Sind Klassenfahrten in jedem Fall verpflichtend?

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    • chemikus08 schrieb:

      Ich Frage mich ernsthaft, wie Klassenfahrten in der heutigen Zeit, noch mit dem Arbeitszeitgesetz zu vereinbaren sind. Bereitschaftszeiten sind Arbeitszeiten. Also nur, wenn ich mir die Ohrstöpsel in die Ohren stecke, mein Handy ausschalte und von 2000 bis 0700 morgens nicht mehr erreichbar bin, habe ich meine Ruhezeit eingehalten, wie soll das funktionieren, wenn nur zwei Personen eine Klasse begleiten dürfen? Denn der Kollege der in der Nachschicht kontrolliert hat und Ansprechpartner war, hat jetzt nach Arbeitszeitgesetz Feierabend. Also müssten mindestens 4 Kollegen für eine Klasse eingeteilt werden. Berücks man die Regeln zur Mehrarbeit werden es 5"Kollegen. Bei Fahrtennmit zwei Klassen kann man dann wegen der Synergieeffekte auf sieben Kollegen runter regulieren, aber weniger dürften es nicht sein. Und jeder SL der meint, er müsse Kollegien dienstverpflichtet, weil das in den jeweiligen Schulvorschriften so vorgesehen ist, der sollte dann aber genügend Lehrkräfte mitschicken, damit diese Vorgaben eingehalten werden.
      Die Remonstration mit o.g. Begründung wäre ein guter Weg seinen Unwillen zu dokumentieren. Den Tarifbeschäftigten Kollegen (m,w,d) rate ich zu einer verbindlichen Anfrage bei der Unfallkasse. Wäre sehr interessant, was da raus kommt.
      Damit wären wir im Übrigen wieder bei der Ausgangsfrage
      Ganz einfache Antwort: Das Arbeitszeitgesetz ist u.a. auf Beamte nicht anwendbar. Zumindest für Niedersachsen kann ich nach Anfrage bei einem Dezernatsleiter der LSchB zudem aussagen, dass auch die in der Arbeitszeitverordnung für Beamte festgelegte Ruhepausenzeit keine starre Bestimmung, sondern in gewissen Grenzen flexibel zu handhabende Orientierung ist, um den Anforderungen an die zeitliche Flexibilität der Aufgabenerfüllung von Lehrkräften zu entsprechen. Im Übrigen ist die Arbeitszeitverordnung für Beamte ohnehin nicht auf Lehrkräfte anwendbar, diese haben eine eigene Arbeitzeitverordnung, in der keine Ruhepausenregelung zu finden ist ;)
    • Für NRW ist das sachlich falsch, in der Verordnung über die Arbeitszeit von Beamtinnen und Beamten im Land Nordrhein-Westfalen ist klar eine elfstündige Ruhezeit als Soll-Bestimmung festgelegt. Als Ausnahme müssen zwingende dienstliche Gründe vorliegen, als Beispiel wird der Justizvollzugsdienst genannt.

      Dass die Übernachtung der 5b in der Jugendherberge tatsächlich einen zwingenden dienstlichen Grund in dem Sinne darstellt, wage ich als Laie erst einmal zu bezweifeln...
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Für NRW ist das sachlich falsch, in der Verordnung über die Arbeitszeit von Beamtinnen und Beamten im Land Nordrhein-Westfalen ist klar eine elfstündige Ruhezeit als Soll-Bestimmung festgelegt. Als Ausnahme müssen zwingende dienstliche Gründe vorliegen, als Beispiel wird der Justizvollzugsdienst genannt.

      Dass die Übernachtung der 5b in der Jugendherberge tatsächlich einen zwingenden dienstlichen Grund in dem Sinne darstellt, wage ich als Laie erst einmal zu bezweifeln...
      Sorry Nele, aber es ist in NRW genau wie in Niedersachsen: §1 AZVO Abs. (2) "Diese Verordnung gilt nicht für (....) 3. Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen (...).
    • Soweit ich mir das bisher erschließen konnte, geht es vor allem darum, dass Lehrkräfte neben der eigentlichen Unterrichtsverpflichtung und einigen Besprechungen ja weitgehend ungebundene Arbeitszeit haben und diese selbständig festlegen und ausgestalten können. Der Dienstherr kann hier gar nicht sicherstellen, dass sich Lehrkräfte an die 11-Stunden Ruhepause halten. Andersherum kann eine Lehrkraft auch nicht durch selbständige Entscheidung, abends 23 Uhr noch Unterrichtsvorbereitung zu machen, ihren Arbeitsbeginn für den Folgetag auf 10 Uhr hinausschieben.

