Stimmungsbild → Schriftwahl

  • Welche der drei Überschriften empfindest Du für den Einsatzzweck am passendsten? 8

    1. Varaiante Oben (2) 25%
    2. Variante Mitte (3) 38%
    3. Variante Unten (3) 38%

    Einen schönen guten Morgen,

    mich würde eure Meinung bzgl. der Schriftwahl für Lehr- und Lernmaterial für:

    • Fortgeschrittene Leseanfänger (eher Ende 1. Klasse und 2. Klasse)
    • Ältere Kinder (bis ca. 12) mit Leseschwäche

    Es geht mir um die beste Lesbarkeit, Förderung der Lesegeläufigkeit.

    Im Anhang findet ihr drei Varianten. Der Fliesstext ist identisch. Es geht mir nur noch um die Überschrift.

    Bitte den Inhalt des Textes ignorieren und nur auf das Schriftbild achten. :)

    Die pragmatischste Lösung wäre die Version ganz unten, hier habe ich aber etwas die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Vielen lieben Dank euch!


    /edit: Ich möchte bewusst keine klassischen Grund/Basisschriften verwenden.

  • Keine von denen. Am ehesten die in der Mitte, allerdings stört, dass das große "I" also [i] kleiner ist als das kleine "l" also [L].

    Serifenschriften finde ich generell ungünstig. Auch je schnörkeliger oder kursiver eine Schriftart ist, desto schwieriger, als "kindlich" werden Schüler*innen das nicht deuten.

    Der Vorteil der klassischen Druckschrift ist halt, dass sie aus Gründen so ausgewählt wurde und viele Kinder sie schon kennen und daher leichter wiedererkennen. Zum Beispiel das kleine "a" sieht in deinen Schriften anders aus als das gedruckte, das die Kinder erlernen.

  • Die Überschrift sollte in derselben Schriftart wie der Fließtext sein, kann aber natürlich größer und fett gedruckt werden. Probleme bei deinen Beispielen sehe ich beim großen "i" (Unterscheidung kleines "L") und natürlich beim kleinen "a". Kannst du nicht einfach die Schrift verwenden, mit der die Schulanfänger das Lesen gelernt haben? Die meisten Grundschulen einigen sich doch auf die zu verwendenden Fonts, ihr nicht?

    die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Das halte ich für übertrieben. Natürlich werden sie später verschiedene Schriftarten kennenlernen und lesen können. Das kann man aber durchaus differenziert üben.

  • Die pragmatischste Lösung wäre die Version ganz unten, hier habe ich aber etwas die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Kann pepe bestätigen. Bei mir hat sich in Klasse 3/4 noch nie ein Schüler in dieser Richtung geäußert.

    Ich würde auch eine Schrift nehmen, die den Schülern bekannt ist.

  • Danke für eure Rückmeldung.

    Bei der Form des a gehe ich vollkommen mit dir. Da ist die Schrift des Fließtextes (bzw. die Headline ganz unten, welche die gleiche Schritt nur in einem dickeren Schnitt ist) in meinen Augen die beste von den dreien. Diese Schrift, Andika, wurde speziell für Leseanfänger entwickelt. Allerdings stört mich bei der, dass das l keinen Schwung am unteren Ende hat - eben eigentlich auch das, was zu Beginn gelernt wird.

    Die obere Schrift (Atkinson Hyperlegible Next) ist explizit für Personen mit Leseschwäche entwickelt, was natürlich nicht gleichbedeutend mit Leseanfänger ist, aber dennoch über klarere Formen verfügt - nur nicht zwingend mit Formen die für Leseanfänger übereinstimmen. Dass das a dort zweistöckig und nichit einstöckig ist, wird übrigens mit der besseren Unterscheidbarkeit zum o begründet.

    Bei den meisten klassischen Druckschriften (serifenlose Groteske) haben leider eine schlechte I - l (L) Paarung.

    Perfekt ist keine Schrift. Aber da habe ich bislang auch schlichtweg nichts gefunden, wenn ich mal von den "offiziellen" Schulschriften ausgehe, welche ich aber meiden möchte um die Gestaltung generischer zu halten. (z.B. Basisschrift in der Schweiz, Druckschrift Nord, Druckschrift Süd, Druckschrift Bayern unterscheiden sich ja auch alle untereinander)

    PS: Eine Serifenschrift ist keine einzige von den Headline-Schriften. Allenfalls angedeutete Semi-Serif.


