Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Es könnte dazu führen, dass z.B. Teilzeitkräfte nicht an jeder oft unsinnigen DB, Konferenz, schulinternen Fortbildung, schulischen Veranstaltung etc. teilnehmen müssen. Dann muss die Schulleitung entscheiden, ob lieber die Klausuren rechtzeitig vor Notenschluss korrigiert werden sollen, oder man man an einer DB teilnehmen muss, bei der nur Infos von einer PP vorgelesen werden oder an einer Laufbahnkonferenz für 6 Klassen, wo man jeweils nur 2 Schüler von hat etc.

    Vielleicht werden dann einige unteilbare Aufgabe doch plötzlich zu teilbaren

    Das betrifft aber Vollzeitkräfte genauso wie Teilzeitkräfte. Wo soll das hinführen? Machen wir dann keine Konferenzen mehr? Oder sagt die Schulleitung lassen sie die Unterrichtsvorbereitung weg?

    Das Problem ist, dass das kein reines Teilzeitproblem ist. Es gibt sicherlich Fächerkombinationen, wo das Problem nicht auftritt. Aber im Schnitt betrifft es die meisten Lehrkräfte unabhängig von Teilzeit oder Vollzeit.

    Dazu kommt, dass das mit Konferenzen und Ausflügen eine Mär ist. Wenn man sich Arbeitszeitsstudien ansieht, machen diese Aktivitäten nur einen kleinen Bruchteil der Arbeit aus. Sie sind natürlich ärgerlich aber vielen Schulen werden auch die Anzahl schon auf das nötigste begrenzt haben. Am Ende ist die Zeit für Unterrichtsvor- und nachbereitung und er ganze Rattenschwanz an damit verbundenen Zusatzaufgaben wie Förderpläne etc. das große Probleme. Für ein Fördergutachten brauche ich mehr Zeit als für alle Konferenzen in einem Halbjahr. Und dann hat man auf einmal drei Kinder, die eines brauchen.

  • Nein, das stimmt nicht, Tom. Eine Teilzeitkraft hat viel weniger Zeit zur Verfügung für Konferenzen (bei 50 % Teilzeit 50 %), muss aber die gleiche Anzahl und Dauer absolvieren. Daher werden Teilzeitkräfte überproportional belastet und überschreiten häufiger ihre Sollarbeitszeit.

  • Korrekturen und vieeeele Konferenzen / DBs etc

    D.h. zu den 68% gehören die Konferenzen???

    Man müsste jetzt mal prüfen, ob es notwendige Konferenzen sind oder unnötige. Wir haben manchmal viele Klassenkonferenzen wegen Fehlverhalten. Das nervt zwar aber wir wollen das auch haben. Gleiches gilt bei Fördermaßnahmen. Wenn ihr natürlich viele unnötige Konferenzen habt, wäre es sinnvoll einmal mit dem Personalrat zu sprechen oder direkt zum Schulleiter zu gehen und zu sagen, dass man nicht kommt, weil man mit den anderen Aufgaben ausgebucht ist. Kleine Aufstellung mitnehmen und dann nachfragen. Hat das schon mal jemand bei euch gemacht? In der niedersächsischen Arbeitszeitstudie war der Anteil von Konferenzen plus Arbeitsgruppen im Schnitt bei 4% der wöchentlichen Arbeitszeit.

  • Es sind einfach die vielen, vielen Extrasachen.

    Im Monat März:

    - Projekttage

    - Schulfest

    - Abiturvorbereitung (sind extra Stunden bei uns außerhalb des normalen Plans)

    - ZAA vorbereitende Konferenz

    - Lehrerkonferenz

    - Elterninformationsabend WP Fächer

    - DB WP Wahl

    - Fachkonferenz


    So geht das jeden Monat

  • Nein, das stimmt nicht, Tom. Eine Teilzeitkraft hat viel weniger Zeit zur Verfügung für Konferenzen (bei 50 % Teilzeit 50 %), muss aber die gleiche Anzahl und Dauer absolvieren. Daher werden Teilzeitkräfte überproportional belastet und überschreiten häufiger ihre Sollarbeitszeit.

    Was stimmt nicht?


