Da ich gerade leider nicht viel Zeit habe, erstmal zum Teil eher stichpunktartig, was mir so spontan dazu einfällt:
Stationenlernen würde ich lassen, da erst ganz grundsätzliche Verhaltensweisen eingeübt werden müssen. Aus demselben Grund erstmal nichts mit ipads planen. Experimentieren auch erstmal lassen. Den SuS auch erklären, weshalb.
Wenn ein eng geführtes Unterrichtsgespräch wirklich auch nicht geht, dann wird eben nur ein Tafelbild (am besten: vorbereitet, also über Beamer oder OHP an die Wand geworfen) abgeschrieben. Immer wieder unterbrochen von kurzen Phasen, in denen andere Sozialformen/Unterrichtsmethoden getestet werden - wenn diese nicht klappen, sofort zurück zur Einzelarbeit. Wieder erläutern, weshalb - also immer vorher Konsequenz ankünden und dann auch durchziehen. "Wir machen ein kurzes Experiment, wenn ihr erst den Anweisungen zuhört". "Ihr habt jetzt 5 min, um ... zu erledigen. Wenn das klappt, könnt ihr anschließend dazu experimentieren. Wenn nicht, müssen wir theoretische Übungen machen." usw. Dabei versuchen, nicht beleidigt, hysterisch oder genervt zu klingen (ist zugegebenermaßen oft schwer), sondern das Sprüchlein über deine Erwartungen und über die verschiedenen Konsequenzen von positivem und negativem Verhalten eher mantraartig zu wiederholen. Sich nicht provozieren lassen.
Abschreibestunden fühlen sich wie eine Strafe für alle an, aber auch das kann man erklären. "Ja, es ist schade, dass das nun auch diejenigen trifft, die eigentlich gut arbeiten. Ihr als Klasse wollt vermutlich dasselbe wie ich: Spannenden Unterricht. Aber den kann ich leider erst mit euch gestalten, wenn es wirklich mit euch ist. Sprich: Jeder muss seinen Anteil beitragen und leider gelingt das noch nicht allen. Wir üben das also erstmal und wenn es klappt, dann können wir auch coolere Sachen im Unterricht machen."
Wenn was klappt: Loben, positiv verstärken. Sowieso hilft es manchmal mehr, Störer zu ignorieren, sich auf Diskussionen nicht einzulassen, stattdessen denjenigen, die z.B. bereits sitzen, einen "Daumen hoch" zu geben. Positiv bleiben, jeden Tag als Neubeginn mit neuen Chancen sehen.
ein paar der SuS, die gearbeitet haben ihre wirklich guten Ergebnisse
Fokussiere dich also (noch) mehr auf diese SuS. Denn es gibt sie!
Das ist extrem anstrengend, was du da durchmachen musst, da wünsche ich dir viel Gelassenheit. Ich bin sehr froh, dass ich derzeit keine solche Klasse ertragen muss.
Sind die Eltern kontaktiert? Wie reagieren die?
Sind Einzelgespräche mit den Störenden erfolgt?