    /edit: Mir geht es am Ende darum, nicht für meine Klasse / SuS etwas zu gestalten, sondern etwas zu finden was allgemein funktioniert, egal wo die Kinder lernen. D.h. exakt werde ich es nicht abbilden können, nur möglichst zugänglich machen vom Schriftbild her. In der Theorie. :)

  • Wenn es doch um mehr Schüler:innen als deine eigenen geht, würde ich eine Ausgangsschrift wählen, also Druckschrift der Länder oder Grundschrift.

    Es ist für schwache Leser:innen wichtig, geübte Leser:innen stellen sich schneller um und suchen auch selbst bald Bücher.

    Wenn ich ein Material aus BY mit den dortigen Schriften finde, kann ich diese Schriften neben der Grundschrift einsetzen, das schaffen auch Anfänger:innen bald.

    Das Gleiche gilt für die Markierung der Silben, die die Schwachen benötigen, die Staken schneller ablegen.

    Ich nutze Texte von bekannten Grundschul-Seiten, da gibt es schon recht viel Auswahl. Finde ich inhaltlich nichts Passendes oder benötige ich etwas Bestimmtes, kann ich die KI für leichte Sprache bemühen und ggf. den Text noch durch einen Silben-Generator schicken.
    Kurze Texte sind gute Übungsaufgaben und eigenen sich auch gut für das Lesetandem. Da könnte man auch zunächst den silbenmarkierten Text zum Üben nutzen, im Anschluss den rein schwarz gedruckten.

  • Nachtrag:

    Für den DaZ-Bereich wird man häufiger die Texte zunächst in der Herkunftssprache anbieten und dann auf Deutsch das flüssige Lesen üben.

    Das ist eine Gratwanderung, was Schüler:innen erwarten, aber wer in der Herkunftssprache sicher liest, hat mehrere Vorteile: Es stärkt die Herkunftssprache, die Lesefähigkeiten der Sinnentnahme, die kommunikative Kompetenz und hilft, inhaltlich mitzuarbeiten.

    Es setzt aber voraus, dass die DaZ.Schüler:innen in der Herkunftssprache alphabetisiert sind und die Bereitschaft, Deutsch zu lernen und nicht generell auf Übersetzung zu bestehen.

  • ich finde es gut, den kindern am ende der 1.klasse auch schon schriften mit serifen und verschiedenen buchstabenvarianten vorzulegen und schriften generell abzuwechseln, sonst können sie im alltag nicht alles einfach lesen.

    ich konnte als kind fraktur nur sehr schlecht lesen, was mich sehr geärgert hat, da meine eltern noch alte kinderbücher hatten. in der schule hatten wir das auch nicht gelernt. das halte ich mittlerweile für unnötig, aber die flexibilität finde ich wichtig und man sollte schwächere schüler nicht vor alltäglichen schriften bewahren.

  • und man sollte schwächere schüler nicht vor alltäglichen schriften bewahren.

    Da muss man vielleicht definieren, was „schwächere Schüler:innen“ bedeutet.

    Ich habe über 4 Jahre Schüler:innen, die am Anfang des Leselehrganges stehen, weil sie gerade erst nach Deutschland gekommen sind und/oder weil sie im Lernen beeinträchtigt sind.
    Sie schaffen es am Ende der 4. Klasse, die silbenmarkierten Texte der inklusiven Ausgabe der Fibel zu erlesen (… und ich freue mich, dass sie so weit gekommen sind, das habe ich zwischenzeitlich bezweifelt, dann ging es doch weiter).

    Ich habe den TE so verstanden, dass er für solche Schüler:innen Texte sucht oder erstellen will, die inhaltlich mehr sind als die Fibel-Texte, aber dennoch leicht zu lesen.

    Für gute Leser:innen kann man Angebote oder herausfordernde Aufgaben stellen, aber gerade Ende 1 oder am Ende des üblichen Leselehrgangs, der mit Mühe erreicht wird, würde ich Kinder damit nicht überfordern wollen, sondern Erfolge ermöglichen und feiern, auch wenn sie nur sehr klein sind.

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