    Natürlich werden Teilzeitkräfte bei Konferenzen übermäßig belastet. In der Regel hast Du aber nicht die gleiche Anzahl, da du in weniger Klassen unterrichten wirst. Da fallen die Zeugnis- und Klassenkonferenzen und ggf. Förderplangespräche raus.
    Die Arbeitszeitstudie sagt, dass Konferenzen im Durchschnitt nur 4% der Arbeitszeit einer VZ-Lehrkraft ausmachen. Man hat rechnerisch 107 min im Wochenschnitt für Konferenzen ermittelt. Selbst mit einer halben Stelle würde man also "nur" rund 53 min zu viel machen, wenn alle Konferenzen mitmacht. Da geht aber noch runter, dass man weniger Konferenzen hat. Dann hat man am Ende vielleicht 30 min über die man diskutiert, aber auch nur sofern die Schule nichts ausgleicht, was sie eigentlich soll.
    Dem gegenüber hätte aber eine TZ Kraft mit 50% rechnerisch über 7,5 h für Unterrichtsnahe Tätigkeiten wie Vorbereitung, Korrekturen etc. Und damals waren die Fördergutachten noch nicht so dabei. Dafür wurden nur 8 min pro Woche eingerechnet, was sicherlich heute nicht mehr passt. Da ist doch deutlich, wo das Problem liegt wenn wir von 3+ Stunden Mehrarbeit pro Woche ausgehen.

  • Ich habe weder als Vollzeitkraft noch als Teilzeitkraft jemals an einer Förderplankonferenz teilgenommen.

    Da wir immer in Bändern unterrichten und differenzieren, bist du immer bei allen Klassen anwesend. In jedem deiner Kurse sitzen z.B. Schüler aus der 8a, d, e und f. Ja, und selbst wenn du bei b und c nicht anwesend sein musst, diese halbe Stunde hängst du ja trotzdem in der Schule rum und kannst dich nicht weit entfernen, aber auch nichts richtiges arbeiten.

    Und Zeugniskonferenzen (nur da trifft dein Argument ja zu), sind echt das geringste Problem.

    Guck mal oben, was ich alles aufgezählt habe. Es sind nicht nur Konferenzen, es sind jede Woche extra Veranstaltungen mit Präsenzpflicht, die außerhalb des normalen Plans liegen.

  • Aber wieso bist Du viel an der Schule? Du weißt, dass Fahrzeiten nicht zur Arbeitszeit gehören? Das ist doch eigentlich linear. Durch die Teilzeit verändert sich die Anzahl deiner Sollstunden ebenso wie deine Arbeitszeit. Wenn wir jetzt Freistunden etc. rausnehmen und großzügig davon ausgehen, dass Du nach jeder Stunde noch 15 min Pause überbrücken musst, dann hättest du bei Vollzeit 25,5 h (inklusive Pausen) / rund 46 h Wochenarbeitszeit = rund 55%. Die 46h ergeben sich, wenn du die Ferien auf die Schulwochen umlegst. Bei Teilzeit mit 50% hättest Du dann 12,75 h / 23h = rund 55%.

  • Wir haben manchmal viele Klassenkonferenzen wegen Fehlverhalten. Das nervt zwar aber wir wollen das auch haben.

    Es muss doch aber berücksichtigt werden, dass es dazu kommen kann, gerade weil man diese Konferenzen nicht unterlassen kann.

    Oder, wie du schreibst: Manchmal muss man 3 Gutachten schreiben, manchmal auch 5, und jedes ist anders. Eltern benötigen Beratung, fordern eine Förderkommission oder es geht ohne. Das kann man nicht beeinflussen, dennoch ist es notwendig und muss gemacht werden.

    Elterngespräche wegen Kindern in der Inklusion, Elterngespräche mit Sprachmittlern, Abstimmen der Förderpläne, manchmal sogar häufigere Gespräche, Dokumentation, ja, kann man alles irgendwie schlank halten, ist aber doch Arbeit und man hat nicht in der Hand, wie viele Kinder es betrifft

    Es ist je nach Schulform, Fach, Standort ganz unterschiedlich, man kann es nicht pauschalisieren.