      Ob Klassenfahrten zwingende dienstliche Gründe für eine kurzzeitige Aufweichung der Ruhepausezeiten darstellen, vermag ich auch nicht zu sagen. Unsere Dienstherren haben sich hier aber bewusst die Freiheiten offen gehalten. Ich tendiere aber dazu, dass aufgrund der Seltenheit von Fahrten (i.d.R. höchstens einmal im Jahr) eine solche Aufweichung als zumutbar zu gelten hat, wenn entsprechende Ausgleichszeiten zur Verfügung stehen. Damit meine ich explizit keine 1:1 Anrechnung auf Deputatsstunden, sondern erweiterte Erholungszeiten in zeitlicher Nähe zur Fahrt.
    • Seph schrieb:

      Damit meine ich explizit keine 1:1 Anrechnung auf Deputatsstunden, sondern erweiterte Erholungszeiten in zeitlicher Nähe zur Fahrt.
      Herrliches Juristendeutsch, das zu definieren wäre: Sind 4 Wochen bis zu den nächsten Ferien noch eine ausreichende zeitliche Nähe oder dürften Klassenfahrten demnach nur maximal 2 Wochen vor Ferien stattfinden? Sind einwöchige Ferien ausreichend angesichts von Korrekturen und Unterrichtsvorbereitungen, die in dieser Zeit meist zu leisten sind oder könnten Klassenfahrten damit nur vor wenigstens 14tägigen Ferien stattfinden? Wie sieht es mit der Entlastung aus, wenn man inklusiv beschulte SuS mit auf der Klassenfahrt hat mit unter Umständen erhöhtem Arbeitsaufwand für die Lehrkräfte, die die Fahrt begleiten (und alle Zeiten absichern müssen, während der Inklusionshelfer aller Art frei haben)? Aus der Perspektive des Dienstherren ist das eine sehr entspannte Vorgabe, zumindest, solange niemand auf dem Klageweg versucht Klarstellung zu erzwingen in entsprechend gelagerten Fällen.
    • Seph schrieb:

      ... erweiterte Erholungszeiten...
      Wahrscheinlich ist damit einfach nur gemeint, dass man im Anschluss zur Fahrt dann halt eine Woche lang früher zu Bett geht.

      Alle typischen schulischen Aufgaben kann man ja i.d.R. nur verschieben und nicht ausfallen lassen, so dass hierdurch kein zeitlicher Ausgleich möglich ist.

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • CDL schrieb:

      Seph schrieb:

      Damit meine ich explizit keine 1:1 Anrechnung auf Deputatsstunden, sondern erweiterte Erholungszeiten in zeitlicher Nähe zur Fahrt.
      Herrliches Juristendeutsch, das zu definieren wäre: Sind 4 Wochen bis zu den nächsten Ferien noch eine ausreichende zeitliche Nähe oder dürften Klassenfahrten demnach nur maximal 2 Wochen vor Ferien stattfinden? Sind einwöchige Ferien ausreichend angesichts von Korrekturen und Unterrichtsvorbereitungen, die in dieser Zeit meist zu leisten sind oder könnten Klassenfahrten damit nur vor wenigstens 14tägigen Ferien stattfinden? Wie sieht es mit der Entlastung aus, wenn man inklusiv beschulte SuS mit auf der Klassenfahrt hat mit unter Umständen erhöhtem Arbeitsaufwand für die Lehrkräfte, die die Fahrt begleiten (und alle Zeiten absichern müssen, während der Inklusionshelfer aller Art frei haben)? Aus der Perspektive des Dienstherren ist das eine sehr entspannte Vorgabe, zumindest, solange niemand auf dem Klageweg versucht Klarstellung zu erzwingen in entsprechend gelagerten Fällen.
      Jupp, da hat es sich der Dienstherr wirklich gemütlich gemacht, indem er per definitionem die entsprechende Ruhezeitregelung gar nicht erst weiter beachten muss. Aus Perspektive der Lehrkräfte gibt es die beiden Instrumente "Eigenverantwortliche Planung von Arbeitszeiten" und die dadurch teils machbare Glättung von Spitzenbelastungen durch Umverteilung und die gute alte "Überlastungsanzeige", wenn es nicht mehr passt. Aus Sicht des Kollegiums gibt es u.a. das Instrument "Fahrtenkonzept", in dem z.B. sinnvolle Zeiträume von solchen Fahrten außerhalb von sonstigen Spitzenbelastungszeiten vereinbart werden könnten.
    • Mikael schrieb:

