Spanisch Haupt-/Realschulen inHessen

  • Liebe Community,

    ich studiere in Hessen Lehramt für Haupt- und Realschulen mit der Fächerkombination Spanisch und Deutsch.

    Die Möglichkeit, Spanisch für dieses Lehramt zu studieren, ist seit 2023 neu. Der Bedarf bzw. die tatsächliche Unterrichtspraxis in Spanisch in diesem Schulzweig fällt meines Erachtens nach aber noch sehr gering aus.

    Gib es hier Leute, die sich damit auskennen? Kann man mit einer Zunahme von Spanischlernenden in der Sek. I (HR) rechnen - und wie bewertet ihr meine Fächerkombination generell in Richtung Planstelle erhalten usw. - da bin ich mir noch sehr unsicher, was meine Zukunft angeht.


    Ich freue mich über Antworten.

  • Ich komme zwar aus Bayern, bin dafür aber gelernte Realschullehrerin für Deutsch und Englisch.

    Aus meiner Erfahrung als Sprachenlehrerin würde ich sagen, dass das recht ambitioniert ist, was du da vorhast. Sicherlich, die Fremdsprache übt einen gewissen Reiz auf die Schüler aus, man kann sie heutzutage fantastisch lebensnah vermitteln und von dem Mehrwert, den eine lebende Fremdsprache außer Englisch mitbringt, will ich gar nicht erst anfangen.

    Dennoch wirst du immer ein Nischendasein führen, du wirst (zumindest an der RS) maximal eine(n) Kolleg*in haben, ihr werdet euch die Fachschaft teilen und ihr werdet immer gemeinsam die Abschlussprüfungen korrigieren, weil es ja niemanden sonst gibt. Je nachdem, wie du mit Deutsch eingebunden bist, kann das im Kollegium schon mal blöde aussehen, wenn du wie selbstverständlich Spanisch korrigierst, während die anderen sich durch Deutsch quälen. So kenne ich es zumindest mit D/E.

    Nun kann es ja in Hessen ganz anders sein - vielleicht hat man dort ein ganz anderes Verhältnis zur 2. oder 3. Fremdsprache. Ich sehe aber vor allem unsere Schüler, die oft nicht verstehen, dass sie (bevor sie cool auf Spanisch daher plaudern können) erst einmal ganz unsexy Vokabeln und Grammatik pauken müssen, und das zusammenhängend über einen längeren Zeitraum.

    Wie wäre es, wenn du einfach die KI befragst? Frag' doch mal nach, ob es Erhebungen über Spanisch an der HS/RS in Hessen gibt, ob es bereits unterrichtet wird, ob es möglich ist, den Bedarf zu ermitteln, wie viele Schulen Spanisch anbieten etc. Du schreibst zwar, dass es das Lehramt erst seit 2023 gibt, aber das KM etabliert ja sicher keinen neuen Studiengang, wenn schon im Vorfeld feststeht, dass es eine Totgeburt wird.

    Good luck! :super:

  • Aber gibt es überhaupt Abschlussprüfungen in der ZWEITEN Fremdsprache? Egal ob Hessen oder Bayern?

    In Bayern kann man an der Realschule Französisch als 2. Fremdsprache wählen und dann macht man da auch Abschlussprüfung.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Als ich mit meiner Promotion angefangen habe, haben wir genau in dem Semester mit dem Studiengang Spanisch für Hautp-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen angefangen. Studierende gabs insgesamt sehr wenige und die mussten ihre Praktika immer an Gesamtschulen machen, weil es in unserem Einzugsgebiet keine Haupt- oder Realschule mit Spanisch gibt. Ich denke auch nicht, dass sich das groß ändern wird. Eher werden die wenigen verbleibenden Haupt- und Realschulen in Sekundar- oder Gesamtschulen überführt. Da ist Spanisch dann natürlich oft beliebter als Französisch, das liegt aber meines Erachtens an den ganzen sehr dummen Mythen, Spanisch sei so viel einfacher, vor allem in der Aussprache. Das kann man aber linguistisch überhaupt nicht aufrecht erhalten, der Spanischunterricht interessiert sich fatalerweise einfach nur nicht für die Aussprache...

  • Danke für eure Antworten. Natürlich ist mein Ziel grundsätzlich, an einer Gesamtschule zu landen und nicht spezifisch eine "Haupt- und Realschule". Könnte das die Chancen verbessern? Oder komme ich um ein Erweiterungsfach nicht herum?

