Beiträge von Brick in the wall

    Ich habe das Fach studiert und unterrichte es sehr gerne.

    Und es stimmt, natürlich kann man ein Studienfach (oder 2...) wechseln, ich wäre hier aber trotzdem erstmal vorsichtig.


    Der Politikunterricht besteht zwar nicht zum großen Teil aus aktuellem Tagesgeschehen, sondern aus dem Lehrplan. Im Lehrplan gibt es - wahrscheinlich in allen Bundesländern und Schulformen - Bestandteile aus der Politikwissenschaf, der Wirtschaftswissenschaft und der Soziologie. Aber: Es gibt ausdrücklich den sog. Akualitätsbezug, man soll/muss also Inhalte des Lehrplans mit aktuellen Dingen verknüpfen.


    Wenn du dich nicht mit aktuellem Geschehen beschäftigst, ist das für mich ein ganz klarer Grund, die Fächerwahl nochmal sehr genau zu überprüfen. Für mich als Politiklehrer ist das oberste Ziel des Politikunterrichts, dass die SuS zwar nicht jede politische Debatte im Detail verfolgen, dass sie aber mit wachen Augen und Ohren durch ihre (gesellschaftliche) Umwelt gehen und in der Lage sind, sich eine eigene Meinung zu gesellschaftlich wichtigen Themen zu bilden. Das ist ungefähr auch die Quintessenz des Lehrplans, das nennt sich dann z.B. Mündigkeit. Das kann nach meiner Überzeugung nur dann gelingen, wenn du als Lehrerin selbst sattelfest bist. Das kann in Politik durchaus anstrengend sein, denn hier ändern sich die aktuellen Bezüge ja sehr häufig.


    Frage dich selbst: Würdest du jemandem empfehlen, Deutsch zu studieren, der angibt, nicht zu lesen?

    Es ist doch ziemlich naheliegend, wie chili das meint.

    Wenn so eine Äußerung kommt, wird das entsprechend (deutlich missbilligend) kommentiert und notfalls sanktioniert.


    Warum?

    Für die, die beschimpft werden.

    Für die, die beschimpfen.

    Für alle, die die Szene nur beobachten.

    Und für eine klare Linie und Haltung gegenüber allen abwertenden Äußerungen. Ernst oder "aus Spaß".



    Dass wir Äußerungen nicht immer verhindern können, ist klar. Aber wir können verhindern, dass sie unkommentiert (oder zustimmend) stehen bleiben.

    In meinem Schulrechtskommentar (Holtappels/Wolfering, 2019) wird die Auffassung vertreten, dass das Angebot davon abhänge, dass u.a. genügen Schüler die Wahl der Fremdsprache treffen.

    Ich habe das bisher immer so vertanden, dass eine Fremdsprache auf dem Wahlzettel stehen muss, sie aber bei zu wenig Interesse nicht eingerichtet werden muss. Im Extremfall könnte das ja sonst Einzelunetrricht bedeuten.

    Ich habe mich gegen Ende meines Refs auch an einer katholischen Privatschule vorgestellt. Der SL war in der UPP auf mich aufmerksam geworden.

    Mit mir hat u.a. ein Geistlicher gesprochen, derkonkretisiert hat, nach welchen Werten der katholischen Kirche man sich zu verhalten habe.

    V.a. war es ihm wichtig, dass man nicht unverheiratet in einer Partnerschaft lebt. Er hat mir klipp und klar gesagt, dass ggf. auch Beamte in so einem Fall vor die Tür gesetzt werden.

    Inwieweit das evtl. eine Drohkulisse war, habe ich dann nie erfahren, weil ich für mich beschlossen habe, dass mein Arbeitgeber in keiner Weise in mein Privatleben reizuregieren hat. Es hat aber für vergleichbare Fälle (geschiedene Chefärzte o.ä.) in den letzten Jahren einige (auch höchstrichterliche?) Urteile gegeben.