      Seph schrieb:

      ... erweiterte Erholungszeiten...
      Wahrscheinlich ist damit einfach nur gemeint, dass man im Anschluss zur Fahrt dann halt eine Woche lang früher zu Bett geht.
      Alle typischen schulischen Aufgaben kann man ja i.d.R. nur verschieben und nicht ausfallen lassen, so dass hierdurch kein zeitlicher Ausgleich möglich ist.

      Gruß !
      Dabei verkennst du (und aus niedersächsischer Perspektive zurecht), dass in den meisten Bundesländern Schulfahrten zu den zwingenden dienstllichen Aufgaben gehören und insofern innerhalb der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit von vorneherein mitgedacht gehören und natürlich über Verschiebung von Aufgaben die Glättung entstehen soll.
    • Seph, das sind alles sehr schöne Formulierungen, die dem KuMi und den Regierungspräsidien ganz sicherlich ebenso gefallen werden wie den Schulleitungen.

      Auch den Kollegen, die bei vollem Deputat und 2 Korrekturfächern plus Klassenlehrerfunktion und Personalratsposten (o. Ä.) „erweiterte Erholungszeiten in Feriennähe“ erhalten, die ihre Arbeitszeiten „eigenverantwortlich planen“ (volles Deputat 49 Wochenstunden, wenn die Ferien komplett frei sind) und es also schaffen, in täglich 9,8h den Unterricht als auch die wöchentlichen Korrekturen einzubauen (25 Klassenarbeiten pro Schuljahr), natürlich auch die kompetenzorientierte, an Leitperspektiven ausgerichtete Feiertagsdidaktik mit Kompetenzraster. Und die an einer Schule arbeiten, an der die Fahrten außerhalb von „Spitzenbelastungszeiten“ stattfinden.

      Wann genau wären die?
    • Fraggles schrieb:

      Seph, das sind alles sehr schöne Formulierungen, die dem KuMi und den Regierungspräsidien ganz sicherlich ebenso gefallen werden wie den Schulleitungen.

      Auch den Kollegen, die bei vollem Deputat und 2 Korrekturfächern plus Klassenlehrerfunktion und Personalratsposten (o. Ä.) „erweiterte Erholungszeiten in Feriennähe“ erhalten, die ihre Arbeitszeiten „eigenverantwortlich planen“ (volles Deputat 49 Wochenstunden, wenn die Ferien komplett frei sind) und es also schaffen, in täglich 9,8h den Unterricht als auch die wöchentlichen Korrekturen einzubauen (25 Klassenarbeiten pro Schuljahr), natürlich auch die kompetenzorientierte, an Leitperspektiven ausgerichtete Feiertagsdidaktik mit Kompetenzraster. Und die an einer Schule arbeiten, an der die Fahrten außerhalb von „Spitzenbelastungszeiten“ stattfinden.

      Wann genau wären die?
      Hand aufs Herz: Die eigentliche Unterrichtszeit nimmt pro Woche etwa 20 Zeitstunden ein, mit den Aufsichten, für die man eingeplant ist, Dienstbesprechungen und ggf. Vertretungsstunden kommen vlt. noch etwa 3-5 Zeitstunden hinzu. Dann bleiben in vielen Wochen immer noch ca. 20 Zeitstunden (oder 4 Stunden pro Tag noch in Freistunden in der Schule oder zu Hause, wenn man das WE freihält UND Freitags zu Hause noch arbeitet) für die Vorbereitung von Unterricht und Korrekturen. Mit diesen kommt man eigentlich ganz gut hin. Als Berufsanfänger wird man sicher etwas mehr Zeit in die Vorbereitungen stecken, wird sich dafür vlt. nicht gleich in Tätigkeiten wie Personalrat (für die man i.d.R. Abminderungsstunden erhalten sollte) stürzen. Bei erfahrenen Kolleginnen und Kollegen verschiebt sich das dann unter Umständen etwas.

