Anwesenheit bei schulischen Terminen an "freiem Tag"

  • Hallo liebe Community,

    ich wollte mir gerade mal ein Meinungsbild einholen. Ich habe ja seit diesem Schuljahr auf 75 % reduziert, damit also garantiert einen freien Tag in der Woche (wird bei uns an der Schule so gehandhabt). Nun kann es natürlich sein, dass "mal" eine schulische Veranstaltung auf diesen freien Tag fällt. Aber es häuft sich - wie zu befürchten war. Ende November war ein Studientag (8 h bis 16 h) an diesem Tag, heute ist Gesamtkonferenz, nächsten Dienstag Konferenz für die Klasse 11 des beruflichen Gymnasiums, darauf die Woche Konferenz in der HBF, wo ich drin bin. Wegen der Zeugniskonferenzen hatte ich dann gestern mal gefragt, ob ich mich nicht online dazuschalten könnte. Antwort war "nein", Anwesenheitspflicht. Dann haben wir Anfang Februar samstags einen Studientag, auch da wird erwartet, dass ich natürlich komme. Und allmählich wächst dann doch die Unzufriedenheit. Gleichzeitig ist der Kollege, wegen dem ich letztens Jahr schon doppelten Stress im Leistungskurs hatte, immer noch krank. Ich habe seinen Grundkurs in BWL übernommen, den ich wenigstens dauerhaft dann übernehmen darf, was für mich o.k. war. Aber jetzt habe ich da on top noch eine Klassenarbeit, die ich schreiben "muss", weil der kranke Kollege die Noten der geschriebenen Klassenarbeit nicht "rausrückt", bzw. nicht zu erreichen ist. Und eben die weitere Konferenz an einem Dienstag. Da diese zudem nachmittags ist um 15:30 Uhr muss ich dafür unsere Babysitterin einschalten und bezahlen und das an meinem freien Tag. Bevor ich jetzt den Personalrat mal frage, was ich da grundsätzlich machen kann, bzw. ob ich da was grundsätzlich machen kann, wollte ich hier mal fragen, wie das bei euch geregelt ist, bzw. ob ihr mir irgendwelche Tipps geben könntet. Lieben Dank.:)

  • Also ich kann nur für NRW sprechen, aber da sind alle von dir genannten Beispiele Dienstpflichten, die zu erfüllen sind. Eine gute Schule hat aber ein Teilzeitkonzept, wo zumindest versucht wird, diese Belastungen entwas zu entschärfen. Bei uns betrifft das z.B. Tandemkonferenzen (macht sucht sich eine andere TZ-Lehrkraft und nur eine:r geht zur Konferenz und informiert den/die andere/n) und reduzierte Anwesenheitszeiten bei Studientagen (z.B. nur vormittags).


    Ansprechpartnerin wäre m.E. hier übrigens auch die Beauftragte für Gleichstellungsfragen.

    There are only 10 sorts of people - Those who know binaries and those who don't.

  • Ja, ich habe ja auch Verständnis dafür, dass das "mal" der Fall ist. Aber so kumuliert? Ich hatte mir überlegt, noch mehr zu reduzieren, weil ich mit 75 % immer noch überlastet bin leider. Aber aktuell macht das für mich wenig Sinn, weil es nur weniger Geld bei verhältnismäßig trotzdem mehr Arbeit für mich zur Folge hätte. Als ich gestern mit einigen Frauen bei uns über dieses Thema sprach, meinten diese, dass sie aus diesem Grund nicht einsehen würden, weniger als 75 % arbeiten zu gehen. Aber auch jetzt empfinde ich es noch als vergleichsweise ungerecht. Und ganz faktisch habe ich ja auch deshalb einen Tag frei, damit ich an diesem Tag z. B. Arzttermine oder Ähnliches wahrnehmen kann. Die ich nämlich nicht nachmittags wahrnehmen kann, weil ich dann mein Kind betreuen muss.

  • Dir wird gerade vor Augen geführt, dass Teilzeit im Lehrerberuf Augenwischerei ist.


    Aber die Extratermine müssen auch für Teilzeitkräfte geteilt werden, das heißt an einer von vier Konferenzen solltest du zuhause bleiben dürfen. Da passiert ja sowieso selten etwas relevantes. Das kannst du einfordern.

