Hallo Lehrerzimmer,
ich schreibe hier mal wieder mehr um Dampf abzulassen, als dass ich mir Hilfe erhoffe. Dieses Schuljahr war bisher ein einziges Organisationschaos. Ständige Stundenplanänderungen, die auch mit anderen Lerngruppen einhergingen, Mangelverwaltung, weil dauerkranke Kollegen nicht ordentlich vertreten werden können und eine Schulleitung, die mit Problemen nicht behelligt werden möchte – und das wird durch Aussagen wie "Lösen Sie Ihre Probleme selber, sonst werden Sie zu Ihren Ungunsten gelöst" untermauert.
Gestern gab es dann den Stundenplan für das nächste Halbjahr. Daraus ergibt sich, dass ich meine Klassenleitung in der Internationalen Förderklasse abgeben werde, damit ein neuer Kollege diese recht pflegeleichte Klasse übernehmen kann. Ich gehe aus der Klasse komplett raus und habe dann mit meinem Vertrag zur Förderung von neu zugewanderten Schülern keine einzige Stunde in einer IFK mehr. Die zehn Stunden gehen alle in irgendwelche Berufsschulklassen. Aus einer Lerngruppe werden also zehn mit dann auch dem zehnfachen Aufwand an Klassenarbeiten. Dazu kommt Deutsch in der Fachoberschule 13, wo ich eine Abiturprüfung erfinden durfte, und in der Ausbildungsvorbereitung. Es ist aber gar nicht der Aufwand, der mich stört. Deutschlehrer an einer beruflichen Schule zu sein, heißt eben ein Kleinfach zu unterrichten. Nein, mich stört diese fehlende Planung, Umwerfungen mitten im Schuljahr, für die es keinen Grund gibt (warum muss ein neuer Kollege sofort an seinem ersten Tag mitten im Schuljahr eine Klassenleitung übernehmen?) und die nicht vorhandene Sicherheit, denn ich weiß nie, ob ich nicht nächste Woche wieder ganz andere Lerngruppen habe. So plane ich jedenfalls keinen Unterricht mehr als eine Stunde voraus.
Vor ein paar Monaten schrieb ich hier bereits, weil meine Psychologiestunden, die über einen anderen Vertrag liefen, abgezogen und wo anders verplant wurden. Die Fachleitung der Studienvorbereitung hat mir dann wieder Psychologie als Mehrarbeit gegeben, das war aber mit der Schulleitung wohl nicht abgesprochen. Bei der Abrechnung jetzt gab es deshalb auch Ärger. Die Schulleitung will das nun so regeln, dass die Stunden, die ich "zu viel" gemacht habe, nicht vergütet werden, sondern mit Freizeit ausgeglichen werden. Diese soll ich aber erst im nächsten Schuljahr erhalten. Mein Vertrag endet aber zum Schuljahresende – wenn nicht früher, denn die Kündigung habe ich heute bereits geschrieben. Die Mehrarbeit möchte ich vergütet haben und da gehe ich notfalls auch die rechtlichen Schritte.
Ich schlafe da noch eine Nacht drüber, streike einen Tag und überlege es mir dann, aber Stand jetzt will ich von dieser Schule nur noch loskommen, obwohl ich das Kollegium und die Schüler sehr schätze. Da tut es erstmal gut zu wissen, dass die Kündigung vorliegt und jederzeit ausgedruckt werden kann. Die Kündigungsfrist kann ich auch anders überbrücken.