      Und ich wiederhole es gerne: Merkt man persönlich, dass man mit dieser Zeit so gar nicht hinkommt, ist es an der Zeit, dass dafür vorgesehene Mittel der Überlastungsanzeige zu nutzen. Das dauerhafte Wiederholen der gleichen Beschwerden, die ich individuell durchaus nachvollziehen kann, helfen einem leider gar nicht. Und ja: bei uns finden Klassenfahrten v.a. kurz nach Beginn des Schuljahres statt, ein Zeitpunkt, zu dem noch keine Klausuren stattfinden und der weit weg ist von Abschlussprüfungen, Zeugniskonferenzen u.ä.

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    • Seph schrieb:

      Hand aufs Herz: Die eigentliche Unterrichtszeit nimmt pro Woche etwa 20 Zeitstunden ein, mit den Aufsichten, für die man eingeplant ist, Dienstbesprechungen und ggf. Vertretungsstunden kommen vlt. noch etwa 3-5 Zeitstunden hinzu. Dann bleiben in vielen Wochen immer noch ca. 20 Zeitstunden...
      Sorry, aber das ist eine typische Milchmädchenrechnung, die nur von Leuten kommen kann, die entweder keine Ahnung vom Beruf haben, im Auftrag des Kultusministeriums schreiben oder sich den Lehrerberuf in naivem Idealismus schönträumen.

      In Niedersachsen bin ich bei 23,5 Stunden Unterrichtsverpflichtung locker durchschnittlich 6 Zeitstunden pro Tag an der Schule, wenn man alles einrechnet, von Vetretungen, Springstunden, Aufsichten, der gelegentlichen Nachmitags-Dienstbesprechung und -Konferenz.

      Und ja, auch die "Pausen" sind keine Pausen sondern Arbeitszeit, in jedem anderen akademisch geprägten Berufsfeld kommt niemand auf die Idee, den Gang auf die Toilette, zur Kaffeemaschine, das Gespräch mit Klein-Kevin auf dem Gang, die Wege im Schulgebäude zwischen den Unterrichtstunden, das Warten in der Schlange vor dem Kopierer oder auch nur der Scherz mit dem Kollegen von der Arbeitszeit abzuziehen. Auf so verqeure Gedankengänge können echt nur Lehrer kommen...

      D.h. in einer durchschnittlichen Unterrichtswoche sind schon eimal 30 Zeitstunden weg, ohne das großartig Unterricht vorbereitet, nachbereitet oder auch nur Klausuren korrigiert wurden. Möglicherweise gibt es Ausnahmen wie z.B. den Latein-Lehrer, dessen Unterrichtsvorbereitung aus dem Abstauben der Cäsar-Lekture besteht, oder dem Sportlehrer, der sich überlegt, welche Farbe der Ball denn haben sollte, den er heute für den Unterricht braucht...

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Mikael ()

    • Also nochmal.

      Also bei 25h Deputat soll man 49 Zeitstunden pro Woche arbeiten (wenn man in den Ferien keinen Handstreich tut).
      D. h. pro Tag 9,8h Arbeitsstunden.
      In diese Arbeitsstunden fällt die Unterrichtszeit (7.45-13h => 5 Zeitstunden am Montag z. B.), bleiben noch 4,8h für die Unterrichtsplanung und Korrekturen.

      Bei 2 Korrekturfächern fällt pro Woche ca. eine Klassenarbeit an (bei mir zwischen 24 und 30 Heften).

      Hand aufs Herz. Ich halte die 9,8h pro Tag ein. Bei Korrekturen sind es mehr. Manchmal muss am WE gearbeitet werden.


      Ist ja auch ok bei vollem Deputat.