  • Bei mir sind die Parameter fast identisch! Ich kann deine Sichtweise persönlich also sehr gut nachvollziehen. Meine Antwort stellt ausschließlich die Rechtslage in NRW dar und die ist wie o.g. beschrieben. Ich habe mich schon über mehrere dieser Punkte mit der SL "gestritten", vor allem über den der Mehrarbeit inkl. Klausur. Recht bekommen habe ich seltenst. Lediglich der halbe freie Tag an Studientagen ist ein kleiner Erfolg.


    Kurzfristig sehe ich keine Lösung. Mittelfristig:

    Eine gute Schule hat aber ein Teilzeitkonzept, wo zumindest versucht wird, diese Belastungen entwas zu entschärfen. Bei uns betrifft das z.B. Tandemkonferenzen (macht sucht sich eine andere TZ-Lehrkraft und nur eine:r geht zur Konferenz und informiert den/die andere/n) und reduzierte Anwesenheitszeiten bei Studientagen (z.B. nur vormittags).


    Ansprechpartnerin wäre m.E. hier übrigens auch die Beauftragte für Gleichstellungsfragen.

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  • Aber die Extratermine müssen auch für Teilzeitkräfte geteilt werden, das heißt an einer von vier Konferenzen solltest du zuhause bleiben dürfen. Da passiert ja sowieso selten etwas relevantes. Das kannst du einfordern.

    Da wir beide in NRW sind: Das lese ich in der ADO etwas anders.

    Zitat

    § 17

    Teilzeitbeschäftigte Lehrerinnen und Lehrer

    (1) Der Umfang der Dienstpflichten der teilzeitbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer (Unterrichtsverpflichtung und außerunterrichtliche Aufgaben) soll der reduzierten Pflichtstundenzahl entsprechen.

    (2) Die dienstliche Verpflichtung teilzeitbeschäftigter Lehrerinnen und Lehrer erstreckt sich auf die Klassenleitung und in der Regel auch auf die Teilnahme an Konferenzen und Prüfungen. Sonstige dienstliche Aufgaben (z.B. Vertretungen, Aufsichtführung, Sprechstunden, Sprechtage) sollen proportional zur Arbeitszeitermäßigung wahrgenommen werden. [..]

    Ich lese das so, dass in der Tat anteilig reduziert werden soll (1), Klassenleitungen, Konferenzen und Prüfungen aber von so hervorgehobener Relevanz sind, dass das da eben nicht immer möglich ist (2). Was "in der Regel" in der Regel bedeutet, wissen wir ja alle: So, wie die SL es will.

    Edit/ Ergänzung: Ich habe gerade mal die kommentierte Version der ADO aufgeschlagen und da steht, dass "soweit sich eine [..] Gesamtbelastung ergibt, die nicht mehr proportional zur Verringerung der Pflichtstundenzahl ist [..] ein Ausgleich etwa durch Entlastung bei der Heranziehung zu Vertretungsunterricht, Aufsichtsführung oder anderen außerunterrichtlichen Aufgaben herbeigeführt" werden soll. Das kann aber auch im darauffolgenden Schuljahr geschehen.

    Zu "in der Regel" steht dort übrigens: "... bedeutet, dass in Ausnahmefällen auf die Teilnahme an Konferenzen [..] verzichtet werden kann" und dass nach Relevanz der Konferenzen differenziert werden soll. Aber, wie oben geschrieben, liegt diese Einschätzung wohl in der Hand der SL.

    Ein letztes Mal^^: Derartige Dinge gehören dann in ein anständiges TZ-Konzept.

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  • Danke für die Info, das habe ich tatsächlich noch nie nachgelesen, da ich niemals in Teilzeit arbeiten möchte. Also ist anteilige Teilnahme an Konferenzen etc. bereits ein entgegenkommen....

  • Dir wird gerade vor Augen geführt, dass Teilzeit im Lehrerberuf Augenwischerei ist.


    Aber die Extratermine müssen auch für Teilzeitkräfte geteilt werden, das heißt an einer von vier Konferenzen solltest du zuhause bleiben dürfen. Da passiert ja sowieso selten etwas relevantes. Das kannst du einfordern.