    Bei einigen sind es die Korrekturen, bei anderen viele kleine Beauftragungen, bei der nächsten eine Klasse mit besonders vielen Kindern, die besondere Päckchen tragen. Man kann nichts davon streichen oder weglassen und nur die Beauftragungen im Kollegium möglichst gleichmäßig verteilen, jede Lehrkraft, die ausfällt, gibt auch diese Aufgaben an die anderen ab.

    Das Deputat bleibt aber bisher immer gleich und außerunterrichtliche Aufgaben werden erweitert, aber nicht entlastet.

  • Guck mal oben, was ich alles aufgezählt habe. Es sind nicht nur Konferenzen, es sind jede Woche extra Veranstaltungen mit Präsenzpflicht, die außerhalb des normalen Plans liegen.

    Ich glaube aber, dass das eher ein schulisches Problem bei euch ist. Warum macht ihr so viele Aktionen alle in einem Monat? Schulfest, Projektage, Abivorbereitung, Elterninformation das würde ich auf das ganze Schuljahr verteilen und dann wäre es auch gut mit weiteren Veranstaltungen. Was habt ihr denn da für ein Programm in den anderen Monaten? Vielleicht solltet ihr das mal auf einer Personalversammlung besprechen. Ich kenne schon einige Schulen aber das man so ein Programm in einem Monat fährt, habe ich noch nie erlebt. Ich denke, da muss man unbedingt mal mit der SL sprechen.

    Ich habe weder als Vollzeitkraft noch als Teilzeitkraft jemals an einer Förderplankonferenz teilgenommen.

    Da wir immer in Bändern unterrichten und differenzieren, bist du immer bei allen Klassen anwesend. In jedem deiner Kurse sitzen z.B. Schüler aus der 8a, d, e und f. Ja, und selbst wenn du bei b und c nicht anwesend sein musst, diese halbe Stunde hängst du ja trotzdem in der Schule rum und kannst dich nicht weit entfernen, aber auch nichts richtiges arbeiten.

    Förderpläne sind bei uns verpflichtend. Es wundert mich, dass ihr so was nicht habt.

    Wenn Du aber weniger Stunde unterrichtest, musst Du auch zwangsläufig in weniger Bändern sein. Mit Vollzeit bist du vielleicht in Jahrgang 8 und 9 und mit Teilzeit nur in Jahrgang 8.

  • Es muss doch aber berücksichtigt werden, dass es dazu kommen kann, gerade weil man diese Konferenzen nicht unterlassen kann.

    Oder, wie du schreibst: Manchmal muss man 3 Gutachten schreiben, manchmal auch 5, und jedes ist anders. Eltern benötigen Beratung, fordern eine Förderkommission oder es geht ohne. Das kann man nicht beeinflussen, dennoch ist es notwendig und muss gemacht werden.

    Elterngespräche wegen Kindern in der Inklusion, Elterngespräche mit Sprachmittlern, Abstimmen der Förderpläne, manchmal sogar häufigere Gespräche, Dokumentation, ja, kann man alles irgendwie schlank halten, ist aber doch Arbeit und man hat nicht in der Hand, wie viele Kinder es betrifft

    ...

    Genau. Aber da liegen doch die Probleme. Das sind alles Tätigkeiten, die sich aus dem Unterricht ergeben und zu viel Zeit kosten. Dagegen sind die Konferenzen an vielen Schulen nicht das Problem.

  • Ich hatte am Gymnasium auch irrsinnig viele Konferenzen, Dienstbesprechungen, Extratermine. In der Regel nicht unmittelbar an den Unterricht andockend, sondern mit Wartezeiten verbunden. Oder Unterbrechungen, wenn die pädagogische Konferenz der 6a um 15 Uhr stattfindet, die 9c aber erst um 17.30 oder sowas. Die fehlende Deckelung von Konferenzen empfinde ich als eines der größten Übel in diesem Job und ist letztlich (neben der Existenz der Unterstufe^^) auch der zentrale Grund, warum ich nicht mehr zurück an eine Kinderschule wollte. Man hat überhaupt gar keine Vorstellung davon, für welchen Sch... alles Konferenzen einberufen werden, wenn man ein gerne konferierendes Schulleitungsteam hat.

