Leistungsbewertung als Gegenstand in der Uni oder im Referendariat (aus "Umfrage: Masterarbeit zur Beurteilung von Schülerleistungen)

  • Erst etwas über Leistungsbewertung im Fach xy lernen,

    leicht offtopic, aber hat irgendjemand an der uni oder im Ref irgendetwas über Leistungsbewertung - insbesondere "klassische" Notenfeststellung - gelernt, was über den Rechtsrahmen hinausging? Bei uns gab es dazu exakt nichts (dafür ellenlange Vorträge, wie man die Note 6 positiv formuliert).

  • Ja, zur Leistungsbewertung habe ich in Englisch Didaktik ein Seminar besucht (mit Schwerpunkt auf der Bewertung mündlicher Leistungen). Das war ganz hilfreich aber nicht sehr konkret.


    Im Ref wurde das nicht thematisiert.

  • Ja. Wir haben in der Fachdidaktik in der Theorie darüber gesprochen und auch alle mal eine Prüfung bewertet um zu sehen, wie unterschiedlich das Resultat ausfällt. Ich habe auch während der praktischen Phasen Prüfungsfragen erstellt bzw. Prüfungen provisorisch bewertet. Unter erfahrenen Kollegen ist die Erwartungshaltung und auch die Leistungsbeurteilung längst nicht so verschieden, wie gerne mal getan wird. Als Fachperson hat man hoffentlich eine sehr klare Vorstellung davon, über welche Kompetenzen ein junger Mensch im jeweiligen Bereich verfügen sollte und welches Fachwissen nötig ist um die entsprechenden Kompetenzen auch zeigen zu können.

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    Noch schlimmer? Was kann denn noch schlimmer sein? Jehova! Jehova! Jehova!

  • leicht offtopic, aber hat irgendjemand an der uni oder im Ref irgendetwas über Leistungsbewertung - insbesondere "klassische" Notenfeststellung - gelernt, was über den Rechtsrahmen hinausging? Bei uns gab es dazu exakt nichts (dafür ellenlange Vorträge, wie man die Note 6 positiv formuliert).

    Ja, Didaktikseminar in Deutsch zu Aufsatzbewertung. Im Ref auch. Was heißt aber schon Rechtsrahmen? *Dass* ich ein Didaktikseminar machen musste, war Pflicht; Zeitpunkt bzw. Thema habe ich mir ausgesucht. Auch im Ref, sowohl in Deutsch als auch in Englisch - war sicher auch Pflicht, aber der Umfang variabel, war damit zufrieden.


    Aber alles nur schriftliche Noten. Zu mündlichen Noten habe ich nie etwas gelernt, und die Uni tut gut daran, das Thema nicht anzusprechen, weil sonst unschöne Wahrheiten fallen müssten. Ich habe keinen Respekt vor den üblichen mündlichen Noten, egal ob klassisch oder progressiv-reformpädagogisch-agil-zeitgemäß - sagen wir der Höflichkeit halber, nur vor meinen nicht, eure sind bestimmt ganz toll. :-)

    "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, daß auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)

  • Wir haben in irgendeinem Seminar (1980er) Sachen von Ingenkamp und Ziegenspeck zu Zensuren gelesen. Hat allen bewusst gemacht, wie relativ diese ganzen Ziffernnoten sind. Im Ref habe ich in Mathe gelernt, dass die Bewertung schriftlicher Arbeiten dort mehr schwanken kann, als gemeinhin angenommen wird. Auch in Physik ging’s um Bewertungen der mündlichen und schriftlichen Leistungen. So fühlte ich mich ganz gut vorbereitet.

    Beim Mündlichen habe ich die meisten Probleme, denn man möchte ja die SuS zur Beteiligung anregen und das beißt sich m. E. mit ständiger Bewertung (es sei denn, man bewertet die Quantität sehr stark). Dort hängt es sehr von der Klassenstufe ab, wie ich Qualität und Quantität wichte. Selbstverständlich müssen die Kriterien den SuS möglichst klar sein.

    Herr Rau Warum hast du vor mündlichen Noten keinen Respekt? Werden die bei euch mit dem Salzstreuer verteilt?

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Warum hast du vor mündlichen Noten keinen Respekt? Werden die bei euch mit dem Salzstreuer verteilt?

    Nö ... die werden gemeinhin gewürfelt.

    Schau mal, das sind meine

    https://www.timetex.de/lehrmit…the-wuerfel-10-tlg.-16-mm

    Für 13, 14 und 15 Punkte habe ich einen Extra Würfel

    1 Seite mit 13 P

    1 Seite mit 14 P

    1 Seite mit 15 P

    3 Jokerseiten. Die SuS haben dann Glück .. da wird noch mal gewürfelt ...


    Für 0 P nutze ich das + und -


    Ich suche mir - je nach Vorleistung in der Oberstufe - den jeweils richtigen Würfel raus ... bei der 1. Klausur im SJ / SJHalbjahr arbeite ich immer mit dem + und -

    Für die SI brauche ich ja nur den Würfel mit 1 bis 6. Vll. noch einen mit + und - ...