    Das geht nur dann, wenn Konferenzen als teilbare Aufgaben betrachtet werden seitens des Dienstherrn. Das scheint in NNR NRW genau wie hier in BW beispielsweise nicht der Fall zu sein. Insofern solltest du Haubsi1975 dich einerseits erkundigen, welche Aufgaben in RLP als teilbare Aufgaben gelten, um dann andererseits zumindest für all diese auch tatsächliche Entlastung einzufordern. Im Hinblick auf weitere Entlastungskonzepte deiner Schule sind dann die bereits erwähnten Gleichstellungsbeauftragten deine Ansprechpartner, um ggf. gemeinsam mit diesen und weiteren KuK auf ein verbessertes Teilzeitkonzept bzw. generell die Nutzung von Entlastungsoptionen für das gesamte Kollegium im Sinne der Fürsorgepflicht zu dringen. Bei uns an der Schule dürfen so beispielsweise GLK und Zeugniskonferenzen zwar nur in Präsenz stattfinden, alle anderen Konferenzen und auch die Mehrheit der Dienstbesprechungen aber auch online, was wir alle als große Entlastung wahrnehmen, ganz gleich ob in Voll- oder Teilzeit.


    Trotz allem kann es eben sein, dass solche Zusatztermine auf deinen freien Tag fallen. Nachdem nicht sämtliche KuK am selben Tag ihren freien Tag haben lässt sich das auch nicht komplett vermeiden, ganz gleich, welche Gründe man für die Teilzeit haben mag. Man muss sich insofern immer bewusst machen, dass so ein unterrichtsfreier Tag nicht bedeutet, dass man generell dienstfrei hätte. Persönlich sind mir ja solche Konferenznachmittage an meinen unterrichtsfreien Tagen sogar lieber, weil ich dann nicht den ganzen Tag in der Schule hocke ohne echte Pause und ohne richtigen Arbeitsplatz, um vorzubereiten.

    Was Arzttermine anbelangt, so sind bei mir an der Schule bereits zu Schuljahresbeginn sämtliche GLK- Termine, Studientage, Zeugniskonferenztermine und einige weitere feste Größen bekannt, so dass man an den entsprechenden Tagen eben keine Arzttermine einplant. Wenn es bei euch keine entsprechende Ganzjahresplanung gibt, wäre auch das ein guter Ansatzpunkt, um alle Lehrkräfte, gleich ob in Voll- oder Teilzeit zu entlasten dank besserer Planbarkeit und weniger kurzfristig anberaumten Zusatztermine.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Das geht nur dann, wenn Konferenzen als teilbare Aufgaben betrachtet werden seitens des Dienstherrn. Das scheint in NNR NRW genau wie hier in BW beispielsweise nicht der Fall zu sein. Insofern solltest du Haubsi1975 dich einerseits erkundigen, welche Aufgaben in RLP als teilbare Aufgaben gelten, um dann andererseits zumindest für all diese auch tatsächliche Entlastung einzufordern. Im Hinblick auf weitere Entlastungskonzepte deiner Schule sind dann die bereits erwähnten Gleichstellungsbeauftragten deine Ansprechpartner, um ggf. gemeinsam mit diesen und weiteren KuK auf ein verbessertes Teilzeitkonzept bzw. generell die Nutzung von Entlastungsoptionen für das gesamte Kollegium im Sinne der Fürsorgepflicht zu dringen. Bei uns an der Schule dürfen so beispielsweise GLK und Zeugniskonferenzen zwar nur in Präsenz stattfinden, alle anderen Konferenzen und auch die Mehrheit der Dienstbesprechungen aber auch online, was wir alle als große Entlastung wahrnehmen, ganz gleich ob in Voll- oder Teilzeit.


    Trotz allem kann es eben sein, dass solche Zusatztermine auf deinen freien Tag fallen. Nachdem nicht sämtliche KuK am selben Tag ihren freien Tag haben lässt sich das auch nicht komplett vermeiden, ganz gleich, welche Gründe man für die Teilzeit haben mag. Man muss sich insofern immer bewusst machen, dass so ein unterrichtsfreier Tag nicht bedeutet, dass man generell dienstfrei hätte. Persönlich sind mir ja solche Konferenznachmittage an meinen unterrichtsfreien Tagen sogar lieber, weil ich dann nicht den ganzen Tag in der Schule hocke ohne echte Pause und ohne richtigen Arbeitsplatz, um vorzubereiten.

    Was Arzttermine anbelangt, so sind bei mir an der Schule bereits zu Schuljahresbeginn sämtliche GLK- Termine, Studientage, Zeugniskonferenztermine und einige weitere feste Größen bekannt, so dass man an den entsprechenden Tagen eben keine Arzttermine einplant. Wenn es bei euch keine entsprechende Ganzjahresplanung gibt, wäre auch das ein guter Ansatzpunkt, um alle Lehrkräfte, gleich ob in Voll- oder Teilzeit zu entlasten dank besserer Planbarkeit und weniger kurzfristig anberaumten Zusatztermine.

