern arbeiten lassen. Ordne zu:Oberbegriffe, wie Nahrung, Gesundheit, Freunde etc. und Bilder. Dann nach Wichtigkeit sortieren lassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Krabappel ()

  • So eine App habe ich letztes Schuljahr eingesetzt, fanden die SuS weniger interessant als vermutet, aber Spaß hat es ihnen durchaus gemacht, v.a., weil sie ihre Handys dadurch auch mal im WBS-Unterricht einsetzen durften (für die GE-Schüler ist das zwar nichts, aber alle anderen können damiit arbeiten). Das mit den Werbeanzeigen mache ich tatsächlich in ca.3 Wochen (ist ja nur ein einstündiges Fach) mit denen. Die Idee mit der selbst erstellten Werbung hatte ich allerdings noch nicht geplant. Klasse Idee, dankeschön. Und ich will unbedingt Flauschi. die Streichelmaschine für mich selbst haben (und weiß schon jetzt, dass meine GE-Kinder den Vorschlag lieben werden, dass passt haargenau :-) ). Absurde Werbeslogans bekomme ich auf jeden Fall hin, die tanze ich der Klasse vor, wenn es hilft. :party:
    (Ist es nicht herrlich, einen Beruf zu haben, in dem man sich hochoffiziell zum Affen machen darf und damit nur seinen Job engagiert verrichtet!? :P Ich gehe echt voll auf, wenn ich meinen Franzosen Gedichte zum Auswendiglernen als Lernhilfe mit völlig exaltierte Gestik, Mimik und Betonung vortrage- hat geholfen, gab Bestnoten in der Klasse für die Aussprache, weil die sich so gut eingeprägt hatte und imitiert wurde-, wenn ich Erziehungstile vorspiele wenn SuS die Beschreibungen nicht verstehen, indem ich die autoritäre Säckin oder die Schluffiwuffi-Laisser faire-Mami gebe oder auch einfach nur eine Geschichte zur "Wahl im Tierreich" vorlese und zeitgleich vorspiele und mittels Bildfolien illustriere (mein Gott, können die Äuglein auch noch in Klasse 7 strahlen vor Glück, dass ihnen jemand etwas Schönes vorliest!!!). Hatte mich lange Zeit eher für den Typ ab Klassenstufe 9 aufwärts als Wohlfühloase gehalten und stelle zunehmend fest, dass Klassenstufe 7 sensationell ist.)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • ...Hatte mich lange Zeit eher für den Typ ab Klassenstufe 9 aufwärts als Wohlfühloase gehalten und stelle zunehmend fest, dass Klassenstufe 7 sensationell ist.)

    oh, das hören die sicher nicht oft, 7 ist ja Hochpubertät und nicht immer nur gut erträglich.


    Aber ja, jedes Alter hat seine tollen Seiten. Hatte inzwischen von 6 bis 36 alles Mögliche an pädagogischem Output und irgendwie bleibt am Ende der Spaß derselbe :rose:

  • gibt es eine art sonderpädagogischen mobilen dienst? die sollten doch sowas wissen.


    schade, dass die eltern der kinder diesen eine geeignete beschulung v.a. im lebenspraktischen bereich verwehren.

    Hatte ich überlesen gehabt und erst heute früh entdeckt. Gibt es direkt an der Schule und in der Klasse, allerdings reichen deren Stunden nicht für alle Unterrichtsstunden, so dass sie bedingt durch zusätzliche Verpflichtungen am SBBZ in meinem Unterricht bislang noch gar nicht dabei war (und wohl im Regelfall auch nicht dabei sein wird). Meine Fächer kennt sie so gar nicht (die gibt es in der Form einerseits am SBBZ nicht, andererseits war sie in dem entsprechenden Fachbereich auch noch nie eingesetzt), insofern hole ich mir bei ihr Tipps und Hinweise, wie ich Material erstellen muss bzw.mit welchen Aufgabenstellungen ich die verschiedenen Förder-SuS erreiche und fördere, wie ich die Leistungsmessung funktionieren kann, wieweit ich didaktisch reduzieren muss, damit die armen Hasen nicht erstmal 3 Wochen lang abgehängt werden, bis ich herausbekommen habe, wo deren Zielniveau liegt etc., wie ich das dann fachlich übersetze unter Berücksichtugung aller Bildungspläne ist mein Job. Wir tauschen uns aber mehrmals wöchentlich zu den Kindern aus und arbeiten so eng zusammen wie möglich.


    Ja, zumindest mal bei den GE-Kindern ist es- bei aller Freude die es mir bereitet mit ihnen zu arbeiten- schade, dass ihnen die Fördermöglichkeiten die ein SBBZ bietet (Erfahrung, ausgebildetet Lehrkräfte, ihr Tempo, ihre Themen, Material das genau auf diese Arbeit ausgerichtet ist...) nicht zur Verfügung stehen. Fachlich könnten sie deutlich besser gefördert werden an einem SBBZ, auch wenn sie im sozialen Miteinander genau wie die restliche Klasse nach Aussage der Sonderpäd sehr von der Inklusion profitieren.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • das ist aber noch unterstufe, oder? profitieren die ge-kinder auch noch in der mittelstufe vom "sozialen miteinander"? ich stelle mir vor, dass man dann dazugehören will, das aber sehr schwierig ist, wenn man die laufenden gespräche nicht nachvollziehen kann bzw. immer merkt, dass sich das gegenüber einem freundlich zuwendet, aber mehr halt auch nicht. und das muss doch frustrieren und weh tun.


