Ist man als Lehrkraft "verpflichtet" sich impfen zu lassen?

  • Mal leicht offtopic: Wäre eine "Selbstimpfung" eigentlich schwieriger, als sich Thrombosespritzen zu geben? Nach meinem Eindruck ist das auch nix großartig anderes, man muss ja keine Vene treffen oder sowas.

    Ich glaube tatsächlich ja, denn Thrombose macht man subcutan und Impfung intramusculär.

    Genau, das ist aber auch kein großes Problem. Natürlich gibt's auch dazu Youtube-Anleitungen. Man aspiriert heutzutage bei Impfungen wohl nicht einmal mehr. Mit der Aspiration vermeidet man eine versehentliche Injektion in ein Blutgefäß. Meist wird für intramuskuläre Selbstinjektionen der Oberschenkel empfohlen. Wenn man versucht, die Spritze in den Gesäßmuskel zu setzen, muss man aufpassen, nicht den Ischiasnerv zu treffen. Diese Stelle ist ohnehin etwas unübersichtlich.


    Viel Spaß und Erfolg!

  • In meinem Umfeld gibt es ein paar Leute über 18, die (noch) nicht geimpft sind. Ich wurde jedoch noch nie von einem von ihnen "vollgeschwurbelt". Das sind Leute, die aus verschiedenen Gründen Angst vor der Impfung haben. Die haben auch gesundheitliche Gründe für Ihre persönlichen Bedenken, ohne dass es für eine Kontraindikation reicht. Ich glaube nicht daran, dass da eine rechtliche Pflicht, voraussichtlich verknüpft mit entsprechenden Konsequenzen (Bußgeld, Haft) bei Nichterfüllung, hilft. Druck gegen Angst? Nein, danke. Zudem ist mir das Recht sehr wichtig, in Bezug auf den eigenen Körper frei entscheiden zu können.

    Diffuse, unbegründete Ängste sind ein schlechter Ratgeber für Entscheidungen einer solchen Tragweite. Und erst recht keine Begründung dafür, dass OPs von anderen verschoben werden müssen oder Unbeteiligte gar sterben müssten, weil es zu wenig Intensivbetten (mit Personal) gibt, um alle zu behandeln.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Meist hat's subcutan den gleichen Effekt. Also, einfach rein damit!


    PS: Natürlich alle Angaben ohne Gewähr! Ich hafte für nichts!

    Kommt noch substantiell etwas von dir oder weichst du der eigentlichen Debatte weiter aus, wie ohne eine Impfpflicht verhindert werden soll dass das Gesundheitssystem bei künftigen Wellen nicht so überlastet wird wie aktuell bereits?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ja, über die Folgen für die Gesellschaft sollte man definitiv sprechen. Vermutlich gehen da die Meinungen sehr auseinander. Ich höre mir gerne beide Seiten an.

    Für mich entscheidend fand ich den Satz (sinngemäß): Warum soll eine Gesellschaft denen nachgeben, die jetzt schon nicht berei sind, etwas für die Gesellschaft zu tun.

    Mh, ich hatte in meinem Umfeld nicht den Eindruck, dass diejenigen, die sich haben impfen lassen, die Menschen mit den "höheren" Motiven sind, sondern, dass beide Gruppen vor allem an sich und ihr nahes Umfeld gedacht haben.


    Die einen haben und hatten mehr Angst vor Covid-19 und wollen sich und nahe Angehörige durch eine Impfung vor einer Ansteckung und ihren möglichen Folgen schützen, die anderen haben mehr Angst vor der Impfung und wollen sich vor möglichen Impfschäden schützen und denken dabei auch an die Folgen für ihre Kinder, Familie, Angehörige; Schwangere auch an mögliche Folgen für ihr ungeborenes Kind etc.

    Später ging es einigen bei der Impfung sicher auch um persönliche Freiheiten.


    Mir ist noch niemand begegnet, bei dem ich den Eindruck hatte, bei der Impfung ging es primär um das große Ganze. Es ist natürlich ein angenehmer side effect, wenn man sich das hinterher auf die Fahnen schreiben kann.

  • Kommt noch substantiell etwas von dir oder weichst du der eigentlichen Debatte weiter aus, wie ohne eine Impfpflicht verhindert werden soll dass das Gesundheitssystem bei künftigen Wellen nicht so überlastet wird wie aktuell bereits?