    Hallo, lieben Dank für deinen Beitrag. Wie gesagt, ich sehe ja auch ein, dass es natürlich auch den einen oder anderen Kollegen "trifft" mit Konferenzen am freien Tag. Aber warum werden diese Konferenzen z. B. alle am selben Wochentag veranstaltet? Ich hatte heute Gesamtkonferenz, nächste Woche Zeugniskonferenzen am beruflichen Gymnasium und danach die Woche Konferenzen in der HBF. Da ich da in mehreren Fachrichtungen bin, ist es mal eine Konferenz um 11:30 Uhr und dann wieder um 15:00 Uhr. Das zerschießt mir den ganzen freien Tag.;( Am meisten rege ich mich ehrlich gesagt über die Zeugniskonferenzen der MSS 11 nächste Woche auf. Ich habe ja zusätzlich von dem dauerkranken Kollegen da Unterricht übernommen, "darf" jetzt noch eine zusätzliche Klassenarbeit schreiben - weil er seine nicht geschriebene einfach nicht zurückgibt und auch nicht erreichbar ist Und muss zusätzlich noch am freien Tag dahin. Und das jetzt eben sehr kurzfristig.

    CDL: Sämtliche Konferenztermine werden mittelfristig bekanntgegeben. Die heutige Gesamtkonferenz ist Mitte Dezember bekanntgegeben worden - die genauen Termine der Zeugniskonferenzen ebenso. Völlig ehrlich: Ich habe jetzt keinen Arzttermin. Aber ich überlege wirklich, ob ich mir nicht mal gerade auf die Dienstage mittelfristig dann auch welche legen soll - um in einem solchen Fall begründet fehlen zu können. Heute war viel Gedöns auf der Gesamtkonferenz - und zwei KuK haben unabhängig voneinander ihrem Unmut freien Lauf gelassen. Weil je nachdem in wieviel Bildungsgängen und Fachkonferenzen du bist, je nachdem, wie viele Klassenleitungen du hast, hast du auch an "freien" Tagen ständig Gedöns. Es wurde auch hinterfragt, warum Konferenzen nicht grundsätzlich auch online beigetreten werden kann. Angeblich aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht. Wer weiß es. Der nächste Tag der offenen Tür ist auch bald. An einem Samstag.;( Muss ich da als Teilzeitkraft den ganzen Tag auftauchen? Und zusehen, dass sich sämtliche Vollzeitkollegen dann wieder "krank" melden? Ich habe heute mit meinem Kollegen im Leistungskurs gesprochen. Nein, der hat die Arbeit noch nicht nachgeschaut wie ich in den Ferien. Ich fand seinen Kommentar dazu ehrlich klasse: "Du, ich arbeite in der Schulzeit schon rund um die Uhr - in den Ferien nehme ich mir daher tatsächlich jetzt öfter mal die Freiheit raus, nichts zu machen." Viel Frust bei "uns".

  • Zu "in der Regel" steht dort übrigens: "... bedeutet, dass in Ausnahmefällen auf die Teilnahme an Konferenzen [..] verzichtet werden kann" und dass nach Relevanz der Konferenzen differenziert werden soll. Aber, wie oben geschrieben, liegt diese Einschätzung wohl in der Hand der SL.

    Ein letztes Mal^^: Derartige Dinge gehören dann in ein anständiges TZ-Konzept.

    Ja, aber wenn es das nicht gibt, wie bei "uns", dann führt das dazu, dass viele KuK eher wenig Teilzeit machen. Weil sie sich zu Recht veräppelt vorkommen. Oder - und ich kenne einige - sie "ziehen" sich selber wegen "Krankheit" hier und da raus. Ist tatsächlich keine unübliche Praxis bei "uns". Ich möchte es nicht kommentieren und ich finde es auch nicht gut - aber ich kann es mittlerweile verstehen. Es ist eine Art Selbstschutz und Selbstfürsorge, weil du sonst mittelfristig vor die Hunde gehst.

  • Aber warum werden diese Konferenzen z. B. alle am selben Wochentag veranstaltet? Ich hatte heute Gesamtkonferenz, nächste Woche Zeugniskonferenzen am beruflichen Gymnasium und danach die Woche Konferenzen in der HBF.