  • Flipper79 Machst du hoffentlich im Rahmen deiner Stochastik- Unterrichtsreihen auch entsprechend transparent🤣

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Wie, Flipper. Du würfelst noch? Ich habe mir dafür eine Excel-Formel zusammengestellt. Alle Namen in die Tabelle. Formel dahinter einfügen. Copy & Paste. Peng, alle Noten fertig.

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Flipper79 Machst du hoffentlich im Rahmen deiner Stochastik- Unterrichtsreihen auch entsprechend transparent🤣

    Natürlich Marie. Ich brauche doch einen Anwendungsbezug ...

    Mein Schulleiter wirft mir nur vor, dass ich nicht kompetenzorientiert arbeite bei diesem Würfelproblem. Ich weiß gar nicht, was er hat.:pfeifen:


    @ Frosch: Danke für den Tipp :top:

  • Hier ist die Datei.

    Ich hoffe, ich habe alle persönlichen Informationen, die auf mich hinweisen könnten, entfernt. ;)

    *schwitz*


    kl. gr. frosch

    Dateien

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  • Nachtrag: ich hoffe, dass jedem klar ist, dass ich das natürlich nicht so nutze. Die Datei habe ich gerade auf die Schnelle angelegt. Wirklich.


    kl. gr. frosch

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  • leicht offtopic, aber hat irgendjemand an der uni oder im Ref irgendetwas über Leistungsbewertung - insbesondere "klassische" Notenfeststellung - gelernt, was über den Rechtsrahmen hinausging? Bei uns gab es dazu exakt nichts (dafür ellenlange Vorträge, wie man die Note 6 positiv formuliert).

    An der PH hatte ich glaube ich zwei Seminare, in denen es um Notenfeststellung ging. Einmal in Päd, einmal in Politik - Bili- Fachdidaktik, wo es beispielsweise um Fragen der Fehlerbewertung bei fremdsprachliche Fehlern im Sachfach ging. Die 2.Dozentin war Lehrerin an einer Realschule mit Bili-Zug und hat uns Schülerarbeiten mitgebracht, um uns für das Problem anhand von Praxisbeispielen zu sensibilisieren und zu schulen. Das war ziemlich gut, da ziemlich konkret und aus der Praxis heraus. Im Ref wurde das dann in allen Kursen (Schulrecht, Päd, sämtliche Fachdidaktiken) aus verschiedenen Blickwinkeln thematisiert. In Französisch bekamen wir so beispielsweise Vokabeltests vorgelegt, die die SuS der LB geschrieben hatten zur Korrektur und Benotung anhand der vorliegenden Liste. Davon ausgehend haben wir Kriterien besprochen. Auch mündliche Klassenarbeiten wurden in Französisch besprochen. In Wirtschaft wurden beispielsweise alternative Leistungsformate wie Lerntagebuch oder Aspekte der mündlichen Bewertung besprochen. In Gemeinschaftskunde ging es in einer Sitzung um die Konzeption von Klassenarbeiten und die Feststellung von Fachnoten. Das ergänzte sich insofern alles, wobei immer auch Fachspezifika herausgearbeitet und behandelt wurden. Da wir immer aufgefordert waren eigene Beispiele aus der Praxis (Klassenarbeiten der Mentoren oder bereits selbst erstellte) mitzubringen, war das auch immer sehr vielfältig, worüber wir diskutieren konnten. An meinem Ausbildungsseminar gab (und gibt) es bei solchen Themen, die alle Fachbereiche betreffen klare Absprachen, welches Fach was thematisiert, bzw. wer auf welche Schwerpunkte eingeht, damit sich das nicht ständig nur wiederholt, sondern sinnvoll ergänzt.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL ()

  • Im Lehrerzimmer hatte ich beobachtet, dass manche Grundkursleiter mit einem Teilaspekt der Notenfindung ihre Schwierigkeiten haben. Und so kam es, dass eines Tages im Jahr meiner Pensionierung (2007) ein offiziell aussehendes Schreiben in den Fächern der Betroffenen lag (siehe Anhang). Zwei oder drei haben das tatsächlich für echt gehalten.


    Nicht ganz ernst gemeinte Handreichung fuer Kursleiter.pdf

  • Es steht ja oben drin, dass bei jeder Eingabe in ein Feld der Zufallsgenerator wieder zuschlägt. Ich ... weiß auch nicht, ob man das ändern kann.

    Vielleicht kann man ein Makro programmieren, welches den Zufallsgenerator nur auf Knopfdruck auslöst.

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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  • Soso, Frosch, jetzt muss ich mir doch mal überlegen, ob ich so einen Schlickefänger als Direx haben will.

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  • Es steht ja oben drin, dass bei jeder Eingabe in ein Feld der Zufallsgenerator wieder zuschlägt.

    Ergibt ja auch Sinn, eigentlich müssten auch die Bemerkungen zufällig generiert werden. "Weiter so!", "Du kannst mehr, wenn du willst" oder "Das war enttäuschend:-(" passen doch immer irgendwie:D


    Edit: gibt es auch die Möglichkeit, bestimmten Namen Notenbereiche zuzuordnen? Also in etwa Abdul und Kevin 4-6, Sophia und Karsten 1-3?

  • Die Signatur hast du ja schon geändert. *heul* ;)

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