OBAS NRW Grundschule - Erfahrungen austauschen?

  • Vielen Dank euch allen für die Antworten und Tipps. Meine Fächer sind Englisch und Erdkunde. :)

    Achso, ist Englisch denn deine Muttersprache? Erdkunde sollte ja nicht das Problem darstellen.

    Aufgrund des Titels dachten wir, dass du an einer Grundschule arbeitest. Und da wird das sprachliche Vorbild wahrscheinlich noch genauer genommen...

  • Doch. Es ist die Allzweckkategorie "Vorbild". Es gibt keine Punkte für positives Verhalten (Freundlichkeit, Pünktlichkeit, gepflegtes Auftreten, Engagement, Sicherheit ... also alles, was selbstverständlich sein sollte aber nicht dazu führt, dass man Punkte sammelt und besteht) aber durchaus Punktabzug.

    oder noch schlimmer, Ich zitiere meine Fachleiterin Französisch "Natürlich darf ich Ihnen (mir) keine bessere Note geben, weil Sie perfekt Französisch sprechen, es wäre ja unfair den Anderen gegenüber. Aber ja, Herr X (Fach 2) kann und soll Punkte abziehen, wenn Sie fehlerhafte Tafelbilder abgeben" (sie bezog sich auf die Inhaltlichkeit, die sprachliche Richtigkeit in der Fremdsprache ist ja inhaltlich)
    (Leider war besagte FL' auch der Meinung, meine Mitreffis, die Fehler in Französisch machten, könnten nicht dafür bestraft werden, weil es Aufgabe des 1. Staatsexamens gewesen...)

    Da mit vielerlei persönlich gestricktem Maß zu messen ist aber schon sonderbar. Also Tafelbilder kann man vorbereiten, das Argument verstehe ich. Aber wer beim Sprechen gravierende Fehler macht in der Sprache, die er unterrichten soll, sollte doch auch inhaltliche Abzüge in Kauf nehmen müssen.

  • Da mit vielerlei persönlich gestricktem Maß zu messen ist aber schon sonderbar. Also Tafelbilder kann man vorbereiten, das Argument verstehe ich. Aber wer beim Sprechen gravierende Fehler macht in der Sprache, die er unterrichten soll, sollte doch auch inhaltliche Abzüge in Kauf nehmen müssen.

    Finde ich auch.

    Aber: da tun sich einige (!!) Fremdsprachenkolleg*innen schwer, die kein ausreichendes Bewusstsein (und/oder ausreichendes Niveau?) haben.

    Man erinnere sich sn den latenten Vorwurf hier vor Kurzem, Fremdsprachenkolleg*innen würden zu sehr auf Sprachrichtigkeit achten, weil sie selbst so gut seien.

  • Achso, ist Englisch denn deine Muttersprache? Erdkunde sollte ja nicht das Problem darstellen.

    Aufgrund des Titels dachten wir, dass du an einer Grundschule arbeitest. Und da wird das sprachliche Vorbild wahrscheinlich noch genauer genommen...

    Wie süss… (sorry).

    Man kann in NRW neuerdings mit 2 Fächern in die Grundschule gehen (zb mit Gym-Lehramt), wenn die Fächer übertragbar sind.
    Die Ausbildung wird wahrscheinlich in D, M und E oder SU sein.

  • Frage für das Forum:

    Ich habe zuerst die Pädagogische Einführung (PE) abgeschlossen und mit "bewährt" bestanden. Danach habe ich mit OBAS begonnen, bin aber zum zweiten Mal durch die Prüfung in den Bildungswissenschaften (BiWi) gefallen.

    Meine Frage: Kann ich mit der abgeschlossenen PE weiterhin als Vertretungslehrkraft bzw. als angestellte Lehrkraft an Schulen arbeiten?

    Hat jemand Erfahrung damit oder kennt die rechtliche Lage? Danke im Voraus.

  • Wie süss… (sorry).

    Man kann in NRW neuerdings mit 2 Fächern in die Grundschule gehen (zb mit Gym-Lehramt), wenn die Fächer übertragbar sind.
    Die Ausbildung wird wahrscheinlich in D, M und E oder SU sein.

    Sorry, ich sehe, die fragenstellende Person ist nicht die TE, so dass es auch bei ihr einen Fehler geben könnte.
    Grundschule könnte zwar noch sein, aber vermutlich eher weiterführende Schule.