    Das musst du in deiner Schule bei den Zuständigen nachfragen, warum das bei euch so gehandhabt wird. Bei uns war das früher auch so, aber aus den von dir genannten Gründen rotieren die Wochentage jetzt etwas und so verteilt es sich mehr, wen es mit seinen unterrichtsfreien Tagen "trifft". Man kann also ja durchaus mal konkrete konstruktive Änderungsvorschläge anbringen.


    Schau doch mal, wie der Weg an deiner Schule/in deinem Bundesland wäre, um ein vernünftiges TZ-Konzept ins Leben zu rufen. Hinweise dazu hat CDL ja auch schon gegeben. Davon profitieren nicht mal unbedingt nur diejenigen mit TZ, sondern manchmal auch Vollzeit-Lehrkräfte, weil auch andere Stressfaktoren mit in den Blick genommen werden können und manche unrunden Abläufe auch VZ-Leute belasten.

  • Ich kenne viele Schulen mit einem festen Konferenztag, der dann zwar natürlich nicht wöchentlich dafür genutzt wird, aber auf den beispielsweise möglichst kein Nachmittagsunterricht gelegt wird, damit weniger Unterricht ausfällt (so der Fall an meiner Refschule). Klar ist das persönlich doof, wenn das dann der eigene unterrichtsfreie Tag ist, aber noch einmal: Unterrichtsfrei bedeutet nicht dienstfrei, das gehört also zum Geschäft dazu, egal wie ärgerlich oder auch belastend das individuell sein kann.

    Ob du am TdoT trotz Teilzeit die gesamte Zeit über anwesend sein musst kann dir die Gleichstellungsbeauftragte deiner Schule sagen. Bei uns ist das der Fall, was ich im Hinblick für die Vollzeit- KuK, die ebenfalls ungeachtet ihres Deputats zusätzlich anrücken müssen als durchaus fair empfinde. Diese können schließlich nicht sämtliche solcher Zusatzveranstaltungen hauptsächlich alleine stemmen, sondern das muss auf alle Schultern verteilt werden, damit alle gesund ihrer Arbeit nachgehen können.

    Wenn eure Konferenztermine nicht zu Schuljahresbeginn festgelegt werden, dann organisiert euch im Kollegium und gemeinsam mit dem PR, um mit den Mitteln des Konferenzrechts dazu in einer der nächsten GLKs sowohl eine Debatte zu erzwingen, als auch eine Abstimmung. Das ist nichts, was eine SL euch einfach verweigern kann. Es gibt schließlich keinen Grund, warum man GLK- Termine oder gar Notenkonferenzen nicht schon zu Schuljahresbeginn festlegen könnte.

    Im Hinblicks auf Online- Konferenzen empfehle ich dir ebenfalls, Dich einerseits schlau zu machen zur hierzu gültigen Rechtslage für RLP, um dann andererseits ebenfalls gemeinsam mit PR und weiteren KuK Entlastungen in einer GLK ergebnisoffen zu diskutieren. Man kann nur so viel auf SLen schieben, muss als Kollegium auch einfach bereit sein sich selbst stark zu machen für verbesserte Arbeitsbedingungen. Wenn eure SL merkt, dass ihr rechtssicher agiert und als Kollegium gemeinsam auch für verbesserte Arbeitsbedingungen kämpft, wird diese sich auch eher bewegen oder eben in manchen Punkten, wo ihr über das Konferenzrecht entsprechende Möglichkeiten habt, bewegen müssen.


    Was den Teil mit dem erkrankten Kollegen anbelangt finde ich, dass du bei allem verständlichen Ärger über die zusätzliche Arbeit für dich das einfach abhaken und diesem nicht weiter den schwarzen Peter zuschieben solltest. Wenn dieser, wie von dir geschrieben, langzeitig erkrankt ist, dann muss er gerade einfach auch nicht erreichbar sein, sondern sich einfach nur um seine Genesung kümmern, was offenbar dringend erforderlich ist. Ja, es ist verdammt kacke, dass er Klassenarbeiten nicht mehr zurückgeben oder Noten bekanntgeben konnte oder weitergeben kann, das kann aber einfach mal sein, wenn man schwer erkrankt ist und zwar auch dann, wenn man deshalb nicht im KKH liegt. Bei vielen psychischen Erkrankungen gehört so eine ganz bewusste und umfassende Abgrenzung vom Arbeitsplatz (so dieser einen relevanter Trigger für die Erkrankung darstellt) nämlich ebenfalls mit dazu.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL ()

  • Ob du am TdoT trotz Teilzeit die gesamte Zeit über anwesend sein musst kann dir die Gleichstellungsbeauftragte deiner Schule sagen. Bei uns ist das der Fall, was ich im Hinblick für die Vollzeit- KuK, die ebenfalls ungeachtet ihres Deputats zusätzlich anrücken müssen als durchaus fair empfinde.