    Weiß jemand denn wie es ist, wenn man zum Beispiel jahrelang nur angestellte Lehrkraft war? Kann es sein, dass ich mit meinen Qualifikationen niemals gesucht werde und dementsprechend niemals fest angestellt werde und ständig rotieren muss?

  • klar kann es sein. Es gibt doch keinen Anspruch auf eine feste Stelle und sogar Verbeamtung.
    Wenn du ein Fach hast, das du gerne als Erweiterungsfach machen möchtest, dann go for it. Sowieso!

  • Naja, "gerne" ist etwas anderes sage ich mal.. :D

    Wie läuft das mit den Planstellen denn? Ich habe Spanisch/Deutsch und eine Schule muss genau diese Stellen ausschreiben und ich muss "Glück" haben, sie zu bekommen?

  • Ich weiß nicht, wie es in Hessen genau ist, aber im Prinzip ja.
    Und ersetze "Glück" durch "du musst der beste mit der ausgeschriebenen Kombination sein" (oder "unter den besten und dann in einem Gespräch der beste sein", je nachdem ob Hessen nur über Liste oder auch schulscharf ausschreibt).

  • naja, du hast doch nicht geglaubt, du studierst, was du willst, kriegst einen Refplatz angeboten und dann automatisch eine Planstelle, unabhängig vom Bedarf am Ort?

  • Natürlich nicht.

    Ich finde es eher schade, dass trotzt des hohen Lehrermangels (der immer wieder publik angesprochen wird) man nach einem jahrelangen Studium trotzdem ohne Klarheit in das "Berufsleben" losgelassen wird. Aber das ist natürlich eine bildungspolitische Debatte, die hier vermutlich eher Fehl am Platz ist. Jahrelang kämpfen und jedes Schuljahr einen befristeten Vertrag an unterschiedlichen Schulen annehmen ist natürlich nicht das, was man sich wünscht.

  • Steht Spanisch als Mangelfach irgendwo in einer Prognose?
    Ich meine ‚Lehrermangel‘ in Physik wird nicht Hispanisten gelöst.
    Mach ein Drittfach, dann bist du auch für Schulen interessant, die wenig Spanischstunden haben. Du wirst höchstwahrscheinlich eh fachfremd in deiner Klasse unterrichten, die Qualifikation in einem Sachfach kann also nicht schaden.

    Wenn dein Zielbundesland auch schulscharf ausschreibt: sammle Erfahrungen und quailifiziere dich auch neben deinen Fächern (DaZ, pädagogisches Zeug, Sport, Theater, etc…) und

    Sei ortsflexibel.

    Dann wird es was.

  • Vielen Dank. Ich hatte mal ein Auslandssemester.. Drittfach bin ich am Überlegen, das wäre aber auch natürlich noch mal eine ordentliche Verlängerung des Studiums

  • Ein Auslandssemester in der FS sollte die Regel sein (ich weiß, ich hab im Forum erfahren, es ist in Hessen freiwillig)

    Sieh es so: ja, verlängern, aber mit Chancen auf einem Job, oder 5+ Jahren Vertretungen dauerhaft in Deutsch und fachfremd?

    Chili, 4 Fächer plus Zusatzqualis, ich weiß, wozu ich rate

  • Ein Auslandssemester in der FS sollte die Regel sein (ich weiß, ich hab im Forum erfahren, es ist in Hessen freiwillig)

    Das machen einige nicht :D Ist auch eine teure Angelgenheit, Erasmus+ zahlt zwar ca. 3000 EUR pro Semester, aber das deckt lange nicht den notwendigen Bedarf.


    4 Fächer ist verrückt.. wie lange hast du letztendlich studiert?

  • lange, ich hatte auch Auslandszeiten (mit WESENTLICH weniger Geld als "3000 Euro pro Semester") bzw. Praktika/Jobs daneben und meine Erweiterungsfächer habe ich auch neben Vertretungsstellen / dem Ref abgeschlossen, bin aber sehr dankbar für meinen Weg und alle Erfahrungen.

    - Mit Spanisch hättest du auch Fremdsprachenassistent sein können, bringt mehr Geld UND Praxis (dauert aber länger).
    - Das Auslandsstudium kannst du dran hängen, studierst währenddessen / schreibst deine Abschlussarbeit und bekommst dafür eine Förderung..

    Es gibt Wege, eine Verlängerung des Studiums nicht per se als negativ zu sehen, ERST RECHT, wenn man sonst Vertretungsstellen in Ketten als die Hölle ansieht.

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