    (ansatzweise ist das hier selbst in der 5 schon so bei den aus welchen gründen auch immer manches im sozialen nicht verstehenden inklusionskindern. man ist nett zu ihnen, keiner mobbt sie, aber sie kapieren halt die spiele und scherze der anderen so gar nicht. außer, dass sie sie nicht kapieren.)

  • das ist aber noch unterstufe, oder? profitieren die ge-kinder auch noch in der mittelstufe vom "sozialen miteinander"? ich stelle mir vor, dass man dann dazugehören will, das aber sehr schwierig ist, wenn man die laufenden gespräche nicht nachvollziehen kann bzw. immer merkt, dass sich das gegenüber einem freundlich zuwendet, aber mehr halt auch nicht. und das muss doch frustrieren und weh tun.


    (ansatzweise ist das hier selbst in der 5 schon so bei den aus welchen gründen auch immer manches im sozialen nicht verstehenden inklusionskindern. man ist nett zu ihnen, keiner mobbt sie, aber sie kapieren halt die spiele und scherze der anderen so gar nicht. außer, dass sie sie nicht kapieren.)

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass ihr euch Förderschule falsch vorstellt. In der Lernförderschule sitzen solche Jugendliche, die CDL oben beschreibt. Lernstand Klasse 2. Es sind aber nunmal keine Zweitklässler, sondern Jugendliche, mit allem was dazugehört. Liebeskummer, auf der Suche nach Anerkennung, manchmal Scheidungskinder, manchmal intakte Familien, Jobsorgen. Und dann gibt's noch die ganz ganz Leistungsschwachen, die gemobbt oder ignoriert werden. Und die mit psychischen Erkrankungen, die gemobbt oder ignoriert werden. Und die mit Pickeln, dicker Brille, unangenehmer Stimme und Mundgeruch, die die Witze der anderen nicht verstehen und gemobbt oder ignoriert werden.


    Förderschule hat weder homogene Schülerschaft, noch ist sie ein Hort des esonderen sozialen Miteinanders. Auch dort werden Kinder zusammengewürfelt, die sich nicht leiden können oder sich einfach nur egal sind. Bitte nicht zu einfach machen, indem man einfach davon ausgeht, dass das Trennen nach IQ alle Probleme löst. Es löst nur Probleme der Regelschullehrer- und das ist nicht zu vernachlässigen, so ehrlich sollten wir aber schon sein.

  • das ist aber noch unterstufe, oder? profitieren die ge-kinder auch noch in der mittelstufe vom "sozialen miteinander"? ich stelle mir vor, dass man dann dazugehören will, das aber sehr schwierig ist, wenn man die laufenden gespräche nicht nachvollziehen kann bzw. immer merkt, dass sich das gegenüber einem freundlich zuwendet, aber mehr halt auch nicht. und das muss doch frustrieren und weh tun.

    Klasse 7. Wie das weitergehen wird, vermag ich sowieso noch nicht zu sagen. Die GE-SuS sind tatsächlich schon 1-2 Jahre älter als ihre Mitschüler, da sie vor der GS noch eine Vorschule besucht haben. Sie wollen defintiv dazugehören, mitreden, nicht nur am Rand stehen. Diese Woche habe ich die M-chen eine Gruppenarbeit bearbeiten lassen, während die Förder-SuS eigenständige Aufgaben zum Thema unter intensiverer Anleitung von mir und mit Unterstützung des I-Helfers bearbeitet haben. Die Nebensitzer der GE-SuS haben sich dazu an einem anderen Tisch mit weiteren SuS zusammengesetzt, fanden die GE-chen direkt doof, dass die weggingen und wollten am Liebsten dabei sein oder dass die wieder zurückkommen. Die Klasse macht das an vielen Stellen sehr gut mit den Förder-SuS, muss aber z.B. auch darauf hingewiesen werden nicht wegzuhören und untereinander zu schwätzen beginnen, wenn die Förder-SuS aufgerufen werden und für die Antwort eben etwas länger benötigen als der Rest der Klasse. Spannungen gibt es also unter der Oberfläche einige, aber insgesamt funktioniert das soziale Miteinander in der Klasse doch sehr gut, weil eben z.B. bei der Sitzordnung sehr gezielt auf Durchmischung geachtet wurde, so dass die Förder-SuS nicht gesammelt in einer Ecke sitzen, weil gerade in 5/6 KLassenlehrerstunden sehr intensiv genutzt wurden, um Konfliktklärung zu betreiben und Regeln für ein konstruktives Miteinander zu finden, bei Bedarf (auch auf Anregung/Wunsch der Klasse) zu verändern und zu etablieren, etc.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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