    Klar - sowohl für Teilzeit-, als auch für Vollzeitkollegen sind Konferenzen Termine "on top", da hast du Recht. Aber es macht doch einen Unterschied, ob ich bereits an der Schule bin - oder erstmal noch hin- und zurückfahren muss. Ich meine, es ist schön, dass ich bei einem Deputat von 75 % ein "Anrecht" auf einen Tag frei habe. Wenn der aber oft (und es ist bei mir oft) für Konferenzen "drauf" geht, ist das schon ärgerlich. Das ist ja in jedem Fall "on top"-Zeit, die du sonst nicht hättest. Du fährst eben zusätzlich zu der Zusatzbelastung. Und musst dich entsprechend anziehen, etc. Ich bin an meinem freien Tag gerne im Freizeitlook, gehe dann auch oft vom Schreibtisch aus joggen, etc. Vielleicht bin ich heute gerade besonders frustriert, weil gar nichts war mit Freizeit. Direkt korrigiert und vorbereitet, umgezogen und zur Konferenz und zurück. Den Jogginganzug, den ich anhatte, um zu sporteln (zugegebenenermaßen heute mit der Online-App wegen der Eiseskälte) habe ich dann wieder ausgezogen und mich entsprechend zurechtgemacht.


    Zitat

    Was den Teil mit dem erkrankten Kollegen anbelangt finde ich, dass du bei allem verständlichen Ärger über die zusätzliche Arbeit für dich das einfach abhaken und diesem nicht weiter den schwarzen Peter zuschieben solltest. Wenn dieser, wie von dir geschrieben, langzeitig erkrankt ist, dann muss er gerade einfach auch nicht erreichbar sein, sondern sich einfach nur um seine Genesung kümmern, was offenbar dringend erforderlich ist. Ja, es ist verdammt kacke, dass er Klassenarbeiten nicht mehr zurückgeben oder Noten bekanntgeben konnte oder weitergeben kann, das kann aber einfach mal sein, wenn man schwer erkrankt ist und zwar auch dann, wenn man deshalb nicht im KKH liegt. Bei vielen psychischen Erkrankungen gehört so eine ganz bewusste und umfassende Abgrenzung vom Arbeitsplatz (so dieser einen relevanter Trigger für die Erkrankung darstellt) nämlich ebenfalls mit dazu.

    Ja, da hast du wohl Recht - und ich sollte da meinem persönlichen Frust nicht allzuviel Raum geben, weil ein Kollege augenscheinlich wirklich nicht mehr kann. In Bezug auf den Kollegen selbst. Und auch sein Nichtmelden und nicht reflektiertes Auftreten, wenn er dann wieder anwesend ist. Ich habe nach der letzten "Abikiste" keinerlei Dankeschön von ihm erhalten (mein Kollege auch nicht), dass wir alles für ihn gemacht und erledigt haben. Er hat sich nicht einmal erkundigt, wie es denn überhaupt gelaufen ist für seine SuS. Inzwischen ist mir an dem Punkt aber auch klar, dass depressive Menschen (und ich tippe bei ihm stark darauf) keinerlei objektive Wahrnehmung ihrer Umgebung mehr besitzen und schon gar nicht reflektiert agieren können.


    Ich darf aber trotzdem frustriert und genervt von einer Schulleitung sein, die mein Zusatzengagement so überhaupt nicht honoriert oder wertschätzt. Denn "interessant" ist ja, dass eine andere Kollegin nächste Woche von dem Erscheinen bei einer Konferenz entbunden wird, weil bei ihr zu Hause "viel Gedöns" ist, von mir aber auf Nachfrage erwartet wird, dass ich erscheinen muss live, obwohl die Konferenz nächste Woch e nur dadurch zustande kommt, dass ich zusätzlich freiwillig Stunden von jetzt auf gleich übernommen habe. Da hätte man ja auch mal sagen können, sie macht das schon alles mal eben so und arbeitet sich da völlig neu ein und hat zusätzlich noch eine Klassenarbeit auf den letzten Drücker (ich muss freitags schreiben und dienstags ist Notenschluss bei uns), da entbinden wir sie wenigstens von der Präsenzpflicht bei der Konferenz. Oder bin ich da zu engstirnig?