    Davon abgesehen: Ja, das Ref ist anstrengend. Aber mir fällt kein einziger nachvollziehbarer Grund ein, es nicht anzutreten. Auch wenn der Vergleich etwas hinkt, ist das aber für mich ungefähr so, als wenn man seinen Führerschein nach bestandener Theorieprüfung haben wollte, ohne jemals eine Fahrstunde, von der Prüfung ganz zu schweigen, abgeleistet zu haben.


    Die entsprechende Schullietung würde ich fragen, warum sie jemanden einstellen möchte, der nur halb ausgebildet ist.

    Zuallererst: Falls der betreffende Kollege hier mitliest: Ich drücke ganz fest alle Daumen, dass es irgendwann (möglichst bald) gelingen möge, dass mit der verscuhten Tat abgeschlossen werden kann und sie keinen Einfluss mehr auf den Alltag und das Wohlergehen hat. Das gilt für den Kollegen, die Familie und das Kollegium.


    Falls das jemand weiß, würde mich eine Sache sehr interessieren: In NRW (vermutlich nicht nur dort) ist es möglich, Schüler von allen Schulen des Landes zu verweisen. Ich habe mal auf einer Fortbildung vom PhV gehört, dass das noch nie vorgekommen sei. Ich frage mich, ob die Schulaufsicht in diesem Fall zu dieser Maßnahme gegriffen hat.


    Bitte hier keine Diskussionen über die Frage, ob die Strafen angemessen sind. Wer sie führen möchte, kann ja einen eigenen Thread aufmachen.


    https://www1.wdr.de/nachrichte…-urteil-dortmund-100.html

    ich müsste da Ref auch nicht nochmal machen, aber ich habe nicht gelitten. Dass man viel zu tun hat, ist so. Aber wie in jedem anderen Bereich ist es so, dass man auf gute/nette/qualifizierte/zugängliche/kompetente Fachleitungen, Kollegien, Schülerinnen und Schüler treffen kann, aber nicht muss.


    Und dass die heruasragend schlechten Beispiel häufiger erzählt werden als die, bei denen alles normal läuft, ist nicht erst seit Internetzeiten so.

    Das Signal an die Öffentlichkeit/die Eltern ist: "Ich, Yvonne Gebauer, öffne alles!"

    Und das Signal an die Öffentlichkeit ist ebenfalls, dass Abstandsregeln Unsinn sind. Wenn ein im doppelten Sinn kleiner Teil der Bevölkerung gezwungen wird, die Abstandsregeln nicht einzuhalten, können sie ja nicht so wichtig sein. Sagen ja auch alle, die sich damit nicht so gut auskennen wie Frau Gebauer.


    Oh Mann...


    Dass der Regelbetrieb lange vor dem Impfstoff kommen würde, zeichnete sich ja schon ab. Dass man aber 2 Wochen Regelbetrieb übers Knie bricht, statt ihn noch ein paar Tage auszusetzen und dann 6 Wochen Pause zu haben, hätte ich nicht für möglich gehalten.

    "Jeder Tag zählt", sagte Frau Gebauer. Klar, als Schulministerin kann sie nicht sagen, dass egal ist, ob SuS zwei Wochen mehr oder weniger zur Schule gehen. Ich warte aber freudig darauf, dass dieses konsequente Drängen auf Bildungsmöglichkeiten und die Sicherstellung der geeigneten äußeren Umstände uns lange erhalten bleibt. Auch dann, wenn es um so banale Dinge wie eine gute Personalversorgung und viele weitere Aspekte geht. Vorschhläge hätte ich da einige. Leider, ich nehme es vorweg, kosten die Geld. Aber das wird dann wohl kein Hindernisgrund mehr sein.


    Oh Mann...


    ich drücke allen, die irgrndwie an der Primarstufe beteiligt sind, die Daumen, dass die Sache gut geht. Und dem Rest, dass es dann nach den Sommerferien gut geht, denn es ist ja wohl spätestens jetzt kalr, was kommt.

