Beiträge von Moebius

    Telegram hat seinen Ursprung in Russland und sitzt heute in Dubai, "Markenkern" ist es, sich regularorischer Bemühungen zu entziehen (teilweise auch von russischer Seite, ich will den Machern nicht unterstellen, mit dem russischen Staat zusammen zu abreiten). Dort ist es sicher schwieriger, die missbräuchliche Verwendung eines Namens zu verhindern, als bei westlich geprägten Plattformen.

    Die KI kann das aber sehr wohl. Unterricht planen, Aufgaben erstellen, Lösungen korrigieren und Rückmeldungen geben.

    Das wird die KI vielleicht mal können, aktuell sind die Ergebnisse (und ich habe alles davon in diversen Variationen probiert) aber noch nicht so, dass sie auch nur als ernsthafte Unterstützung für einen durch mich geplanten Lernprozess dienen könnte, geschweige denn als eigenständiger Ersatz.

    (Und wir sind bei uns wirklich schon sehr weit, wir dürfen zB automatisierte Klassenarbeiten mit Classtime schreiben und kontrollieren lassen, mache ich auch, die KI-Funktion bei der Korrektur schalte ich aber ab, weil sie mehr Probleme produziert als mir Arbeit abnimmt.)

    Was glaubst du, was wirst du in 10-15 Jahren tun?

    Da das der Zeitrahmen ist, in dem ich gedenke mir Gedanken über Altersteilzeit oder frühzeitige Pensionierung zu machen, wäre dein Szenario für mich ein Wunschraum, sonst wird der aktuelle Lehrermangel beidem wohl größere Steine in den Weg legen.

    Allein mir fehlt der Glaube.

    Wir haben gerade einen 20 jährigen Zyklus mit diversen Formen von eigenverantwortlichen und schülerzentrieren Unterrichtsformen hinter uns, an dessen Ende nach Hattie die Erkenntnis steht, dass das Fragend-Entwickelnde-Unterrichtsgespräch unter Anleitung einer kompetenten Lehrperson die effektivste Lernform ist (böse gesagt: moderner Frontalunterricht).

    Wir beginnen diesen Zyklus jetzt von vorne, nur mit iPad und Lern-Apps statt Lernbuffet und Stationenlernen, die Erkenntnis am Ende wird aber die gleiche sein. (Was nicht bedeutet, dass Lern-Apps und iPads nicht ihre berechtigten Einsatzbereiche hätten, genau so wie Stationenlernen und Lernbuffets.)

    Mach einfach Latein/Biologie erstmal vielleicht klappt es ja und du bist zufrieden. Wenn du nichts bekommst, kannst du ja immer noch mit Mathematik erweitern oder was anderes machen.

    Klar, mach erst mal 7 Jahre ne Ausbildung, die dir vielleicht nichts bringt, dann kannst du ja immer noch anfangen, dir Gedanken zu machen.

    Etwas überlegt an seine Zukunftsgestaltung zu gehen kann man von einem Abiturienten durchaus erwarten.

    Bio/Latein auf SEk2 ist eine Killer-Kombi. Natürlich kann es auch einzelne geben, die damit eine Stelle bekommen, selbst das ist aber vermutlich nur realistisch, wenn man zu den besten in der Gruppe gehört.

    Wie hätte ich diese KI deiner Meinung nach bei dieser Frage "richtig bedienen" sollen?

    Du hättest erkennen sollen, dass eine Sprach-KI nicht das richtige Werkzeug für diese Frage ist.

    Eine Sprach-KI generiert Texte, sie recherchiert nicht.

    Eine sinnvolle Variante wäre zB gewesen, der KI einen längeren Artikel zu dem Thema zu importieren und ihr direkt zu diesen Text die Aufgabe zu geben "Schreibe mir eine Zusammenfassung des Artikels mit folgenden Schwerpunkten und folgender Struktur...".