  • Achso, ist Englisch denn deine Muttersprache? Erdkunde sollte ja nicht das Problem darstellen.

    hier noch mal was von mir, für Alle, nicht Quittengelee: BITTE BITTE nehmt die DURCHGÄNGIGE sprachliche Bildung ernst. In ALLEN Fächern. Es ist nicht unsere Aufgabe im Fach Deutsch, die Sprache beizubringen und eigentlich ist es ein sehr wichtiger Teil des Fachunterrichts, eine differenzierte Bildungssprache beizubringen, wobei auf dem Weg dahin aufgrund der heterogenen, sprachlichen Voraussetzungen eben immer mehr Spracharbeit geleistet werden muss...

  • hier noch mal was von mir, für Alle, nicht Quittengelee: BITTE BITTE nehmt die DURCHGÄNGIGE sprachliche Bildung ernst. In ALLEN Fächern. Es ist nicht unsere Aufgabe im Fach Deutsch, die Sprache beizubringen und eigentlich ist es ein sehr wichtiger Teil des Fachunterrichts, eine differenzierte Bildungssprache beizubringen, wobei auf dem Weg dahin aufgrund der heterogenen, sprachlichen Voraussetzungen eben immer mehr Spracharbeit geleistet werden muss...

    Wieso ist es denn nicht Aufgabe, in Deutsch Deutsch beizubringen? Grammatik, Rechtschreibung und Literatur sind ja wohl das reine Vermitteln deutscher Sprache. Und natürlich ist es ein Problem, wenn eine Lehrkraft die Fälle selbst nicht beherrscht, wenn sie sie den Kindern beibringen soll, wenn sie mal "das Gletscher" in Erdkunde Klasse 7 sagt, geht die Welt aber nicht unter.

  • Ich bezog mich vielleicht zu sehr auf die weiterführende Schule und ich hätte ein "nur" einfügen müssen (habe ich sogar beim Schreiben überlegt).
    Ja, wir bringen im Deutschunterricht die richtige Rechtschreibung und die richtige Grammatik bei, aber eigentlich heißt es hauptsächlich "Reflexion über Sprache", daneben gibt es so viele andere Themen, dass man nach der 5. Klasse keine Tests oder Arbeiten hat, die sich mit der Sprache beschäftigen, sondern nur mit sprachlichen Gegenständen (schriftlicher und mündlicher Gebrauch, Redenanalyse / politische Sprache, Vorgangsbeschreibung, Berichte, Gedichte / Lyrik produzieren und analysieren, Ganzschriften lesen, untersuchen, besprechen, Rezensionen, verschiedene Formate wie auch Lebenslauf und Motivationsbriefe, sprachliche Manipulation erkennen, usw...).
    Wie hier so oft gesagt: die sprachliche Richtigkeit spielt (n der Leistungsbewertung) eine geringe Rolle, die in allen Fächern ähnlich groß ist (zumindest in denjenigen, die sich hauptsächlich der Sprache bedienen).

    Doch: "Das/Der/Die Gletscher" ist ein Fachbegriff und muss richtig gelernt werden. Ich gehe mit, dass es von ein (paar) Mal nicht zum Untergang kommt, und das wichtigste ist eh, dass die schriftlichen Spuren richtig sind.

    Unsere Erfahrungsschätze kollidieren aber vermutlich in dieser Sache:
    - (ich vermute) Du gehst von der Erfahrung deiner Kinder an einem Gymnasium in einem der bildungstechnisch besten Bundesländer
    - Ich habe 15 Jahre Erfahrung an einem Gymnasium (sozialindex-technisch im unteren Fünftel, habe ich letzte Woche tatsächlich überprüft), wo mehr als die Hälfte der Schüler*innen keine reinen Muttersprachler*innen sind und deutlich deutlich mehr als die Hälfte keine Bildungssprache kennen (egal in welcher Sprache) und durchaus an Spracharmut leiden.
    Und da ist es wichtig, dass sie in Chemie lernen, dass man nicht die Flüssigkeit in das Ding tut, sondern die Verben differenziert und die unterschiedlichen Gefäße kennt (da sind wir wieder bei der Vorgangsbeschreibung, aber es kann nicht meine alleinige Aufgabe im Deutschunterricht sein, da ich die Fachbegriffe von 10 Fächer nicht aktiv verwende und unterrichten kann). Ähnlich in Erdkunde, wo die Nutzung von Fachbegriffen über das Verständnis entscheidet.

  • Gut, Gletscher ist Fachsprache, aber das wird die Lehrkraft in der Vorbereitung merken, es ging mir um den Gebrauch der richtigen Sprache im Unterricht allgemein. Man kann mal einen falschen Begriff nutzen oder einen Fall vergurken, das minimiert meines Erachtens nicht den Unterrichtserfolg. Da wo Sprache Gegenstand ist aber mitunter schon.