    Die Ersatzschulen haben ein paar Infos aus dem Ministerium erhalten (betrifft vornehmlich weiterführende Schulen), die zwei hier dürften aber für die meisten Schulen relevant sein (wär komisch, wenn wir das machen sollen, der Rest aber nicht):

    - Normalbetrieb nach den Sommerferien, dabei wird die Möglichkeit von Samstagsunterricht in Betracht gezogen um den fehlenden Unterricht aufzuholen

    - keine Notbetreuung in den Sommerferien, es wird aber die Möglichkeit von "pädagogischen Kompensationen" in den Sommerferien in Betracht gezogen, um fachliche Lücken aufzuholen

    Kann man das irgendwo nachlesen?

    Der Philologenverband schirebt in einer Mail über ein Gespräch vom 28.5.:


    • Das MSB zieht eine vollständige Öffnung der Grundschulen und möglicherweise auch der weiterführenden Schulen aufgrund neuer Erkenntnisse zur geringen Anfälligkeit von Kindern und Jugendlichen sowie zu Risikogruppen schon vor den Sommerferien in Betracht.
    • Unter den Vertreterinnen und Vertretern gab es eine große Einigkeit darüber, dass die bestehenden Konzepte zum Präsenz- und Distanzlernen an den weiterführenden Schulen bis zu den Sommerferien ohne erneute Veränderungen des Lehr-Lern-Betriebes und der Abstandsregeln fortgesetzt werden sollten. Eine kurzfristige Umplanung wurde weder von den Vereinigungen der Eltern noch von denen der Lehrer und der Schulleiter noch von der Landes-Schülervertretung als sinnvoll bewertet.

    Einiges ist in anderen Threads sicher schon angesprochen, aber es wird (für mich) so langsam unübersichtlich hier, weil sich viele Dinge vermischen.


    Meine Erfahrungen (Gym) nach einer Woche Schule mit Q1 und im Wechsel einer anderen Stufe:


    Schülerinnen und Schüler halten sich kaum an Abstandsregeln, außer Lehrer sind anwesend.

    Im Kollegium klappt das mal so und mal so.

    Unterricht, den man in zwei Räumen gleichzeitig mit zwei halben Gruppen durchführt, ist weniger als halb so effektiv wie der normale Unterricht.


    Eigentlich erwartbar, aber speziell bei älteren Schülerinnen und Schülern hätte ich gedacht, dass sie ein bisschen schlauer wären.


    Eure Erfahrungen?

    Es gibt sie nun mal, die Kollegen, die zuhause sind und nichts machen. Das müssen alle anderen auffangen!

    Rein aus Interesse: Kommt es irgendwo vor, dass jemand der nicht vorerkrankten KuK in vertretungsweise in einem Präsenzunterricht eingesetzt wird, weil die eigentlich zuständige Person vorerkrankt ist, aber über Fernunterricht nichts/nicht viel macht? Wäre eine Sauerei, kann ich mir aber nicht vorstellen, von der rechtlichen Seite mal ganz abgesehen.

    Und natürlich weiß ich, dass es in Schule mehr Aufgaben als den Unterricht gibt.

    NRW: In den mündlichen Abiturprüfungen darf nach jetzigem Stand niemand eingesetzt werden, der zu einer Risikogruppe gehört. Auch nicht, obwohl es in einem Prüfungsraum sehr gut möglich ist, Abstände einzuhalten.


    Das wird ein Spaß.

    Ich bin sehr gespannt darauf, ob Frau Gebauers Aussagen zu den Klausuren der Q1 wirklich bedeuten werden, dass in der Stufe in diesem Halbjahr 2 Klausuren geschrieben werden müssen. Ich hätte dann noch 2 Stück in 5 Wochen bis zum Notenschluss.

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