    Humane Intelligenz scheint in diesem Fall mit weitem Vorsprung im Vorteil zu sein.

    Eine Sprach-KI ist keine Suchmaschine, sie generiert Texte. Genau das hat sie getan.

    Sprach-KI produziert keine "Wahrheiten", das ist überhaupt nicht ihre Funktion.

    Freie KI-Modelle haben überhaupt keinen Zugang auf das Internet, zB bei Chat-GPT hat das nur die kostenpflichtige Version. Die Texte, die zum Training verwendet werden, werden auch nicht gespeichert, sondern lediglich genutzt, um das nachgebildete neuronale Netzwerk zu trainieren. Die Wiedergabe korrekter Informationen ist bei einer KI also überhaupt nicht intendiert, diese Informationen werden in ihr ja gar nicht gespeichert.

    Das Problem sind weniger die üblichen Nachfrageschwankungen zwischen Latein und Französisch, sondern eher die Tendenz an vielen Schulen, Spanische als weitere zweite Fremdsprache ein zu führen. Bei uns hat sich dadurch der Bedarf an Lateinstunden halbiert, mehrere Latein-Kollegen unterrichten nur noch ihr zweites Fach und es ist absehbar, dass wir den nächsten neuen Latein-Kollegen frühestens in 15 Jahren brauchen können.

    Das würde zu überhaupt keinem anderen Ergebnis führen, als mein Vorschlag, auch bei einem Teilbeschäftigungsverbot "X darf keinen Frühdienst machen" kann und sollte die Schulleitung ihr dann andere Aufgaben im Rahmen ihrer Funktionsstelle zuweisen.

    Wenn sich das gleiche im persönlichen Gespräch erreichen lässt, ist das die schnellere und unkompliziertere Lösung.

    Wenn du in Elternzeit bist gelten die Regeln zur Rückkehr aus der Elternzeit unberührt von einer parallelen Teilzeit, Rechtsanspruch zur Rückkehr an die Stammschule also nur bei bis zu 1 Jahr, soweit ich weiß. (Vielleicht kann noch jemand aus NRW genaueres sagen.)

    Auch zur Anmeldung der Elternzeit gilt allerdings eine Frist von 7 Wochen. Selbst wenn du den Antrag nächste Woche abgibst, kannst du also bestenfalls wenige Tage vor Weihnachten in Elternzeit gehen, letztlich gewinnst du bei deinem Alternativmodell nur die drei Wochen im Januar, hast dafür aber wesentlich mehr Aufwand und kannst nicht sicher sein, ob das so klappt.

    Meine ernstgemeinter Rat: Änderung der Stundenzahl zum 2. Halbjahr beantragen, in der Zeit dazwischen eine andere Lösung finden und notfalls Krank melden, wenn die Gesamtbelastung für dich nicht mehr machbar ist.

    An dem Problem ändert dann aber auch deine alternative Idee nichts, denn die wird sich auch nicht einfach so kurzfristig umsetzen lassen. Selbst wenn du in kürzerer Frist in 100% Elternzeit gehen kannst, wird die Schule auf keinen Fall in einem so kurzen Zeitraum dann alternativ Geld für eine Vertretungsstelle bekommen und das Verfahren zur Besetzung durchführen können. Auch hier wird ein bestimmtes Verfahren zu durchlaufen sein, das seine Zeit benötigen wird.

    Ein zeitlich befristetes Zurücktreten ist nicht vorgesehen und auch so beamtenrechtlich nicht möglich.

    Man kann dich natürlich von einzelnen Aufgaben entbinden und muss das unter Umständen auch, wenn entsprechende ärztliche Atteste vorliegen, nach denen du die Tätigkeit nicht ausüben kannst, aber du bleibst A14 mit allen grundsätzlichen Rechten und Pflichten.

