Apropos Alternativen... SPON zu Optionen für Lehrer

  • Habe den Artikel heute Mittag schon überflogen (nebenbei: ich lese nienienieNIEMALS die Kommentare des "Normalvolks" zu Schulthemen zwecks Schonung der Nerven und des Nackens vom Kopfschütteln) und fand das alles etwas fragwürdig.


    wir haben an der technischen BBS zwar sowieso weniger Chance auf "Krankenhauslehrer", aber Äquivalent wäre vielleicht Gefängnis. Das wird ab und zu mal ausgeschrieben... Und zwar geschätzt einmal alle 10 Jahre... Als zeitlich begrenzte Abordnung. Wenn man aus dem staatlichen system raus will, bringt das also gar nichts. Wenn man dauerhaft vom Eltern (bei uns eher Betriebs-) Theater weg will, Dank der Zeitbegrenzung und der limitierten Stundenzahl auch nicht. Und die Chance, dass man eine dieser sehr seltenen Abordnungen ergattert dürfte sowieso sehr gering sein.


    Nun mag es mehr Krankenhäuser als Gefängnisse geben, aber dass dann die Fächer, Schulform und der Einsatzort passen, scheint mir auch eher ein Sechser im Lotto zu sein.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich halte diesen Vorschlag für ziemlich realitätsfremd.


    Nachtrag: Die ebenfalls erwähnte Abendschule läuft bei uns in RLP übrigens schlicht und einfach an stinknormalen berufsbildenden Schulen neben dem "Morgenunterricht". Das hat noch VIEL weniger Potential zu etwas, was auch nur annähernd einem Ausstieg gleich kommt.

    Don't ask me what I think of you, I might not give the answer that you want me to.

    (Fleetwod Mac - Oh Well)

  • In die Richtung gehen die konstruktiven Beiträge im Kommentarbereich bei SPON auch, sowohl was die Chancen auf Abordnungen ins Krankenhaus angeht als auch deine Einschätzung bzgl. Abendschulen.

    Ich lese tatsächlich die Kommentare des "Normalvolks" ganz gern und kann mich meistens darüber sogar amüsieren. Nur während des Distanzunterricht ist das öfter mal umgekippt, da war ich wohl besonders dünnhäutig und die Kommentare gleichzeitig besonders ignorant.

  • Schönes Beispiel für das Gegenteil von einer Beratung.


    (Edit: wahrscheinlich ist es die Rache einer Person, die zu oft ungefragt Ratschläge von Lehrkräften erhalten hat8))

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Als jemand, der in NRW nur im Abendbereich unterrichtet, kann ich sagen "Die Option ist da", eingestellt zu werden aber sehr schwer. Reine Abendgynasien sterben aus und es wird dementsprechend nur recht selten eine Stelle frei.

  • Die ebenfalls erwähnte Abendschule läuft bei uns in RLP übrigens schlicht und einfach an stinknormalen berufsbildenden Schulen neben dem "Morgenunterricht". Das hat noch VIEL weniger Potential zu etwas, was auch nur annähernd einem Ausstieg gleich kommt

    Kurze Nachfrage: Gibt es in RLP tatsächlich (nur) an den BBS die Möglichkeit, das Abitur nachzuholen?

    Hier in meinem Wohnort gibt es für Erwachsene, die auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abi oder die FHR machen wollen, zum einen - für Berufstätige - ein "Abendgymnasium", zum anderen - für Nicht-Berufstätige - ein "Kolleg" mit Tagesunterricht. Diese Schule befinden sich beide im selben Gebäude, sind aber nicht Teil einer BBS.

    Diese Schulformen sind auch recht gut besucht, da es in NDS so etwas wie ein "Weiterbildungskolleg" nicht gibt. Hier stirbt eher der Bildungsgang "Berufsoberschule" an den BBS aus. Davon gibt es mittlerweile meines Wissens nur noch zwei oder drei in ganz NDS.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • RLP: Es gibt zumindest in Mainz ein Abendgymnasium, mit einem Kolleg zusammen. Ganz unexistent ist es also nicht.

    Das Kollegium dort ist aber auch sehr klein. Es gibt sicher mehr Schulen, nur die Schule war mir noch persönlich bekannt.

  • Die Lehrerin stören ja primär drei Dinge:


    1. Der überzogene Leistungsanspruch (klingt nach Gym, auch wenn das nicht im Text angegeben ist)
    2. Der Klassenlärm (klingt nach viel Einsatz in Sek 1)
    3. Die Eltern (spricht auch für viel Einsatz in Sek 1)

    Zu 1.) Schulform wechseln vielleicht möglich? Oder Versetzung an eine Schule, bei der die Leistung nicht so sehr im Fokus steht? Im Endeffekt müssen aber eh die SuS die Leistung bringen, wenn sie das nicht tun, hat das eben entsprechende Konsequenzen.

    Zu 2.) Mehr Einsatz in Sek 2 (oft ruhiger), Lärm vorbeugen durch klarere Regeln (und die Durchsetzung der Regeln).

    Zu 3.) Mit Mathe hat sie ein Fach, in dem es leider oft schlechte Noten gibt und das versetzungsrelevanter ist als Nebenfächer. Vielleicht mehr Einsatz in Geschichte möglich? Vielleicht auch nicht von zu hohen Erwartungen der Eltern anstecken lassen, SuS haben je nach Jahrgangsstufe auch eine Bringschuld.


    Finde den Artikel etwas dünn, auf die Probleme wird gar nicht wirklich eingegangen. Die Kommentare habe ich nur überflogen, immerhin bisher wenig Lehrer-Bashing.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Die Lehrerin stören ja primär drei Dinge...

    Die Lehrerin ist 20 Jahre im Dienst, meinst du nicht, dass sie selbst die Unterschiede zwischen SekI und II kennt?


    Ratschläge sind Schläge sagt man doch, eben weil derjenige mit seinen Problemen nicht ernst genommen wird. "Sie sind doch erwachsen, reißen Sie sich mal zusammen..." sagt man doch nur, wenn man empathielos oder planlos ist.


    Die erste Frage müsste die nach dem aktuellen Befinden sein. Dann die nach den eigentlichen Problemen. Anschließend z.B. die nach bisherigen Lösungsversuchen, was funktioniert hat, was die Situation verschlimmert... Und am Ende können auch Alternativen wie "Psychologie studieren" "Ausbildung in einer Biogärtnerei" oder "Sabbatjahr ansparen" rauskommen. Dazu müsste der Beratende dann im Idealfall ein paar konkrete Tips zu den Interessen der zu Beratenden parat haben. Aber erst in der Lösungsphase. Nicht in der Phase, wo noch nicht mal dem Ratsuchende klar ist, was er/sie braucht und sucht.

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Ich frag mich ja bei diesen Artikeln immer, ob die da beim Spiegel immer noch einen Relotius ziehen und das frei erfinden oder ob tatsächlich jemand diese abstrusen Einzelfälle sucht und die mit den noch abstruseren Berufsberatern zusammen bringt. ;)

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