  • Ich habe mich schon über mehrere dieser Punkte mit der SL "gestritten", vor allem über den der Mehrarbeit inkl. Klausur. Recht bekommen habe ich seltenst. Lediglich der halbe freie Tag an Studientagen ist ein kleiner Erfolg.

    Ich glaube inzwischen auch, dass sich darüber streiten wenig bringt. Ich hatte es mit "freundlich einfordern" versucht - es hat allerdings auch nicht geklappt. ;)

    Und damit scheidet - auch bezüglich meines Wunsches, den Studientag nur für einige Stunden zu besuchen - die Möglichkeit aus, sich an dem Tag ganz "rauszuziehen", das erscheint dann echt in einem ganz anderen Licht.

    Ich gebe zu, meine ganze Stimmung ist auch davon beeinflusst, dass ich für mein Mehrengagement ja jetzt generell weniger Geld bekomme als die große Mehrheit im Kollegium, allerdings ist das kein Punkt, den ich geltend machen kann, der mich aber trotzdem natürlich unterbewusst "befeuert" und meinen Frust erhöht.

  • Oder bin ich da zu engstirnig?

    Du weißt es halt nicht - "viel Gedöns" kann auch heißen, ihr Mann ist gerade mit einer akuten lebensbedrohlichen Diagnose ins Krankenhaus gekommen, oder ihr Sohn ist in die Psychiatrie eingewiesen worden. Da es euch nichts angeht, was bei der Kollegin zu Hause los ist, ist ein Vergleich mit deiner Situation nicht möglich.


    Verwende weniger Zeit darauf, frustriert über die Situation zu sein, was den erkrankten Kollegen und deine vielleicht nicht angemessene SL angeht und verwende die Energie lieber auf die anliegende Arbeit und vor allem auf die von CDL beschriebenen Möglichkeiten, die Situation mittelfristig zu bessern (Stichwort TZ-Konzept, Mitgestaltungsmöglichkeiten des Kollegiums nutzen).


    EDIT: Zitat ergänzt, damit der Bezug klar ist.

  • Ich vermute mal eure Konferenztermine liegen aus schulorganisatorischen Gründen immer auf dem selben Wochentag. Vermutlich weil dadurch wenig Unterricht ausfällt.


    Ich würde an deiner Stelle darauf dringen, dass dein freier Tag dann im nächsten Stundenplan nicht mehr auf diesem Tag liegt, wenn du dieses Jahr da Pech hattest. Zumindest über die Jahre muss es eigentlich möglich sein, diese Zusatzbelastung etwas zu streuen.

  • Nö, bei dem Teil mit deiner Konferenzteilnahme in Präsenz bist du nicht zu engstirnig, sondern deine SL offenbar zu unflexibel. Auch da spielt es meines Erachtens aber keine Rolle, welche Regelung für die andere Kollegin greift, weil du schlichtweg nicht beurteilen kannst, was am Ende tatsächlich bei dieser den Ausschlag gegeben hat, dass die SL den Einzelfall anders beurteilt hat.

    Dass Konferenztermine, so diese als unteilbare Aufgaben gelten, ausnahmslos für alle KuK ungeachtet ihres Deputats en top kommen ist eben so und Teil unseres Jobs. Teilzeit ändert daran nun einmal nichts, eh sei denn, das Land legt fest, dass Konferenzen teilbare Aufgaben wären. Auch da verstehe ich zwar deinen persönlichen Ärger, dennoch ist dein Bedürfnis zuhause in Freizeitkleidung bleiben zu können oder dein Anfahrtsweg an die Schule an deinem unterrichtsfreien Tag einfach kein zwingendes Argument. Unterrichtsfrei ist nicht dienstfrei.


    Nutzt euer Konferenzrecht konsequent für eine Verbesserung eurer Gesamtsituation und zwar nicht nur im Hinblick auf KuK in Teilzeit, sondern für sämtliche KuK. Das ist nicht die erhoffte schnelle Lösung, aber dauerhaft der Königsweg hin zu einer Veränderung, Verbesserung und Entlastung für das gesamte Kollegium.