    Ich habe oben schon geschrieben, dass ich leider keine Formel habe, mit der wir die Welt retten können.


    Fundierte Ideen zu nennen, würde mehr Zeit kosten, als mir gerade zur Verfügung steht. Weniger fundierte würden hier ohnehin zerfetzt. Keine Lösung zu haben, ist für mich noch kein Grund, Menschen, die Angst vor etwas haben, zu stigmatisieren.

  • Ich kenne 2, die auf die Totimpfstoffe warten wollten. Von der einen weiß ich es noch nicht, der andre ist mittlerweile geimpft und hat heute spontan eine Flasche Rotwein von mir bekommen, weil ich mich so gefreut habe. Wir haben dann beide gelacht. Er findet die Impfung nämlich nach wie vor doof und ist für "andre immunologische Maßnahmen" (was das ist, konnte er mir tatsächlich nicht sagen, weil ich wegmusste, aber er schickt mir einen link).

    Beides sind nette Menschen. Anders als die, die heute in Dresden (?) einen Impfbus mit Pyrotechnik angegriffen haben oder die, die auf Demonstrationen Kamerateams angreifen (war auch mal in den Medien).

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Mich würden andre Ideen schon interessieren. Auch wenn ich selbst absolut pro Impfen bin und mittlerweile für eine Impfpflicht. Dennoch. Ich bin schließlich kein Arzt oder Wissenschaftler, ich stelle mir meine Meinung halt zusammen, wie die meisten.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • (...)

    Mir ist noch niemand begegnet, bei dem ich den Eindruck hatte, bei der Impfung ging es primär um das große Ganze. Es ist natürlich ein angenehmer side effect, wenn man sich das hinterher auf die Fahnen schreiben kann.

    Natürlich ist der Moment der Impfung erst einmal eine ganz persönliche Erleichterung gewesen für mich und etwas, was ich auch um meiner selbst willen angesichts meines Risikos gemacht habe, wie auch um meiner Familie willen. Ich habe aber von Beginn an in dieser Pandemie mich nicht nur um meiner selbst willen oder meiner Familie willen versucht möglichst vernünftig zu verhalten, Regeln nicht auszureizen, deutlich vor Einführung einer Maskenpflicht begonnen Alltagsmasken, die ich mir besorgt habe als es keine FFP2-Masken o.ä. gab zu tragen, auf Hygiene zu achten, sondern selbstverständlich auch wegen meiner Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen (auch den schwurbelnden Coronaverharmlosern), dem Personal im Supermarkt meines Vertrauens, der Oma, der ich auf der Straße beim Spaziergang begegne, habe mir selbstverständlich Gedanken gemacht um die vielen Betroffenen anderer Länder und war erleichtert, als es endlich auch aus Deutschland Impfstoffspenden für Covax gab, damit es nicht nur bei uns vorangehen kann (könnte). Meine Ethik endet auch sonst nicht dort, wo ich persönlich betroffen bin oder zumindest Betroffene potentiell persönlich kennen könnte. Wenn es in deinem Umfeld üblich ist ethisch nur sich selbst und das nächste Umfeld mit zu berücksichtigen ist das ein trauriges Armutszeugnis meines Erachtens. Mitmenschlichkeit kann und darf größer denken und handeln. Zum Glück habe ich einige Menschen in meinem Umfeld, die wie ich denken und handeln.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich habe oben schon geschrieben, dass ich leider keine Formel habe, mit der wir die Welt retten können.


    Fundierte Ideen zu nennen, würde mehr Zeit kosten, als mir gerade zur Verfügung steht. Weniger fundierte würden hier ohnehin zerfetzt. Keine Lösung zu haben, ist für mich noch kein Grund, Menschen, die Angst vor etwas haben, zu stigmatisieren.

    Also weiter wie jetzt, wer mangels rechtzeitiger Gesundheitsversorgung verreckt verreckt, nur damit Ungeimpfte frei über ihre Recht ungeimpft zu bleiben entschieden dürfen? Schade, dass du das offensichtlich nicht wirklich durchdacht hast, trotzdem aber noch nicht einmal dazu bereit bist das Recht derjenigen mit einzubeziehen in deine Abwägung, die aktuell durch die Freiheit Ungeimpfter ungeimpft zu bleiben mit in Geiselhaft genommen werden.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • (...)

