Never werde Ich noch Lehrer

  • Hallo,

    Ich fange mal mit den Grundinfos an. Ich bin 27. Lehramt Realschule Sowi/Englisch, ist mein zweiter Uni Versuch, mittlerweile 10. Semester. Ich hab damals viel zu jung mit grade mal 20 ein Architekturstudium angefangen und in der Covid- Zeit voll in den Sand gesetzt, Ich wollte lieber arbeiten und Geld verdienen und meine Freizeit nutzen. Das Erste Semester hatte ich noch gut durchgezogen, mit Pflichtpraktika und allem drum und dran. Nun ja, nach 6 Semester und schlecht laufenden Covid-Semestern, dann zum Lehramt gewechselt, warum auch immer, mein Vater war Lehrer, deshalb vielleicht. Mir fehlt nur noch eine Praxisphase im Bachelor und noch einiges an Credits, leider sind die Seminare immer sehr schnell ausgebucht und Ich lasse sehr schnell Leistungen fallen sobald ich überfordert bin. Außerdem geht an arbeiten neben dem Studium kein weg dran vorbei. Eigentlich kann ich nur in dem Tempo von einem Teilzeitstudium studieren. Mein einiger Elternteil hatte zwischen meinem 4-9 Semester Krebs und da war es ein wunder das ich überhaupt irgendetwas geschafft habe. Zwischenzeitlich habe ich bereits mal eine Stelle in der OGS um mir eigenständig ein besseres Bild eines Lehrers zumachen. War in Ordnung ,aber langweilig. Mein erstes Praktikum an einer Brennpunktschule war ok. Ich war selbst erst vor meinem Abi an einer Brennpunktschule. Als Pädagoge bin ich zu stumpf, ich finde die Kids ganz witzig aber sind mir relativ egal. Bei Hausarbeiten tue ich mich unglaublig schwer, Ich habe auch schon mehrere Klausuren in den Sand gesetzt. Mein Vater hat mich quasi Verstoßen, von dem seh ich keinen Cent. Bafög hatte ich aufgrund meines Fachwechsel nur 3 Semester bekommen und konnte bis zu meinem vierten Semester nicht genug Leistungen vorweisen. Ich glaube ich gehöre eher auf den Bau ,aber mit 27 dann nochmal an meine alte FH zurück wechseln wäre auch krass. Mich würde ein duales Studium interessieren. Wer nimmt mich schon mit diesem Lebenslauf. Meine Arbeitserfahrungen aus all möglichen Hiwijobs punktet auch nicht.

  • Du hast also viel Lebenserfahrungen gesammelt, die du später mit Kindern und Jugendlichen teilen kannst. Und wenn das Studium noch länger dauert sammelst du halt noch mehr Lebenserfahrungen gesammelt. Ist doch super.

    Du solltest nur überlegen, ob du den Job als Lehrer gerne machen möchtest. Der Job macht sehr viel Spaß aber ist halt auch fordernd.

  • Das ist mein erster Beitrag, ich hätte nicht mit Reaktionen gerechnet. Ok ein paar mehr Infos, Ich hatte bereits nach dem Abi ein Work&Travel gemacht, das kann ich mir gott sei Dank anrechnenen lassen für meinen Auslandsaufenthalt. Mein englisch sitzt sprachlich auch immer noch auf einem sehr gutem niveau, verglichen zu manch mitstudierenden. Die letzen Jahre habe ich im Sommer als Jugendreisebegleiter gearbeitet, die Arbeit mit Kindern ist schon witzig, letztenendlich bin ich für die Theorie denke ich nicht gemacht. Ich komme mit den älteren deutlich besser klar. Mich treibt auch die Idee rum zum Berufsschullehramt zu wechseln, nur dann müsste ich noch eine Lehre machen. Manchmal vermisse ich es schon einfach morgens im Bulli zu sitzen und steine zu mauern. Ich habe große angst in 10 Jahren eine Midlife crisis zu bekommen. Geld und Sicherheit spielten auch schon immer eine große Rolle. Mit meinem Baugewerbe Hintergrund reizt mich der Traum von einer Selbständigkeit alle Jahre wieder. Obwohl ich mich aktiv dagegen entschieden habe.

  • Du bist nicht alleine mit deinen Zweifeln am Lehramtsstudium/Lehrberuf. Schon früher, noch vor der Einführung von Praxissemester und co., war die Rede vom Praxisschock und angehende Lehrkräfte fragten sich, ob der Job der richtige für sie sei. Auch mit mehr Praxis im Studium bleibt die Frage, ob angehende Lehrkräfte den Herausforderungen heutiger Schulen (wie auch von dir angesprochen) gewachsen sind.

    Und hinzu kommt, dass wir aktuell in einer Umbruchsphase sind. Es studieren so viele junge Leute wie noch nie zuvor und gleichzeitig fragen sich junge Leute durch die aktuelle Wirtschaftskrise und gestiegenen Arbeitslosenzahlen unter Akademikern (m/w/d) zuletzt vermehrt, ob nicht ggf. auch eine (aus Arbeitsmarktperspektive heraus betrachtet sichere) Ausbildung für sie infrage käme.

    Nicht jeder hat Spaß an der Auseinandersetzung mit theoretischen Sachgegenständen, daher ist das, was du beschreibst, nachvollziehbar. Es ist natürlich eine Hemmschwelle vorhanden, nach so vielen Jahren ein Studium abzubrechen. Wenn du selbst sagst, dass du dich eher als Praktiker siehst, wäre ein weiteres Studium vermutlich nicht zielführend. Da ich herauslese, dass du scheinbar technisch nicht total unbegabt bist: Mir fällt spontan eine technische Ausbildung bei der Kommune ein. Da gibt es ja diverse Fachrichtungen, u.a. auch beim städtischen Bauhof. Käme sowas infrage?

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