• Doch, natürlich lässt sich daran etwas ändern. Es können Forschungsgelder für seltene Krankheiten, für Gender-Medizin, für Frauenheilkunde/ Erkrankungen, die nur oder überwiegend Frauen betreffen, bereitgestellt werden, man kann dies verstärkt in die Aus- und Fortbildung setzen und man kann kommunizieren, dass es falsch war, ist und bleibt, diese Forschungen zu unterlassen und damit Menschen zu benachteiligen.

    Und genau das passiert weltweit. Es ist nicht so, dass aus böser Absicht bestimmten Krankheiten weniger erforscht werden. Statt dessen werden besonders stark die Krankheiten erforscht, die viele Menschen betreffen. Das ist doch auch sinnvoll. Es gibt viele extrem seltene Krankheiten. Manche betreffen nur wenige einzelne Menschen in Deutschland. Manche weniger als 1.000 Menschen weltweit. Sollen wir dafür genauso viel Geld wie für die Krebsforschung bereitstellen? Oder wo setzen wir die Grenze?

    Letztlich gibt es diverse staatliche und private Förderungsprogramme, um Gelder für die Erforschung von Krankheiten bereitzustellen, die zu wenig erforscht werden. Der allgemeine medizinische Fortschritt und Dinge wie KI etc. haben ebenfalls positive Effekte auf viele seltenen Krankheiten. Entsprechend hören sich deine Forderungen toll an, passen aber nicht in die Realität. Das BMG stellt dieses Jahr beispielsweise rund 10 Mio für die Erforschung von Krankheiten bereit, die nur Frauen betreffen.

  • Medikamente wurden fast nur an Männern erprobt. Auch haben Frauen bei manchen Erkrankungen oder Notfällen wie z. B. Herzinfarkten andere Symptome als Männer und werden deshalb nicht richtig behandelt oder ernstgenommen. Es sterben mehr Frauen an Herzinfarkten als Männer, weil die Notsituation aufgrund der anderen Symptome nicht erkannt wurde. Es wurde Zeit, dass sich da was ändert.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Es ist nicht so, dass aus böser Absicht bestimmten Krankheiten weniger erforscht werden. Statt dessen werden besonders stark die Krankheiten erforscht, die viele Menschen betreffen.

    Nein, das ist genau nicht so.

    Von Endometriose sind so viele Frauen betroffen, wie Menschen von Diabetes Typ2. Das eine ist bekannt, das andere gilt als „seltene Krankheit“, die es nicht ist.

    Und weil es so vernachlässigt ist, müssen Betroffene viele Untersuchungen machen lassen, werden häufig psychosomatisch eingestuft und erhalten keine Hilfe.

    Eine Fokussierung auf Evidenz bedeutet leider auch, dass man das benachteiligt, was bisher - aus unterschiedlichen Gründen - nicht erforscht wurde.

  • Dein Argument ist, dass gefälligst bezahlt werden soll, was der Patient will, wenn er sich einbildet, dass es hilft.

    Das ist deine Unterstellung, woher auch immer du die genommen hast.

    Darauf aufbauend stelle ich dir die Frage, warum das nur für Zuckerkugeln, nicht aber für alles andere genauso gelten soll. Dass du die Frage nicht beantworten willst wundert mich allerdings nicht.

    Du wolltest bisher allein über Zuckerkugeln schreiben, alles andere blendest du aus.
    Du bestehst dabei auf Evidenz, das gilt aber für dich nur für Zuckerkugeln.

    Die Kehrseite der Evidenzbasierung interessiert dich nicht.

    Mein Argument war nicht, dass man alles bezahlen soll, sondern dass man die Nachteile der Evidenzbasierung beachten muss und dabei auch berücksichtigen muss, dass bestimmte Therapien zu wenig erforscht sind. Wenn man allein evidenzbasierte Therapien bezahlt, schließt man alle aus, die durch mangelnde Forschung benachteiligt sind, dazu gehören Frauen, Kinder, Erkrankte seltener Krankheiten, aber auch Erkrankte häufiger Krankheiten, die bisher nicht genug beachtet und erforscht wurden - siehe Endometriose und Fatigue.

    Nur weil das in der Forschung bisher keine Berücksichtigung fand, kann man doch diesen Menschen, die eine schwere Erkrankung haben und auch in anderen Belangen durch das Netz fallen, nicht auch noch die medizinische Hilfe versagen und sie auf Forschung in zig Jahren vertrösten.

    Das ist genau das, was Menschen mit Endometriose oder Fatigue erleben, aber gutheißen oder mit „So ist das im Kapitalismus“ vom Tisch wischen muss man das nicht.