  • Ich habe eine Vertretungsbereitschaft, wo ich wirklich jede Woche auch eingesetzt werde. Wenn nicht, bin ich ja verpflichtet, mich im LZ aufzuhalten. Dann habe ich 2 Aufsichtsstunden (60 Minuten), die mir aber nur halb (22,5 Minuten) angerechnet werden.

    Ich muss also 2 Stunden zusätzlich zu meinem Deputat anwesend sein.

    Freistunden habe ich nicht.

    Selbstverständlich rechne ich die Arbeitszeit nicht dazu. Für wie blöd hältst du mich?

    Du kannst mir glauben, dass ich das genau ausgerechnet habe.

    An Pausen, die ich zu überbrücken habe habe ich:

    2x 5 Minuten (brauche ich für den Weg)

    2x 15 Minuten

    Ich bin jetzt von 41 Stunden Wochenarbeitszeit ausgegangen. Alles darüber hinaus zähle ich als Überstunden und bummel die in den Ferien ab.

  • Ganz genau. Man kann es nicht pauschalisieren. Und eben deshalb brauchen wir eine Arbeitszeiterfassung.

  • Ich glaube aber, dass das eher ein schulisches Problem bei euch ist. Warum macht ihr so viele Aktionen alle in einem Monat? Schulfest, Projektage, Abivorbereitung, Elterninformation das würde ich auf das ganze Schuljahr verteilen und dann wäre es auch gut mit weiteren Veranstaltungen. Was habt ihr denn da für ein Programm in den anderen Monaten? Vielleicht solltet ihr das mal auf einer Personalversammlung besprechen. Ich kenne schon einige Schulen aber das man so ein Programm in einem Monat fährt, habe ich noch nie erlebt. Ich denke, da muss man unbedingt mal mit der SL sprechen.

    Förderpläne sind bei uns verpflichtend. Es wundert mich, dass ihr so was nicht habt.

    Wenn Du aber weniger Stunde unterrichtest, musst Du auch zwangsläufig in weniger Bändern sein. Mit Vollzeit bist du vielleicht in Jahrgang 8 und 9 und mit Teilzeit nur in Jahrgang 8.

    Wir sprechen permanent mit der Schulleitung, aber da tut sich nichts. Angeblich alles notwendig.

  • Ich glaube aber, dass das eher ein schulisches Problem bei euch ist. Warum macht ihr so viele Aktionen alle in einem Monat? Schulfest, Projektage, Abivorbereitung, Elterninformation das würde ich auf das ganze Schuljahr verteilen und dann wäre es auch gut mit weiteren Veranstaltungen. Was habt ihr denn da für ein Programm in den anderen Monaten? Vielleicht solltet ihr das mal auf einer Personalversammlung besprechen. Ich kenne schon einige Schulen aber das man so ein Programm in einem Monat fährt, habe ich noch nie erlebt. Ich denke, da muss man unbedingt mal mit der SL sprechen.

    Förderpläne sind bei uns verpflichtend. Es wundert mich, dass ihr so was nicht habt.

    Wenn Du aber weniger Stunde unterrichtest, musst Du auch zwangsläufig in weniger Bändern sein. Mit Vollzeit bist du vielleicht in Jahrgang 8 und 9 und mit Teilzeit nur in Jahrgang 8.

    Das machen die Sonderpädagogen

  • Ich hatte am Gymnasium auch irrsinnig viele Konferenzen, Dienstbesprechungen, Extratermine. In der Regel nicht unmittelbar an den Unterricht andockend, sondern mit Wartezeiten verbunden. Oder Unterbrechungen, wenn die pädagogische Konferenz der 6a um 15 Uhr stattfindet, die 9c aber erst um 17.30 oder sowas. Die fehlende Deckelung von Konferenzen empfinde ich als eines der größten Übel in diesem Job und ist letztlich (neben der Existenz der Unterstufe^^) auch der zentrale Grund, warum ich nicht mehr zurück an eine Kinderschule wollte. Man hat überhaupt gar keine Vorstellung davon, für welchen Sch... alles Konferenzen einberufen werden, wenn man ein gerne konferierendes Schulleitungsteam hat.

    Genau, die vielen Wartezeiten kommen noch dazu. Das ist die echte Belastung.

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