    Und: Überleg dir gut, wo du bereit bist zusätzliche Kurse trotz Teilzeit zu übernehmen, egal wie spannend diese sein mögen. Niemand wird dir dafür zum Dank den roten Teppich ausbreiten, du musst aber am Ende den Preis dafür zahlen doch wieder einen höheren Deputatsanteil zu haben mit weiteren Zusatzaufgaben und -terminen und sprengst damit ein Stück weit selbst deine Teilzeit. Das scheint mir erst einmal dringlicher als deinen TZ- Anteil weiter zu reduzieren, denn dieser Schritt kann nur dann echte Entlastung bringen, wenn zuallererst du selbst dazu bereit bist konsequenter als bislang auf deine Arbeitszeit zu achten, statt einfach nur mehr Zeit für weniger Unterrichtsstunden zu haben.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Nutzt euer Konferenzrecht konsequent für eine Verbesserung eurer Gesamtsituation und zwar nicht nur im Hinblick auf KuK in Teilzeit, sondern für sämtliche KuK. Das ist nicht die erhoffte schnelle Lösung, aber dauerhaft der Königsweg hin zu einer Veränderung, Verbesserung und Entlastung für das gesamte Kollegium.

    Ja - aber kostet nicht jegliche Form der Mitwirkung an einer Verbesserung der Gesamtsituation wieder Zeit, von der ich aktuell ohnehin viel zu wenig habe? Heute wurden Mitwirkende für ein Schulentwicklungsteam gesucht - aber ob ich da nicht wieder total viel Freizeit "verbrenne", die ich ohnehin nicht habe, ist doch die Frage. Du meinst, ja?

    Zitat

    Und: Überleg dir gut, wo du bereit bist zusätzliche Kurse trotz Teilzeit zu übernehmen, egal wie spannend diese sein mögen. Niemand wird dir dafür zum Dank den roten Teppich ausbreiten, du musst aber am Ende den Preis dafür zahlen doch wieder einen höheren Deputatsanteil zu haben mit weiteren Zusatzaufgaben und -terminen und sprengst damit ein Stück weit selbst deine Teilzeit.


    Ja, hier habe ich schlicht und ergreifend einen Fehler begangen, weil ich vorschnell zusagte. Zu schnell einerseits und auch, ohne Bedingungen zu stellen. Aber jetzt isses passiert. Und ich warte (wiedermal) vergebens darauf, dass die Schulleitung mein Engagement honoriert.

  • Ich vermute mal eure Konferenztermine liegen aus schulorganisatorischen Gründen immer auf dem selben Wochentag. Vermutlich weil dadurch wenig Unterricht ausfällt.


    Ich würde an deiner Stelle darauf dringen, dass dein freier Tag dann im nächsten Stundenplan nicht mehr auf diesem Tag liegt, wenn du dieses Jahr da Pech hattest. Zumindest über die Jahre muss es eigentlich möglich sein, diese Zusatzbelastung etwas zu streuen.

    Ja - auch das ein guter Punkt. Sämtliche KuK erklärten mir heute, dass Mittwoch ein guter Tag sei, um frei zu haben. Da Dienstag und Donnerstag meist Konferenztermine seien. Ob ich da allerdings Bedingungen stellen kann, bezweifle ich gerade. Es ist ja eben schon ein Entgegenkommen, dass ich überhaupt einen Tag frei habe. Vielleicht sollte ich das wieder in den Fokus rücken - dass ich froh sein kann um den freien Tag. Wobei - auch hier: Es gibt etliche Vollzeitkollegen, die einen Tag frei haben. Oft auch mittwochs.

  • Natürlich kostet aktive Mitwirkung erst einmal Zeit, die muss man eben entweder bereit sein zu investieren oder darf sich sonst nicht darüber beschweren, wenn es auch niemand sonst macht und mögliche Entlastungen nie Einzug halten in eurem Kollegium, nur weil die SL das halt so nicht handhaben möchte.

    Ich bin genau deshalb auch an meiner Schule Teil des Schulentwicklungsteams, weil ich Veränderungen in diesem Bereich von vornherein aktiv mitgestalten und auch anstoßen will und mich nicht nur darüber ärgern möchte, dass mir X, Y und Z einfach nur aufs Auge gedrückt wird.


    Wenn es dir zu viel ist, dich aktuell aktiver einzubringen, dann ist das eben so, dann musst du aber halt auch damit leben, dass bestimmte Dinge sich unter Umständen einfach nicht ändern werden.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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