    Wenn du ein vernünftiges Verhältnis zu deiner Schulleitung hast, erscheint es mir am zielführendsten, das Problem offen an zu sprechen und um eine Umwidmung deiner Funktionsaufgaben zu bitten, den Vertretungsplan also erst mal ab zu geben und dafür andere Dinge aus dem Bereich "Unterstützung der Schulleitung" zu übernehmen, die du möglichst bei freier Zeiteinteilung und von zu Hause aus übernehmen kannst, also so Dinge wie Tag der offenen Tür planen, Konzepte überarbeiten, etc.

    Da kann die Schulleitung jederzeit form- und fristlos machen.

    Ich habe vor ein paar Stunden eine Quelle gepostet, aus der jeder entnehmen kann, dass die Abschlüsse 2021 und 2019 auf Beamte übertragen wurden, 2017 waren die Anpassungen in vielen Bundesländer höher als der Abschluss des TVÖD, in den beiden Runden davor waren sie in vielen schlechter.

    Insgesamt wäre es sicher ziemlich absurd zu sagen, dass es den Angestellten im öD besser geht als den Beamten.

    Moebius

    Nein. In BW ist es gar nicht so lange her dass es zeitversetzt übertragen wurde.

    https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/pre…eamten-im-land/

    Das war 2015, seitdem hat sich die Lage sehr deutlich verändert.

    Auf der bekannten Webseite wird angegeben, ob die Übertragung wirkungsgleich erfolgt ist (Farbsplalte links), nur zur Verdeutlichung empfehle ich mal 2021 (15 BuLä gleich, 1 besser) und 2013 (1 BuLä gleich, 15 schlechter) zu vergleichen:

    https://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2021/

    https://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2013/

    Im Grundsatz ist den AGs schon klar, dass es keine weitere Luft gibt, um die Attraktivität von Beschäftigungsverhältnissen im öD weiter zu verschlechtern.

    Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Aber in Absprache mit der Schulleitung sollte eine entsprechende Einigung möglich sein.

    Das hängt immer von den Schulleitungen und den genaueren Umständen ab.

    Oft genug stellt sich bei genauerem Nachfragen raus, dass es die Kolleginnen und Kollegen sind, die unbedingt 7 Tage fahren wollen, weil es sich sonst "nicht lohnt" und man ja so viel Programm habe. Die Schulleitung nickt das dann ab aber sagt - auch nicht zu unrecht - dass das selbst gewählt ist und es natürlich keine zusätzlichen freien Tage gibt.

    Dauer von Fahrten gehört in das Fahrtenkonzept, eine Fahrt über eine Woche dauert von Montag bis Freitag, ein Austausch über 2 Wochen geht natürlich über ein Wochenende, dann ist die Fahrt aber so zu konzipieren, dass die SuS an dem Wochenende oder ersatzweise an 2 anderen Tagen einfach nur in den Familien sind und die Begleitpersonen freie Tage haben.

    Das ist leider alles Teil des üblichen Theaterdonners, von dem man als Außenstehender zu Recht genervt sein kann, der aber nicht überraschend ist. Die Sprüche "für die Beamten können wir uns das nicht leisten" kommen regelmäßig, trotzdem wird seit Jahren wirkungsgleich übertragen (das war nicht immer so), weil den Verantwortlichen in den Ländern längst klar ist, dass sie sich gar nicht leiten können, das nicht zu tun.

    Auch die Verhandlungsrunden sind von vornherein so angelegt, dass erst in der 3. Runde ernsthaft verhandelt wird, die ist dann auch für 3 Tage angesetzt. Dass die Arbeitgeber zur zweiten Runde nichts vorlegen, ist ein Armutszeugnis, umgekehrt sind die zur zweiten Runde sonst überlicherweise vorgelegten Angebote aber auch nur psychologische Kriegsführung und weit von einigungsfähigen Vorschlägen entfernt.

    Auch Warnstreiks der Gewerkschaft sind Teil der Choreografie, die macht man letztlich auch nur, weil es ein Zeichen von Schwäche wäre, sie nicht zu machen.

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