    ... (schriftlicher und mündlicher Gebrauch, Redenanalyse / politische Sprache, Vorgangsbeschreibung, Berichte, Gedichte / Lyrik produzieren und analysieren, Ganzschriften lesen, untersuchen, besprechen, Rezensionen, verschiedene Formate wie auch Lebenslauf und Motivationsbriefe, sprachliche Manipulation erkennen, usw...).

    Das ist doch wohl alles Vermitteln von Sprache? Wenn man da kein ausreichendes Gefühl für die Semantik hat, bei Begriffen strauchelt, selbst nur 2 Synonyme kennt oder komplexe Fragen nicht beantworten kann, ist es problematischer als mal zu sagen, oh, ihr habt Recht, bei Gletscher müsste es "ein" heißen.

  • Das ist doch wohl alles Vermitteln von Sprache? Wenn man da kein ausreichendes Gefühl für die Semantik hat, bei Begriffen strauchelt, selbst nur 2 Synonyme kennt oder komplexe Fragen nicht beantworten kann, ist es problematischer als mal zu sagen, oh, ihr habt Recht, bei Gletscher müsste es "ein" heißen.

    Jein.
    Es ist keine richtige Vermittlung. Ich gebe meinen Schüler*innen keine Vokabellisten mit Synonymen, die sie lernen sollen.
    Okay, ich gebe solche Listen auf, aber eben mit den Fachbegriffen (erläutern, wiedergeben, auf etwas hinweisen, erklären, betonen, unterstreichen, usw..), genauso wie ich es von meinen KuK in den Sachfächern erwarten würde (und besagte Liste(n) verteile ich auch in meinen Sachfächern.
    Ich bringe in Politik die Fachbegriffe bei, die über den natürlichen Alltagswortschatz hinausgehen, muss aber auch im Rahmen einer Phase zur Urteilsbildung aufpassen, dass der Wortschatz differenzierter ist
    Und ja, ich habe genug SuS, die eigene Sprachfehler mitbringen (Artikel, Endungen...), wo ich selbst ins Zweifel komme und nachschlagen muss (im Unterricht, aber insbesondere bei Korrekturen...).

    Ich bin wirklich die Letzte, die im normalen Unterricht 100%ige Sprachrichtigkeit erwartet (ich habe genug Imposter-Probleme, das gehört dazu aber ich versuche eben, das pragmatisch zu sehen), aber ALLE Lehrkräfte ALLER Fächer sollen sich der Verantwortung bewusst sein, dass die Bildungssprache für ALLE ein Auftrag ist.
    Ich bringe in Deutsch nicht mehr bei, dass der Artikel im Akkusativ "den" oder "einen" heißt, es muss aber genauso in Deutsch und in Chemie angestrichen werden, wenn in einem Text "ich esse ein Apfel" oder "man nehme ein Behälter" heißt.
    (und leider gibt es viele NaWi- und Sachfachkolleg*innen, die es nicht als ihren Auftrag sehen. Weder das konsequente, strukturierte Beibringen von Fachbegriffen, inklusive dem "Hilfswortschatz", noch das Korrigieren von Fehlern)

  • ...
    Okay, ich gebe solche Listen auf, aber eben mit den Fachbegriffen (erläutern, wiedergeben, auf etwas hinweisen, erklären, betonen, unterstreichen, usw..), genauso wie ich es von meinen KuK in den Sachfächern erwarten würde ...

    Ich weiß nicht. Klar, die Fachbegriffe kann man sich auch als fremdsprachige Lehrkraft problemlos vorher aneignen. Aber ein Gefühl in dem Sinne, dass man sofort hört, ob sich ein Schüler "gut" ausdrückt und das aufgreifen und besser ausdrücken kann, das braucht schon sehr viel Spracherfahrung. Ich weiß nicht, wie lange man im Land leben muss, bis man das kann?

  • Klar ist es nicht einfach!!
    Aber ich spreche vom Ziel und Idealzustand und dafür muss man halt arbeiten.
    Wenn man als Kolleg*in ernst genommen werden will, sowie die selben Rechte (die man durch OBAS erlangt!), dann muss man dieselben Maßstäbe an sich anlegen.)

    Von ein paar Larifari-Stunden stirbt das Schulsystem nicht, aber wenn alle ziel- und strukturlos sind, gibt es ein Problem.
    Dasselbe gilt für die Sprache.
    Weder darf ich als NaWi-Lehrkraft alles auf die Deutschlehrkraft abschieben, noch als Muttersprachlerin davon ausgehen "Ist doch egal, die deutschen Kolleg*innen retten es" (Wenn ich mir die Rechtschreibung oder Sprache einiger deutscher KuK anschaue, sowieso nicht).

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