      Wenn ich in den Ferien korrigiere (in den Herbstferien habe ich 2 von 5 Stapeln korrigiert, eine Deutschklausur der KS 1 und eine Französischarbeit der 10er), dann arbeite ich in den Wochen etwas weniger (49h gelten nur dann, wenn man wie gesagt komplett frei macht).

      Klassenlehrergeschäfte sind je nach Klasse kaum zeitaufwändig oder recht intensiv. Hab dieses Jahr mal wieder eine Klasse mit viel Betreuungsbedarf.

      Ich denke, dass auch hier wieder ein Einwand à la Kultusministerium/Fachberater RP kommen wird.
      Da braucht man schon eine starke Mitarbeitervertretung als Gegenpol.

      Ein realistischer Blick auf die Praxis hat auch mit Ehrlichkeit gegenüber sich selbst zu tun; mit Empathie und Mitgefühl. Nicht zuletzt mit Resilienz und Achtsamkeit

      (lehrer-coachinggruppen.de).

      Wer sich für die oben genannten Zahlen interessiert (hier findet sicherlich bald eine Gegenprüfung statt ;): die Daten stammen von der GEW BW.

      wir sind im Personalrat folgendermaßen zusammengesetzt: 2x GEW, 3x Philologenverband. Ergänzen uns eigentlich ganz gut in den Interessen (was die Mitarbeiterinteressen angeht).

      Ehrlich gesagt: ich weiß nicht, ob man das mit 63 z. B. noch so locker wegsteckt wie mit 37.
      Wir arbeiten beide Vollzeit und können später dann in die Teilzeit wechseln, wenn‘s nicht mehr geht. Das ist gut.

      Abgesehen von alledem: zufrieden macht es doch, Dinge wirklich gut zu machen - Feiertagsdidaktik. Das Abspulen von 25h ist nichts Schönes. Es fehlt oft die Tiefe.

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      Beitrag von Fraggles ()

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    • Seph schrieb:

      Hand aufs Herz: Die eigentliche Unterrichtszeit nimmt pro Woche etwa 20 Zeitstunden ein, mit den Aufsichten, für die man eingeplant ist, Dienstbesprechungen und ggf. Vertretungsstunden kommen vlt. noch etwa 3-5 Zeitstunden hinzu. Dann bleiben in vielen Wochen immer noch ca. 20 Zeitstunden (oder 4 Stunden pro Tag noch in Freistunden in der Schule oder zu Hause, wenn man das WE freihält UND Freitags zu Hause noch arbeitet) für die Vorbereitung von Unterricht und Korrekturen. Mit diesen kommt man eigentlich ganz gut hin.
      Genau so eine Antwort hatte ich schon erwartet und es erklärt deinen gelassenen Standpunkt den Fahrten gegenüber.
      Wenn SuS alt genug sind, dass man sie nicht im Blick halten muss, wenn keine Kinder mit Erkrankungen und Beeinträchtigungen 24/7 zu betreuen sind und das Schuljahr so locker ist, dann sind Klassenfahrten sicher eine schöne Abwechslung. Fand ich übrigens früher auch!
      Wenn es in deiner Situation so entspannt ist, dann freu dich daran und fahr gerne 2-3x im Jahr auf Klassenfahrt.

      Ich teile die Einschätzungen von @Mikael gar nicht häufig, bin oft selbst eine derer, die "der Kinder zuliebe" so manches übernehmen, denen er gern den Spiegel vorhält, teilweise zu Recht, aber in dieser Hinsicht bin ich gleicher Meinung.

      Und auch ich frage mich, an welcher Stelle im Schuljahr die "entspannte Situation" eintritt, die es ermöglichen soll, die Überstunden abzubummeln, die man während einer Klassenfahrt bekommt. Dafür braucht es keine 2 Korrekturfächer in SekI/II.
      Zu Schuljahresbeginn mit den vielen Sachen, die zu organisieren sind, Lernstandsüberprüfungen, Einarbeitung der Abordnungen uvm, nach einigen Wochen zu den ersten Arbeiten und häufig Gesprächen, zur Krankheitswelle im Herbst, wenn LuL längerfristig ausfallen und der Vertretungsunterricht auf den Tisch muss, zur Abordnugswelle, wenn der Stundenplan durchgewirbelt wird, eine weitere Klassenleitung im Stamm verteilt wird und irgendeine Vertretung einzuarbeiten ist, im Herbst zu den Elterngesprächen, rund um Weihnachten, mit den Zeugnissen, nach Beginn des 2. Halbjahres wieder Organisation und Einarbeitung der Abordnungen, mit den FöS-Meldungen, die aus unerklärlichen Gründen bis dahin warten sollten, mit weiteren Elterngesprächen, Übergaben, Schulveranstaltungen, Einschulungs-Vorbereitungen, Zeugnissen ... irgendwie ist es nie "ruhig" oder "entspannt" und Unterricht ist irgendwie auch "so ganz nebenbei".
      Sicherlich kommt die spezielle Situation der eigenen Schule hinzu, z.B. ständiger Lehrermangel und -wechsel, aber der zeigt sich an immer mehr Schulen.