    Weil ihr euch von Homöopathie triggern lasst, kommt ihr zu Aussagen, die die bisherige Benachteiligung in Medizin und Forschung weiter unterstützen. Da hilft dein Verweis auf den Sportverein gar nicht, den kannst du dir mit Fatigue nämlich entweder sparen, weil du die Energie dazu nicht hast, oder nicht mehr leisten.

  • Nein, das ist genau nicht so.

    Von Endometriose sind so viele Frauen betroffen, wie Menschen von Diabetes Typ2. Das eine ist bekannt, das andere gilt als „seltene Krankheit“, die es nicht ist.

    Das ist dann doch keine seltene Krankheit? Und woran machst Du fest, dass daran zu wenig geforscht wird?

    Ki sagt:
    Nein, Endometriose ist keine seltene Krankheit, sondern im Gegenteil eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. [1, 2]

    Häufigkeit und Zahlen

    • Etwa 10 % aller Frauen und Personen mit Uterus im gebärfähigen Alter sind von Endometriose betroffen (ca. 1 von 10 Frauen).
    • In Deutschland schätzen Expertinnen die Zahl der Betroffenen auf 2 bis 4 Millionen.
    • Weltweit leiden schätzungsweise 190 Millionen Menschen daran. [1, 2, 3, 4, 5]


    Eine seltene Krankheit ist dadurch geprägt, dass nur wenige Menschen diese Krankheit haben. Entsprechend ist extrem unattraktiv Gelder in die Forschung zu stecken.

    Laut Homepage der Endometriose-Vereinigung gibt es sogar an der Charite ein Zentrum dafür. Außerdem werden dort etliche Forschungsprojekte genannt.

    Nach der Definition der EU dürfen innerhalb der EU nicht mehr als jeder 2.000 Mensch an einer Krankheit leiden, damit es eine seltene Krankheit ist. Das wären weniger als 250.000 Menschen. Die Vereinigung spricht von mehr als 10 Mio Betroffene alleine in der EU

  • Wie wäre es, wenn du den zitierten Satz noch mal liest?

    Endometriose ist sehr lange absolut vernachlässigt worden, es gab kaum Forschungsgelder, obwohl man nach heutiger Schätzung (Dunkelziffer) von etwa gleich vielen Erkrankten ausgeht wie bei Diabetes Typ 2.

    Während es für Diabetes viele Forschungsgelder gab, gab es die für Endometriose nicht. Das ändert sich allmählich, Forderungen sind aber noch nicht umgesetzt.

    https://www.bvf.de/aktuelles-pres…versorgung-ein/

    https://www.aok.de/pp/gg/versorgung/endometriose-forschung/

    Und genau da fehlt dann eben die Versorgung und die Kostenübernahme.

    P.S.: Meine Rechtschreibprüfung kennt das Wort „Diabetes“, „Endometriose“ aber nicht.

  • Nur weil das in der Forschung bisher keine Berücksichtigung fand, kann man doch diesen Menschen, die eine schwere Erkrankung haben und auch in anderen Belangen durch das Netz fallen, nicht auch noch die medizinische Hilfe versagen und sie auf Forschung in zig Jahren vertrösten.

    Das tut doch überhaupt niemand. Aber wenn es keine evidentbasierte Behandlung oder Medikamente gibt, ist doch nicht die Lösung irgendeinen schamanischen Tanz aufzuführen oder homöopathische Mittelchen zu geben oder irgendetwas blind zu versuchen, was vielleicht mehr schadet, als dass es hilft. Der Weg müsste es sein, diese Forschungen anzustoßen, um diesen Menschen zu helfen.

  • Das tut doch überhaupt niemand.

    Nicht?

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    :gruebel:

    Ach ja, nur zur Erinnerung: Bezahlt werden soll nur, was evidenzbasiert ist.

    Der Bundesverband der Frauenärzte fordert: „Darunter auch die Forderung nach einem strukturierten Programm zur Früherkennung, um Endometriose wirksamer behandeln zu können. Notwendig sind insbesondere extrabudgetäre Abrechnungsmöglichkeiten für eine ausführliche Schmerzanamnese, die körperliche und sonografische Untersuchung, eine qualifizierte Beratung sowie die frühzeitige Einleitung einer individuellen Therapie. “

  • Das geht aber schon sehr weit, wenn man einen Menschen an sich - so verstehe ich deine Aussage - erst dann ernst nimmt, wenn er dieser Meinung ist.

    Ist das so schwer zu verstehen? Es gibt keinen Dissens in der wissenschaftlichen Welt um die Wirksamkeit von Homöopathie. Das Ergebnis ist eindeutig und faktisch klar.

    Wenn also jemand die Aussage macht, Homöopathie hat eine medizinische Wirksamkeit über den Placebo Effekt hinaus, ist diese Aussage falsch. Das kann man dann auch nicht als Meinung verpacken. Das ist nichts anderes als Realitätsverleugnung.

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