    Ich habe aber von Beginn an in dieser Pandemie mich nicht nur um meiner selbst willen oder meiner Familie willen versucht möglichst vernünftig zu verhalten, Regeln nicht auszureizen, deutlich vor Einführung einer Maskenpflicht begonnen Alltagsmasken, die ich mir besorgt habe als es keine FFP2-Masken o.ä. gab zu tragen, auf Hygiene zu achten, sondern selbstverständlich auch wegen meiner Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen (auch den schwurbelnden Coronaverharmlosern), dem Personal im Supermarkt meines Vertrauens, der Oma, der ich auf der Straße beim Spaziergang begegne, habe mir selbstverständlich Gedanken gemacht um die vielen Betroffenen anderer Länder und war erleichtert, als es endlich auch aus Deutschland Impfstoffspenden für Covax gab, damit es nicht nur bei uns vorangehen kann (könnte). Meine Ethik endet auch sonst nicht dort, wo ich persönlich betroffen bin oder zumindest Betroffene potentiell persönlich kennen könnte. Wenn es in deinem Umfeld üblich ist ethisch nur sich selbst und das nächste Umfeld mit zu berücksichtigen ist das ein trauriges Armutszeugnis meines Erachtens. Mitmenschlichkeit kann und darf größer denken und handeln. Zum Glück habe ich einige Menschen in meinem Umfeld, die wie ich denken und handeln.

    Das gilt tatsächlich auch für mein Umfeld und mich persönlich. Ich habe mich auf die Hauptmotive für die Impfentscheidung bezogen, nicht die "kleineren" Maßnahmen wie Hygiene, MNB, etc.


    Bei meinen erwachsenen Schüler*innen mache ich hingegen in der Tat die Beobachtung, dass gerade viele Ungeimpfte ihre Masken gerne mal runterziehen und ich habe auch große Zweifel, dass alle ihren Selbsttestpflichten nachkommen.

  • Bei meinen erwachsenen Schüler*innen mache ich hingegen in der Tat die Beobachtung, dass gerade viele Ungeimpfte ihre Masken gerne mal runterziehen


    Mein 13-jähriger Enkel berichtete mir noch gestern, dass in seiner Klasse jede/r maskiert sei. Und das in NRW!

  • »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18)

    Also auch die Ungeimpften. Mit Liebe erreichen wir mehr als mit Zwang.


    Es gibt ja verschiedene Projekte, bei denen versucht wird, Impfskeptiker konkret anzusprechen und ihre Zweifel auszuräumen: Finde ich z.B. besser, als sie zu verdammen und am liebsten zwangszuimpfen.

  • Naja, verdammen ist ein großes Wort. Keiner von uns hier würde unhöflich MIT einem Impfgegner sprechen, dazu sind wir doch alle viel zu sehr Pädagogen.

    Ich zB sprach immer höflich mit dem ungeimpften Menschen, den ich einmal pro Woche traf (jetzt ist er geimpft, juhu).

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Ich halte mich von den Ungeimpften aktuell lieber fern, ansonsten hängt es sehr von deren Auftreten ab, ob ich noch richtig nett mit diesen sprechen kann. Bei den entsprechenden Kolleginnen ist das durchaus unterschiedlich.

    Die vorgebrachten Gründe für die Nichtimpfung halte ich alle für falsch und äußere die mir bekannten jeweiligen Gegenargumente bzw. Informationen. Respektieren werde ich die Menschen in ihrer Eigenschaft als Mensch, nicht jedoch ihre Meinungen.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)


  • Mein 13-jähriger Enkel berichtete mir noch gestern, dass in seiner Klasse jede/r maskiert sei. Und das in NRW!

    Hast du ihm erklärt, das Karnevalsmasken keinen zuverlässigen Coronaschutz darstellen? Weiß er, dass sich gegenseitig mit vollgeschnodderten Teststäbchen kitzeln nicht besonders jeck ist, wie der Prinz des Kölner Dreigestirns bestätigen kann?:doc:

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18)

    Das ist bei vielen Mitmenschen aber dann auch nicht so toll für den Nächsten.

    Eine Rückkehr zur Normalität „nach der Pandemie“ wird nur für diejenigen möglich sein, die vorher schon normal waren. Es handelt sich um eine Pandemie, nicht um ein Wunder.

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