      Die Überlastungsanzeigen sind längst geschrieben. Was bringen sie? Nichts ... oder aber weitere Konferenzen und FoBi-Angebote, in denen einem keiner erklären kann, wie man den Kreis zum Quadrat bringt und die Verantwortung wieder bei den Lehrkräften absetzt.
      Die Arbeitszeiterhebung in Nds. hat ja klar dargelegt, wie viel LuL arbeiten, die Arbeitszeitkommission hat das anerkannt und Forderungen aufgestellt,
      das ISF Bremen hat mehrfach dargelegt, dass die aufgetragenen Aufgaben in diesem BL nicht zu schaffen sind. In anderen BL sieht das nicht besser aus.

      Klassenfahrten in Nds. sind freiwillig und ich verzichte zurzeit darauf, welche zu unternehmen.
      Tatsächlich finden Eltern das zwar sehr schade, zeigen aber durchaus Verständnis, wenn man ihnen die Situation erläutert.
    • In diesem Zusammenhang (Arbeitszeit) vielleicht auch ganz interessant:

      Sechs Stunden pro Tag reichen völlig aus
      ...
      Mitarbeiter, die nur sechs Stunden am Tag arbeiten, sind motivierter und zufriedener und werden weniger oft krank, wie ein Test in einem Altenheim in Göteborg ergab, in dem der Sechsstundentag eingeführt worden war.

      Auch eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belegt: Zu lange Arbeitstage gefährden die Gesundheit. "Psychisch und physisch gesund bleibt der Mensch vor allem dann, wenn er grundsätzlich mit seinem Leben zufrieden ist. Wer den Eindruck hat, dass sich alles der Arbeit unterordnen muss, wird auf Dauer unzufrieden, unproduktiv und letztendlich krank."

      Großer Nachteil: Das Ganze ist teuer. Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter nur sechs Stunden am Tag beschäftigen, brauchen sie mehr Personal, zumindest in den Branchen, wo eine gewisse Anzahl an Menschen immer vor Ort sein muss, wie etwa in der Pflege, in Kitas oder in Krankenhäusern.
      spiegel.de/karriere/sechs-stun…rzt-werden-a-1238407.html

      Natürlich hat man bei der Aufzählung der Bereiche, in denen man mehr Personal bräuchte, die Schulen vergessen. Aber die arbeiten ja sowieso nicht mehr als 6 Stunden am Tag, wie sogar hier einige Foristen meinen. Also: Generelle Arbeitszeitverkürzung auf sechs Stunden pro Tag für alle! Bis auf die Lehrer, diese f... Säcke!


      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • Ich kenne übrigens die Zahl von 46 Stunden und 38 Minuten Soll, wenn die Ferien dann komplett frei sind (aber welcher Korrekturfachlehrer hat das schon?), s. hier z.B.:

      spiegel.de/lebenundlernen/schu…ie-zu-viel-a-1190380.html

      Als Teilzeitler mit 50 % müsste ich demnach also 23 Stunden und 18 Minuten arbeiten.

      Ich bin aber alleine schon 14 Stunden und 15 Minuten pro Woche nur durch meine Unterrichtsverpflichtung in der Schule anwesend. Und das auch nur, weil ich dieses Schuljahr 1,5 Entlastungsstunden habe. Da bleiben mir also unter 10 Stunden für alles andere. Das kommt im Leben nicht hin, zumal wir fast wöchentlich irgendeine Zusatzveranstaltung haben.
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